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Tipps für Nachhilfeunterricht von der Verbraucherzentrale

Das laufende Schuljahr nähert sich dem Ende? Oder liegt gerade das letzte Zwischenzeugnis auf dem Tisch und sieht gar nicht gut aus? Sind Schulabschluss oder Versetzung gefährdet, steigt die Nachfrage nach gezielter Nachhilfe rapide an. Um den Notendurchschnitt in Deutsch, Mathe oder Englisch zu verbessern, greifen viele Eltern tief in die Tasche. Denn qualifizierte Nachhilfe hat ihren Preis. Doch die Angebote auf dem Bildungsmarkt sind unüberschaubar.

„Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann seine pädagogischen Dienste anbieten und zahlenden Eltern die Bedingungen hierfür diktieren“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Eltern sollten nicht ungeprüft auf den erstbesten Nachhilfe-Profi setzen. Einseitige Terminänderungen etwa in der Ferienzeit, Ankündigung von Kursterminen nur unter Vorbehalt, eigenmächtige Weitergabe reservierter Plätze sind nur einige Beispiele von unwirksamen Vorgaben in Verträgen von gewerblichen Nachhilfeanbietern. Allein im letzten Jahr hat die Verbraucherzentrale im Rahmen einer Aktion insgesamt 51 unwirksame Klauseln bei zehn Nachhilfe-Unternehmen abgemahnt. Eltern, die schulische Defizite ihrer Kinder mit einer Extra-Portion Pauken ausgleichen wollen, sollten bei ihrer Entscheidung für Nachhilfe auf eine qualifizierte Lehrkraft und einen fairen Vertrag achten:

• Qual der Wahl: Mehrere tausend gewerbliche Nachhilfeinstitute bieten bundesweit ihre Dienste zur Verbesserung der Noten an. Die meisten Schüler büffeln nach der Schule mit privat organisierten Nachhilfelehrern, Schülern oder Studenten. Professionelle Institute offerieren ihre Lernhilfe vornehmlich in Kleingruppen, während Nachhilfelehrer zur Einzelbetreuung meistens ins Haus kommen. Preise und Dauer des Zusatzunterrichts können stark variieren. Während bei Privatlehrern oft ein Honorar ohne schriftlichen Vertrag ausgehandelt wird, arbeiten große Institute in der Regel mit festen Sätzen, die schriftlich fixiert werden.

• Nachhilfe – Ja oder Nein: Betreutes Büffeln nach der Schule sollte nur vorübergehend sein und darf nicht zur Dauerkrücke und somit zur Dauerbelastung des lernenden Nachwuchses werden. Meist ist es sinnvoll, zunächst mit dem zuständigen Lehrer auszuloten, wo Defizite liegen und ob bzw. welche Nachhilfe angebracht ist.

• Einzelunterricht zu Hause: Private Einzelnachhilfe bedeutet häufig eine individuellere Betreuung und ist oft günstiger als zusätzlicher Nachmittagsunterricht in einem Institut. Geeignete Nachhilfelehrer lassen sich oftmals durch Nachfragen im Bekannten- oder Verwandtenkreis ermitteln. Eltern sollten sich in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Qualifikation eines privaten „Paukers“ verschaffen und eine Probestunde vereinbaren. Denn die Nachhilfe bringt nur einen Lernerfolg, wenn Schüler und Privatlehrer gut miteinander zurechtkommen. Deshalb sollte bei anhaltenden Problemen ein rascher Wechsel der Lehrperson möglich sein. Ernsthafte Nachhilfelehrer informieren sich über den Lern- und Wissensstand ihres Zöglings und richten ihre pädagogische Unterstützung am Unterrichtsstoff aus.

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• Nachhilfeinstitute: Wer sein Kind nachmittags in eine gewerblich organisierte Nachhilfegruppe schicken will, sollte sich von mehreren Anbietern vor Ort beraten lassen. Qualifikationen, Zusammensetzung der Lerngruppen sowie Räumlichkeiten sind dabei wichtige Kriterien für die Auswahl eines Instituts. Ein gutes Institut zeichnet sich auch dadurch aus, dass vor Beginn der Nachhilfe das Leistungsvermögen des Kindes getestet und im Unterricht berücksichtigt wird. Eine Lerngruppe sollte zudem nicht mehr als fünf Schüler umfassen und möglichst homogen sein, damit ein intensives und individuell ausgerichtetes Anleiten möglich ist.

• Vertragsgestaltung: Eltern sollten das Kleingedruckte im vorgelegten Vertrag sorgfältig lesen und hierbei auf nachteilige Klauseln und versteckte Kosten achten. Zum Beispiel ist wichtig, dass Änderungen von Terminen oder Lehrkräften nur in Absprache mit den Schülern und den Eltern als Vertragspartner erfolgen können. Ein Vertrag sollte erst abgeschlossen werden, wenn die Probestunden zufriedenstellend verlaufen sind. Um ein Vertragsverhältnis bei Missfallen oder Misserfolg möglichst rasch kündigen zu können, sollte eine kurze Mindestvertragslaufzeit von sechs bis zwölf Monaten gewählt werden.

• Kosten: Ein vorheriger Preisvergleich ist sinnvoll. Große Institute berechnen zwischen 100 und 150 Euro pro Monat für zwei Einzelstunden à 45 Minuten in der Woche. Die Höhe richtet sich nach den vereinbarten Leistungen – etwa ob Einzel- oder Gruppenunterricht erteilt wird. Privatlehrer nehmen zwischen 7 und 25 Euro pro Unterrichtseinheit.

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Was erwarten Berufseinsteiger nach dem Studium?

Was soll er bieten, der erste Job nach dem Studium? Deutschlands Studierende haben genaue Vorstellungen davon: Für rund Dreiviertel aller Nachwuchstalente ist ein attraktives Grundgehalt der mit Abstand wichtigste Aspekt bei der Wahl des ersten Arbeitgebers.

Doch was verstehen Berufsstarter unter einem attraktiven Gehalt? Zweifünftel der Befragten stellen sich ein erstes Jahresgehalt zwischen 36.000 und 45.000 € brutto vor, 38 % erwarten unter 35.000 € jährlich. Das zeigt der neue StepStone Report „Startklar für den ersten Job“. Die Online-Jobplattform hat dafür 3.500 Studierende befragt, die aktuell an einer Hochschule in Deutschland immatrikuliert sind. Dabei wird klar: Je höher der Abschluss, desto höher sind auch die Erwartungen an das Einstiegsgehalt. Vier von zehn Masterstudenten stellen sich für den ersten Job ein Jahresgehalt von mindestens 46.000 € vor, jeder fünfte Promovierende erwartet sogar mehr als 55.000 € vom ersten Arbeitgeber. Weitere Ergebnisse:

Nachwuchstalente wollen Grundstein für späteren Berufserfolg legen

  • Neben dem Gehalt zählt die persönliche Entwicklung im Job zum wichtigsten Aspekt für junge Fachkräfte. 44 % schauen bei der Wahl des ersten Arbeitgebers daher ganz genau hin, ob das Unternehmen auch eine gute Referenz für die zukünftige Karriere ist.
  • Auch die persönliche Weiterbildung ist für neun von zehn Studierenden ein essenzieller Faktor bei der Entscheidung für den ersten Arbeitgeber. Hierbei legen 77 % Wert auf die Erstellung einer langfristigen Laufbahnplanung. Knapp Dreiviertel wünschen sich, zur Führungskraft entwickelt zu werden.

Wunsch nach Freiheit bei der Arbeit

  • Studierende haben genaue Vorstellungen davon, wie sie arbeiten wollen: Acht von zehn Befragten möchten gern Teil eines selbstverantwortlichen Teams sein. 78 % ist es wichtig, selbstbestimmt zu arbeiten.
  • Fast exakt genauso viele bevorzugen ein Unternehmen mit flachen Hierarchien.
  • Ein straff organisiertes Unternehmen wünscht sich hingegen nicht mal jeder zweite Berufsstarter.

Ein mittelgroßes Unternehmen für den Start

Für den Großteil der Befragten (66 %) soll der erste Arbeitgeber zunächst ein Unternehmen mit maximal 500 Mitarbeitern sein. Bei der weiteren Planung nach dem Studium haben Männer und Frauen teils unterschiedliche Vorstellungen. Die Gründung eines eigenen Unternehmens sowie eine Tätigkeit für ein Start-Up werden von männlichen Studierenden eher präferiert als von Studentinnen. Die Letztgenannten finden hingegen häufiger eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst und die Fortsetzung des Studiums attraktiver.

Standortgebunden sind nur die wenigsten

  • Der Großteil der Berufseinsteiger ist räumlich flexibel und würde für den ersten Arbeitgeber auch in eine andere Region ziehen.
  • Sechs von zehn Nachwuchstalenten freuen sich bei der Wahl eines Arbeitsstandortes auf eine neue Umgebung.
  • 37 % geben an, bis zu 50 Kilometer außerhalb des Wohnortes nach einem Job zu suchen, 19 % sind bundesweit offen für eine andere Stadt.
  • Lediglich 7 % behaupten, standortgebunden zu sein – wären allerdings bereit, am Wochenende zum Wohnort zu pendeln.

Arbeitgeber soll Mobilität erleichtern

  • Für die Bereitschaft, in eine andere Stadt zu ziehen oder zu pendeln, wünschen sich Berufsstarter allerdings ein Entgegenkommen der Unternehmen: 83 % geben an, dass ihnen flexible Arbeitszeiten wichtig seien.
  • Fast genauso viele legen Wert darauf, Übernachtungskosten am Arbeitsort (bei Wochenendpendlern oder wechselnden Projekttätigkeiten) erstattet zu bekommen; 81 % wünschen sich ein Jobticket.
  • 2/3 der Befragten erwarten die Möglichkeit, 1 bis 3 Tage pro Woche im Home-Office zu arbeiten.
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Endstation Geisteswissenschaften?

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – die MINT-Studiengänge sind gefragter denn je. Dennoch entscheiden sich entgegen dieses Trends Jahr für Jahr junge Menschen für ein Studium in den Geisteswissenschaften. Brotlose Kunst und schlechte Jobaussichten werden diesem Segment immer wieder nachgesagt.

Geisteswissenschaftliche Fächer sind jedoch nach wie vor gefragt. Beispielsweise der Studiengang Germanistik, der es regelmäßig auf die Liste der beliebtesten Studiengänge an deutschen Universitäten schafft. Doch kann man mit Geisteswissenschaften nun etwas erreichen oder endet der Studiengang in einer beruflichen Sackgasse? Susanne Glück, Geschäftsführerin des Karrieremessen-Veranstalters IQB beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer Geisteswissenschaften studiert, hat auf dem Arbeitsmarkt keine Chance oder geht sowieso in die Lehre – stimmt das?
„Ja und Nein. Tatsächlich geht ein großer Teil der geisteswissenschaftlichen Studierenden nach dem Abschluss an die Schulen und Universitäten. Wer aber denkt, Geisteswissenschaftler finden neben dem Lehrberuf keinen guten Job, der wird sich wundern. Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Verlagen, bei Zeitungen, beim Radio und bei TV-Sendern, in Bibliotheken, in Kultureinrichtungen und in der Kulturwirtschaft, in Archiven, in der Unternehmenskommunikation und PR, in der Politik, in Sozialeinrichtungen, im Bereich der Eventorganisation, bei Stiftungen, in der Beratung, bei der Sprachvermittlung und so weiter …“

Eine große Auswahl an Berufen also. Warum heißt es dann oft, die Geisteswissenschaften wären eine brotlose Kunst?
„Wer auf Bachelor oder Master studiert, muss sich nach dem Studium der Herausforderung stellen, einen Job zu finden. Das Feld der Berufe ist groß und vielfältig. Hier ist schon frühzeitiges Engagement gefragt. Wer bereits während des Studiums Praktika macht und sich thematisch auf ein Berufsfeld spezialisiert, hat später gute Chancen, auch schnell einen guten Job zu finden. Das Einstiegsgehalt ist bei Geisteswissenschaftlern jedoch meist niedriger als in technischen Berufen. Darüber muss man sich im Klaren sein.“

Halten Sie es für sinnvoll, auch heute noch ein Studium der Geisteswissenschaften zu absolvieren?
„Ich halte es für sinnvoll, seinen eigenen Interessen und Fähigkeiten nachzugehen. Liegen diese in den Geisteswissenschaften, dann ist auch ein Studium sinnvoll. Wer sich mit Fächern abmüht, die ihm nicht liegen, verliert schnell die Lust und Motivation am Studium. Ich habe beispielsweise Germanistik und Altphilologie studiert und bin heute Geschäftsführerin – auch das ist möglich. Denn es sind ja nicht nur die Inhalte, die ein Studium ausmachen. Gerade in den Geisteswissenschaften sind es beispielsweise Techniken der Wissensbeschaffung und -aufbereitung, die das Erschließen neuer Arbeitsfelder erleichtern.“

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Macht ein Studium glücklicher?

Immer mehr Menschen entscheiden sich nach der Schule für ein Studium. Die Unis werden voller, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt – Fachkräfteengpässe sind die Folge. Doch zahlt sich ein Studium wirklich in mehr Lebensglück aus? Eine aktuelle Studie vergleicht die Sichtweisen von Akademikern und Nicht-Akademikern: Wer fühlt sich besser auf den Job vorbereitet, wer ist mit der eigenen Arbeit glücklicher? Wer bereut seinen Berufsweg? Und welche Faktoren beeinflussen die Wahl von Ausbildung und Studium?

Nicht-Akademiker fast genauso zufrieden wie Akademiker

Die Arbeitszufriedenheit ist auf einem hohen Niveau: 63,2 % der Akademiker stimmen der Aussage, dass ihr Job “alles in allem gut sei” mit mindestens 8 von 11 Punkten zu, unter den Nicht-Akademikern sind es 61,7 %. Schaut man sich bei der Bewertung der Arbeitszufriedenheit die Spitzenwerte 10 und 11 an, schneiden Nicht-Akademiker (33,3 %) sogar etwas besser ab als Akademiker (28,7 %). Auch im Hinblick auf Einzelaspekte, wie Tätigkeiten oder Kollegen, verteilen Nicht-Akademiker im Vergleich häufiger die Bestnote.

Ausbildung als gute Vorbereitung auf den Job

60,8 % der Nicht-Akademiker fühlen sich gut bis sehr gut auf den Job vorbereitet. Unter den Akademikern sind es mit 34,2 % nur knapp die Hälfte. Während Nicht-Akademiker durch den hohen praktischen Anteil und den genauen Zuschnitt auf das Berufsprofil gute Startbedingungen haben, müssen sich Akademiker nach dem Studium oft noch orientieren und in die Arbeitswelt einfinden.

Mobilität unter Nicht-Akademikern wesentlich geringer

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Bei Akademikern ist die Bereitschaft, für einen neuen Job in eine andere Stadt zu ziehen, höher als bei Nicht-Akademikern: 31,7 % der akademischen Studienteilnehmer würden für einen spannenden Job umziehen, für ein höheres Gehalt nur 18,2 %. Bei den Nicht-Akademikern verhält es sich quasi entgegengesetzt: Fast jede fünfte Fachkraft mit Berufsausbildung kann sich einen Stadtwechsel mit der Aussicht auf mehr Gehalt vorstellen. Für einen spannenden Job würden in diesen Berufsgruppen nur 17,0 % umziehen. Mit 52,9 % ist die Anzahl der Nicht-Akademiker, die sich einen Umzug gar nicht oder eher nicht vorstellen kann, insgesamt hoch. Hier zeigt sich der stark ausgeprägte regionale Bezug von Fachkräften mit Berufsausbildung.

Wer bereut seine Berufswahl?

36,0 % der Fachkräfte mit Berufsausbildung bereuen es, den Weg der Ausbildung gewählt zu haben. Bei den Akademikern bereuen nur 13,6 %, dass sie studiert haben. Wenn Fachkräfte ihre Ausbildung bereuen, liegt es bei vielen Befragten an der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung der Ausbildung oder an dem Umstand, dass Uni-Absolventen bei gewissen Positionen Vorteile haben. Die Befragten, die mit ihrer Ausbildung zufrieden sind, freuen sich vor allem über den praktischen Anteil und den frühen Einstieg ins Berufsleben.

Diese Faktoren beeinflussen die Berufswahl

Welche Aspekte entscheiden über die Berufswahl beider Gruppen? Hier zeigen sich deutliche Unterschiede. Während 41,6 % der Nicht-Akademiker “Sicherheit” hoch priorisieren, liegt der Anteil bei den Akademikern lediglich bei 15,8 %. Die eigenen Interessen spielen für die Berufswahl bei 70,0 % der Akademiker eine sehr große Rolle, bei Nicht-Akademikern trifft das hingegen nur auf 54,2 % zu. 27,0 % der nicht-akademischen Befragten hören bei dieser Entscheidung auf den Rat der Eltern, bei Akademikern sind es mit 12,0 % nicht mal halb so viele.

Macht ein Studium also glücklicher?

“Im Hinblick auf Glück und Zufriedenheit der Befragten schneidet die Ausbildung gegenüber einem Studium sehr gut ab.“ so Wolfgang Weber, Geschäftsführer des Auftraggebers www.meinestadt.de

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Hilfreiches Orientierungstool der Agentur für Arbeit

Im letzten Schuljahr soll alles gleichzeitig passieren: Pauken für die Abschlussprüfungen, entscheiden wie’s nach der Schule weitergeht, neben dem Schul- und Prüfungsstress Bewerbungen schreiben, mit dem Führerschein anfangen, der für manche Arbeits- oder Ausbildungsstelle auch wichtig sein kann. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem bei der Entscheidung für den künftigen Beruf ist die Unsicherheit bei jungen Menschen groß. Kein Wunder, angesichts der immer schneller stattfindenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler nur ansatzweise einen Einblick in Arbeitswelt und Berufs- oder Tätigkeitsprofile haben. Wie kann man trotzdem zu einer guten Entscheidung kommen?

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgendermaßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater/innen merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Wem das nicht reicht, der sollte die angedachte Entscheidung einfach mal „leben“; dabei setzt man sich der Echtsituation aus, d.h. man tut so, als hätte man sich bereits entschieden und geht – für einige Tage – an die Hochschule und nimmt an den Vorlesungen teil oder begibt sich in einen Betrieb und lernt dort seine Wunschausbildung kennen. Das nennt man „Schnupperstudium“ oder „Schnupperpraktikum“. Schnell merkt man, ob dieser Weg der richtige ist. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, über die man ein Schnupperpraktikum oder -studium problemlos organisieren kann, z.B. www.oneweekexperience.de. Hier findet man zu seiner Wunschausbildung (One Week Azubi) oder seinem Wunschstudium (One Week Student) bundesweit passende Angebote.

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Auch sehr hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Orientierungstest www.was-studiere-ich.de und das neue Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET – www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool – gehören dazu. Diese Tests dauern zwischen ein und zwei Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen. Die meisten Tests – sowohl allgemeine als auch studienfeldbezogene – findet man über das unabhängige Vergleichsportal www.osa-portal.de Wer mag, kann die Ergebnisse mit seinem/r Studien- und Berufsberater/in besprechen.

Noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Mit Freund/innen, Eltern, Lehrer/innen zu sprechen, ist wichtig. Denn man erhält zusätzlich zu seiner Selbsteinschätzung auch Rückmeldungen, wie andere einen sehen. Aber Achtung: Trotzdem auf die innere Stimme hören und nicht jeden Ratschlag beherzigen, nur weil er vom besten Freund kommt. Denn letzten Endes weiß man selbst am besten, was zu einem passt.
  • Wer den Anspruch hat, sein (Berufs-) Leben bis zur Rente durchzuplanen, überfordert sich damit selbst. Entscheidungen müssen natürlich getroffen werden, aber sie sollten in erster Linie im Hier und Jetzt Bestand haben – denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, was morgen oder übermorgen kommt?
  • Auch der Zeitfaktor ist wichtig. Manch einer braucht erst mal einen Perspektivenwechsel, um zu merken, wohin die berufliche Reise gehen soll. Nicht jeder kann dies aus dem laufenden Unterrichtsgeschehen heraus entscheiden. Ein gap year oder eine kürzere Auszeit (Freiwilliges Soziales Jahr, Au Pair, einfach mal nur Jobben u.ä.) kann wahre Wunder vollbringen.

 

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