Kategorien-Archiv 104-Berufe

Pflegefachleute

Pflegefachleute pflegen und betreuen Menschen aller Altersstufen in den Bereichen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege. In der Grundpflege betten sie hilfsbedürftige Menschen und unterstützen sie bei der Nahrungsaufnahme und Körperpflege. In der ambulanten Pflege arbeiten sie auch mit Angehörigen zusammen und unterweisen diese z.B. in Pflegetechniken. Sie versorgen in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten und Ärztinnen z.B. Wunden und führen Infusionen, Blutentnahmen und Punktionen durch. Außerdem assistieren sie bei Untersuchungen, verabreichen den Patienten ärztlich verordnete Medikamente oder Injektionen und bereiten sie auf operative Maßnahmen vor. Darüber hinaus übernehmen sie Organisations- und Verwaltungsaufgaben wie die Ermittlung des Pflegebedarfs und die Planung, Koordination und Dokumentation von Pflegemaßnahmen. Auch bei der Patientenaufnahme, in der Qualitätssicherung und bei der Verwaltung des Arzneimittelbestandes wirken sie mit.

Pflegefachleute finden Beschäftigung in erster Linie

  • in Krankenhäusern, Facharztpraxen oder Gesundheitszentren
  • in Altenwohn- und ‑pflegeheimen
  • bei ambulanten Pflegediensten
  • in Einrichtungen der Kurzzeitpflege
  • in Hospizen
  • in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Patientenzimmern von Krankenstationen
  • in Untersuchungs-, Behandlungs- und Pflegearbeitsräumen
  • in Patientenwohnungen (bei ambulanter Pflege)
  • im Büro oder Stationszimmer

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus.

Anforderungen:

  • Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit (z.B. im Umgang mit Patienten und Angehörigen)
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. bei der Dokumentation von Pflegemaßnahmen)
  • Psychische Stabilität (z.B. im Umgang mit schwer kranken oder sterbenden Patienten)
  • Gute körperliche Konstitution (z.B. beim Umbetten von Patienten)
  • Verschwiegenheit (z.B. beim Umgang mit Patientendaten)

Schulfächer:

  • Ethik (z.B. für die Anwendung von ethischen Grundsätzen in der Pflege)
  • Biologie (z.B. zum Verständnis biologischer Vorgänge bei Krankheit und Heilung)
  • Chemie (z.B. zum Verständnis der Wirkungsweise von Medikamenten)
  • Deutsch (z.B. zum Anfertigen von Protokollen oder bei der Erklärung der Pflegemaßnahmen gegenüber Patienten und Angehörigen)
  • Mathematik (z.B. beim Abrechnen von Pflegeleistungen)

Was verdient man in der Ausbildung?

An Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder an Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, erhalten Auszubildende beispielsweise folgende Entgelte (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 1.141
  • 2. Ausbildungsjahr: € 1.202
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.303

Stand: 03.02.2020

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Altenpflegehelfer

Altenpflegehelfer arbeiten bei der Betreuung, Versorgung und Pflege gebrechlicher bzw. kranker oder auch gesunder älterer Menschen mit. Sie helfen bei der Körperpflege und beim Essen oder wirken unter Anleitung bei der Arzneimittelgabe mit. Auch bei der Bewältigung von Alltagssituationen leisten sie Hilfe: Sie begleiten ältere Menschen z.B. bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Gemeinsam mit anderen Pflegefachkräften wie Altenpflegern organisieren sie Programme zur Freizeitgestaltung für Senioren, z.B. Spielenachmittage oder sportliche Aktivitäten.

Altenpflegehelfer finden Beschäftigung

  • in Altenwohn- und ‑pflegeheimen
  • in geriatrischen und gerontopsychiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern
  • in Pflege- und Rehabilitationskliniken
  • in Hospizen
  • bei ambulanten Altenpflege- und Altenbetreuungsdiensten
  • in Privathaushalten

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Patientenzimmern, Behandlungsräumen, Sanitärräumen
  • in Gruppen- und Aufenthaltsräumen
  • in Privatwohnungen

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Für die Ausbildung wird i.d.R. ein Hauptschulabschluss (je nach Bundesland auch Berufsreife, Berufsbildungsreife, erster allgemeinbildender Schulabschluss, erfolgreicher Abschluss der Mittelschule) vorausgesetzt. Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus.

Anforderungen:

  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Ausführen und Dokumentieren von vorbeugenden Maßnahmen gegen das Wundliegen)
  • Gute körperliche Konstitution (z.B. beim Umbetten von Patienten)
  • Einfühlungsvermögen (z.B. im Umgang mit Patienten und Angehörigen)
  • Psychische Stabilität (z.B. im Umgang mit schwer kranken oder sterbenden Patienten)

Schulfächer:

  • Religionslehre/Ethik (z.B. für die Anwendung von ethischen Grundsätzen in der Pflege)
  • Deutsch (z.B. für das Führen von Pflegeprotokollen und Erklären von Pflegemaßnahmen)
  • Hauswirtschaftslehre (z.B. beim Vorbereiten der Zimmer für Neuaufnahmen, beim mundgerechten Zubereiten der Speisen)

Stand: 02.12.2019

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Orthopädietechnik-Mechaniker

Orthopädietechnik-Mechaniker stellen die verschiedensten orthopädietechnischen Hilfsmittel her und passen sie den Bedürfnissen der Patienten an. Je nach Schwerpunkt fertigen sie vor allem künstliche Gliedmaßen (Prothesen), Konstruktionen zur Unterstützung von Rumpf, Armen und Beinen (Orthesen) sowie spezielle Bandagen oder Erzeugnisse der Rehatechnik wie Rollstühle oder Kranken-betten an. Sie beurteilen die Krankheitsbilder und beraten Patienten bei der Wahl des passenden Hilfsmittels, nehmen Maß, erstellen Konstruktionszeichnungen und Modelle. Dabei verarbeiten sie Materialien wie Metall, Kunststoff, Holz, Gießharze oder Textilien maschinell und von Hand. Schließlich justieren sie die orthopädischen Hilfsmittel und erklären den Patienten die Bedienung oder Handhabung.

Orthopädietechnik-Mechaniker finden Beschäftigung

  • in Orthopädietechnik- und Rehawerkstätten
  • in Sanitätshäusern

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Werkstätten
  • in Verkaufsräumen von Sanitätshäusern
  • in Krankenhäusern
  • beim Kunden zu Hause

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Anforderungen:

  • Handwerkliches Geschick (z.B. beim Bearbeiten von Metall, Kunststoff oder Holz für die Herstellung orthopädischer Hilfsmittel)
  • Sorgfalt (z.B. beim digitalen und manuellen Messen von Deformitäten und Fehlbildungen)
  • Beobachtungsgenauigkeit (z.B. beim exakten Anpassen von Kompressionsstrümpfen und Bandagen)
  • Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit (z.B. beim Beraten der Kunden hinsichtlich des passenden orthopädietechnischen Hilfsmittels)

Schulfächer:

  • Werken/Technik (z.B. beim Bedienen von Werkzeugen, Maschinen und technischen Einrichtungen sowie beim Nutzen von unterschiedlichsten Werkstoffen; technisches Zeichnen)
  • Mathematik (z.B. beim Durchführen von Maßberechnungen)
  • Biologie (z.B. beim Herstellen von Arm-, Bein- oder Handprothesen)
  • Physik/Informatik (z.B. zum Verstehen physikalischer Zusammenhänge im Bereich Prothetik und Erstellen digitaler Modelle von Körperteilen)
  • Deutsch (z.B. für die Einweisung von Patienten in die Bedienung oder Handhabung von orthopädietechnischen Hilfsmitteln)

Stand: 02.01.2020

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Kaufleute im Gesundheitswesen

Kaufleute im Gesundheitswesen planen und organisieren Verwaltungsvorgänge, Geschäftsprozesse und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Hierfür wenden sie sozial- und gesundheitsrechtliche Re-gelungen an, informieren und betreuen Kunden und beobachten das Marktgeschehen im Gesundheitssektor. Sie erfassen Patientendaten und rechnen Leistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern ab. Darüber hinaus sind sie bei Krankenkassen auch in der Kundenbetreuung und Neukundengewinnung tätig. Zudem kalkulieren sie Preise und beschaffen bzw. verwalten Materialien und Produkte. Sie entwickeln Marketingstrategien und wirken beim betrieblichen Qualitätsmanagement mit. Daneben üben sie im Finanz- und Rechnungswesen und in der Personalwirtschaft allgemeine kaufmännische Tätigkeiten aus, wenn sie z.B. den Jahresabschluss erstellen oder Personalstatistiken führen.

Kaufleute im Gesundheitswesen finden Beschäftigung

  • in Krankenhäusern sowie in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
  • bei Krankenversicherungen und Rettungsdiensten
  • in Altenpflegeheimen oder in der ambulanten Alten- und Krankenpflege

Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten

  • in Büros
  • in der Registratur
  • in Archiven

Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch im Außendienst.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.

Anforderungen:

  • Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit (z.B. bei der Kundenberatung)
  • Sorgfalt und Verschwiegenheit (z.B. exaktes Abrechnen von Leistungen, beim Umgang mit Patientendaten)
  • Kaufmännisches Denken und Verhandlungsgeschick (z.B. für das Entwickeln von Marketingstrategien, bei der Beschaffung von Materialien)

Schulfächer:

  • Wirtschaft (z.B. für das Erstellen von Jahresabschlüssen)
  • Mathematik (z.B. für Kalkulationen)
  • Deutsch (z.B. für die Korrespondenz mit Krankenkassen)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 705 bis € 850 (Handel*), € 1.018 (öffentlicher Dienst), € 1.035 bis € 1.092 (gesetzliche Krankenversicherung*)
  • 2. Ausbildungsjahr: € 760 bis € 955 (Handel*), € 1.068 (öffentlicher Dienst), € 1.120 bis € 1.175 (gesetzliche Krankenversicherung*)
  • 3. Ausbildungsjahr: € 885 bis € 1.100 (Handel*), € 1.114 (öffentlicher Dienst), € 1.215 bis € 1.253 (gesetzliche Krankenversicherung*)

*je nach Bundesland unterschiedlich

Stand: 02.01.2020

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Operationstechnischer Angestellter

Operationstechnische Angestellte tragen Mitverantwortung für die Hygiene im Operationssaal, pflegen z.B. die technischen Geräte und sterilisieren die Instrumente. Sie bereiten Patienten für chirurgische Eingriffe vor, bringen sie in die für die Operation passende Lage und reichen den operierenden Ärzten und Ärztinnen die Instrumente und Materialien. Darüber hinaus dokumentieren sie Operationen und kümmern sich um die Vorratshaltung und Ersatzbeschaffung von Operationsmaterial.

Operationstechnische Angestellte finden Beschäftigung

  • in allgemeinen Krankenhäusern, Fach- oder Universitätskliniken
  • in Arztpraxen, die ambulante Operationen durchführen
  • in ambulanten Operationszentren

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Operationssälen
  • in Sterilisationsräumen
  • in Aufwachräumen
  • in Stationszimmern

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.

Anforderungen:

  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Überprüfen der medizinisch-technischen Geräte, beim Bedienen von Beatmungs-, Absaug-, Blutdruckmess- und anderen Geräten im OP)
  • Einfühlungsvermögen (z.B. beim Betreuen von Patienten vor einer Operation)
  • Psychische Stabilität (z.B. beim Auftreten von Komplikationen während einer Operation oder im Todesfall eines Patienten)
  • Verschwiegenheit (z.B. im Umgang mit Patientendaten)

Schulfächer:

  • Biologie (z.B. für die Assistenz im Operationssaal)
  • Chemie (z.B. beim Sicherstellen von Hygiene und Keimfreiheit im Operationssaal)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 1.018
  • 2. Ausbildungsjahr: € 1.068
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.114

Stand: 02.01.2020

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