513.300 neue Azubi-Verträge im Jahr 2019

Im Jahr 2019 haben insgesamt 513.300 Personen einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes waren das 8.600 oder 1,6 % weniger als im Jahr 2018. Der vorübergehende Anstieg bei den Neuabschlüssen aus den beiden Vorjahren ist damit vorerst gestoppt. Die Neuabschlüsse verteilten sich auf 325.900 Männer (-1,1 % gegenüber 2018) und 187.400 Frauen (-2,5 %). Damit setzt sich der seit über zehn Jahren zu beobachtende Trend fort, dass Frauen immer seltener eine duale Ausbildung ergreifen. Im Jahr 2019 betrug der Anteil der Frauen an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 36,5 %. Im Jahr 2009 waren es noch 42,6 %.

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Superbusen

Gisela zieht nach Chemnitz, um neu anzufangen. Die Stadt ist für die Anfang zwanzigjährige ein Versprechen. Endlich studieren, sich finden, weg von der Familie und all den anderen Menschen, die sie nicht versteht und die sie nicht verstehen. Ihren Körper und ihre Gedanken aber nimmt sie mit. Doch in Chemnitz gibt es die Freundinnen, die die Welt nicht so akzeptieren wollen wie sie ist. Zusammen gehen sie auf Demonstrationen, betrinken sich, versuchen, über die Runden zu kommen und gründen eine Band: Superbusen. Bei ihren Konzerten entdecken sie das erste Mal das Konstrukt Ost und West, was sie als Frauen zusammenhält und trennt und die Macht der Musik.

Mit Witz und Präzision erzählt Paula Irmschler in ihrem Romandebüt davon, was es bedeutet, sich von der eigenen Geschichte abzunabeln. Von der Verwundbarkeit des eigenen Körpers, von der Liebe, von Zuhause, von Lebensplänen, die häufig nur aus Warten bestehen, von der Kraft von Freundschaften. Und vor allem erzählt sie eine andere Geschichte von Chemnitz, eine Stadt, die wir so ganz anders kennen. In diesem Buch ist Chemnitz ein Sehnsuchtsort. Mutig, einzigartig, fantastisch.

Paula Irmschler, 1989 in Dresden geboren, zog 2010 für ihr Studium nach Chemnitz. Nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Jahren ging sie nach Köln, arbeitete dort als Garderobiere und schrieb eine Kolumne für „Intro“. Seitdem veröffentlichte sie Texte in „Jungle World“, „Missy Magazine“, laut.de, „Musikexpress“, „Jolie“ und hat seit 2017 eine Kolumne bei „Neues Deutschland“, in der sie meist über feministische Themen schreibt. Im Herbst 2018 wurde sie bei „TITANIC“ als Redakteurin eingestellt und konnte ihren Garderobenjob endlich an den Bügel hängen.

Paula Irmschler

Verlag Claassen

320 Seiten

ISBN 978-3-546-10001-4

gebundene Ausgabe 20,00 €

eBook (ePUB) 16,99 €

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Plastikverpackung zu einem Fünftel ersetzbar

Rund ein Fünftel der Kunststoffverpackungen können durch faserbasierte Materialien wie Wellpappe ersetzt werden. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor. Eine Verpackungsumstellung auf die deutlich nachhaltigere Alternative könnte somit etwa 825.000 Tonnen Plastik einsparen. Vor allem bei Versandhandel und Möbeln 75 bis 82 % des Verpackungsplastik reduziert werden, indem beispielsweise Schaumstoffe und Luftpolsterfolie durch Papier und Pappe ersetzt werden.

Das Substitutionspotenzial ist bei einigen Lebensmitteln und Getränken noch sehr gering, Flaschen beispielsweise sind nur schwer durch plastik- oder glasfreie Produkte auszutauschen. Eine Ausnahme sind Lebensmittel wie Obst und Gemüse, die verpackungslos angeboten werden können. In vielen Supermärkten ist es bereits Usus, Papiertüten für diese Art der Frischware anzubieten.

Möbel 82 %
Versandhandel 75 %
Büro-, Schreibwaren 75 %
Obst und Gemüse 64 %
Elektrogeräte 52 %
Gesamt 21 %
Getränke 5 %
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Orientierung per Praktikum – Probieren geht über Studieren

Wer in etwa weiß, wohin die berufliche Reise gehen soll, sich aber noch nicht 100%ig sicher ist oder zwischen zwei Alternativen schwankt, kann auch die Probe aufs Exempel machen – mit einem Praktikum. Ein Praktikum gibt Ihnen die Möglichkeit, das Arbeitsleben generell, einen bestimmten Beruf oder sogar einen potenziellen Ausbildungsbetrieb (und späteren Arbeitgeber) näher kennen zu lernen. Das beginnt mit einem 8-Stundentag und dem Einordnen in geregelte Betriebsabläufe – plötzlich können Sie nicht mehr selbst bestimmen, wann Mittagspause ist. Die berufsorientierenden Praktika lassen erste Rückschlüsse auf Ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen (Teamfähigkeit, selbständiges Arbeiten, Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Sorgfalt) zu – Sie lernen, durch das Feedback bzw. eine Beurteilung des Betriebes, also auch etwas über sich selbst. Einfache, aber typische Tätigkeiten und Aufgaben werden Ihnen nach einer kurzen Einarbeitung übertragen. Nur Herumsitzen und den anderen bei der Arbeit zusehen ist also nicht angesagt.

Wenn das Ferienpraktikum nicht von der Schule unterstützt oder begleitet wird, sind Sie bei der Suche nach einem Betrieb und vor allem den Absprachen über die Inhalte selbst gefordert. Ganz wichtig: Sie brauchen einen festen Ansprechpartner im Unternehmen, mit dem Sie Fragen klären können und der Ihnen nach spätestens 1 Woche eine erste Einschätzung oder Beurteilung Ihrer Leistungen und Ihres Verhaltens gibt – nur so können Sie sicherstellen, dass Sie nicht die ganzen Ferien ohne echte Lernerfolge und Erkenntnisse vertrödeln. Und: Ein Ferienpraktikum ist KEIN Ferienjob! Entweder Sie wollen etwas erfahren oder Sie wollen Geld verdienen – beides zusammen geht nicht. Also: Sagen Sie bereits beim ersten Gespräch klar und deutlich, dass Sie keinen Ferienjob suchen!

Wählen Sie sorgfältig aus:

  • Was interessiert mich?
  • Was möchte ich ausprobieren?
  • Was kann ich mir als zukünftigen Beruf vorstellen?
  • Welchen Betrieb möchte ich kennenlernen?

Informieren Sie sich:

  • Wie sieht die Tätigkeit aus?
  • Was möchte ich sehen und was selbst ausprobieren?
  • Welche Abteilungen des Unternehmens möchte ich kennenlernen?

Bereiten Sie Ihr Praktikum vor (eine Liste ist hilfreich):

  • Wer ist mein Praktikumsbetreuer?
  • Welche Fragen habe ich?
  • Wie oft und wann treffen wir uns?
  • Was besprechen wir?
  • Welche Bereiche und Tätigkeiten lerne ich kennen?
  • Welche Lernfortschritte werden von mir erwartet?

Selbst Ziele setzen:

  • Was möchte ich über mich selbst erfahren?
  • Was möchte ich über den Job oder den Betrieb lernen?
  • Was will ich mit dem Praktikum erreichen?

Anhand dieser Liste können Sie dann während des Praktikums regelmäßig prüfen, ob es wirklich vorwärts geht.

Nach dem Praktikum:

Denken Sie an die Praktikumsbestätigung (und, falls vereinbart, das Praktikumszeugnis) – wichtig für Ihre Bewerbungsunterlagen! Es kann es ein paar Tage dauern, bis Sie die Unterlagen bekommen. Nach 2 bis 3 Wochen können Sie aber höflich nachfragen.

Machen Sie eine Manöverkritik:

  • Wie ist das Praktikum aus Ihrer Sicht gelaufen?
  • Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
  • Welche Tätigkeiten haben Ihnen gefallen und welche nicht?
  • Haben Sie etwas vermisst?

Gehen Sie Ihre Liste durch – nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr nächstes Praktikum besser läuft.

Und nicht vergessen: Das Praktikum sollte Ihnen einen ersten Eindruck verschaffen – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn der Beruf oder das Unternehmen doch nichts für Sie ist, hat das Praktikum seinen Zweck voll und ganz erfüllt. Und wenn es Ihnen gefallen hat? Umso besser – dann wissen Sie, dass der „getestete“ Job zumindest in Frage kommt.

Die häufigsten Fragen:

Auf jeden Fall sollte ein Praktikumsvertrag abgeschlossen werden, in dem Dauer, Lernziele des Praktikums, Betreuer/in, Vergütung, Tätigkeiten sowie Arbeitsort und -zeit geregelt werden.

Da das Praktikum kürzer als sechs Monate ist, hat man als Praktikant/-in der Regel keinen Anspruch auf Urlaub. Auf eine Vergütung haben Sie auch keinen Anspruch – viele Betriebe zahlen aber zumindest ein Taschengeld von ein paar Hundert €.

Die Arbeitszeiten richten sich nach der betrieblichen Arbeitszeit. Die tägliche Arbeitszeit beträgt in der Regel (ohne Pausen) max. 8 Stunden. Bei Praktikanten/innen unter 18 Jahren greift aber das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Anspruch auf ein Praktikumszeugnis besteht nicht. Üblich ist eine Praktikumsbestätigung (wer, wann, was, wo und wie lange). Wird ein Praktikumszeugnis erstellt, sollten Sie ganz genau hinsehen – was sich positiv anhört, kann ganz anders gemeint sein.

Sowohl Schüler als auch Studenten sind während eines Praktikums unfallversichert.

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Immer mehr duale Studiengänge

Der Aufwärtstrend beim dualen Studium hat sich auch 2019 fortgesetzt – wenngleich die Zuwachsraten gemäßigter ausfielen als in den Jahren zuvor. In der Datenbank „AusbildungPlus“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) waren zum Stichtag 30. November 2019 insgesamt 1.662 duale Studiengänge von deutschen Hochschulen registriert, in denen mehr als 108.000 dual Studierende erfasst sind.

Immer mehr Betriebe bieten Ausbildungsplätze für ein duales Studium an. Während sich im Jahr 2004 insgesamt 18.168 Unternehmen beteiligten, wurden 2019 rund 51.000 kooperierende Unternehmen beziehungsweise Standorte gemeldet. Insgesamt hat sich die Anzahl dualer Studiengänge seit 2004 von seinerzeit 512 auf jetzt 1.662 mehr als verdreifacht, und die Zahl der Studierenden ist von 40.982 auf jetzt über 108.000 um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen.

Nach wie vor gibt es in den Fachrichtungen des Ingenieurwesens mit 595 und der Wirtschaftswissenschaften mit 580 Studiengängen die größte Zahl der angebotenen Studiengänge. Im Vergleich zum Gesamtangebot sind das zusammen etwas mehr als 70 Prozent aller Angebote. Am stärksten nachgefragt ist dabei die Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften, in denen 48.868 Studierende gemeldet sind. Im Ingenieurwesen sind 26.625 und im Sozialwesen/Erziehung/Gesundheit und Therapie 13.556 dual Studierende erfasst.

Auf der Ebene der Berufsabschlüsse überwiegen Berufe aus der Elektro- und Informationstechnik, aus Büro und Verwaltung sowie aus der Installations- und Metallbautechnik. So sind 2019 die Berufe Industriemechaniker/-in und Mechatroniker/-in diejenigen Ausbildungsberufe, die am häufigsten mit einem dualen Studiengang kombinierbar sind. Dahinter folgen die Berufe Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker/-in/, Elektroniker/-in, Kaufmann/-frau für Büromanagement sowie Bankkaufmann/-frau.

Ein Sonderkapitel der BIBB-Auswertung widmet sich vor dem Hintergrund der Neuordnung der Pflegeberufe den jüngsten Entwicklungen im Gesundheits- und Therapiewesen, das 2019 einen deutlichen Zuwachs von 8,8 % bei den Studiengängen und 27,1 % bei der Zahl der Studierenden ausweist.

Die Veröffentlichung steht unter www.ausbildungplus.de zum Download bereit

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