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Nebenkosten & Co: – Die Fallstricke im Mietvertrag

Die Wohnungssuche wird in Deutschland immer schwieriger. Schon heute fehlen in über 1.000.000 Miet­wohnungen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Wohnungen, vor allem in den Städten. Die Folge: Warteschlangen bei den Wohnungsbesichtigungen, weiter steigende Mieten, Vermieter, die Vertragskonditionen diktieren, und Mieter, die ihre Rechte nicht wahrnehmen – aus Unkenntnis oder weil sie Nachteile bei der Wohnungsvergabe fürchten. Welche Rechte haben Mieter bei der Wohnungssuche und beim Abschluss des neuen Mietvertrages und worauf müssen sie achten?

Miethöhe:

Seit Juni 2015 gibt es die sogenannte Mietpreisbremse. Sie gilt nicht flächendeckend in ganz Deutschland, aber zwischenzeitlich immerhin in zehn Bundesländern und rund 300 Städten. Hier darf die neue Wohnung nach dem Gesetz höchstens zu einem Preis vermietet werden, der zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Aber es gibt Ausnahmen. Die Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten (Stichtag 1. Oktober 2014) und nicht für umfassend sanierte Wohnungen. Außerdem darf der Vermieter die „Vormiete“, die Miete also, die der frühere Mieter schon gezahlt hat, auch im neuen Mietverhältnis weiter fordern – egal, wie hoch diese Vormiete war. Das eigentliche Problem aber ist, dass sich die meisten Vermieter offensichtlich nicht an die Mietpreisbremsen-Regelungen halten, sondern die Wohnung unverändert teuer oder noch teurer als im Vorjahr anbieten. Mieter müssen also selbst aktiv werden und die Mietpreisbremse ziehen, damit sie von den neuen Gesetzesbestimmungen auch profitieren.

Tipp: Wer bei den Vertragsverhandlungen auf die möglicherweise überhöhte Miete hinweist, riskiert, die Wohnung nicht zu bekommen. Aber Mieter können auch nach Abschluss des Mietvertrages, also während des laufenden Mietverhältnisses, beanstanden, die Miete sei unzulässig hoch. Dann muss ein Verstoß gegen die Mietpreisbremse gerügt werden. Dazu reicht es aus, wenn der Mieter schriftlich die seiner Ansicht nach zulässige Miete (ortsübliche Vergleichsmiete lt. Mietspiegel plus zehn Prozent) ermittelt und sich darauf beruft.

Auf Verlangen des Mieters muss der Vermieter Auskunft über die Tatsachen geben, die für die Prüfung der zulässigen Miete notwendig sind, die der Mieter aber nicht kennt. Das sind zum Beispiel Auskünfte zur Baualtersklasse des Hauses, zur Vormiete usw. Die überhöhte Miete, das heißt den unzulässig hohen Teil der Miete, muss der Vermieter nach Erhalt der Mieterrüge reduzieren.

Mieter haben einen entsprechenden Rückforderungsanspruch, aber nur für die Mieten, die nach der Rüge fällig werden, nicht für die Vergangenheit, das heißt für Zeiträume vor Abgabe der Rüge. Deshalb so früh wie möglich nach Abschluss des Mietvertrages mit Hilfe des Mietervereins die Miethöhe prüfen!

In Städten ohne Mietpreisbremse gibt es keine „Deckelung“ der Wiedervermietungsmieten. Fordert der Vermieter aber eine Miete, die mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, kann ein Verstoß gegen die Wuchervorschrift des Wirtschaftsstrafgesetzes vor­liegen und sollte der Mieterverein eingeschaltet werden.

Betriebskosten:

Zusätzlich zur eigentlichen Kalt- oder Nettomiete müssen in aller Regel noch Betriebskosten ge­zahlt werden. Das sind Heizkosten und mehr als ein Dutzend sogenannter kalter Nebenkosten, wie Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Hausversicherung, Straßenreinigung, Hausmeister, Fahrstuhl, Gartenpflege usw. Im Mietvertrag wird geregelt, welche Kosten Mieter übernehmen müssen und welche Vorauszahlungsbeträge hierfür monatlich zu zahlen sind. Ob die Vorauszahlungen realistisch angesetzt und ausreichend kalkuliert sind oder mit Hilfe niedriger Vorauszahlungsbeträge eine günstige Gesamtmietbelastung vorgegaukelt wird, erfahren viele Mieter erst, wenn sie die erste Betriebskostenabrechnung erhalten haben. Dann ist es aber oft zu spät, es drohen unter Umständen hohe Nachzahlungen.

Tipp: Energieausweis zeigen lassen, der energetische Zustand des Hauses ist ein wichtiger Fingerzeig für die Höhe der künftigen Heizkosten. Nach dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes müssen durchschnittlich 2,10 bis 2,30 € pro Quadratmeter und Monat insgesamt für Betriebskosten gezahlt werden. Davon sollten Mieter realistischerweise zunächst einmal ausgehen.

Maklerprovision:

Seit Juni 2015 gilt in ganz Deutschland das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung. Danach muss in aller Regel der Vermieter die Maklerprovision zahlen. Es gilt der Grundsatz: Wer bestellt, der bezahlt. Wendet sich der Vermieter an einen Makler und erteilt ihm den Auftrag, einen Mieter für seine Wohnung zu finden, muss er den Makler auch bezahlen. Mieter müs­sen nur noch in Ausnahmefällen die Maklerprovision übernehmen. Voraussetzung ist, sie beauftragen den Makler schriftlich mit der Wohnungssuche und der Makler wird danach, ausschließlich aufgrund dieses Auftrages, tätig und beschafft eine Wohnung, über die dann auch der Mietvertrag abgeschlossen wird. Im Zweifel muss der Makler diesen zeitlichen Ablauf nachweisen – insbesondere, dass er mit der konkreten Wohnungssuche erst nach der Auftragserteilung des Mieters begonnen hat, dass er die Wohnung nicht schon aufgrund eines früheren Auftrages im „Karteikasten“ hatte.

Schaltet der Makler eine Wohnungsanzeige und verlangt er für die Vermittlung der Wohnung dann erst einmal einen Auftrag des Mieters, hat er keinen Provisionsanspruch, zumindest keinen gegenüber dem Mieter. Das gilt erst recht, wenn der Makler noch während der Wohnungsbesichtigung die Unterschrift unter einen Maklerauftrag fordert. In beiden Fällen ist der Makler ganz offensichtlich nicht erst nach der Auftragserteilung durch den Mieter tätig geworden und auf Wohnungssuche gegangen. Im Gegenteil, hier hatte er zuerst die Wohnung im Angebot, im Zweifel aufgrund eines Vermieterauftrages, und erst danach hat er sich den Auftrag des Mieters besorgt.

Tipp: Fordert der Makler eine Provision vom Mieter, verstößt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz, gegen das Bestellerprinzip. Da die Maklerprovision frühestens nach Abschluss des Mietvertrages gezahlt werden müsste, kann der Mieter die Maklerforderung nach Prüfung durch den Mieterverein ablehnen, ohne dass er riskiert, die gewünschte Wohnung nicht mehr zu erhalten. Wer die Provision trotzdem gezahlt hat, kann sein Geld zurückfordern. Der Mieteranspruch verjährt erst nach drei Jahren. Außerdem riskieren Makler eine Geldbuße bis zur Höhe von 25.000 €, wenn sie gegen die Vorgaben des Bestellerprinzips verstoßen.

Umgehungsgeschäft:

Egal, ob der Makler „Besichtigung nur gegen Erteilung des Vermittlungsvertrages“ fordert oder 50 € für eine Wohnungsbesichtigung, Bearbeitungs- oder Servicegebühren oder gar eine 1.000-€­ Renovierungspauschale – der Mieter muss nicht zahlen. Wenn überhaupt, müsste der Auftraggeber zusätzliche Gebühren zahlen, nicht aber der Mieter. Die ,,Renovierungspauschale“ ist nichts anderes als eine verkappte Maklerprovision und muss nicht bezahlt werden. Und gleichgültig, ob der Vermittlungsauftrag quasi „erpresst“ wird – ,,sonst keine Wohnungsbesichtigung“ – oder ob der Vermittlungsauftrag freiwillig erteilt wird, ohne Maklerleistung, das heißt Wohnungssuche nach dem Vermittlungsauftrag, muss ein Mieter keine Provision zahlen.

Tipp: Provisionsrechnungen oder Gebührenforderungen eines Maklers nicht ohne vorherige Prüfung durch den Mieterverein zahlen. Wer gezahlt hat, muss prüfen lassen, ob er sein Geld zurückfordern kann. Auch hier beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.

Abstand und Ablöse:

Abstands­ oder Ablöseforderungen sind weder ein Ersatz für eine Maklerprovision noch ein Ausgleich dafür, dass der Vermieter die Provision zahlen muss und nicht mehr der Mieter. Nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz sind Abstandszahlungen, die der wohnungssuchende Mieter leisten muss, damit die Wohnung angemietet werden kann oder damit der Vormieter auszieht, grundsätzlich unzulässig. Ablösevereinbarungen sind letztlich Kaufverträge, mit denen sich der wohnungssuchende Mieter verpflichtet, Möbel oder Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Derartige Verträge sind auch nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz möglich, aber nur so lange wirksam, wie Kaufpreis und Wert der übernommenen Gegenstände nicht in einem auffälligen Missverhältnis zueinanderstehen.

Die Idee des einen oder anderen Vermieters, Schrottmobiliar zu überhöhten Preisen an den Mieter zu verkaufen, um so die gezahlte Maklerprovision wieder „reinzuholen“, ist nicht durchsetzbar. Von einem auffälligen Missverhältnis ist auszugehen, wenn der Kaufpreis mehr als 50 Prozent über dem tatsächlichen Zeit­wert des Kaufgegenstandes liegt. Und so wird gerechnet: Mieter und Vermieter schließen eine Ablösevereinbarung über eine zehn Jahre alte Einbauküche zu einem Kaufpreis von 4.000 €. Der Zeitwert der Küche liegt bei 2.000 €. Die Vereinbarung ist wirksam bis zu einem Betrag von 3.000 € (Zeitwert plus 50 Prozent). Die restlichen 1.000 € stehen dem Vermieter nicht zu. Soweit schon gezahlt wurde, kann der Mieter sein Geld zurückfordern. Auch hier gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren.

Tipp: Diese Grundsätze gelten auch, wenn der Vormieter die Ablöseforderung stellt, weil er sein Uralt-Mobiliar teuer verkaufen will.

Mietkaution:

Mieter und Vermieter können beim Abschluss des Mietvertrages vereinbaren, dass eine Mietsicherheit geleistet wird, eine Mietkaution. Nach dem Gesetz darf die Kaution höchstens drei Monatsmieten betragen – ohne Nebenkostenvorauszahlungen-, und der Mieter ist berechtigt, die Kaution in drei Raten zu zahlen. Die erste Rate wird dann mit Beginn des Mietverhältnisses fällig, die übrigen zwei Raten mit den bei­den nächsten Mietzahlungen.

Bei der Barkaution muss der Kautionsbetrag an den Vermieter direkt gezahlt oder überwiesen werden. Der Vermieter muss die Kaution von seinem Vermögen getrennt auf einem Sonderkonto anlegen. Die Mietvertragsparteien können aber auch vereinbaren, dass die Mietkaution in Form einer Bankbürgschaft, einer Mietkautionsversicherung (Bürgschaft durch eine Versicherung) oder der Verpfändung eines Sparbuchs erbracht wird.

Tipp: Die Vereinbarung einer höheren Mietsicherheit als drei Monatsmieten ist unzulässig. Am Ende der Mietzeit muss die Mietkaution zurückgezahlt werden, soweit der Vermieter keine Ansprüche mehr aus dem Mietverhältnis geltend machen kann. Im Streitfall muss der Mieter nachweisen, dass er überhaupt eine Mietsicherheit geleistet hat und in welcher Höhe. Deshalb sollten Mieter verlangen, dass der Vermieter die Kautionszahlung quittiert, oder bei Überweisung der Kaution muss der Überweisungsträger aufbewahrt werden.

Quelle: Deutscher Mieterbund

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Zum Start: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Für die meisten Jugendlichen beginnt die Ausbildung in wenigen Wochen. Gerade am Anfang stellen sich viele Fragen: Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt, wann und wo ich arbeiten muss? Muss ich wirklich Überstunden machen? Und was ist, wenn es einfach nicht passt – kann ich dann den Ausbildungsplatz wechseln? Die DGB-Jugend hat seit über zehn Jahren ein kostenloses Online-Beratungsangebot: „Dr. Azubi“. Auf www.dr-azubi.de können Auszubildende anonym Fragen stellen und erhalten dann innerhalb kurzer Zeit eine kompetente Antwort.

Als Orientierung hat „Dr. Azubi“ die häufigsten Fragen in einem Katalog zusammengefasst und beantwortet. Darüber hinaus sind individuelle Fragen willkommen. Im vergangenen Jahr haben rund 7.000 Auszubildende Rat bei „Dr. Azubi“ gesucht und sich über ihre Rechte informiert.

Was ist beim Abschluss des Ausbildungsvertrages zu beachten?

Der Ausbildungsvertrag muss noch vor Beginn der Ausbildung schriftlich geschlossen werden. Er wird von Azubi und Ausbilder unterschrieben und muss, falls der oder die Auszubildende nicht volljährig ist, zusätzlich von den gesetzlichen Vertretern – in der Regel den Eltern – unterschrieben werden. Betrieb und Azubi bekommen je ein Exemplar. Im Ausbildungsvertrag sind wichtige Punkte geregelt, wie z.B. die sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung, der Ausbildungsort und die Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, aber auch die Dauer der täglichen Arbeitszeit und der Probezeit sowie die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung. Hier sind auch die Voraussetzungen beschrieben, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann sowie ein allgemeiner Hinweis auf die geltenden Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.

„Dr. Azubi“ rät: Vertrag vor der Unterzeichnung gut durchlesen und bei Unklarheiten sofort nachfragen. Es lohnt sich, den Vertrag von der Gewerkschaft prüfen zu lassen.

Was bedeutet die Probezeit?

Die Probezeit dauert ein bis maximal vier Monate und dient zum gegenseitigen Kennenlernen. Während dieser Zeit können sowohl Azubi als auch Betrieb von heute auf morgen und ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis kündigen. Die Kündigung muss aber trotzdem schriftlich erfolgen.

Können Azubis den Ausbildungsplatz wechseln?

Azubis können kündigen oder einen Aufhebungsvertrag mit dem Betrieb vereinbaren und ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Wenn der Betrieb mit ihrem Weggang nicht einverstanden ist, brauchen Azubis aber einen gravierenden Grund für eine fristlose Kündigung.

„Dr. Azubi“ rät: Azubis sollten erst kündigen, wenn sie einen neuen Betrieb gefunden haben, der sie übernimmt!

Müssen Azubis Überstunden machen?

Überstunden sind in der Ausbildung eigentlich nicht vorgesehen, da die Azubis im Betrieb sind, um ihren Beruf zu erlernen – und dazu reicht die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit aus. Wenn Überstunden geleistet werden, müssen die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden. Alle Überstunden müssen der oder dem Azubi mit entsprechendem Überstundenzuschlag bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden.

Wann dürfen Azubis in Urlaub gehen?

Wie viel Urlaub Azubis pro Jahr zusteht, kann man im Ausbildungsvertrag nachlesen. Azubis dürfen ihren Jahresurlaub im laufenden Kalenderjahr nehmen, mindestens zwei Wochen des Urlaubs müssen am Stück gewährt werden.

„Dr. Azubi“ rät: Frühzeitig einen schriftlichen Urlaubsantrag stellen, der Arbeitgeber muss dann innerhalb eines Monats darauf reagieren.

Wie viel Ausbildungsvergütung steht Azubis zu?

Die Ausbildungsvergütung ist für viele Azubis in Tarifverträgen festgelegt. Aber auch wenn kein Tarifvertrag Anwendung findet, muss die Vergütung angemessen sein. Azubis in einer normalen dualen Ausbildung haben deshalb auf jeden Fall Anspruch auf mindestens 80 % – Azubis in einer überbetrieblichen Ausbildung auf 55 % – der üblichen tariflichen Vergütung.

Wie reagiert man bei einer Abmahnung?

Mit einer Abmahnung gibt der Ausbilder dem Azubi zu verstehen, dass er mit der Leistung oder dem Verhalten nicht zufrieden ist. Eine Faustregel besagt, dass der Kündigung eines Azubis mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen müssen.

„Dr. Azubi“ rät: Den Inhalt der Abmahnungen genau prüfen und bei einer unberechtigten Abmahnung eine Gegendarstellung verfassen. Außerdem den Betriebsrat oder die Gewerkschaft einschalten.

Welche finanziellen Hilfen gibt es?

Auszubildende können bei der Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe beantragen, wenn das Geld nicht reicht. Eltern von Azubis unter 25 Jahren erhalten außerdem weiterhin Kindergeld, solange ihr Kind eine Ausbildung absolviert. Wenn der Azubi nicht mehr zu Hause wohnt und den Eltern keine Kosten durch ihn entstehen, müssen die Eltern ihm das Kindergeld auszahlen.

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Ihre Rechte (und Pflichten) als Azubi

„Im ersten Jahr hab‘ ich die Halle gefegt, im Zweiten aufgeräumt und vor der Prüfung durfte ich dann auch mal das Werkzeug sortieren“ – so oder ähnlich haben es die meisten schon mal gehört.

Tatsache ist: Rechte und Pflichten eines Auszubildenden sind klar geregelt; schikanieren oder missbrauchen lassen muss sich niemand. Festgelegt ist dies alles im Berufsbildungsgesetzt (BBiG). Es geht im Wesentlichen um die § 13 (Mitwirkungspflicht des Auszubildenden) und § 14 (Ausbildung gemäß Ausbildungsziel – Pflichten des Ausbildenden). Wir wollen hier jetzt kein Fern-studium Jura anbieten, aber eine kleine Übersicht kann sicher nicht schaden. Fangen wir mit dem angenehmeren Teil an!

Ihre Rechte als Azubi…

Tätigkeiten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, sind nicht zulässig. Tagelange Botengänge gehören ebenso wenig zur Ausbildung wie ständige Räum-, Sortier- oder Putztätigkeiten. Darunter fällt auch das Kaffeekochen im Büro. Aber Achtung: Natürlich kann Ihr Ausbilder von Ihnen verlangen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz in Ordnung halten, benötigtes Material nach Gebrauch wieder wegräumen und benutzte Werkzeuge reinigen oder kleinere Reparaturen selbst ausführen. Die Reinigung des gesamten Betriebes gehört aber definitiv nicht dazu. Und dass private Besorgungen für Vorgesetzte oder Kollegen Ihre rein private Entscheidung sind, versteht sich eigentlich von selbst.

Material, dass Sie für Ihre Ausbildung benötigen, muss Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dies können z.B. Werkzeuge, Geräte und Werkstoffe sein, aber auch Fachbücher, die Berichtshefte sowie Schreib- und Zeichenmaterial. Im Gegenzug sind Sie verpflichtet, damit sorgsam umzugehen und es schonend zu behandeln – lassen Sie sich im Zweifel also zweimal erklären, wie der Farbkopierer wirklich bedient wird.

Generell sind Sie nicht verpflichtet, Tätigkeiten auszuführen, die Ihre körperlichen Fähigkeiten übersteigen oder für die Sie nicht qualifiziert sind. Dazu gehören auch Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen. Vorsicht, wenn Sie „mal eben“ den Lieferwagen nur ein Stück vorrollen lassen sollen – ohne Fahrerlaubnis lassen Sie die Finger vom Lenkrad. Das ständige und unnötige Wiederholen immer gleicher Tätigkeiten ist ebenfalls nicht zulässig. Verboten sind außerdem Akkord- und Fließbandarbeit.

Sie haben Anspruch auf geeignetes Ausbildungspersonal, d.h. Ausbilder müssen durch eine Abschlussprüfung der entsprechenden Fachrichtung und ausreichend Berufserfahrung qualifiziert sein. Bis zum August 2003 waren zusätzlich pädagogische Kenntnisse nachzuweisen.

Während einer dualen Ausbildung sind Sie berufsschulpflichtig. Für die Unterrichtszeiten muss Ihr Betrieb Sie freistellen. Zum Unterricht gehören auch die Pausen sowie die benötigte Zeit für den Weg zwischen Betrieb (nicht Wohnort!) und Berufsschule. Ein „Nacharbeiten“ der Berufsschulzeiten im Betrieb ist also generell unzulässig. Falls Sie keinen Blockunterricht haben (also z.B. ganze Berufsschulwochen), haben Sie im Idealfall in Ihrem Ausbildungsvertrag eine Klausel, die regelt, ob und bis wann Sie nach dem Unterricht noch im Betrieb erscheinen müssen.

Der jeweilige Ausbilder sollte auf Sie einen kompetenten Eindruck machen. Wenn Sie auf Fragen keine zufriedenstellenden Antworten bekommen, wenn Ihnen weder Sinn noch Zweck einer bestimmten Tätigkeit erklärt werden oder Sie das Gefühl haben, dass Sie mit Problemen bei einer Aufgabe allein gelassen werden, sprechen Sie einfach einmal mit der Personalabteilung oder der Ausbildungsleitung Ihres Ausbildungsbetriebes. Aber Vorsicht: Nicht gleich auf den Putz hauen oder lautstark beschweren – hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt!

…und Ihre Pflichten

Generell gilt: Sie sind zur aktiven Mitwirkung verpflichtet! Wer sich also nur passiv „beschallen“ lässt, bekommt schnell ein Problem.

„Wir sind doch hier nicht beim Bund!“

Falsch: Anweisungen, die mit Ihrer Ausbildung zu tun haben, müssen Sie natürlich Folge leisten. Und die können vom Abteilungsleiter, der Kollegin aus dem Arbeitsschutz oder vom Gesellen sein, der Ihnen gerade zeigt, wie man richtig einen Nagel einschlägt – solange es Ihre Ausbildung betrifft (und nicht gegen die guten Sitten oder gar Gesetze verstößt): Machen Sie es einfach.

Jeder Betrieb hat Regeln:

Arbeitsschutz, Sicherheitsbestimmungen, Rauchverbote und Kleiderordnungen, Hausordnungen und Hygienevorschriften. Gleichgültig, ob Sie das im Einzelfall nun für sinnvoll halten oder nicht: Halten Sie sich daran!

Stichwort Berichtsheft:

Wird gern am Ende der Ausbildung auf den letzten Drücker zusammengestoppelt – sollte aber nicht sein. Sie sind verpflichtet, die „schriftlichen Ausbildungsnachweise“ ordnungsgemäß zu führen und regelmäßig (also nicht einmal jährlich) vorzulegen. Im Gegenzug bekommen Sie in der Regel während Ihrer Ausbildungszeit dazu Gelegenheit – das müssen Sie also nicht in Ihrer Freizeit erledigen.

Stolperfalle Persönlichkeitsrechte:

Wie Sie z.B. Ihre Haare tragen, ist natürlich grundsätzlich Ihre Angelegenheit. Wenn die Frisur aber Sicherheitsvorschriften beeinträchtigt oder Ihre Ausbildung unnötig erschwert, sieht das schon ganz anders aus. Und natürlich kann Ihr Ausbildungsbetrieb auch bestimmen, mit welchem Erscheinungsbild insgesamt (also Kleidung, Haarschnitt, Tattoos, Piercings etc.) Sie Kundenkontakt haben – Stichwort Erscheinungsbild des Betriebes. Also: Keine Diskussion anfangen; hier sitzen Sie in der Regel am kürzeren Hebel.

Top Secret:

Sie sind auch als Auszubildender zur Verschwiegenheit verpflichtet. Interna wie Preise, Konditionen, Kalkulationen oder Lieferantenlisten sind ebenso vertraulich zu behandeln wie Betriebs-abläufe, nicht öffentliche Geschäftskennzahlen oder technisches Fachwissen. Der Tratsch aus der Betriebskantine gehört im Zweifel auch dazu. Und wer Negatives über den Betrieb auf Facebook postet, darf sich natürlich nicht wundern, wenn der Arbeitgeber dies zum Anlass einer Abmahnung macht oder sogar den Ausbildungsvertrag kündigt.

Darf ich nebenbei Jobben?

Während Ihrer Ausbildung kann Ihnen der Ausbildungsbetrieb jede Nebentätigkeit untersagen. Ihren lukrativen Schülerjob als Zeitungsausträger müssen Sie also aufgeben – auch wenn das aus Ihrer Sicht Ihre Ausbildung überhaupt nicht beeinträchtigt. Achtung: „Das merkt doch keiner“ ist hier nicht angesagt. Fliegen Sie auf, droht die fristlose Kündigung. Bekommt das Finanzamt Wind davon, gibt es ebenfalls Ärger – Sie sind schließlich kein Schüler mehr, sondern arbeiten im Zweifel „schwarz“. Und dann bekommen Sie massive Probleme. Und bei einem Unfall streiten sich Ihre Unfallversicherung, die Berufsgenossenschaft und Ihr Nebenjobbetrieb auf Ihre Kosten darum, wer NICHT zahlt.

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Die Bewerbung per Email – „Sie haben Post“

Natürlich, so ziemlich jeder ist heute drin im Internet – wenn nicht mit einem eigenen Zugang, dann bei Freunden, in der Schule oder übers Internetcafé. Und alle glauben, sie kennen sich aus. Aber bei einer elektronischen Bewerbung lauern doch ein paar Stolperfallen.

Für die elektronische oder auch Email-Bewerbung gelten grundsätzlich die gleichen oder ähnliche Kriterien wie für die klassische Bewerbungsmappe per Post. Was weiter vorn zu Form, Inhalt, Struktur und Stil gesagt wurde, hat auch im Netz seine Gültigkeit. Auch wenn man vor allem bei internen Mails und in Foren und Chats mitunter den Eindruck gewinnen kann, dass Höflichkeit, guter Stil und ein gewisser Umgangston im Netz nicht nötig wären:

Das Gegenteil ist der Fall! Also verzichten Sie nicht auf eine Begrüßung, auf ganze Sätze, auf Logik und eine Grußformel zum Abschluss Ihrer Email. Natürlich haben Smileys ;-), Abkürzungen aus dem SMS-Jargon oder sogar animierte GIFs wie hüpfende Herzchen in einer Bewerbung überhaupt nichts verloren! Und: Fassen Sie sich kurz – knapp und schnell zu erfassen sollte eine Email immer sein (alles, was länger als zwei bis drei Absätze ist, gehört in die Anlagen).

Achtung: Obwohl die digitale Welt zum Copy-Paste verführt, erkennt ein erfahrener Personaler sofort, wenn er eine „Massensendung“ erhält. Derartige Mails nehmen sehr oft den gleichen Weg wie die Reklame im häuslichen Briefkasten: ungelesen in den Papierkorb. Ohne auf das Unternehmen abgestimmte Unterlagen geht also, wie bei der klassischen Mappe per Post, nichts.

Die eine oder andere Regel sollten Sie dann noch zusätzlich beachten: Ganz wichtig ist der möglichst genau identifizierte Empfänger! Die Adresse post_schlachterei_schulze@gmx.de ist völlig in Ordnung, denn die Schlachterei Schulze wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über Hunderte von Mitarbeitern (und damit potentiellen Email-Empfängern) verfügen und hat auch nicht in jedem Fall eine eigene Website oder einen eigenen Mailserver. info@worldwidetrade.com ist da schon sehr viel kritischer: Jetzt kommen theoretisch tausende Mitarbeiter in allen Filialen weltweit in Frage, die vielleicht Ihre Bewerbung erhalten – das kann im dümmsten Fall auch das Containerterminal in Hongkong sein. Also: Unbedingt den richtigen Empfänger mit seiner persönlichen Adresse in Erfahrung bringen. Geht das nicht (manche Firmen geben diese Adressen gar nicht heraus), ist personalabteilung@handels-ag.de als Notlösung auch akzeptabel.

„Neue Mail von Schnuckelchen eingetroffen“

Das geht gar nicht. Genauso wichtig wie der möglichst genau identifizierte Empfänger ist Ihre eigene Absenderadresse. „Schnecke_1982“, „Kickers-Freak“ oder „Holsten-Hummel“ sorgen vielleicht für kurze Heiterkeit in der Personalabteilung, bringen Sie unter allen Bewerbungen aber garantiert nicht ganz nach oben auf den Stapel. Besorgen Sie sich eine neutrale und seriöse Emailadresse bei einem der großen Provider – Sabine.Beispiel@web.de ist eindeutig und unverfänglich. Vergessen Sie Ihre Signatur, also den vollständigen Absender mit Adresse und Telefonnummer nicht. Natürlich steht das nochmals auf dem Lebenslauf und dem Anschreiben – bequemer ist es aber für alle, wenn direkt in der Email steht, von wem sie kommt.

Viele kostenlose Mailprovider hängen übrigens ganz automatisch an jede Ihrer Mails Werbung – prüfen Sie ganz einfach mit einem Freund, wie Ihre Mail beim Empfänger ankommt oder Sie schicken sich selbst einmal eine Mail (empfiehlt sich übrigens auch mit jeder Bewerbung – als Test, ob auch alles so ankommt, wie vorgesehen). Für ein paar € im Jahr ist in der Regel ein besseres Angebot (mehr Speicher etc.) bei jedem Provider im Angebot – ohne angehängte Werbung. Noch bevor die Mail geöffnet wurde, ist neben dem Absender der Betreff oder Bezug zu erkennen. Helfen Sie dem Empfänger! „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“ ist das Mindeste – besser ist zusätzlich die Kennziffer aus der Stellenanzeige, der Ausbildungsberuf sowie bei großen Unternehmen der Standort.

Da so ziemlich jede Bewerbungsmail irgendwann doch ausgedruckt wird, um kopiert oder abgelegt zu werden, ist die Form sehr wichtig. Also erstellen Sie auf jeden Fall alle Teile der Bewerbung mit der gleichen Sorgfalt, als würden Sie sie ausgedruckt verschicken. Die eigentliche Email besteht dann nur aus wenigen Zeilen, mit denen Sie Ihre eigentliche Bewerbung ankündigen. Außerdem sollten Sie mit EINEM Satz den Empfänger neugierig machen, Ihre Anlagen überhaupt zu öffnen (also z.B. den Hauptgrund nennen, warum Sie genau der richtige Kandidat / die richtige Kandidatin für den freien Ausbildungsplatz sind). Nutzen Sie auf jeden Fall die Betreff-Zeile in Ihrem Mailprogramm. 50 oder auch 100 oder sogar mehr eMails pro Tag sind für einen ganz normalen Angestellten im Büro keine Seltenheit – wenn dann Ihre Bewerbung erst geöffnet werden muss, um überhaupt zu erfahren, um was es geht, haben Sie schlechte Karten.

Datenmengen – Big ist beautiful?

Auch in Zeiten von Flatrates und DSL-Anschlüssen sind viele Emailserver, vor allem in Firmen, in Bezug auf die transferierten Datenmengen beschränkt. Also: Alle Dateianhänge komprimieren oder gleich in einer geringen Auflösung abspeichern – 72 DPI reichen völlig aus. Und Ihr Bewerbungsfoto soll zwar einen guten Eindruck machen, aber niemand will von dieser Datei ein Poster drucken. Also speichern sie das Bild in einem Dateiformat wie JPEG, in einer Auflösung von max. 72 DPI und Größe, dass es nicht mehrere MByte hat. Oder bestellen Sie es gleich für Emails – die Profis im guten Fotostudio wissen dann, was Sie benötigen. Ihre gesamte Bewerbungsmail sollte mit allen Anhängen 1 bis max. 2 MB nicht überschreiten.

Dateiformate – Wird schon passen?

Zwar arbeiten weltweit über 90% aller Firmen mit den Produkten von Windows – aber eben nicht alle. Und das Hauptproblem der elektronischen Post bekämpfen mehr oder weniger intelligente und effektive Spamfilter. Nun mögen viele dieser Spamfilter Dateianhänge an Emails in den Formaten .doc, .xls oder besonders .exe überhaupt nicht. Ergebnis: Im besseren Fall wird der Empfänger auf den (vorerst) blockierten Eingang einer potenziell gefährlichen Email hingewiesen – ein toller Start Ihrer Bewerbung! Im schlechteren Fall filtert bereits der zentrale Server im Keller des Unternehmens Ihre liebevoll zusammengestellte Bewerbung aus und sie kommt nie an. Außerdem haben Sie keinen Einfluss darauf, über welche Fonts und Schriften der Empfänger auf seinem Rechner verfügt – wenn er Ihren sorgfältig gestalteten Lebenslauf ausdruckt und das Programm die von Ihnen gewählte Schrift durch eine andere ersetzt, kann das optische Ergebnis eine Katastrophe sein.

In der Regel virenfrei, mit relativ wenig Speicherplatzbedarf, international gültiger Standard und vom Empfänger weder inhaltlich noch im Aussehen zu verändern ist das PDF-Format. Gelesen werden können PDF-Dateien vom Acrobat Reader, den es an jeder Ecke im Internet kostenlos zum Download gibt. Word- oder Excel-Dateien umwandeln oder direkt PDF-Dateien erstellen können Sie z.B. mit dem Programmpaket Open Office, das ebenfalls kostenfrei im Netz erhältlich ist. Alle gängigen Scanprogramme bieten das Erstellen von PDF-Dokumenten an. Und verzichten Sie auch auf ZIP-Anhänge – das notwendige Programm zur Dekomprimierung ist längst nicht auf jedem Rechner installiert; außerdem kann diese Funktion aus Sicherheitsgründen auch von der IT-Abteilung des Unternehmens grundsätzlich blockiert sein.

Nomen est Omen?

Nun schicken Sie Ihre Bewerbung zwar als hübsches Paket – eine kurze Email mit möglichst wenig Anhängen. Aber das bleibt nicht zwangsläufig so. Ihr Foto kommt schon vorab der guten Ordnung halber in das Personalarchiv, Ihren Lebenslauf möchte sich der Prokurist nach dem Meeting noch einmal ganz in Ruhe ansehen und die Noten aus Ihren Zeugniskopien erfasst die Personalabteilung schon einmal für eine Statistik – kurz gesagt: Irgendwann werden Ihre Email und die Anhänge vielleicht getrennt. Nun können Sie Ihr JPEG nicht auf der Rückseite beschriften. Wenn die Bestandteile Ihrer Bewerbung jetzt total kryptische Bezeichnungen bzw. Dateinamen haben, haben Sie schon wieder schlechte Karten. Also benennen Sie die Dateien klar und unmissverständlich: „Max-Mustermann.PDF“ geht nicht so leicht verloren und kann auch nach ein paar Wochen wieder einwandfrei zugeordnet werden. Und: Besser ein Dateianhang als ein Dutzend! Personaler sind bequem – nicht jeder öffnet jeden Anhang und sortiert für sich dann noch Zeugnisse und Bescheinigungen.

Irre wichtig! / Brandeilig! / Höchstpersönlich!

Verzichten Sie darauf, Ihre Bewerbung als „Priorität hoch“ oder „Eilig“, „Wichtig“ oder „Vertraulich“ zu kennzeichnen – das wirkt in der Regel überheblich oder anbiedernd. Verschlüsseln Sie Ihre Email nicht – wer weiß, ob der Empfänger über die Technik und das Know How zum Entschlüsseln verfügt. Lassen Sie auch die Finger von der Option „Lesen / Öffnen der Nachricht bestätigen“ – dies kann unter Umständen für den Empfänger sichtbar sein und derart kontrollieren lässt sich nun wirklich niemand gern. Und speichern Sie Ihre komplette Bewerbung mit Anhängen – damit Sie nicht den Überblick verlieren (spätestens beim Vorstellungsgespräch sollten Sie ganz genau wissen, bei wem und wie und warum Sie sich beworben haben).

Eine Checkliste als PDF zum Download gibt es hier.

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Die größten Fehler bei der Bewerbung

Rechtschreibfehler, falsch recherchierte Ansprechpartner, zu große Dateien: Laut Personalverantwortlichen bringen sich bis zu 75 % aller Bewerber mit gravierenden formellen Fehlern selbst um ihre Erfolgschancen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Stellenmarktes www.kalaydo.de unter knapp 300 Personalverantwortlichen.

„Viele Bewerber unterschätzen offenbar, wie viel die Sorgfalt in ihren Unterlagen zum Erfolg beitragen kann“, erläutert Matthias Olten, Leiter des Stellenmarktes von kalaydo.de, die Umfrage-ergebnisse. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass nicht wenige Bewerber eher auf Masse als auf Klasse setzen und ihre Bewerbungen geradezu am Fließband produzieren. Die Umfrage zeigt jedoch, dass eine gute und sorgfältig angefertigte Bewerbung ein entscheidender Vorteil sein kann“, so der Personalexperte. Die Resultate der Umfrage sind alarmierend: Die Quote fehlerhafter Bewerbungen liegt demnach bei durchschnittlich 39 %. Mehr als die Hälfte aller Befragten gab an, die Fehlerquote liege zwischen 25 und 50 %. Fast ein Viertel der Personalverantwortlichen hält sogar 50 bis 75 % aller Bewerbungen für fehlerhaft.

Was sind die größten Fehler bei der schriftlichen Bewerbung?

Rechtschreibfehler: 85,2 %
Fehlende Kenntnis der ausgeschriebenen Stelle oder des Unternehmens: 57,0 %
Falsch recherchierte Ansprechpartner: 54,4 %
Unpassendes Bewerbungsfoto: 52,6 %
Schlechte / unpassende Formulierungen: 50,7 %
Textpassagen, die offensichtlich aus einem Bewerbungshandbuch abgeschrieben sind: 38,5 %
Anschreiben ohne Begründung: 33,0 %

Und die größten Fehler in Online-Bewerbungen?

Unvollständige Anlagen (Lebenslauf etc.): 70,7 %
Zu große Dateien: 58,9 %
Unseriöse Mail-Adressen (z.B. 123kalle@…): 56,3 %
Schlecht formatierte Dokumente: 52,2 %
Verwendung falscher Dateiformate: 50,7 %
Verwendung von Abkürzungen (z.B. MfG): 41,5 %

 

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