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Tipps für qualifizierten Nachhilfeunterricht von der Verbraucherzentrale

Das laufende Schuljahr nähert sich dem Ende? Oder liegt gerade das letzte Zwischenzeugnis auf dem Tisch und sieht gar nicht gut aus? Sind Schulabschluss oder Versetzung gefährdet, steigt die Nachfrage nach gezielter Nachhilfe rapide an. Um den Notendurchschnitt in Deutsch, Mathe oder Englisch zu verbessern, greifen viele Eltern tief in die Tasche. Denn qualifizierte Nachhilfe hat ihren Preis. Doch die Angebote auf dem Bildungsmarkt sind unüberschaubar.

„Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann seine pädagogischen Dienste anbieten und zahlenden Eltern die Bedingungen hierfür diktieren“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Eltern sollten nicht ungeprüft auf den erstbesten Nachhilfe-Profi setzen. Einseitige Terminänderungen etwa in der Ferienzeit, Ankündigung von Kursterminen nur unter Vorbehalt, eigenmächtige Weitergabe reservierter Plätze sind nur einige Beispiele von unwirksamen Vorgaben in Verträgen von gewerblichen Nachhilfeanbietern. Allein im letzten Jahr hat die Verbraucherzentrale im Rahmen einer Aktion insgesamt 51 unwirksame Klauseln bei zehn Nachhilfe-Unternehmen abgemahnt. Eltern, die schulische Defizite ihrer Kinder mit einer Extra-Portion Pauken ausgleichen wollen, sollten bei ihrer Entscheidung für Nachhilfe auf eine qualifizierte Lehrkraft und einen fairen Vertrag achten:

• Qual der Wahl: Mehrere tausend gewerbliche Nachhilfeinstitute bieten bundesweit ihre Dienste zur Verbesserung der Noten an. Die meisten Schüler büffeln nach der Schule mit privat organisierten Nachhilfelehrern, Schülern oder Studenten. Professionelle Institute offerieren ihre Lernhilfe vornehmlich in Kleingruppen, während Nachhilfelehrer zur Einzelbetreuung meistens ins Haus kommen. Preise und Dauer des Zusatzunterrichts können stark variieren. Während bei Privatlehrern oft ein Honorar ohne schriftlichen Vertrag ausgehandelt wird, arbeiten große Institute in der Regel mit festen Sätzen, die schriftlich fixiert werden.

• Nachhilfe – Ja oder Nein: Betreutes Büffeln nach der Schule sollte nur vorübergehend sein und darf nicht zur Dauerkrücke und somit zur Dauerbelastung des lernenden Nachwuchses werden. Meist ist es sinnvoll, zunächst mit dem zuständigen Lehrer auszuloten, wo Defizite liegen und ob bzw. welche Nachhilfe angebracht ist.

• Einzelunterricht zu Hause: Private Einzelnachhilfe bedeutet häufig eine individuellere Betreuung und ist oft günstiger als zusätzlicher Nachmittagsunterricht in einem Institut. Geeignete Nachhilfelehrer lassen sich oftmals durch Nachfragen im Bekannten- oder Verwandtenkreis ermitteln. Eltern sollten sich in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Qualifikation eines privaten „Paukers“ verschaffen und eine Probestunde vereinbaren. Denn die Nachhilfe bringt nur einen Lernerfolg, wenn Schüler und Privatlehrer gut miteinander zurechtkommen. Deshalb sollte bei anhaltenden Problemen ein rascher Wechsel der Lehrperson möglich sein. Ernsthafte Nachhilfelehrer informieren sich über den Lern- und Wissensstand ihres Zöglings und richten ihre pädagogische Unterstützung am Unterrichtsstoff aus.

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• Nachhilfeinstitute: Wer sein Kind nachmittags in eine gewerblich organisierte Nachhilfegruppe schicken will, sollte sich von mehreren Anbietern vor Ort beraten lassen. Qualifikationen, Zusammensetzung der Lerngruppen sowie Räumlichkeiten sind dabei wichtige Kriterien für die Auswahl eines Instituts. Ein gutes Institut zeichnet sich auch dadurch aus, dass vor Beginn der Nachhilfe das Leistungsvermögen des Kindes getestet und im Unterricht berücksichtigt wird. Eine Lerngruppe sollte zudem nicht mehr als fünf Schüler umfassen und möglichst homogen sein, damit ein intensives und individuell ausgerichtetes Anleiten möglich ist.

• Vertragsgestaltung: Eltern sollten das Kleingedruckte im vorgelegten Vertrag sorgfältig lesen und hierbei auf nachteilige Klauseln und versteckte Kosten achten. Zum Beispiel ist wichtig, dass Änderungen von Terminen oder Lehrkräften nur in Absprache mit den Schülern und den Eltern als Vertragspartner erfolgen können. Ein Vertrag sollte erst abgeschlossen werden, wenn die Probestunden zufriedenstellend verlaufen sind. Um ein Vertragsverhältnis bei Missfallen oder Misserfolg möglichst rasch kündigen zu können, sollte eine kurze Mindestvertragslaufzeit von sechs bis zwölf Monaten gewählt werden.

• Kosten: Ein vorheriger Preisvergleich ist sinnvoll. Große Institute berechnen zwischen 100 und 150 Euro pro Monat für zwei Einzelstunden à 45 Minuten in der Woche. Die Höhe richtet sich nach den vereinbarten Leistungen – etwa ob Einzel- oder Gruppenunterricht erteilt wird. Privatlehrer nehmen zwischen 7 und 25 Euro pro Unterrichtseinheit.

Neues Orientierungstool der Agentur für Arbeit

Im letzten Schuljahr soll alles gleichzeitig passieren: Pauken für die Abschlussprüfungen, entscheiden wie’s nach der Schule weitergeht, neben dem Schul- und Prüfungsstress Bewerbungen schreiben, mit dem Führerschein anfangen, der für manche Arbeits- oder Ausbildungsstelle auch wichtig sein kann. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem bei der Entscheidung für den künftigen Beruf ist die Unsicherheit bei jungen Menschen groß. Kein Wunder, angesichts der immer schneller stattfindenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler nur ansatzweise einen Einblick in Arbeitswelt und Berufs- oder Tätigkeitsprofile haben. Wie kann man trotzdem zu einer guten Entscheidung kommen?

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgendermaßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater/innen merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Wem das nicht reicht, der sollte die angedachte Entscheidung einfach mal „leben“; dabei setzt man sich der Echtsituation aus, d.h. man tut so, als hätte man sich bereits entschieden und geht – für einige Tage – an die Hochschule und nimmt an den Vorlesungen teil oder begibt sich in einen Betrieb und lernt dort seine Wunschausbildung kennen. Das nennt man „Schnupperstudium“ oder „Schnupperpraktikum“. Schnell merkt man, ob dieser Weg der richtige ist. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, über die man ein Schnupperpraktikum oder -studium problemlos organisieren kann, z.B. www.oneweekexperience.de. Hier findet man zu seiner Wunschausbildung (One Week Azubi) oder seinem Wunschstudium (One Week Student) bundesweit passende Angebote.

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Auch sehr hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Orientierungstest www.was-studiere-ich.de und das neue Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET – www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool – gehören dazu. Diese Tests dauern zwischen ein und zwei Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen. Die meisten Tests – sowohl allgemeine als auch studienfeldbezogene – findet man über das unabhängige Vergleichsportal www.osa-portal.de Wer mag, kann die Ergebnisse mit seinem/r Studien- und Berufsberater/in besprechen.

Noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Mit Freund/innen, Eltern, Lehrer/innen zu sprechen, ist wichtig. Denn man erhält zusätzlich zu seiner Selbsteinschätzung auch Rückmeldungen, wie andere einen sehen. Aber Achtung: Trotzdem auf die innere Stimme hören und nicht jeden Ratschlag beherzigen, nur weil er vom besten Freund kommt. Denn letzten Endes weiß man selbst am besten, was zu einem passt.
  • Wer den Anspruch hat, sein (Berufs-) Leben bis zur Rente durchzuplanen, überfordert sich damit selbst. Entscheidungen müssen natürlich getroffen werden, aber sie sollten in erster Linie im Hier und Jetzt Bestand haben – denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, was morgen oder übermorgen kommt?
  • Auch der Zeitfaktor ist wichtig. Manch einer braucht erst mal einen Perspektivenwechsel, um zu merken, wohin die berufliche Reise gehen soll. Nicht jeder kann dies aus dem laufenden Unterrichtsgeschehen heraus entscheiden. Ein gap year oder eine kürzere Auszeit (Freiwilliges Soziales Jahr, Au Pair, einfach mal nur Jobben u.ä.) kann wahre Wunder vollbringen.

 

Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2017

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2017 im bundesweiten Durchschnitt um 2,6 % gestiegen. Der Vergütungsanstieg fiel damit deutlich schwächer aus als in den Jahren zuvor, denn im Zeitraum von 2012 bis 2016 lagen die jährlichen Zuwächse in einer Spanne von 3,4 % bis 4,5 %. Bundesweit kamen die Auszubildenden im Jahr 2017 auf eine Vergütung von durchschnittlich 876 € brutto im Monat. In Westdeutschland erhielten die Auszubildenden im vergangenen Jahr durchschnittlich 881 € und in Ostdeutschland 827 € im Monat. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen stiegen damit prozentual fast gleich stark an: im Westen um 2,6 % und im Osten um 2,5 %. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau blieb somit 2017 in Ostdeutschland unverändert: Es wurden wie im Vorjahr 94 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2017. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland. Auf dieser Basis wurden auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet. Auf die einbezogenen Berufe entfielen 89 % aller Ausbildungsverhältnisse. Das BIBB führt die Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober durch.

Zwischen den Ausbildungsberufen bestanden 2017 erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/Maurerin mit monatlich 1.095 € im gesamtdeutschen Durchschnitt. In Ostdeutschland fielen die Beträge allerdings mit 915 € deutlich niedriger aus als in Westdeutschland mit 1.110 €. Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in den Berufen Mechatroniker/Mechatronikerin (gesamt: 1.043 €, West: 1.047 €, Ost: 1.023 €), Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1.028 €) und Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.004 €, West: 1.008 €, Ost: 942 €) gezahlt.

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Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2017 zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (einheitlich: 693 €), Bäcker/Bäckerin (einheitlich: 637 €), Florist/Floristin (gesamt: 617 €, West: 622 €, Ost: 587 €) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin (einheitlich: 518 €).

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es 2017 ebenfalls deutliche Unterschiede im tariflichen Vergütungsniveau. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 958 €) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 942 €, West: 950 €, Ost: 878 €) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 809 €, West: 810 €, Ost: 773 €), in der Landwirtschaft (gesamt: 733 €, West: 753 €, Ost: 641 €) sowie im Handwerk (gesamt: 738 €, West: 743 €, Ost: 678 €).

Top: Hier rollt der Rubel

Stuckateur/-in

1.104 €

Beton- und Stahlbetonbauer/-in

1.097 €

Zimmerer/-in

1.096 €

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in

1.095 €

Maurer/-in

1.095 €

Straßenbauer/-in

1.093 €

Trockenbaumonteur/-in

1.087 €

Binnenschiffer/-in

1.072 €

Technische/-r Systemplaner/-in

1.052 €

Elektroniker/-in für Geräte und Systeme

1.051 €

Technische/-r Modellbauer/-in

1.051 €

Fluggerätmechaniker/-in

1.050 €

Zerspanungsmechaniker/-in

1.050 €

Konstruktionsmechaniker/-in

1.048 €

Anlagenmechaniker/-in

1.045 €

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik

1.045 €

Mechatroniker/-in

1.043 €

Industriemechaniker/-in

1.038 €

Elektroniker/-in für Betriebstechnik

1.036 €

Bankkaufmann/-frau

1.032 €

Industriekaufmann/-frau

1.004 €

Flop: Hier gibt‘s wenig

Schornsteinfeger/-in

518 €

Florist/-in

617 €

Bauten- und Objektbeschichter/-in

630 €

Raumausstatter/-in

635 €

Bäcker/-in

637 €

Landwirt/-in

648 €

Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk

658 €

Tischler/-in

665 €

Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r

680 €

Maler/-in und Lackierer/-in

693 €

Fachkraft im Gastgewerbe

717 €

Systemelektroniker/-in

725 €

Metallbauer/-in (alle Fachrichtungen)

729 €

Fleischer/-in

736 €

Feinwerkmechaniker/-in

742 €

Automobilkaufmann/-frau

747 €

Fachkraft für Schutz und Sicherheit

747 €

Mediengestalter/-in Bild und Ton

750 €

Restaurantfachmann/-frau

758 €

Kaufmann/-frau für Büromanagement

763 €

Koch/Köchin

765 €

 

 

Ich bin dann erstmal weg – Alternativen zu Ausbildung und Studium

Sie wissen noch nicht so genau, wo es beruflich hingehen soll? Sie möchten sich nach dem Schulabschluss-Stress eine Auszeit gönnen und den Kopf freibekommen, auch um sich über die eigenen Perspektiven klarzuwerden? Kein Problem: Es gibt Möglichkeiten zuhauf, die Zeit nach der Schule sinnvoll zu nutzen, statt sofort in eine Ausbildung oder ein Studium zu starten.

Freiwilligendienste

Worum geht´s?

Die Hauptmotivation für die Freiwilligendienste ist, sich für andere zu engagieren und Gutes zu tun. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren und die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht; die Altersgrenze beträgt 27 Jahre. Damit kommt ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sowohl für Realschul-Absolventen, als auch für Abiturienten in Betracht.

Das FSJ dauert in der Regel 12 Monate und beginnt zumeist am 1. August oder am 1. September eines Jahres. Die Mindestdauer beträgt 6 Monate, die Höchstdauer beträgt 18 Monate. Träger des FSJ sind anerkannte Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege auf Landesebene wie Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund oder auch die Arbeiterwohlfahrt. Das FSJ wird etwa in einer Kindereinrichtung, einer Pflegestation, beim Sportverein oder in einem Museum abgeleistet; ein FÖJ dagegen zum Beispiel bei einem Tierschutzverein, einer Umweltstiftung oder in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

FSJ und FÖJ können auch im Ausland geleistet werden. Freiwillige im FSJ/FÖJ sind grundsätzlich gesetzlich sozialversichert; um Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung muss man sich also nicht kümmern. Daneben besteht bis zum 25. Lebensjahr ein Anspruch auf Kindergeld und alle daran geknüpften Folgeleistungen. Während des Einsatzes erhalten die Freiwilligen normalerweise ein Taschengeld (bis 336 € pro Monat); Unterkunft und Verpflegung sind grundsätzlich frei.

Im Jahr 2011 wurde der BFD als Ersatz für den Zivildienst eingeführt; die Voraussetzungen sind praktisch gleich. Im Gegensatz zu FSJ oder FÖJ besteht aber keine Altersbeschränkung. Hier ist der Träger die Bundesrepublik Deutschland; die Einsatzmöglichkeiten sind ähnlich wie bei FSJ und FÖJ, aber ergänzt um die Bereiche Behindertenhilfe, Integration, Zivil- und Katastrophenschutz.

Was tun?

Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig. Eine gute Informationsquelle sind die Webseite www.pro-fsj.de und das Portal ww.bundesfreiwilligendienste.de Wer für seinen Freiwilligendienst ins Ausland möchte: Die Europäische Union fördert gemeinnützige Projekte in 37 Ländern; grundsätzlich ist ein weltweiter Einsatz möglich, in manchen Ländern liegt das Mindestalter aber bei 18 Jahren. Infos finden Sie unter http://europa.eu/youth/evs_database

Bitte beachten:

Wie immer gilt: Wer rechtzeitig aktiv wird, hat die Nase vorn. Kein Terminstress und mehr Auswahl sind die Hauptvorteile; man sollte deshalb rund ein Jahr vor dem geplanten Start beginnen, sich konkret zu informieren, denn für das Bewerbungsverfahren ist mindestens ein halbes Jahr einzuplanen, bei Stellen im Ausland kann der Vorlauf noch länger sein. Wer sich kurzfristig für ein FSJ oder FÖJ entscheidet, kann aber Glück haben, denn natürlich kommt es immer wieder vor, dass jemand abspringt.

Work and Travel

Worum geht´s?

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Hier geht es weniger darum, Gutes zu tun, sondern eher darum die Welt kennenzulernen und nebenbei zu arbeiten, um den Spaß zu finanzieren. Als Work and Traveller ist man selten länger als ein paar Wochen an einem Ort. Unterwegs nimmt man immer wieder neue Gelegenheitsjobs an – sei es für wenige Tage oder mehrere Wochen. Typische Tätigkeiten sind z.B. Kellnern, Obst pflücken, Ernten, Tiere hüten, auf dem Bau oder in einer Fabrik aushelfen, einfache Handwerkerarbeiten, Promotionjobs usw. Meist dienen Jugendherbergen oder Zelte als Unterkunft; je nach Job kann aber auch die Unterkunft gestellt werden (z.B. auf einer Farm in Gemeinschaftsunterkünften). Besonders verbreitet sind Work & Travel in Australien und Neuseeland, aber auch in vielen anderen Ländern ist Work & Travel möglich.

Was tun?

Erstmal ist zu entscheiden, ob man alles selbst organisieren oder auf eine spezialisierte Agentur zurückgreifen möchte. Das hängt sicher auch vom verfügbaren Budget ab, denn umsonst ist das natürlich nicht. So ist die Abwicklung über eine professionelle Agentur mit Kosten von etwa 1.500 bis 2.500 € verbunden. Im Programmpreis enthalten sind in der Regel Hin- und Rückflugticket, Vorbereitungstreffen, ein Einführungsseminar im Gastland (Tipps zur Jobsuche, Beantragung der Steuernummer, Eröffnung eines Bankkontos etc.), Zugang zu einer Job-Datenbank, die ersten paar Übernachtungen und teilweise auch eine SIM-Karte fürs Handy. Zudem hat man Ansprechpartner vor Ort, die einem bei Fragen und Problemen weiterhelfen können.

Viele nützliche Infos finden sich bei der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit (IJAB) unter www.ijab.de; auch unter Seiten wie www.weltweiser.de oder www.auslandsjob.de finden sich viele nützliche Tipps.

Bitte beachten:

Genug Vorlaufzeit ist wichtig! Mindestens drei Monate sollten es schon sein; besser man nimmt sich etwas mehr Zeit, um die Reise zu planen, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, Visa zu beantragen etc… In jedem Fall sollte man über ein Finanzpolster für Notfälle (z.B. für Krankheit oder falls man keinen passenden Job findet) verfügen – in Australien ist der Nachweis einer Rücklage sogar Pflicht.

Eine Liste von Links zum Thema finden Sie hier.

Wissenswertes über Freiwilligendienste im Ausland

Lernstress ade, Abitur in der Tasche: viele Schulabgänger planen, fernab touristischer Pfade die Welt zu erkunden. Vor allem Freiwilligenprojekte im sozialen oder ökologischen Bereich sowie im Tierschutz sind sehr beliebt – bei Abiturienten ebenso wie bei Studenten. Für den Einsatz in geförderten Projekten, wie etwa im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Ausland, gelten lange Bewerbungsfristen. Privat finanzierte Freiwilligenprojekte weltweit dagegen nehmen auch noch sehr kurzfristig engagierte Helfer aus Deutschland auf.

Als Alternative zur Suche auf eigene Faust bieten private Vermittler ihre Unterstützung an. Janna Pressentin, Expertin für Freiwilligendienste bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren, informiert über die Vermittlung solcher Projekte durch private deutsche Organisationen.

Flexibilität für Kurzentschlossene

Wer sich mit seinen Wünschen an private Vermittler wendet, genießt dort in der Regel eine große Flexibilität bezüglich Beginn, Dauer und Ort seines Einsatzes. Anders als bei geförderten Aufenthalten ist auch die Art des Projekts frei wählbar. Ob einige Wochen, drei Monate oder gleich ein ganzes Jahr – junge Helfer unterrichten Grundschüler in Indien, engagieren sich im Umweltschutz in Nordamerika und sind in neuseeländischen Nationalparks aktiv. Ein beliebtes Reiseziel ist Südafrika, wo Exotik und die englische Landessprache für viele eine gute Kombination für einen Freiwilligendienst sind. Viele Volontäre kombinieren ihren Freiwilligeneinsatz auch mit anderen Programmen wie etwa einem Sprachkurs oder einem Praktikum. Denn die Einsatzzeiten variieren je nach Projekt und Kombination zwischen 10 und 40 Stunden wöchentlich.

Safety first – selbst bei Reklamation

Wer die professionelle Vermittlung über einen deutschen Anbieter wählt, genießt Sicherheit bei Organisation und Betreuung sowie Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Projekt durch kompetente Reiseexperten. Diese übernehmen die Auswahl geeigneter und seriöser Partner weltweit und sind Vertragspartner nach deutschem Reiserecht. Die Organisation übernimmt die Zahlungsabwicklung mit dem Ausland genauso wie die Geltendmachung möglicher Reklamationsansprüche. Zahlungen an unbekannte Adressen im Ausland lassen sich so vermeiden.

Service vor Abreise

Mancher junge Erwachsene ist erstmals von zu Hause weg und entsprechend noch nicht so routiniert hinsichtlich einer komplett eigenständigen Reiseorganisation. Da ist es nicht zuletzt auch für Eltern hilfreich, einen direkten Ansprechpartner in Deutschland zu haben. Zusammen mit dem Vermittler legen die künftigen Helfer schon im Vorfeld alle wesentlichen Rahmendaten des Aufenthalts fest – Projekt und Reiseziel, die Abholung am Flughafen, Unterbringung und Versorgung vor Ort. Eltern und Projektteilnehmer erhalten außerdem vorab Informationen zum Tagesablauf oder zu Einreisebestimmungen und Visaformalitäten. Ein Zeitraum von drei Monaten vor der Abreise ist optimal für die Planung und Vorbereitung.

Warum Helfen im Ausland Geld kostet

Freiwilligendienst Thailand Rebecca K.

Viele Interessierte erwarten im Vorfeld kostenfreie Unterkunft und Verpflegung für ihren freiwilligen Einsatz. Im Gegensatz zu geförderten Projekten müssen Teilnehmer die Kosten für den Freiwilligendienst aber selbst tragen. Dazu zählen im Wesentlichen Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Transfers, die Krankenversicherung sowie Taschengeld. Reisende zahlen zudem für den deutschen Vermittler und dessen ausländischen Partner eine Aufwandsgebühr. Gründe dafür liegen in den Projekten selbst, die keine staatliche Förderung erhalten, sich meist nur mühsam selbst über Wasser halten und somit keinerlei Kosten für die Volontäre tragen können. In der Regel fließt ein Teil der Gebühren auch als direkte Spende ins gewählte Projekt.

Betreuung vor Ort

Deutsche Vermittler kooperieren in der Regel nicht direkt mit den Projekten vor Ort, sondern mit einer Partnerorganisation, die mehrere Projekte sowie deren ausländische Helfer betreuen. Im direkten Austausch mit deren Mitarbeitern vor Ort lassen sich Anfangsschwierigkeiten oder ungewohnte Situationen gemeinsam meistern. Die Vermittlung spannender und effizienter Einsätze gelingt so sehr gut, denn nicht jedes Projekt, das auf Freiwillige angewiesen ist, verfügt über das Know-how, sie weltweit zu rekrutieren oder eine entsprechende Online-Präsenz einzurichten. Neben der Vermittlung in ein geeignetes Projekt, der Organisation von Unterkunft, Verpflegung und Abholung am Flughafen bieten die lokalen Partner verschiedene Möglichkeiten gemeinsamer Freizeitaktivitäten, helfen bei der Eingewöhnung und haben auch wenn einmal Heimweh aufkommt ein offenes Ohr.

Weitere Informationen zu möglichen Programmen gibt es unter www.carl-duisberg-auslandspraktikum.de

Alle Fotos: Carl Duisburg Centren