Kategorien-Archiv 101-Orientierung

Ist ein Studium was für mich? Oder nicht?

Das letzte Schuljahr ist angebrochen. Noch wenige Monate und das Thema „Schule“ ist Geschichte. Und dann? Auch wenn so mancher darauf (noch) keine Lust hat, weil das „Hotel Mama“ so bequem ist: Sie haben keine Zeit mehr zu vertrödeln. Wissen Sie, was Sie werden wollen? Wollen Sie eine klassische Ausbildung beginnen? Wollen Sie studieren? Oder interessiert Sie der Mittelweg aus Ausbildung und Studium, das „Duale Studium“?
Im Folgenden soll es vor allem um die Entscheidung gehen, ob ein Studium für Sie das Richtige ist. Ob Studium ja oder nein – in den nächsten Monaten müssen Sie eine Entscheidung treffen, die für Ihr zukünftiges Leben (nicht nur Ihr Berufsleben!) von zentraler Bedeutung ist. Sie sollten die nächste Zeit also nutzen, um sich Klarheit zu verschaffen, was Sie eigentlich wollen. Nicht nur, weil die Uhr tickt, sondern auch, weil so eine Entscheidung gut überlegt sein will.

Um es gleich zu Anfang loszuwerden: Nicht immer ist ein Studium die beste Wahl. Wer nach Realschulabschluss oder Abitur sein Berufsleben mit einer Ausbildung beginnen möchte, kann verschiedene Gründe haben: den einen schrecken die Kosten sowie ein langes und theorielastiges Studium, ein anderer hat einen Traumberuf, den man gar nicht studieren kann, der nächste möchte eine praktische Grundlage legen, bevor er/sie (vielleicht) studiert oder möchte möglichst schnell finanziell unabhängig werden.

Ein wesentlicher Grund, warum sich jemand, der für ein Studium qualifiziert wäre, dennoch für eine Ausbildung entscheidet, liegt oft im sozialen Umfeld, denn Eltern, Verwandte und Bekannte empfehlen häufig ihren eigenen Ausbildungs- und Berufsweg. Das ist verständlich, denn hier haben sie eigene Erfahrungen. Das führt dazu, dass Eltern, die studiert haben, auch ihren Kindern empfehlen, zu studieren; umgekehrt empfehlen Eltern, die eine Ausbildung gemacht haben, ihren Kindern häufig, ebenfalls eine Ausbildung zu absolvieren. Doch die Ausbildungs-Empfehlung der Eltern entspricht in vielen Fällen nicht den Talenten ihrer Kinder.

Studien zeigen, dass rund 50 % der Abiturienten aus nicht-akademischen Familien ihre Chance auf ein Studium nicht wahrnehmen. Dabei spielt die finanzielle Situation eine große Rolle, vor allem wegen der Kosten eines Studiums. Fördermittel wie BaföG oder Stipendien ermöglichen jedoch auch dann ein Studium, wenn die Eltern nicht in der Lage sein sollten, ein Studium zu finanzieren.

Was spricht für ein Studium?

Betrachtet man allein die Fakten, so springt ein wichtiges Argument für ein Studium sofort ins Auge: Akademiker weisen die mit Abstand geringste Arbeitslosenquote auf dem Arbeitsmarkt auf. In vielen Berufen werden hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht, der Bedarf wächst ständig. Zudem ist man durch viele Hochschulabschlüsse nicht auf einen einzigen Beruf festgelegt und hat somit verschiedene Möglichkeiten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen – Flexibilität ist immer mehr gefragt.

Langfristig entscheidend sind aber die eigenen Interessen: Wer schon in der Schule an bestimmten Fächern Spaß hatte und gute Noten vorweisen konnte, hat die besten Karten, wenn er hier mit einem Studium sein Wissen ausbauen und vertiefen möchte.

Daneben schult ein Studium auch sogenannte „soft skills“: Selbständigkeit, Sozialkompetenz und abstraktes Denken sind auch im späteren Berufsleben wichtig. Außerdem: Ein Studium kann eine Eintrittskarte sein. In vielen Berufen (z.B. Journalismus) ist ein Studium zwar nicht zwingend erforderlich, steigert die beruflichen Chancen aber deutlich. Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit, komplexe Themen selbständig zu recherchieren, zu analysieren und zu vermitteln fallen nicht vom Himmel. Derlei Kompetenzen lassen sich eben tatsächlich am ehesten durch ein Studium erwerben und werden auf dem Arbeitsmarkt sehr geschätzt.

Schlussendlich sind die Karrieremöglichkeiten deutlich besser: Akademiker finden nicht nur schneller einen Job, sondern steigen unternehmensintern in der Regel auch schneller auf. Die Investition in ein Studium (Zeit, Geld & Arbeit) rechnet sich also nicht nur finanziell – Akademiker haben auch die besseren Chancen auf die spannenden beruflichen Positionen.

Erste Orientierung:

Wenn Ihnen klar ist, wo Ihre Stärken liegen, was Sie interessiert und dass Sie sich in ein Studium stürzen wollen, ist der erste, wichtigste Schritt schon getan. Dann haben Sie sich vermutlich auch ­bereits von romantischen, aber nicht sehr realistischen Zukunftsträumen wie „Diplomat“ oder „Tierarzt in der Serengeti“ verabschiedet. Wenn Sie also bereits wissen, dass Sie studieren möchten: Glückwunsch! Dann sollten Sie sich die passende Beratung über die geeignete Uni, die Finanzierung und den ganzen Papierkram aber auch bei Profis holen. Denn selbst wenn Eltern, Lehrer, Bekannte, ältere Geschwister oder Freunde aus eigener Erfahrung sprechen sollten: Die meisten Tipps sind hoffnungslos veraltet. So gab es z.B. das Bachelor-/Master-System früher noch gar nicht. Auch die Zulassungsregularien verlangen Beratungs-Profis, die Sie z.B. bei den Zentralen Studienberatungsstellen der Universitäten oder den Beratungsteams der Arbeitsagenturen finden.

Wer über ein Studium in Bayern nachdenkt, dem sei die Seite www.studieren-in-bayern.de ans Herz gelegt: Hier finden Sie alle Infos über die hiesige Studienlandschaft, viele Hilfen zur Entscheidungsfindung, Finanzierung, Zugangsvoraussetzungen, Fristen sowie Informationen und Ansprechpartner. Wer im Schwabenländle studieren möchte, findet entsprechende Infos unter www.studieren-in-bw.de und www.studieninfo-bw.de

Wenn Sie noch nicht so richtig wissen, was Sie studieren möchten und wo Ihre Stärken liegen, blicken Sie einfach mal über den „Tellerrand“ des Landes Bayern: Machen Sie den Orientierungstest (OT) zur Studienorientierung und Bewerbung, der von den baden-württembergischen Hochschulen erstellt wurde. Den Orientierungstest finden Sie unter www.was-studiere-ich.de; er hilft Ihnen bei der Frage, welche Studienfächer und Berufe zu Ihren Interessen und Fähigkeiten passen. Neben dem ca. 15 Minuten dauernden „Pflichtteil“ gibt es dort auch einen neuen Fähigkeitstest, den wir nur empfehlen können. Praktisch: Sie können den Test aufteilen, unterbrechen und später wieder fortsetzen. Am Ende erhalten nur Sie eine Auswertung mit Informationen zu Ihren Studieninteressen und -fähigkeiten und Empfehlungen im Hinblick auf Studiengänge und Berufsmöglichkeiten.

Hilfreich ist auch www.studienwahl.de, auf der Sie unter dem Menüpunkt „Orientieren!“ ebenfalls viele Tipps und Hinweise für das richtige Studienfach finden. Wer sich zunächst grundlegend über die Studienabschlüsse Bachelor und Master informieren möchte oder sich dafür interessiert, was sich gegenüber den früheren Abschlüssen geändert hat, dem sei ebenfalls die Seite www.studieren-in-bayern.de empfohlen, die ausführlich die Unterschiede, verschiedenen Facetten der Bologna-Reform sowie ihre Vorgeschichte erläutert. Wenn es schon konkreter in Richtung Studium geht, dann sollte man sich vor Ort, also am besten direkt in einer Uni in der Nähe oder sogar der Wunsch-Hochschule informieren. Die Kontaktinfos aller Hochschulen in Deutschland finden Sie unter www.hochschulkompass.de.

Hilfe bei der Arbeitsagentur:

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgender maßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Zum Beispiel mit dem Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET, unter www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool

Diese Tests dauern zwischen 1 und 2 Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen.

Weitere Informationen zum Thema Studium finden Sie hier – jede Menge Links haben wir hier zusammengestellt.

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Trendberufe 2019: Diese Jobs sind zukunftssicher!

Welche Jobs sind stark im Kommen und aus welchen Bereichen werden wir in Zukunft immer mehr hören? Die Experten von Gehalt.de haben die Trendberufe für 2019 gesammelt. Besonders gute Zukunftsperspektiven gibt es demnach im Handwerk, bei Entwicklern für künstliche Intelligenz und in der Datenverschlüsselung. Außerdem ermittelten die Analysten von Gehalt.de aus 693 Datensätzen die durchschnittlichen Jahresbruttogehälter in den jeweiligen Berufsgruppen.

Auf dem Vormarsch: Customer Experience Manager

Der Customer Experience Manager befasst sich mit der Analyse und Optimierung des Kauferlebnisses von stationären Geschäften sowie Online-Shops. Zu seinen Aufgaben zählen Kundenbefragungen, die Entwicklung von Shop-Konzepten und Steigerung der Verkäufe. Das Gehalt eines Customer Experience Managers liegt derzeit bei durchschnittlich 47.500 Euro.

Nachwuchsmangel bei Elektronikern sorgt für höhere Preise

Der Beruf des Elektronikers gehört zu den zukunftssichersten in Deutschland. „Im Handwerk fehlt es an Nachwuchs! Die Auftragsbücher für Elektroniker werden immer voller, Kunden müssen sich in Zukunft auf lange Wartezeiten sowie höhere Preise einstellen“, so Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Elektroniker verdienen im Schnitt 41.600 Euro jährlich.

Hohe Nachfrage bei der Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce

Online-Shops werden von Jahr zu Jahr größer, schneller und nutzerfreundlicher. Dass es für den Betrieb der Webportale ausgebildetes Personal benötigt, zeigt sich im neu geschaffenen Ausbildungslehrgang zum Kaufmann/-frau im Bereich E-Commerce. Der Andrang ist groß: Laut Handelsverband Deutschland (HDE) schlagen 1.400 Auszubildende im laufenden Jahr 2018/2019 1.400 diesen Berufsweg ein. Ein ausgebildeter Kaufmann im E-Commerce verdient durchschnittlich 32.500 Euro.

Support für Ärzte: Der Physician Assistant

Physician Assistants (PA) sollen Ärzte in Zukunft immer stärker entlasten. PAs müssen komplexe Dokumentations- und Managementprozesse sowie organisatorische Verfahren begleiten, können diese aber auch im Auftrag der ärztlichen Leitung mit entwickeln. „Der ärztliche Dienst ist geprägt durch viele Überstunden, Stress und sehr hohe Verantwortung. Abhilfe für Ärzte wird dringend benötigt, um in Notsituationen professionell und konzentriert arbeiten zu können“, so Bierbach weiter. Die Ausbildung zum PA erfolgt an der Hochschule und das Gehalt liegt bei durchschnittlich 55.400 Euro.

Machen Maschinen schlauer – Entwickler für künstliche Intelligenz (KI)

Es gibt immer mehr smarte Geräte mit eigener Computerintelligenz auf dem Mark. Somit hat dieser Bereich für Entwickler mehr Themen zu bieten als noch vor zehn Jahren – von der Programmierung über Objekt- und Texterkennung bis hin zum Video-Tracking. KI-Entwickler verdienen im Schnitt 69.300 Euro.

3D-Druck-Experten: Die Nachfrage steigt rasant

Die Möglichkeiten mit 3D-Druck scheinen schier grenzenlos zu sein – von Smartphone-Hüllen bis hin zu ganzen Prothesen. Die Maschinen kommen in einer Vielzahl von Branchen zum Einsatz und die Nachfrage nach 3D-Druck-Experten dürfte in den nächsten Jahren steigen. Derzeit liegen die Einkommen bei durchschnittlich 52.100 Euro.

Spezialisten für Datenschutz gesucht!

Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) zeigt die hohe Bedeutung der Sicherheit von personenbezogenen Informationen für die Gesellschaft. Nun gilt es für alle Unternehmen und Webseitenbetreiber, den Bestimmungen nachzugehen. „Das Thema Datenschutz wird in den kommenden Jahren immer wieder aufkommen und der administrative Aufwand damit steigen“, so Bierbach. Zahlreiche Unternehmen schreiben deshalb Vollzeitstellen für Datenschutzbeauftragte aus. Das Gehalt für die Experten liegt bei durchschnittlich 46.289 Euro.

Kryptologen verschlüsseln sensible Informationen

Passwörter, PINs, Kreditkarteninformationen – sie alle gehören zur begehrten Beute von Cyberkriminellen. Doch wie können sich Nutzer und Unternehmen schützen? Die Antwort: durch Kryptologen. Sie sind für die Ver- und Entschlüsselung von Informationen zuständig und versuchen mit immer komplizierteren Methoden, Daten und sensible Informationen zu kodieren. Kryptologen kommen in der Regel aus der Mathematik oder Informatik. Ihr Verdienst liegt bei durchschnittlich 74.700 Euro.

Weitere Informationen zu den einzelnen Trendberufen finden Sie hier.

Zur Methodik

Die Experten von GEHALT.de setzen sich einmal im Jahr in einer größeren Runde zusammen und sammeln Informationen zu den Berufen der Zukunft. Dabei berücksichtigen sie die Sucheingaben ihrer Nutzer sowie Informationen aus Kunden- und Beratungsgesprächen. Die Gehaltsinformationen werden als Durchschnittsgehälter in brutto ausgewiesen und basieren auf einer 40-Stunden-Arbeitswoche.

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Einstiegsgehälter nach der Ausbildung

In welchen Berufen locken nach der Ausbildung Top-Gehälter und in welchen sind die Einkommen besonders gering? Eine Auswertung der Vergütungsexperten von Gehalt.de liefert die Antworten. Demnach beziehen Bankkaufleute das höchste Einstiegsgehalt mit rund 40.500 € im Jahr. Es folgen Sozialversicherungsangestellte mit 37.300 € jährlich. Das niedrigste Einkommen erhalten dagegen Friseure mit rund 21.000 € und Zahnarzthelfer mit 22.000 € im Jahr. Die Untersuchung basiert auf 17.470 Gehaltsdaten von Beschäftigten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ausbildung.

Finanzsektor ist besonders attraktiv

Laut der aktuellen Auswertung gehören Bankkaufleute zu den Top-Verdienern nach ihrer Ausbildung. Sie kommen auf ein Jahresgehalt von über 40.000 € brutto. „Der Finanzsektor ist eine höchstattraktive Branche. Nicht nur große Banken sind als Arbeitgeber lukrativ, sondern auch junge Fintech-Unternehmen mit ihren vielen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Sozialversicherungsangestellte belegen in der Auswertung den zweiten Rang. Sie erhalten ein Jahresgehalt in Höhe von 37.327 € und zählen damit ebenfalls zu den bestbezahlten Beschäftigten nach der Ausbildung. Auf dem dritten Rang befinden sich Chemikanten mit 35.785 € jährlich. Es folgen Mechatroniker (35.784 €) und Fluggeräteelektroniker (35.373 €).

Ausgelernte IT-Fachkräfte sind gut bezahlt

„Junge Menschen mit einer Ausbildung im technischen Bereich haben derzeit sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Hierzu gehören vor allem IT-Fachkräfte, die bereits nach ihrer Ausbildung mit guten Gehältern rechnen können“, so Bierbach weiter. So starten System- und Netzwerkadministratoren mit einem Bruttojahresgehalt von 33.998 € und Softwareentwickler mit 33.834 €.

Friseure und zahnmedizinische Fachangestellte verdienen am wenigsten

Zu den Geringverdienern nach der Ausbildung zählen Friseure mit einem Jahresgehalt von 21.072 €. Sie liegen knapp hinter zahnmedizinischen Fachangestellten, die auf 22.038 € kommen. Restaurantfachleute bekommen 22.294 € im Jahr und liegen laut Auswertung auf dem drittletzten Rang. Der Einkommensunterschied zwischen einem Bankkaufmann und einem Friseur liegt damit bei rund 19.500 €.

Top: Hier rollt der Rubel

Beruf Durchschnitt
Bankkaufmann 40.565 €
Sozialversicherungsfachangestellter 37.327 €
Chemikant 35.785 €
Mechatroniker 35.784 €
Fluggerätelektroniker 35.373 €
System- und Netzadministrator 33.998 €
Softwareentwickler 33.834 €
Verwaltungsfachangestellter 33.635 €
Versicherungskaufmann 33.923 €
Technischer Zeichner 32.400 €

Flop: Hier gibt‘s wenig

Beruf Durchschnitt
Berufskraftfahrer 26.727 €
Disponent 26.991 €
Call-Center-Agent 24.747 €
Verkäufer im Einzelhandel 24.249 €
Rechtsanwaltsfachangestellter 23.927 €
Koch 23.079 €
Kaufmann für Tourismus und Freizeit 23.328 €
Restaurantfachmann 22.294 €
Zahnmedizinischer Fachangestellter 22.038 €
Friseur 21.072 €

Zur Methodik:

Das Gehaltsportal GEHALT.de hat 17.470 Einkommen von Beschäftigten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ausbildung untersucht. Nicht beachtet wurden seltene Top-Berufe wie zum Beispiel der Fluglotse oder Binnenschiffer, da hier zu wenige aktuelle Gehaltsdaten vorlagen. Die Untersuchung widmet sich den gängigen Ausbildungsberufen.

 

 

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Die beliebtesten Ausbildungsberufe 2018

Die Ausbildungsmarktentwicklung 2018 führte zu zahlreichen Spitzenwerten, gemessen am Zeitraum der letzten zehn Jahre. So stieg das betriebliche Ausbildungsplatzangebot auf 574.200, so hoch wie noch nie seit 2009. Eine neue Höchstmarke erreichte allerdings auch die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden konnten. Mit 57.700 fiel sie dreimal so hoch aus wie 2009. Rechnerisch waren die Chancen der Jugendlichen so gut wie noch nie in den letzten zehn Jahren, einen Ausbildungsplatz zu finden.

384.900 junge Männer suchten 2018 einen Ausbildungsplatz, ebenfalls ein Spitzenwert seit 2009. Völlig entgegengesetzt verlief allerdings die Entwicklung bei den jungen Frauen: Nur noch 225.100 wurden gezählt, die eine duale Berufsausbildung nachfragten – ein historischer Tiefstand.

Wie bereits in den Vorjahren waren von Besetzungsproblemen vor allem Berufe in der Gastronomie, dem Lebensmittelhandwerk und im Reinigungsgewerbe betroffen, während zu wenige (freie) Ausbildungsplätze oftmals in Berufen im Mediensektor und im kaufmännischen Bereich auftraten. Fazit: Wer bei der Wahl des Berufes flexibel ist, kann seine Chancen deutlich verbessern.

Top-Jobs Männer

Verträge Männerquote
gesamt
Kraftfahrzeugmechatroniker 21.489 96 %
Fachinformatiker 13.824 92 %
Elektroniker 13.704 98 %
Kaufmann im Einzelhandel 13.503 49 %
Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima 12.111 98 %
Industriemechaniker 12.024 93 %
Verkäufer 10.644 48 %
Fachkraft für Lagerlogistik 9.761 88 %
Kaufmann im Groß- und Außenhandel 8.130 61 %
Mechatroniker 7.863 93 %
Kaufmann für Büromanagement 7.719 28 %
Industriekaufmann 7.635 43 %
Tischler 6.972 87 %
Elektroniker für Betriebstechnik 6.519 95 %
Koch 6.423 79 %
Zerspanungsmechaniker 6.099 93 %
Fachlagerist 5.718 92 %
Maler und Lackierer 5.493 85 %
Metallbauer 5.082 98 %
Maschinen- und Anlagenführer 4.320 94 %

Top-Jobs Frauen

Verträge Frauenquote
gesamt
Kauffrau für Büromanagement 19.653 72 %
Medizinische Fachangestellte 15.957 97 %
Kauffrau im Einzelhandel 13.740 50 %
Zahnmedizinische Fachangestellte 11.901 97 %
Verkäuferin 11.430 52 %
Industriekauffrau 10.290 57 %
Friseurin 7.143 74 %
Hotelfachfrau 5.266 62 %
Kauffrau im Groß- und Außenhandel 5.127 39 %
Verwaltungsfachangestellter 4.656 71 %
Steuerfachangestellter 4.611 67 %
Lebensmittel-Fachverkäuferin 4.305 79 %
Bankkauffrau 4.310 50 %
Rechtsanwaltsfachangestellter 2.778 92 %
Tiermedizinische Fachangestellte 2.316 94 %
Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung 2.238 38 %
Kauffrau Versicherungen/Finanzen 2.076 46 %
Augenoptikerin 2.004 68 %
Automobilkauffrau 1.938 37 %
Mediengestalterin Digital und Print 1.821 59 %

 

 

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Orientierung per Praktikum – Probieren geht über Studieren

Wer in etwa weiß, wohin die berufliche Reise gehen soll, sich aber noch nicht 100%ig sicher ist oder zwischen zwei Alternativen schwankt, kann auch die Probe aufs Exempel machen – mit einem Praktikum. Ein Praktikum gibt Ihnen die Möglichkeit, das Arbeitsleben generell, einen bestimmten Beruf oder sogar einen potenziellen Ausbildungsbetrieb (und späteren Arbeitgeber) näher kennen zu lernen. Das beginnt mit einem 8-Stundentag und dem Einordnen in geregelte Betriebsabläufe – plötzlich können Sie nicht mehr selbst bestimmen, wann Mittagspause ist. Die berufsorientierenden Praktika lassen erste Rückschlüsse auf Ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen (Teamfähigkeit, selbständiges Arbeiten, Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Sorgfalt) zu – Sie lernen, durch das Feedback bzw. eine Beurteilung des Betriebes, also auch etwas über sich selbst. Einfache, aber typische Tätigkeiten und Aufgaben werden Ihnen nach einer kurzen Einarbeitung übertragen. Nur Herumsitzen und den anderen bei der Arbeit zusehen ist also nicht angesagt.

Wenn das Ferienpraktikum nicht von der Schule unterstützt oder begleitet wird (wie BOGY oder BORS), sind Sie bei der Suche nach einem Betrieb und vor allem den Absprachen über die Inhalte selbst gefordert. Ganz wichtig: Sie brauchen einen festen Ansprechpartner im Unternehmen, mit dem Sie Fragen klären können und der Ihnen nach spätestens 1 Woche eine erste Einschätzung oder Beurteilung Ihrer Leistungen und Ihres Verhaltens gibt – nur so können Sie sicherstellen, dass Sie nicht die ganzen Ferien ohne echte Lernerfolge und Erkenntnisse vertrödeln. Und: Ein Ferienpraktikum ist KEIN Ferienjob! Entweder Sie wollen etwas erfahren oder Sie wollen Geld verdienen – beides zusammen geht nicht. Also: Sagen Sie bereits beim ersten Gespräch klar und deutlich, dass Sie keinen Ferienjob suchen!

Vor dem Praktikum

Wählen Sie sorgfältig aus:

  • Was interessiert mich?
  • Was möchte ich ausprobieren?
  • Was kann ich mir als zukünftigen Beruf vorstellen?
  • Welchen Betrieb möchte ich kennenlernen?

Informieren Sie sich:

  • Wie sieht die Tätigkeit aus?
  • Was möchte ich sehen und was selbst ausprobieren?
  • Welche Abteilungen des Unternehmens möchte ich kennenlernen?

Bereiten Sie Ihr Praktikum vor (eine Liste ist hilfreich):

  • Wer ist mein Praktikumsbetreuer?
  • Welche Fragen habe ich?
  • Wie oft und wann treffen wir uns?
  • Was besprechen wir?
  • Welche Bereiche und Tätigkeiten lerne ich kennen?
  • Welche Lernfortschritte werden von mir erwartet?

Selbst Ziele setzen:

  • Was möchte ich über mich selbst erfahren?
  • Was möchte ich über den Job oder den Betrieb lernen?
  • Was will ich mit dem Praktikum erreichen?

Anhand dieser Liste können Sie dann während des Praktikums regelmäßig prüfen, ob es wirklich vorwärts geht.

Während des Praktikums:

Die allgemeinen Spielregeln für ein verträgliches Miteinander sollten bekannt sein – Pünktlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit verstehen sich also von selbst. Zusätzlich gelten im Berufsleben Regeln, die Sie ebenfalls strikt einhalten sollten: Privates gehört nicht in den Betrieb – seien es Handygespräche oder das Checken der Emails während der Arbeitszeit.
Ein wichtiges Thema ist die Vertraulichkeit: Betriebsinterna gehören nicht in die Öffentlichkeit! Natürlich können Sie sich mit Ihren Mitschülern über den Verlauf und Ihre Erfahrungen während des Praktikums austauschen – aber den gerade verlorenen Großkunden oder den Kantinentratsch über die Buchhaltung behalten Sie besser für sich.

Machen Sie den Mund auf! Nein, nicht ständig meckern – aber sprechen Sie an, was Ihnen nicht gefällt oder was Sie vermissen. Sonst kann der Betrieb ja nicht darauf reagieren. Und: Fragen Sie! Je mehr Fragen Sie haben, umso mehr lernen und erfahren Sie – und darum machen Sie Ihr Praktikum ja. Außerdem signalisieren Sie Interesse – und Sie wollen doch einen guten Eindruck machen, oder? Übrigens: Sie können natürlich auch sagen, was Ihnen besonders gut gefallen hat – über Lob hat sich noch niemand geärgert.

Wenn die Schule einen Praktikumsbericht verlangt, machen Sie sich bereits während des Praktikums zumindest Notizen – erstens geht es dann mit dem Bericht viel schneller und zweitens haben Sie, auch für sich selbst, die Kontrolle, dass nichts vergessen wurde.

Nach dem Praktikum:

Denken Sie an die Praktikumsbestätigung (und, falls vereinbart, das Praktikumszeugnis) – wichtig für Ihre Bewerbungsunterlagen! Es kann es ein paar Tage dauern, bis Sie die Unterlagen bekommen. Nach 2 bis 3 Wochen können Sie aber höflich nachfragen.

Machen Sie eine Manöverkritik:

  • Wie ist das Praktikum aus Ihrer Sicht gelaufen?
  • Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
  • Welche Tätigkeiten haben Ihnen gefallen und welche nicht?
  • Haben Sie etwas vermisst?

Gehen Sie Ihre Liste durch – nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr nächstes Praktikum besser läuft.

Und nicht vergessen: Das Praktikum sollte Ihnen einen ersten Eindruck verschaffen – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn der Beruf oder das Unternehmen doch nichts für Sie ist, hat das Praktikum seinen Zweck voll und ganz erfüllt. Und wenn es Ihnen gefallen hat? Umso besser – dann wissen Sie, dass der „getestete“ Job zumindest in Frage kommt.

Die häufigsten Fragen:

  • Auf jeden Fall sollte ein Praktikumsvertrag abgeschlossen werden, in dem Dauer, Lernziele des Praktikums, Betreuer/in, Vergütung, Tätigkeiten sowie Arbeitsort und -zeit geregelt werden.
  • Da das Praktikum kürzer als sechs Monate ist, hat man als Praktikant/-in der Regel keinen Anspruch auf Urlaub. Auf eine Vergütung haben Sie auch keinen Anspruch – viele Betriebe zahlen aber zumindest ein Taschengeld von ein paar Hundert €.
  • Die Arbeitszeiten richten sich nach der betrieblichen Arbeitszeit. Die tägliche Arbeitszeit beträgt in der Regel (ohne Pausen) max. 8 Stunden. Bei Praktikanten/innen unter 18 Jahren greift aber das Jugendarbeitsschutzgesetz.
  • Anspruch auf ein Praktikumszeugnis besteht nicht. Üblich ist eine Praktikumsbestätigung (wer, wann, was, wo und wie lange). Wird ein Praktikumszeugnis erstellt, sollten Sie ganz genau hinsehen – was sich positiv anhört, kann ganz anders gemeint sein.
  • Sowohl Schüler als auch Studenten sind während eines Praktikums unfallversichert.

Jede Menge Links zum Thema finden Sie hier.

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