Ein FSJ in Ghana Folge 1: Ich und mein FSJ-Projekt

Ein FSJ in Ghana Folge 1: Ich und mein FSJ-Projekt

Wer bin ich?

Ich bin 18 Jahre alt und habe dieses Jahr in Baden-Württemberg die Schule abgeschlossen. In meiner Freizeit spiele ich gerne Gitarre oder lese im Bett. Außerdem bin ich politisch bei Fridays for Future aktiv und backe beziehungsweise koche unglaublich gerne. Besonders wohl fühle ich mich immer dann, wenn die Sonne scheint und ich singen und tanzen kann.

Da ich noch nicht genau wusste, was ich nach der Schule machen soll, habe ich bereits seit Längerem ein sogenanntes „GapYear“ geplant – also ein Jahr, das primär der Orientierung und eigenen Entwicklung dienen soll. Davon verspreche ich mir die seltene Chance, mich umfassend mit einer anderen Kultur zu beschäftigen und beispielsweise eine neue Sprache zu lernen. Indem ich in Ghana meine Komfortzone verlasse, möchte ich meine Eigenständigkeit und Selbstsicherheit steigern. Ich hoffe, anschließend die Welt um mich herum und im globalen Gefüge besser zu verstehen.

Aus diesen Gründen kam ich dann auch auf die Idee, einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen und habe mich im letzten Sommer auf verschiedenen Seiten informiert. Schlussendlich entschied ich mich dann für einen weltwärts-Freiwilligendienst bei der Entsendeorganisation bezev, deshalb dazu jetzt mehr:

weltwärts und bezev

 weltwärts ist ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und bietet Lern- und Entwicklungsdienste für Menschen zwischen 18 und 28 Jahre an, Menschen mit Behinderung/ Beeinträchtigung können bis 35 Jahre daran teilnehmen. Im Fokus steht hierbei der kulturelle Austausch von Menschen aus dem Globalen Süden und dem Globalen Norden.

Die Freiwilligendienste an sich werden von einer Vielzahl an Entsendeorganisationen organisiert; ich persönlich reise mit dem gemeinnützigen Verein bezev aus, insgesamt gibt es aber knapp 200 Entsendeorganisationen. Über weltwärts werden sie alle zusammengefasst – außerdem legt der staatliche Träger Rahmenbedingungen bezüglich finanzieller Unterstützung, Unterkunft im Einsatzland, Versicherung und mehr fest. Im Einsatzland selbst arbeitet weltwärts mit lokalen Partnerstellen zusammen.

Die Koordination und Organisation läuft über den deutschen Verein Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.  bezev sitzt in Essen und arbeitet überparteilich wie auch konfessionell ungebunden an einer inklusiveren Gesellschaft. Dafür erstellt der Verein Bildungsmaterial und startet Kampagnen, außerdem ist er sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene politisch aktiv. Darüber hinaus bietet bezev seit 2008 (inklusive) internationale Freiwilligendienste an und berät als weltwärts-Kompetenzzentrum auch weitere Entsendeorganisationen.

Meine Einsatzstelle

Über bezev habe ich mich im Oktober 2020 auf das NORSAAC-Projekt beworben; NORSAAC ist eine ghanaische Frauenrechtsorganisation, die sich seit 2002 über politischen Initiativen für Frauen, Mädchen und Jugendliche in Nordghana einsetzt. Da ich die erste Freiwillige in dieser Einsatzstelle bin, werde ich mich erst vor Ort für einen Bereich entscheiden, in dem ich überwiegend arbeiten werde. Die Aktivitäten der Nichtregierungsorganisation umfassen sowohl die Bereiche Sexualität und Geschlecht, genauso wie die reproduktive Gesundheit im Zusammenhang mit AIDS. Gleichzeitig soll juristisch, politisch und privat auf die Gleichberechtigung aller Geschlechter hingearbeitet werden.

Ghana flag isolated on the blue sky with clipping path. close up waving flag of Ghana. flag symbols of Ghana.

NORSAAC arbeitet überwiegend in Nordghana und sitzt in Tamale. In dieser regionalen Hauptstadt, die für ihre (internationale) Universität bekannt ist, leben etwa 370.000 Menschen. Ich persönlich werde bei einer Gastfamilie wohnen.

Die Projekte, die über weltwärts angeboten werden, sind häufig pädagogisch, in Krankenhäusern oder Naturparks. Ich wollte allerdings möglichst in keine Schule oder Kindergarten, weil mir dafür die Qualifikation fehlt – ich komme ja schließlich frisch von der Schule. Für die Einsatzstelle bei NORSAAC habe ich mich allerdings schnell begeistern können, da ich über Fridays for Future schon in Kontakt zu politischer Arbeit gekommen bin und außerdem mein Wissen über strukturellen Sexismus gerne erweitern möchte.

Für so ein Abenteuer gibt es natürlich viel vorzubereiten – einiges ist von weltwärts vorgeschrieben, anderes sind formelle Vorgaben. Und dann muss ich ja auch noch packen und mich verabschieden… Das passt aber alles nicht mehr hier hinein, deshalb möchte ich euch nächstes Mal mehr davon erzählen. Bis dahin wünsche ich euch allen alles Gute, bis dann!

Meine Partner:

weltwärts      bezev e.V.     Norsaac

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