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Die größten Fehler bei der Bewerbung

Rechtschreibfehler, falsch recherchierte Ansprechpartner, zu große Dateien: Laut Personalverantwortlichen bringen sich bis zu 75 % aller Bewerber mit gravierenden formellen Fehlern selbst um ihre Erfolgschancen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Stellenmarktes www.kalaydo.de unter knapp 300 Personalverantwortlichen.

„Viele Bewerber unterschätzen offenbar, wie viel die Sorgfalt in ihren Unterlagen zum Erfolg beitragen kann“, erläutert Matthias Olten, Leiter des Stellenmarktes von kalaydo.de, die Umfrage-ergebnisse. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass nicht wenige Bewerber eher auf Masse als auf Klasse setzen und ihre Bewerbungen geradezu am Fließband produzieren. Die Umfrage zeigt jedoch, dass eine gute und sorgfältig angefertigte Bewerbung ein entscheidender Vorteil sein kann“, so der Personalexperte. Die Resultate der Umfrage sind alarmierend: Die Quote fehlerhafter Bewerbungen liegt demnach bei durchschnittlich 39 %. Mehr als die Hälfte aller Befragten gab an, die Fehlerquote liege zwischen 25 und 50 %. Fast ein Viertel der Personalverantwortlichen hält sogar 50 bis 75 % aller Bewerbungen für fehlerhaft.

Was sind die größten Fehler bei der schriftlichen Bewerbung?

Rechtschreibfehler: 85,2 %
Fehlende Kenntnis der ausgeschriebenen Stelle oder des Unternehmens: 57,0 %
Falsch recherchierte Ansprechpartner: 54,4 %
Unpassendes Bewerbungsfoto: 52,6 %
Schlechte / unpassende Formulierungen: 50,7 %
Textpassagen, die offensichtlich aus einem Bewerbungshandbuch abgeschrieben sind: 38,5 %
Anschreiben ohne Begründung: 33,0 %

Und die größten Fehler in Online-Bewerbungen?

Unvollständige Anlagen (Lebenslauf etc.): 70,7 %
Zu große Dateien: 58,9 %
Unseriöse Mail-Adressen (z.B. 123kalle@…): 56,3 %
Schlecht formatierte Dokumente: 52,2 %
Verwendung falscher Dateiformate: 50,7 %
Verwendung von Abkürzungen (z.B. MfG): 41,5 %

 

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Der Lebenslauf – Alles auf einen Blick

Schon irgendwie fies: Sie sollen Ihr ganzes bisheriges Leben auf einem Blatt unterbringen. Tabellarisch, ohne Schnörkel und Ausschmückungen, ohne Fußnoten oder Erklärungen. Und zeitlich sortiert soll es auch noch sein; strukturiert sowieso. Und warum der ganze Aufwand? Damit der Empfänger auf der sprichwörtlich ersten Blick erkennt, mit wem er es zu tun hat. Viele Personaler werfen (nur) den ersten Blick auf dieses Blatt – vor dem Anschreiben, den Zeugnissen und dem ganzen Rest der Bewerbungsmappe. Also: Diese Blatt ist WICHTIG! Ein sauber strukturierter und in sich schlüssiger Lebenslauf sorgt dafür, dass Ihre ganze Bewerbung gelesen wird.

Man unterscheidet zwei Arten von Lebensläufen: Die „deutsche“ Version ist chronologisch aufgebaut, startet also mit Ihrer Geburt und endet mit dem aktuellen Stand, also z.B. der Klasse oder dem Semester, in dem Sie sich gerade befinden. Vorteil: Der Empfänger liest in der gewohnten Zeitabfolge. Nachteil (für Sie): „Lücken“ (siehe unten) sind auf den ersten Blick zu erkennen. Und: Die zu Beginn einer Ausbildung wichtigsten Punkte, nämlich Schulbildung und erreichte oder angestrebte Abschlüsse, stehen erst am Ende.

Alternativ können Sie Ihren Lebenslauf nach dem „amerikanischem“ Muster aufbauen: Hier ist die Chronologie quasi rückwärts – Sie beginnen mit dem aktuellen Status und gehen dann zurück bis zur Geburt. In dieser Version werden unterschiedliche Informationen außerdem thematisch vorsortiert; also beispielsweise nach (Schul)-bildung, Hobbies oder Interessen, Auslandsaufenthalte, besondere Qualifikationen, Praktika, (Ferien-) Jobs, freiwillige Engagements usw.

Beide Versionen sind grundsätzlich tabellarisch abgefasst. In beide Fassungen gehören Name, komplette Anschrift, Familienstand, Geburtsort und -datum. Machen Sie konkrete Angaben, also nicht: „2002 bis 2003:  Praktikum als Modedesignerin im Atelier Schönschnitt“ (das können nämlich 2 Monate oder auch 24 Monate sein), sondern „Oktober 2002 bis März 2003“ – dann weiß jeder Leser Bescheid. Angaben zu den Eltern sind nicht mehr zeitgemäß, können aber hilfreich sein, wenn z.B. ein Elternteil in der gleichen oder einer ähnlichen Branche tätig war oder ist. Und der Lebenslauf wird auf jeden Fall aktuell datiert und unterschrieben.

„Lücken“ im Lebenslauf?

Bevor sich ein Personalchef selbst Gedanken macht, was Sie wohl 9 Monate zwischen Schul­abschluss und Beginn der Wehrdienstzeit gemacht haben oder warum Sie 10 Jahre bis zum Abschluss der 8. Klasse benötigt haben, füllen Sie diese Lücken! Entweder Sie sind ganz einfach ehrlich: Eine wiederholte Klasse ist eine wiederholte Klasse – überlegen Sie sich für das Vorstellungsgespräch eine möglichst plausible Begründung. Oder Sie verwenden einen Lebenslauf in der „amerikanischen“ Version – dann fallen Löcher zumindest nicht auf den ersten Blick auf. Grundsätzlich gilt: Für ausgedehnte Ferien z.B. nach dem Stress der Abiprüfung wird jede Personalabteilung Verständnis haben. Ab drei Monaten sollte das „Rumgammeln“ aber irgendwie positiv verpackt werden – wenn Sie die Zeit im Ausland verbracht haben, haben Sie sich doch bestimmt auch mit Land & Leuten beschäftigt, oder?

Generell ist das Verständnis für „Brüche“, für unübliche Auszeiten und nicht mehr stromlinienförmige Lebensläufe in den letzten Jahren gestiegen. Auch wenn längst nicht jeder eine Karriere vom Hausbesetzer zum Außenminister hinlegt, ist doch nicht mehr jedes Jahr Rucksackurlaub in Australien ein Karrierehindernis; entscheidend ist, was Sie daraus machen und wie Sie es verpacken. Mehr dazu, was im Lebenslauf erlaubt ist (und was nicht), finden Sie hier.

Grundsätzlich gilt: Der Lebenslauf ist kein „Anhang“ Ihrer Bewerbung, sondern, wie das Anschreiben, Teil Ihrer BeWERBUNG! Also nutzen Sie ihn, um ein möglichst positives, sympathisches und für die angestrebte Stelle stimmiges Bild Ihrer Persönlichkeit zu vermitteln – schließlich kennt das Unternehmen Sie (bisher) nicht persönlich.

Eine Checkliste als PDF zum Download gibt hier.

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Das Bewerbungsfoto – „say cheese“

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – ­knapper lässt sich das Gewicht Ihres Bewerbungsfotos nicht beschreiben.Bevor in der Personalabteilung jemand Ihr Anschreiben liest, wird Ihr Bild betrachtet. Das hat nichts mit Oberflächlichkeit aller Personalverantwortlichen zu tun, sondern ist entwicklungsgeschichtlich im menschlichen Gehirn angelegt und nicht zu ändern. Dass ein Foto aus dem Automaten absolut tabu ist, versteht sich von selbst. Auch der bestgelungene Urlaubsschnappschuss hat in der Bewerbungsmappe nichts zu suchen.

Bewerbungsfotos lassen Sie beim Profi machen – das Geld ist gut angelegt! Der Fachmann wird Ihnen dann sagen und zeigen, wie Sie am besten sitzen, welcher Gesichtsausdruck der passende ist, wohin Sie schauen sollten usw. Professionelle Studios fotografieren digital – das Retuschieren z.B. eines Pickels ist üblich und kein Problem. Und neben hochwertigen Abzügen für die Bewerbungsmappe bekommen Sie dort auch digitale Fotos für die elektronische Bewerbung per Mail, idealerweise im JPEG-Format und mit einer Auflösung von 72 dpi (Näheres im Kapitel „Die Bewerbung Online“).

Ein paar Worte zum Outfit (dies gilt auch für das Vorstellungsgespräch): Wählen Sie die Kleidung für den Termin beim Fotographen, die Sie auch während Ihrer Ausbildung tragen werden (ausgenommen natürlich Berufe, in denen Sie Berufskleidung gestellt bekommen). Am besten nehmen Sie gleich zwei Oberteile (Hemd oder Bluse, Pullover oder Sakko) in hell und dunkel zum Fototermin mit – dann hat der Fotograf alle Möglichkeiten, Sie im besten Licht erscheinen zu lassen (Outfit und Fotohintergrund stimmt der Profi nämlich auf Sie ab). Ausführlicher beleuchten wir das Thema Outfit im Kapitel „Das Vorstellungsgespräch“.

Vermeiden Sie jedes Extrem – keinen interessiert, ob Sie VfB-Fan, Gothic-Anhänger oder Freizeit-Punk sind. Auch die Frisur sollte, soweit möglich, eher zurückhaltend sein. Nichts spricht gegen etwas Gel im Haar – auch bei den Herren der Schöpfung. Aber vier Stacheln in Neongrün sollten es nun wirklich nicht sein. Und die Damenwelt sollte zurückhaltend beim Griff in den Kosmetikkoffer sein – Sie bewerben sich ­schließlich nicht bei DSDS. Dass Sie ausgeschlafen, mit gewaschenen Haaren und die Herren frisch rasiert antreten, versteht sich von selbst.

Wie finden Sie das richtige Fotostudio? Das Angebot „Bewerbungsfotos“ hat nahezu jeder Fotograf auf seiner Homepage – weil es jede Menge Bedarf gibt. Unser Tipp: Vorbeischauen und beraten lassen: Wird gefragt, wofür genau Sie die Fotos benötigen? Wird erklärt, wie der Termin abläuft? Sind die Kosten transparent (auch für später benötigte weitere Abzüge)? Gefallen Ihnen die Bewerbungsfotos, die das Studio bereits gemacht hat? Ist Ihnen der Fotograf überhaupt sympathisch? Wenn nicht: Weitersuchen – ein gutes Foto ist extrem wichtig (und nicht ganz billig).

Dazu „Bewerbungspapst“ Jürgen Hesse:

„Personalentscheider beklagen, dass sie rund 80 % der eingehenden Bewerbungen sofort zur Seite legen – unter anderem, weil das Bewerbungsfoto nicht den Anforderungen entspricht! Achten Sie also auf ein überzeugendes, ansprechendes Bild, das Sie so zeigt, wie Sie vom Unternehmen wahrgenommen werden möchten. Und investieren Sie im Zweifel lieber ein paar Euro für ein professionelles Bild vom Fotografen – anstatt die Bikini-Fotos aus dem letzten Urlaub zu verwenden!“

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Was man über den Numerus Clausus (NC) wissen sollte

Wer studieren möchte muss sich früher oder später mit dem Numerus Clausus (NC) auseinandersetzen – und sei es um festzustellen, dass der gewünschte Studiengang NC-frei ist. Leider kursiert zu diesem Thema viel Halbwissen – z.B. von Eltern, die vor vielen Jahren einmal studiert haben und nur die damals geltenden Vergaberegeln für Studienplätze kennen. Medienberichte über überlaufene Studiengänge in Köln, Hamburg oder Berlin schüren vielleicht sogar Angst, „am NC zu scheitern“ und keinen Studienplatz bekommen zu können.

Daher die gute Nachricht gleich vorab: Für über die Hälfte der in Deutschland angebotenen Bachelor-Studiengänge gab es im Wintersemester 2017/18 keinen NC! Im Regelfall reicht die Hochschulzugangsberechtigung aus, um sich in den Wunschstudiengang einzuschreiben. Für die anderen Studiengänge gibt es einen NC, womit wir beim Thema wären.

Was genau ist eigentlich ein Numerus Clausus (NC)?

Für die richtige Bewerbung und die Fristen ausschlaggebend ist die Frage, ob ein Fach zulassungsbeschränkt ist oder nicht. Grundsätzlich zu unterscheiden sind Studiengänge, die keiner Zulassungsbeschränkung unterliegen, örtlich zulassungsbeschränkt sind oder bundesweit zulassungsbeschränkt sind. Auch wichtig: Manche Studiengänge beginnen nur im Wintersemester oder nur im Sommersemester – hier sollten Sie sich frühzeitig informieren.

Entgegen der landläufigen Verwendung des Begriffs Numerus Clausus (NC) für „notwendige Abiturdurchschnittsnote“, wird der NC hier in seiner eigentlichen Bedeutung verwendet: als Bezeichnung für den Umstand, dass es für einen bestimmten Studiengang nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen gibt. Unterschiede gibt es aber zwischen verschiedenen Hochschultypen (z.B. Universitäten und Fachhochschulen), Bundesländern, Städten und auch zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium.

Grundsätzlich stehen die einzelnen Studiengänge einer Hochschule sämtlichen Studieninteressierten offen, die ihre Qualifikation für ein Studium, z.B. durch das Abitur als Hochschulzugangsberechtigung nachgewiesen haben. Diese basierend auf Art. 12 GG (Freiheit der Ausbildungsstätte) sogar grundgesetzlich garantierte Freiheit kann nur dann eingeschränkt werden, wenn sämtliche Kapazitäten der jeweiligen Hochschule ausgeschöpft sind, sodass der Studienbetrieb bei der Aufnahme weiterer Studierender in diesem Studiengang nicht mehr möglich wäre. In diesem Fall kann eine staatliche Hochschule beim zuständigen Ministerium einen Numerus Clausus beantragen, bei dem dann eine Höchstzahl von Studierenden für diesen Studiengang festgelegt wird, welche die Hochschule aufnehmen muss: die sogenannte Zulassungszahl. Die Hochschule muss nachweisen, dass sich dauerhaft mehr Studierende einschreiben, als sie aufnehmen kann. Der NC ist also die Folge eines dauerhaften und auch für die Zukunft erwarteten Nachfrageüberhangs.

Nach welchen Kriterien die zur Verfügung stehenden Plätze dann im konkreten Fall vergeben werden, kann sehr unterschiedlich sein. Bis zum Jahr 2004 waren dies im Wesentlichen die Abiturnote sowie die seit dem Schulabschluss vergangene Wartezeit auf einen Studienplatz. Mittlerweile können und müssen die Hochschulen zum Teil sogar eine größere Vielfalt von Vergabekriterien wie Testergebnisse, Auswahlgespräche, vorherige Berufserfahrung oder gewichtete Einzelfachnoten des Abiturs heranziehen.

ohne Zulassungsbeschränkung

In Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung ist der Antrag auf Einschreibung (Immatrikulation) innerhalb der von der Hochschule festgesetzten Frist direkt an die Hochschule zu richten. Bewerbungsunterlagen sind heute meist online über die Internet-Seiten der Hochschulen erhältlich oder können dort angefordert werden. Beachten Sie unbedingt die verschiedenen Fristen für die Einschreibung – rufen Sie einfach mal im Studiensekretariat der jeweiligen Hochschule an und erkundigen Sie sich, sonst verlieren Sie vielleicht ein Semester.

örtliche Zulassungsbeschränkung

Bewerbungen für Studiengänge mit örtlicher Zulassungsbeschränkung müssen der Hochschule bis zum 15. Juli (für ein Wintersemester) bzw. bis zum 15. Januar (für ein Sommersemester) mit allen dazugehörigen Unterlagen vorliegen. Die Hochschule führt ein Auswahlverfahren durch, wenn die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der vorhandenen Studienplätze deutlich übersteigt. Nähere Informationen erhalten Sie auf den Homepages der einzelnen Hochschulen. Möglicherweise ist das gleiche Fach an einer anderen Hochschule ohne Zulassungsbeschränkung.

bundesweite Zulassungsbeschränkung

Wenn in einem bundesweit einheitlichen Studiengang die Nachfrage das Angebot an Studienplätzen deutlich übersteigt, werden die Studienplätze nach einem Beschluss der Länder in einem zentralen Zulassungsverfahren vergeben. Zuständig ist hier die Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund. Dort müssen deutsche Studieninteressierte und solche aus der EU einen Zulassungsantrag für das erste Fachsemester stellen. Dies gilt derzeit für die Studiengänge Medizin, Pharmazie, Tier- und Zahnmedizin. Viele Informationen zum Verfahren der Studienplatzvergabe finden Sie unter www.hochschulstart.de

Wie und wo bewerbe ich mich für einen Studienplatz?

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Wie oben beschrieben gibt es drei verschiedene Fälle: kein NC, lokaler NC und bundesweiter NC. Welche Variante jeweils zutrifft, kann man entweder auf den Webseiten der einzelnen Hochschulen und Studiengänge herausfinden oder zentral über die Studiengangsuche beim Hochschulkompass der HRK (www.hochschulkompass.de).

kein NC:

Hier kann man sich, wenn die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind – man also in der Regel die Hochschulreife nachweisen kann – einfach bei der Hochschule einschreiben. Allerdings sind hier trotzdem die Bewerbungsfristen zu beachten. Wer sich rechtzeitig beworben hat und die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, hat den Platz aber sicher. Die Hochschule kann nicht nachträglich einen „Einschreibestopp“ verhängen, wenn sich zu viele bewerben, sondern muss jede(n) nehmen.

lokaler NC:

Hier muss man sich direkt bei der Hochschule für einen Platz bewerben. Die Hochschule wählt dann die „besten/passendsten“ Bewerberinnen und Bewerber aus und bietet diesen dann einen Studienplatz an. Wer den Platz annehmen möchte, muss sich – fristgerecht – einschreiben, sonst verfällt der angebotene Platz. Für einige Studiengänge mit lokalem NC ist auch die Stiftung für Hochschulzulassung zuständig.

bundesweiter NC:

Dieser gilt für die Fächer Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie (an staatlichen Hochschulen). Hier ist die Bewerbung an die Stiftung für Hochschulzulassung zu richten.

Wer es ganz genau wissen will: Hier gibt es kostenlos ein 25seitiges PDF mit allen Infos zum NC von A bis Z.

Quelle: CHE Centrum für Hochschulentwicklung

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Die erste eigene Wohnung oder WG

Für eine eigene Penthouse-Wohnung dürfte es bei den allerwenigsten reichen, aber es bleibt trotzdem noch eine Menge Auswahl. Also, was soll´s denn sein: Studenten-Wohnheim? Eigene Bude? Oder doch lieber eine WG? Ein guter Tipp ist eigentlich immer der Anruf beim örtlichen Studentenwerk. Hier erfahren Sie u.a., ob und in welchen Wohnheimen noch Zimmer frei und wie hoch die Kosten sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der Nähe zum Uni-Campus kann man davon ausgehen, dass ein Zimmer im Studentenwohnheim mit hoher Wahrscheinlichkeit günstiger als jedes „­normale“ ­privat gemietete Zimmer oder gar eine Wohnung ist.  Außerdem lebt man mit vielen anderen Studenten unter einem Dach – das erleichtert das Kennenlernen von Kommilitonen enorm. Selbst wer sich eine eigene Wohnung leisten kann, sollte darüber nachdenken, ob für die ersten Semester ein Studentenwohnheim nicht doch die bessere Wahl ist: Nach einiger Zeit kennt man genug Leute, um zu entscheiden, mit wem man ggf. eine WG aufmachen möchte, man kennt die guten Ecken einer Stadt und bekommt auch den einen oder anderen Tipp, wenn irgendwo eine gute Wohnung frei wird.

Gute Anlaufstellen für die Suche sind auch die sogenannten „Mitwohnzentralen“, die das übergangsweise Mieten von meist möblierten Zimmern oder Wohnungen ermöglichen, deren Eigentümer oder Mieter z.B. eine Zeitlang im Ausland sind und so ihre Kosten niedrig halten wollen; Angebote zur Untermiete finden sich hier aber ebenfalls in rauen Mengen. Online lohnen sich Seiten wie www.wg-gesucht.de, www.wohnpool.de, www.studenten-wg.de und www.wggruendung.de – da gibt’s nicht nur Adressen und Angebote, sondern auch jede Menge hilfreicher Tipps (noch mehr Links finden Sie hier).

Alles eine Frage des Geldes

Wenn es eine eigene Wohnung sein soll, sollten Sie sich einen Überblick über die ortsüblichen Mieten verschaffen – eine Wohnung im Nobelviertel geht enorm ins Geld, ist aber viel langweiliger als eine kleine 2-Zimmer-Bude mitten in einem kiezigen Innenstadtviertel. Einen ersten Überblick erhalten Sie, wenn Sie das Stichwort „Mietspiegel + Stadt oder Region“ googeln. Das reicht meist aus, um Mietangebote aus lokalen Tageszeitungen oder von Maklern zumindest ungefähr einzuordnen. Allerdings weist so ein Mietspiegel nur Durchschnittswerte aus; das tatsächliche Gefälle zwischen „günstig“ und „teuer“ kann ziemlich groß sein

Seit Sommer 2015 gilt in Sachen Maklergebühren eine neue, mieterfreundliche Regelung: das sogenannte „Bestellerprinzip“. Bedeutet: Wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Als Mieter müssen Sie also nur noch dann die Maklerprovision übernehmen, wenn Sie einen Makler selbst mit der Suche nach einer Wohnung beauftragt haben, der Makler aufgrund dieses Auftrags tätig wird und schließlich ein Mietvertrag unterzeichnet wird. Beweispflichtig ist im Übrigen der Makler.

Stichwort Mietkaution:

shutterstock 2811417Vermieter verlangen bis zu 3 Monatskaltmieten als Sicherheit für eventuell auftretende Schäden. Wichtig: Das penibel ausgefüllte und von Mieter und Vermieter unterzeichnete Übernahmeprotokoll beim Einzug in die Wohnung erspart Diskussionen über Schäden beim Auszug (für deren Beseitigung der Vermieter dann die einbehaltene Kaution nutzt). Und vereinbaren Sie, dass die Mietkaution auf einem Festgeldkonto oder einem Sparbuch angelegt wird – die Zinsen nach Auszug stehen nämlich Ihnen zu. In letzter Zeit etablieren sich verstärkt Mietkautionsmakler oder -bürgschaften auf dem Markt. Hier handelt es sich im Grunde um einen Kredit: Der Kautionsmakler zahlt die Kaution an den Vermieter und Sie zahlen jedes Jahr Zinsen. Wichtig hierbei: Mit dem Vermieter klären, ob er eine Mietkaution akzeptiert – eine Verpflichtung besteht nicht. Und: Konditionen vergleichen!

Miete günstig – Ablöse gewaltig?

chair 97968Die gerade in Kraft getretene „Mietpreisbremse“ schiebt massiven Mieterhöhungen bei Neuvermietungen in der Regel einen Riegel vor – 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete lautet die gesetzliche Obergrenze. Allerdings gilt die Mietpreisbremse nicht flächendeckend und nicht automatisch – genaue Auskunft kann z.B. der Deutsche Mieterbund e.V. erteilen.

Und es gibt Ausnahmen z.B. bei Modernisierungen. Schon in der Vergangenheit haben Vermieter gern einmal happige zusätzliche Zahlungen von den neuen Mietern gefordert – mehrere tausend € für eine abgewrackte Einbauküche aus den 70er Jahren wurden gern als sogenannte „Ablöse- oder Abstandszahlung“ deklariert. Nach dem neuen Wohnungsvermittlungsgesetz darf jetzt für Einrichtungsgegenstände nur noch der Zeitwert zuzüglich 50% verlangt werden. Höhere Beträge können bis zu 3 Jahre vom Mieter zurück verlangt werden. Also einfach einmal „Einbauküche“ oder „Gardine“ bei Ebay anzeigen lassen – damit dürfte das Thema schnell vom Tisch sein.

Wohnung gefunden, Kaution und vielleicht sogar den Makler bezahlt und jetzt keinen Cent mehr für die Einrichtung übrig? Lokale Kleinanzeigenblätter haben oft eine Rubrik „Zu verschenken“, gebrauchte Möbel erzielen bei Ebay häufig nur das Mindestgebot, wenn kein Versand angeboten wird (also Selbstabholung) und in vielen Städten gibt es inzwischen außerdem gut bestückte Seccond Hand-Kaufhäuser. Die möblierte Wohnung ist nämlich meistens keine Lösung, da sie immer nur 14 Tage Kündigungsfrist hat. Und innerhalb von 2 Wochen eine bezahlbare neue Wohnung zu finden, ist nicht nur in Stuttgart oder München ein Problem.

Hier finden Sie die wichtigsten Stolperfallen rund um den Mietvertrag.

Achtung bei der ersten WG!

Die größten Stolpersteine lauern nicht bei der richtigen Auswahl der Mitbewohner oder dem Aufstellen des Putzplanes, sondern im Kleingedruckten! Vom Mietvertrag über die Verträge mit dem örtlichen Wasser- und Energieversorger sowie der Telekom bis zur Hausratversicherung – nehmen Sie Kontakt mit dem Vermieter, dem Versorger und dem Versicherungsvertreter auf und machen Sie sich schlau. Sonst zahlen Sie am Ende Prämien und Gebühren, obwohl Sie längst woanders wohnen. Denn im Zweifel gilt hier: Mitgefangen (also Vertrag unterschrieben), mitgehangen. Wer als Hauptmieter im Mietvertrag steht, haftet für alle – die Mitbewohner sind dann nur Untermieter. Nachteil dieser Lösung: Kündigt der Hauptmieter, steht die gesamte WG auf der Straße. Vorteil: Ein neuer Untermieter kann problemlos einziehen. Besser: Mit dem Vermieter klären, dass eine WG die Wohnung nutzt und alle Mieter den Mietvertrag unterzeichnen lassen. Gleiches gilt sinngemäß für Strom und Wasser, Internet, Telefon und Kabelfernsehen – der Internetprovider bucht die fälligen Beträge vom Konto des Vertragsinhabers (also bei demjenigen, der unterschrieben hat) ab. Da ist es nebensächlich, ob der Vertragsinhaber überhaupt noch in der Wohnung wohnt, die mit der schnellen (und teuren) Anbindung versorgt wird.

Das erste Liebesnest:

shutterstock 117727888Wohnungssuche, Renovieren, Umzug: Paare, die zusammenziehen, haben viel zu organisieren – und zu klären. „Es ist zwar nicht besonders romantisch, die Versicherungsverträge zu überprüfen. Aber wer sich nicht um dieses Thema kümmert, verschenkt unter Umständen Geld und gefährdet sogar seinen Versicherungsschutz“, sagt Manuela Alt von der R+V Versicherung. Um Doppelversicherungen zu vermeiden, macht die Zusammenlegung bei vielen Policen  wie Haftpflicht-, Hausrat- und  Rechtsschutzversicherung Sinn. „Dabei müssen die Partner prüfen, wer in welchen Vertrag einsteigt und welcher aufgelöst werden kann – oft ist das der jüngere Vertrag“, so Alt.

Wichtig: Die Haftpflichtversicherung übernimmt nach der Zusammenlegung in der Regel keine Schäden mehr, die der Lebenspartner verursacht hat. Und die Hausratversicherung muss  über die neue Adresse und Wohnungsgröße informiert werden. „Die Wohnfläche muss korrekt angegeben sein. Sonst wird ein Schaden unter Umständen nur teilweise beglichen“, erklärt Alt. Anders sieht es bei Versicherungen aus, die direkt auf die beiden Personen zugeschnitten sind: Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherungen bleiben unverändert bestehen. Den Mietvertrag sollten immer beide unterschreiben. Nur so haben sie dieselben Rechte gegenüber dem Vermieter – aber auch die gleichen Pflichten, etwa die Übernahme der Miete.

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