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Der Lebenslauf – Alles auf einen Blick

Schon irgendwie fies: Da sollen Sie Ihr ganzes bisheriges Leben auf einem Blatt unterbringen. Tabellarisch, ohne Schnörkel und Ausschmückungen, ohne Fußnoten oder Erklärungen. Und zeitlich sortiert soll es auch noch sein; strukturiert sowieso. Und warum der ganze Aufwand? Damit der Empfänger auf der sprichwörtlich ersten Blick erkennt, mit wem er es zu tun hat. Viele Personaler werfen (nur) den ersten Blick auf dieses Blatt – vor dem Anschreiben, den Zeugnissen und dem ganzen Rest der Bewerbungsmappe. Also: Diese Blatt ist WICHTIG! Ein sauber strukturierter und in sich schlüssiger Lebenslauf sorgt dafür, dass Ihre ganze Bewerbung gelesen wird.

Man unterscheidet zwei Arten von Lebensläufen: Die „deutsche“ Version ist chronologisch aufgebaut, startet also mit Ihrer Geburt und endet mit dem aktuellen Stand, also z.B. der Klasse oder dem Semester, in dem Sie sich gerade befinden. Vorteil: Der Empfänger liest in der gewohnten Zeitabfolge. Nachteil (für Sie): „Lücken“ (siehe unten) sind auf den ersten Blick zu erkennen. Und: Die zu Beginn einer Ausbildung wichtigsten Punkte, nämlich Schulbildung und erreichte oder angestrebte Abschlüsse, stehen erst am Ende.

Alternativ können Sie Ihren Lebenslauf nach dem „amerikanischem“ Muster aufbauen: Hier ist die Chronologie quasi rückwärts – Sie beginnen mit dem aktuellen Status und gehen dann zurück bis zur Geburt. In dieser Version werden unterschiedliche Informationen außerdem thematisch vorsortiert; also beispielsweise nach (Schul)-bildung, Hobbies oder Interessen, Auslandsaufenthalte, besondere Qualifikationen, Praktika, (Ferien-) Jobs, freiwillige Engagements usw.

Beide Versionen sind grundsätzlich tabellarisch abgefasst. In beide Fassungen gehören Name, komplette Anschrift, Familienstand, Geburtsort und -datum. Machen Sie konkrete Angaben, also nicht: „2002 bis 2003:  Praktikum als Modedesignerin im Atelier Schönschnitt“ (das können nämlich 2 Monate oder auch 24 Monate sein), sondern „Oktober 2002 bis März 2003“ – dann weiß jeder Leser Bescheid. Angaben zu den Eltern sind nicht mehr zeitgemäß, können aber hilfreich sein, wenn z.B. ein Elternteil in der gleichen oder einer ähnlichen Branche tätig war oder ist. Und der Lebenslauf wird auf jeden Fall aktuell datiert und unterschrieben.

„Lücken“ im Lebenslauf?

Bevor sich ein Personalchef selbst Gedanken macht, was Sie wohl 9 Monate zwischen Schul­abschluss und Beginn der Wehrdienstzeit gemacht haben oder warum Sie 10 Jahre bis zum Abschluss der 8. Klasse benötigt haben, füllen Sie diese Lücken! Entweder Sie sind ganz einfach ehrlich: Eine wiederholte Klasse ist eine wiederholte Klasse – überlegen Sie sich für das Vorstellungsgespräch eine möglichst plausible Begründung. Oder Sie verwenden einen Lebenslauf in der „amerikanischen“ Version – dann fallen Löcher zumindest nicht auf den ersten Blick auf. Grundsätzlich gilt: Für ausgedehnte Ferien z.B. nach dem Stress der Abiprüfung wird jede Personalabteilung Verständnis haben. Ab drei Monaten sollte das „Rumgammeln“ aber irgendwie positiv verpackt werden – wenn Sie die Zeit im Ausland verbracht haben, haben Sie sich doch bestimmt auch mit Land & Leuten beschäftigt, oder?

Generell ist das Verständnis für „Brüche“, für unübliche Auszeiten und nicht mehr stromlinienförmige Lebensläufe in den letzten Jahren gestiegen. Auch wenn längst nicht jeder eine Karriere vom Hausbesetzer zum Außenminister hinlegt, ist doch nicht mehr jedes Jahr Rucksackurlaub in Australien ein Karrierehindernis; entscheidend ist, was Sie daraus machen und wie Sie es verpacken. Mehr dazu, was im Lebenslauf erlaubt ist (und was nicht), finden Sie hier.

Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist kein „Anhang“ Ihrer Bewerbung, sondern, wie das Anschreiben, Teil Ihrer BeWERBUNG! Also nutzen Sie ihn, um ein möglichst positives, sympathisches und für die angestrebte Stelle stimmiges Bild Ihrer Persönlichkeit zu vermitteln – schließlich kennt das Unternehmen Sie (bisher) nicht persönlich.

Eine Checkliste als PDF zum Download gibt hier.

Das Bewerbungsfoto – „say cheese“

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – ­knapper lässt sich das Gewicht Ihres Bewerbungsfotos nicht beschreiben.Bevor in der Personalabteilung jemand Ihr Anschreiben liest, wird Ihr Bild betrachtet. Das hat nichts mit Oberflächlichkeit aller Personalverantwortlichen zu tun, sondern ist entwicklungsgeschichtlich im menschlichen Gehirn angelegt und nicht zu ändern. Dass ein Foto aus dem Automaten absolut tabu ist, versteht sich von selbst. Auch der bestgelungene Urlaubsschnappschuss hat in der Bewerbungsmappe nichts zu suchen.

Bewerbungsfotos lassen Sie beim Profi machen – das Geld ist gut angelegt! Der Fachmann wird Ihnen dann sagen und zeigen, wie Sie am besten sitzen, welcher Gesichtsausdruck der passende ist, wohin Sie schauen sollten usw. Professionelle Studios fotografieren digital – das Retuschieren z.B. eines Pickels ist üblich und kein Problem. Und neben hochwertigen Abzügen für die Bewerbungsmappe bekommen Sie dort auch digitale Fotos für die elektronische Bewerbung per Mail, idealerweise im JPEG-Format und mit einer Auflösung von 72 dpi (Näheres im Kapitel „Die Bewerbung Online“).

Ein paar Worte zum Outfit (dies gilt auch für das Vorstellungsgespräch): Wählen Sie die Kleidung für den Termin beim Fotographen, die Sie auch während Ihrer Ausbildung tragen werden (ausgenommen natürlich Berufe, in denen Sie Berufskleidung gestellt bekommen). Am besten nehmen Sie gleich zwei Oberteile (Hemd oder Bluse, Pullover oder Sakko) in hell und dunkel zum Fototermin mit – dann hat der Fotograf alle Möglichkeiten, Sie im besten Licht erscheinen zu lassen (Outfit und Fotohintergrund stimmt der Profi nämlich auf Sie ab). Ausführlicher beleuchten wir das Thema Outfit im Kapitel „Das Vorstellungsgespräch“.

Vermeiden Sie jedes Extrem – keinen interessiert, ob Sie VfB-Fan, Gothic-Anhänger oder Freizeit-Punk sind. Auch die Frisur sollte, soweit möglich, eher zurückhaltend sein. Nichts spricht gegen etwas Gel im Haar – auch bei den Herren der Schöpfung. Aber vier Stacheln in Neongrün sollten es nun wirklich nicht sein. Und die Damenwelt sollte zurückhaltend beim Griff in den Kosmetikkoffer sein – Sie bewerben sich ­schließlich nicht bei DSDS. Dass Sie ausgeschlafen, mit gewaschenen Haaren und die Herren frisch rasiert antreten, versteht sich von selbst.

Wie finden Sie das richtige Fotostudio? Das Angebot „Bewerbungsfotos“ hat nahezu jeder Fotograf auf seiner Homepage – weil es jede Menge Bedarf gibt. Unser Tipp: Vorbeischauen und beraten lassen: Wird gefragt, wofür genau Sie die Fotos benötigen? Wird erklärt, wie der Termin abläuft? Sind die Kosten transparent (auch für später benötigte weitere Abzüge)? Gefallen Ihnen die Bewerbungsfotos, die das Studio bereits gemacht hat? Ist Ihnen der Fotograf überhaupt sympathisch? Wenn nicht: Weitersuchen – ein gutes Foto ist extrem wichtig (und nicht ganz billig).

Dazu „Bewerbungspapst“ Jürgen Hesse:

„Personalentscheider beklagen, dass sie rund 80 % der eingehenden Bewerbungen sofort zur Seite legen – unter anderem, weil das Bewerbungsfoto nicht den Anforderungen entspricht! Achten Sie also auf ein überzeugendes, ansprechendes Bild, das Sie so zeigt, wie Sie vom Unternehmen wahrgenommen werden möchten. Und investieren Sie im Zweifel lieber ein paar Euro für ein professionelles Bild vom Fotografen – anstatt die Bikini-Fotos aus dem letzten Urlaub zu verwenden!“

Was man über den Numerus Clausus (NC) wissen sollte

Wer studieren möchte muss sich früher oder später mit dem Numerus Clausus (NC) auseinandersetzen – und sei es um festzustellen, dass der gewünschte Studiengang NC-frei ist. Leider kursiert zu diesem Thema viel Halbwissen – z.B. von Eltern, die vor vielen Jahren einmal studiert haben und nur die damals geltenden Vergaberegeln für Studienplätze kennen. Medienberichte über überlaufene Studiengänge in Köln, Hamburg oder Berlin schüren vielleicht sogar Angst, „am NC zu scheitern“ und keinen Studienplatz bekommen zu können.

Daher die gute Nachricht gleich vorab: Für über die Hälfte der in Deutschland angebotenen Bachelor-Studiengänge gab es im Wintersemester 2017/18 keinen NC! Im Regelfall reicht die Hochschulzugangsberechtigung aus, um sich in den Wunschstudiengang einzuschreiben. Für die anderen Studiengänge gibt es einen NC, womit wir beim Thema wären.

Was genau ist eigentlich ein Numerus Clausus (NC)?

Für die richtige Bewerbung und die Fristen ausschlaggebend ist die Frage, ob ein Fach zulassungsbeschränkt ist oder nicht. Grundsätzlich zu unterscheiden sind Studiengänge, die keiner Zulassungsbeschränkung unterliegen, örtlich zulassungsbeschränkt sind oder bundesweit zulassungsbeschränkt sind. Auch wichtig: Manche Studiengänge beginnen nur im Wintersemester oder nur im Sommersemester – hier sollten Sie sich frühzeitig informieren.

Entgegen der landläufigen Verwendung des Begriffs Numerus Clausus (NC) für „notwendige Abiturdurchschnittsnote“, wird der NC hier in seiner eigentlichen Bedeutung verwendet: als Bezeichnung für den Umstand, dass es für einen bestimmten Studiengang nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen gibt. Unterschiede gibt es aber zwischen verschiedenen Hochschultypen (z.B. Universitäten und Fachhochschulen), Bundesländern, Städten und auch zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium.

Grundsätzlich stehen die einzelnen Studiengänge einer Hochschule sämtlichen Studieninteressierten offen, die ihre Qualifikation für ein Studium, z.B. durch das Abitur als Hochschulzugangsberechtigung nachgewiesen haben. Diese basierend auf Art. 12 GG (Freiheit der Ausbildungsstätte) sogar grundgesetzlich garantierte Freiheit kann nur dann eingeschränkt werden, wenn sämtliche Kapazitäten der jeweiligen Hochschule ausgeschöpft sind, sodass der Studienbetrieb bei der Aufnahme weiterer Studierender in diesem Studiengang nicht mehr möglich wäre. In diesem Fall kann eine staatliche Hochschule beim zuständigen Ministerium einen Numerus Clausus beantragen, bei dem dann eine Höchstzahl von Studierenden für diesen Studiengang festgelegt wird, welche die Hochschule aufnehmen muss: die sogenannte Zulassungszahl. Die Hochschule muss nachweisen, dass sich dauerhaft mehr Studierende einschreiben, als sie aufnehmen kann. Der NC ist also die Folge eines dauerhaften und auch für die Zukunft erwarteten Nachfrageüberhangs.

Nach welchen Kriterien die zur Verfügung stehenden Plätze dann im konkreten Fall vergeben werden, kann sehr unterschiedlich sein. Bis zum Jahr 2004 waren dies im Wesentlichen die Abiturnote sowie die seit dem Schulabschluss vergangene Wartezeit auf einen Studienplatz. Mittlerweile können und müssen die Hochschulen zum Teil sogar eine größere Vielfalt von Vergabekriterien wie Testergebnisse, Auswahlgespräche, vorherige Berufserfahrung oder gewichtete Einzelfachnoten des Abiturs heranziehen.

ohne Zulassungsbeschränkung

In Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung ist der Antrag auf Einschreibung (Immatrikulation) innerhalb der von der Hochschule festgesetzten Frist direkt an die Hochschule zu richten. Bewerbungsunterlagen sind heute meist online über die Internet-Seiten der Hochschulen erhältlich oder können dort angefordert werden. Beachten Sie unbedingt die verschiedenen Fristen für die Einschreibung – rufen Sie einfach mal im Studiensekretariat der jeweiligen Hochschule an und erkundigen Sie sich, sonst verlieren Sie vielleicht ein Semester.

örtliche Zulassungsbeschränkung

Bewerbungen für Studiengänge mit örtlicher Zulassungsbeschränkung müssen der Hochschule bis zum 15. Juli (für ein Wintersemester) bzw. bis zum 15. Januar (für ein Sommersemester) mit allen dazugehörigen Unterlagen vorliegen. Die Hochschule führt ein Auswahlverfahren durch, wenn die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der vorhandenen Studienplätze deutlich übersteigt. Nähere Informationen erhalten Sie auf den Homepages der einzelnen Hochschulen. Möglicherweise ist das gleiche Fach an einer anderen Hochschule ohne Zulassungsbeschränkung.

bundesweite Zulassungsbeschränkung

Wenn in einem bundesweit einheitlichen Studiengang die Nachfrage das Angebot an Studienplätzen deutlich übersteigt, werden die Studienplätze nach einem Beschluss der Länder in einem zentralen Zulassungsverfahren vergeben. Zuständig ist hier die Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund. Dort müssen deutsche Studieninteressierte und solche aus der EU einen Zulassungsantrag für das erste Fachsemester stellen. Dies gilt derzeit für die Studiengänge Medizin, Pharmazie, Tier- und Zahnmedizin. Viele Informationen zum Verfahren der Studienplatzvergabe finden Sie unter www.hochschulstart.de

Wie und wo bewerbe ich mich für einen Studienplatz?

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Wie oben beschrieben gibt es drei verschiedene Fälle: kein NC, lokaler NC und bundesweiter NC. Welche Variante jeweils zutrifft, kann man entweder auf den Webseiten der einzelnen Hochschulen und Studiengänge herausfinden oder zentral über die Studiengangsuche beim Hochschulkompass der HRK (www.hochschulkompass.de).

kein NC:

Hier kann man sich, wenn die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind – man also in der Regel die Hochschulreife nachweisen kann – einfach bei der Hochschule einschreiben. Allerdings sind hier trotzdem die Bewerbungsfristen zu beachten. Wer sich rechtzeitig beworben hat und die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, hat den Platz aber sicher. Die Hochschule kann nicht nachträglich einen „Einschreibestopp“ verhängen, wenn sich zu viele bewerben, sondern muss jede(n) nehmen.

lokaler NC:

Hier muss man sich direkt bei der Hochschule für einen Platz bewerben. Die Hochschule wählt dann die „besten/passendsten“ Bewerberinnen und Bewerber aus und bietet diesen dann einen Studienplatz an. Wer den Platz annehmen möchte, muss sich – fristgerecht – einschreiben, sonst verfällt der angebotene Platz. Für einige Studiengänge mit lokalem NC ist auch die Stiftung für Hochschulzulassung zuständig.

bundesweiter NC:

Dieser gilt für die Fächer Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie (an staatlichen Hochschulen). Hier ist die Bewerbung an die Stiftung für Hochschulzulassung zu richten.

Wer es ganz genau wissen will: Hier gibt es kostenlos ein 25seitiges PDF mit allen Infos zum NC von A bis Z.

Quelle: CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Zum Start der Ausbildung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Für die meisten Jugendlichen stellen sich zu Beginn der Ausbildung viele Fragen: Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt, wann und wo ich arbeiten muss? Muss ich wirklich Überstunden machen? Und was ist, wenn es einfach nicht passt – kann ich dann den Ausbildungsplatz wechseln? Die DGB-Jugend hat seit über zehn Jahren ein kostenloses Online-Beratungsangebot: „Dr. Azubi“. Auf www.dr-azubi.de können Auszubildende anonym Fragen stellen und erhalten dann innerhalb kurzer Zeit eine kompetente Antwort.

Als Orientierung hat „Dr. Azubi“ die häufigsten Fragen in einem Katalog zusammengefasst und beantwortet. Darüber hinaus sind individuelle Fragen willkommen. Im vergangenen Jahr haben rund 7.000 Auszubildende Rat bei „Dr. Azubi“ gesucht und sich über ihre Rechte informiert.

Was ist beim Abschluss des Ausbildungsvertrages zu beachten?

Der Ausbildungsvertrag muss noch vor Beginn der Ausbildung schriftlich geschlossen werden. Er wird von Azubi und Ausbilder unterschrieben und muss, falls der oder die Auszubildende nicht volljährig ist, zusätzlich von den gesetzlichen Vertretern – in der Regel den Eltern – unterschrieben werden. Betrieb und Azubi bekommen je ein Exemplar. Im Ausbildungsvertrag sind wichtige Punkte geregelt, wie z.B. die sachliche und zeitliche Gliederung der Berufsausbildung, der Ausbildungsort und die Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, aber auch die Dauer der täglichen Arbeitszeit und der Probezeit sowie die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung. Hier sind auch die Voraussetzungen beschrieben, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann sowie ein allgemeiner Hinweis auf die geltenden Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.

„Dr. Azubi“ rät: Vertrag vor der Unterzeichnung gut durchlesen und bei Unklarheiten sofort nachfragen. Es lohnt sich, den Vertrag von der Gewerkschaft prüfen zu lassen.

Was bedeutet die Probezeit?

Die Probezeit dauert ein bis maximal vier Monate und dient zum gegenseitigen Kennenlernen. Während dieser Zeit können sowohl Azubi als auch Betrieb von heute auf morgen und ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis kündigen. Die Kündigung muss aber trotzdem schriftlich erfolgen.

Können Azubis den Ausbildungsplatz wechseln?

Azubis können kündigen oder einen Aufhebungsvertrag mit dem Betrieb vereinbaren und ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Wenn der Betrieb mit ihrem Weggang nicht einverstanden ist, brauchen Azubis aber einen gravierenden Grund für eine fristlose Kündigung.

„Dr. Azubi“ rät: Azubis sollten erst kündigen, wenn sie einen neuen Betrieb gefunden haben, der sie übernimmt!

Müssen Azubis Überstunden machen?

Überstunden sind in der Ausbildung eigentlich nicht vorgesehen, da die Azubis im Betrieb sind, um ihren Beruf zu erlernen – und dazu reicht die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit aus. Wenn Überstunden geleistet werden, müssen die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden. Alle Überstunden müssen der oder dem Azubi mit entsprechendem Überstundenzuschlag bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen werden.

Wann dürfen Azubis in Urlaub gehen?

Wie viel Urlaub Azubis pro Jahr zusteht, kann man im Ausbildungsvertrag nachlesen. Azubis dürfen ihren Jahresurlaub im laufenden Kalenderjahr nehmen, mindestens zwei Wochen des Urlaubs müssen am Stück gewährt werden.

„Dr. Azubi“ rät: Frühzeitig einen schriftlichen Urlaubsantrag stellen, der Arbeitgeber muss dann innerhalb eines Monats darauf reagieren.

Wie viel Ausbildungsvergütung steht Azubis zu?

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Die Ausbildungsvergütung ist für viele Azubis in Tarifverträgen festgelegt. Aber auch wenn kein Tarifvertrag Anwendung findet, muss die Vergütung angemessen sein. Azubis in einer normalen dualen Ausbildung haben deshalb auf jeden Fall Anspruch auf mindestens 80 % – Azubis in einer überbetrieblichen Ausbildung auf 55 % – der üblichen tariflichen Vergütung.

Wie reagiert man bei einer Abmahnung?

Mit einer Abmahnung gibt der Ausbilder dem Azubi zu verstehen, dass er mit der Leistung oder dem Verhalten nicht zufrieden ist. Eine Faustregel besagt, dass der Kündigung eines Azubis mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen müssen.

„Dr. Azubi“ rät: Den Inhalt der Abmahnungen genau prüfen und bei einer unberechtigten Abmahnung eine Gegendarstellung verfassen. Außerdem den Betriebsrat oder die Gewerkschaft einschalten.

Welche finanziellen Hilfen gibt es?

Auszubildende können bei der Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe beantragen, wenn das Geld nicht reicht. Eltern von Azubis unter 25 Jahren erhalten außerdem weiterhin Kindergeld, solange ihr Kind eine Ausbildung absolviert. Wenn der Azubi nicht mehr zu Hause wohnt und den Eltern keine Kosten durch ihn entstehen, müssen die Eltern ihm das Kindergeld auszahlen.

Steuerrecht für Studenten: Das Wichtigste zusammengefasst

Egal, ob Minijob, Werkstudententätigkeit oder BAföG – auf irgendeine Weise verdient sich ein Großteil der Studierenden nebenbei Geld dazu. Doch dabei sollten auch die Auswirkungen auf Steuern und Sozialversicherung berücksichtigt werden. Die wichtigsten Infos dazu liefert dieser Ratgeber.

BAföG

Zunächst die gute Nachricht: BAföG-Leistungen sind steuerfrei. Wer sich noch etwas hinzuverdienen möchte, sollte sich beim zuständigen Amt erkundigen, wie viel das sein darf, da individuelle Verdienstgrenzen gesetzt werden. Bei Überschreiten dieser wird das Einkommen angerechnet und die BAföG-Leistung entsprechend gesenkt.

Grundsätzlich sind bis zu 4.880 Euro Bruttoverdienst im Jahr anrechnungsfrei möglich. Für Studenten, die verheiratet sind oder Kinder haben, gelten etwas höhere Freibeträge. Gegebenenfalls – zum Beispiel bei fälligen Semestergebühren – kann auch ein Einkommen über der Verdienstgrenze anrechnungsfrei bleiben. Dafür muss jedoch ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Mini- und Werkstudentenjob

Minijobs auf 450-Euro-Basis sind in der Regel steuer- und sozialversicherungsfrei. Einkünfte aus allen anderen Tätigkeiten – zum Beispiel bei einem Vollzeit-Ferienjob oder bezahlten Praktikum über 450 Euro – sind jedoch grundsätzlich steuerpflichtig.

Werkstudenten verdienen in der Regel mehr als 450 Euro, das heißt aber noch nicht, dass in jedem Fall Steuern abgezogen werden. Der gültige Steuerfreibetrag hängt von der Steuerklasse als Student ab, die sich nach dem Familienstand richtet. Unverheiratete und Kinderlose sind in Steuerklasse I eingestuft; dort beträgt der jährliche Grundfreibetrag zurzeit 9.000 Euro. Wer also weniger als 750 Euro im Monat verdient, muss auch keine Einkommenssteuer zahlen. Bei einem höheren Verdienst wird für den darüber liegenden Betrag ein Steuerabzug fällig – je nach Steuerklasse sind das 14 Prozent oder mehr. Dies zieht auch den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer nach sich.

Steuererklärung

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Durch das Einreichen einer Steuererklärung kann die abgeführte Lohnsteuer oftmals vom Finanzamt erstattet werden. Liegt das zu versteuernde Einkommen unterhalb des Grundfreibetrages von 9.000 Euro, wird die einbehaltene Lohnsteuer in voller Höhe erstattet – inklusive der Kirchensteuer sowie des Solidaritätszuschlags.

Aber auch bei einem höheren Verdienst können Studenten vieles erstattet bekommen, und zwar durch studien- oder arbeitsrelevante Aufwendungen: Den Werbungskosten. Dazu zählen zum Beispiel Büromaterial oder die Kosten für die Anfahrt zur Universität oder zum Job. Liegen die Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro, bekommt man die Steuern erstattet.

Kindergeld

Hat der oder die Studierende noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet, erhalten die Eltern weiterhin Kindergeld – zumindest wenn es sich um die Erstausbildung handelt. Bei der zweiten Ausbildung geht der Gesetzgeber allerdings davon aus, dass der Student in der Lage ist, sich selbst zu finanzieren, sodass nur unter strengen Voraussetzungen Kindergeld gewährt wird.

Kranken- Pflege- und Arbeitslosenversicherung

Hierbei gilt die 20-Stunden-Grenze. Arbeitet der Student mehr, überwiegt das Arbeitsverhältnis gegenüber dem Studium. Nur wenn die Beschäftigung in den Abend- oder Nachtstunden erfolgt, kann man gegebenenfalls weiterhin als ordentlicher Student gelten und somit Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung erreichen.

Um in der Familienversicherung kostenlos weiterversichert zu bleiben, dürfen Studierende nur sehr wenig verdienen – aktuell sind das 435 Euro im Monat. Bei darüber hinausgehenden Einkünften muss stattdessen eine studentische Versicherung selbst finanziert werden.

Studenten müssen jedoch keineswegs grundsätzlich neben dem Studium arbeiten gehen. Sie besitzen auch das Recht auf Kindesunterhalt vonseiten der Eltern. Mehr dazu erfahren Sie unter www.familienrecht.net/kindesunterhalt/.

Text: Laura Gosemann. Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.