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Your English is not the Yellow oft he Egg – Sprachtests im Überblick

Fremdsprachen sind der Schlüssel zu Menschen, anderen Ländern, Kulturen und Arbeitsmärkten. Allein in der EU gibt es 24 Amtssprachen. Unangefochtener Spitzenreiter ist Englisch, das von den meisten Europäern verstanden wird. Doch über das pure Verständnis hinaus sind für Studium oder Beruf für das In- oder Ausland häufig Nachweise über das konkrete Können erforderlich. Klara Balogun, Expertin für Sprachprüfungen bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren, stellt die gängigsten Englisch-Sprachprüfungen vor:

IELTS (International English Language Testing System)

Der IELTS Test ist einer der weltweit bekanntesten Englisch-Sprachtests und orientiert sich am britischen Englisch. Zwei Prüfungsmodule stehen zur Auswahl: Das Academic Module benötigen Studenten für den Hochschulzugang sowie medizinisches Fachpersonal für die Arbeitserlaubnis in Australien, Neuseeland und Großbritannien. Das General Module brauchen Einwanderer in Down Under und Kanada. 9.000 Organisationen in mehr als 140 Ländern erkennen das Zertifikat an, darunter Schulen, Universitäten, Arbeitgeber, Einwanderungsbehörden und Berufsverbände. „Der dreistündige Test in Papierform unterscheidet sich vor allem beim Überprüfen des mündlichen Sprachgebrauchs von anderen Prüfungen. Dies geschieht persönlich in einer Eins-zu-eins-Situation mit einem Prüfer. Zudem wird auf Multiple Choice weitestgehend verzichtet.“, sagt Klara Balogun. In 14 deutschen Städten werden dazu 36 Termine pro Jahr angeboten. Für diese können sich Prüfungskandidaten unter www.britishcouncil.de bis zwei Wochen vor dem Prüfungstermin anmelden. Die Resultate stehen nach 13 Tagen fest. Die Kosten für den Test belaufen sich auf 220 Euro.

TOEFL (Test of English as a Foreign Language)

Das TOEFL Zertifikat benötigen vor allem Studenten für den Hochschulzugang. Denn für viele Bachelor- und Masterstudiengänge im Ausland oder internationale Studiengänge in Deutschland gilt er als Zulassungsvoraussetzung. Der Multiple Choice Test orientiert sich am amerikanischen Englisch. Neben anderen TOEFL Tests wie etwa der TOEFL pbt oder der TOEFL Junior für Austauschschüler ist der TOEFL ibt am meisten verbreitete. „Die Abkürzung IBT bedeutet ‚internet-based‘“, erklärt Balogun. „Beim Überprüfen des mündlichen Sprachgebrauchs sprechen alle Kandidaten einer Prüfung gleichzeitig in ihren Rechner, was leicht zu Konzentrationsschwierigkeiten führt“, so die Expertin weiter. Deutschlandweit werden pro Jahr über 50 Testtermine an 32 Orten angeboten. Nach 13 Tagen stehen die Testergebnisse fest. Die Bewertung erfolgt nach einem Punktesystem, das eine Skala bis 120 Punkte umfasst. „Hochschulen verlangen zwischen 80 und 110 Punkten“, sagt Klara Balogun. Es ist ratsam, sich mindestens vier Wochen vorher für den vierstündigen Test anzumelden. Das ist online über www.ets.org möglich. Der Test kostet 245 Dollar.

CAE (Cambridge Certificate in Advanced English)

Das CAE ist die gefragteste Englischprüfung der University of Cambridge, die für Nicht-Muttersprachler von den dortigen Professoren entwickelt wurde. Einmal bestanden, berechtigt das Zertifikat zum Studieren an Universitäten in Großbritannien. Das Zertifikat eignet sich generell für den Hochschulzugang, wird aber auch für den Beruf anerkannt oder bei der Immigration in ein englischsprachiges Land. Weltweit lässt sich das CAE in über 135 Ländern erwerben. Die 46 Prüfungsorte und -zentren in Deutschland sind unter www.cambridgeenglish.org/exams zu finden. Der vierstündige Test existiert in zwei Versionen: Testteilnehmer, die die Papierform wählen, erhalten ihre Resultate erst nach vier bis sechs Wochen. Die Ergebnisse der computerbasierten Form gibt es schon nach zwei bis drei Wochen. Termine für den Test sind monatlich möglich. Das CAE kostet etwa 250 Euro.

TOEIC (Test of English for International Communication)

Seit fast 40 Jahren ist dieser Test gefragt, wenn es um den Nachweis von berufsbezogenem, weniger dem rein akademischen Englisch geht. „Er dient vor allem Arbeitnehmern für den Nachweis der Englischkenntnisse. Doch auch für den Zugang zur Fachhochschule ist er gefragt“, sagt Klara Balogun. Kandidaten wählen aus unterschiedlichen Prüfungsvarianten. Beim Standardtest TOEIC L&R sind die beiden Bereiche Hörverstehen und Lesen die Hauptbestandteile der Prüfung. Absolvieren können Kandidaten den reinen Multiple Choice Test entweder in Papierform oder am Computer. Der TOEIC 4 Skills gibt zudem die Möglichkeit, auch den mündlichen sowie den schriftlichen Sprachgebrauch zu testen. Der Test wird überall in Deutschland in Kooperation mit www.language-testing-service.de angeboten. Durchgeführt wird er beim Arbeitgeber, am Studienort, in einem TOEIC-Zentrum oder einem anerkannten Testcenter. Auch im Ausland kann die Prüfung abgelegt werden. Termine sind nach Wunsch möglich. Die Resultate kommen bereits nach sieben Tagen. Die Höchstpunktzahl liegt für beide Bereiche bei 990 und kostet je nach Prüfinstitution circa 115 Euro.

Gut zu wissen

Stehen verschiedene Tests zur Auswahl, sind in der Regel die Nähe zum Prüfungsort und die Verfügbarkeit eines Testtermins ausschlaggebend bei der Entscheidung für eine dieser Prüfungen. Hochschulen geben in der Regel eine Liste aller anerkannten Englischprüfungen heraus. Wer den Test für einen Auslandsaufenthalt benötigt, dem rät Klara Balogun: „Den IELTS würde ich für England, Australien und Neuseeland ablegen. Der TOEFL-Test ist ideal für USA, obwohl mittlerweile viele Institutionen in den jeweiligen Ländern auch den anderen Test anerkennen.“ Die Zertifikate sind in der Regel zwei Jahre gültig. Das Cambridge-Zertifikat wirbt mit lebenslanger Gültigkeit. Dennoch empfiehlt es sich nach längerer Pause im Sprachgebrauch, einen Test neu abzulegen. „Durchfallen kann man bei den Tests nicht, ausschlaggebend ist für deren Verwendung aber immer eine Mindestpunktzahl. Man kann sie so oft ablegen wie man möchte. TOEFL hält sich eine Sperre von zwölf Tagen vor.“

Alle namhaften Schulbuchverlage bieten Bücher zur Vorbereitung an; auch das Netz hält diverse Onlinekurse bereit. Sprachschulen bieten zudem spezielle Vorbereitungskurse an. Besonders empfehlenswert vor einer Prüfung ist es, sich im Alltag mit der englischen Sprache zu beschäftigen – sei es durch Radio oder Fernsehen oder beim Lesen einer Zeitung. „Sprachtests können auch im Ausland abgelegt werden, auch in Kombination mit einer Sprachreise mit oder ohne vorgeschalteten Vorbereitungskurs “, sagt Klara Balogun.

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Tipps für qualifizierten Nachhilfeunterricht von der Verbraucherzentrale

Das laufende Schuljahr nähert sich dem Ende? Oder liegt gerade das letzte Zwischenzeugnis auf dem Tisch und sieht gar nicht gut aus? Sind Schulabschluss oder Versetzung gefährdet, steigt die Nachfrage nach gezielter Nachhilfe rapide an. Um den Notendurchschnitt in Deutsch, Mathe oder Englisch zu verbessern, greifen viele Eltern tief in die Tasche. Denn qualifizierte Nachhilfe hat ihren Preis. Doch die Angebote auf dem Bildungsmarkt sind unüberschaubar.

„Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann seine pädagogischen Dienste anbieten und zahlenden Eltern die Bedingungen hierfür diktieren“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Eltern sollten nicht ungeprüft auf den erstbesten Nachhilfe-Profi setzen. Einseitige Terminänderungen etwa in der Ferienzeit, Ankündigung von Kursterminen nur unter Vorbehalt, eigenmächtige Weitergabe reservierter Plätze sind nur einige Beispiele von unwirksamen Vorgaben in Verträgen von gewerblichen Nachhilfeanbietern. Allein im letzten Jahr hat die Verbraucherzentrale im Rahmen einer Aktion insgesamt 51 unwirksame Klauseln bei zehn Nachhilfe-Unternehmen abgemahnt. Eltern, die schulische Defizite ihrer Kinder mit einer Extra-Portion Pauken ausgleichen wollen, sollten bei ihrer Entscheidung für Nachhilfe auf eine qualifizierte Lehrkraft und einen fairen Vertrag achten:

• Qual der Wahl: Mehrere tausend gewerbliche Nachhilfeinstitute bieten bundesweit ihre Dienste zur Verbesserung der Noten an. Die meisten Schüler büffeln nach der Schule mit privat organisierten Nachhilfelehrern, Schülern oder Studenten. Professionelle Institute offerieren ihre Lernhilfe vornehmlich in Kleingruppen, während Nachhilfelehrer zur Einzelbetreuung meistens ins Haus kommen. Preise und Dauer des Zusatzunterrichts können stark variieren. Während bei Privatlehrern oft ein Honorar ohne schriftlichen Vertrag ausgehandelt wird, arbeiten große Institute in der Regel mit festen Sätzen, die schriftlich fixiert werden.

• Nachhilfe – Ja oder Nein: Betreutes Büffeln nach der Schule sollte nur vorübergehend sein und darf nicht zur Dauerkrücke und somit zur Dauerbelastung des lernenden Nachwuchses werden. Meist ist es sinnvoll, zunächst mit dem zuständigen Lehrer auszuloten, wo Defizite liegen und ob bzw. welche Nachhilfe angebracht ist.

• Einzelunterricht zu Hause: Private Einzelnachhilfe bedeutet häufig eine individuellere Betreuung und ist oft günstiger als zusätzlicher Nachmittagsunterricht in einem Institut. Geeignete Nachhilfelehrer lassen sich oftmals durch Nachfragen im Bekannten- oder Verwandtenkreis ermitteln. Eltern sollten sich in einem persönlichen Gespräch einen Eindruck von der Qualifikation eines privaten „Paukers“ verschaffen und eine Probestunde vereinbaren. Denn die Nachhilfe bringt nur einen Lernerfolg, wenn Schüler und Privatlehrer gut miteinander zurechtkommen. Deshalb sollte bei anhaltenden Problemen ein rascher Wechsel der Lehrperson möglich sein. Ernsthafte Nachhilfelehrer informieren sich über den Lern- und Wissensstand ihres Zöglings und richten ihre pädagogische Unterstützung am Unterrichtsstoff aus.

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• Nachhilfeinstitute: Wer sein Kind nachmittags in eine gewerblich organisierte Nachhilfegruppe schicken will, sollte sich von mehreren Anbietern vor Ort beraten lassen. Qualifikationen, Zusammensetzung der Lerngruppen sowie Räumlichkeiten sind dabei wichtige Kriterien für die Auswahl eines Instituts. Ein gutes Institut zeichnet sich auch dadurch aus, dass vor Beginn der Nachhilfe das Leistungsvermögen des Kindes getestet und im Unterricht berücksichtigt wird. Eine Lerngruppe sollte zudem nicht mehr als fünf Schüler umfassen und möglichst homogen sein, damit ein intensives und individuell ausgerichtetes Anleiten möglich ist.

• Vertragsgestaltung: Eltern sollten das Kleingedruckte im vorgelegten Vertrag sorgfältig lesen und hierbei auf nachteilige Klauseln und versteckte Kosten achten. Zum Beispiel ist wichtig, dass Änderungen von Terminen oder Lehrkräften nur in Absprache mit den Schülern und den Eltern als Vertragspartner erfolgen können. Ein Vertrag sollte erst abgeschlossen werden, wenn die Probestunden zufriedenstellend verlaufen sind. Um ein Vertragsverhältnis bei Missfallen oder Misserfolg möglichst rasch kündigen zu können, sollte eine kurze Mindestvertragslaufzeit von sechs bis zwölf Monaten gewählt werden.

• Kosten: Ein vorheriger Preisvergleich ist sinnvoll. Große Institute berechnen zwischen 100 und 150 Euro pro Monat für zwei Einzelstunden à 45 Minuten in der Woche. Die Höhe richtet sich nach den vereinbarten Leistungen – etwa ob Einzel- oder Gruppenunterricht erteilt wird. Privatlehrer nehmen zwischen 7 und 25 Euro pro Unterrichtseinheit.

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Neues Orientierungstool der Agentur für Arbeit

Im letzten Schuljahr soll alles gleichzeitig passieren: Pauken für die Abschlussprüfungen, entscheiden wie’s nach der Schule weitergeht, neben dem Schul- und Prüfungsstress Bewerbungen schreiben, mit dem Führerschein anfangen, der für manche Arbeits- oder Ausbildungsstelle auch wichtig sein kann. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem bei der Entscheidung für den künftigen Beruf ist die Unsicherheit bei jungen Menschen groß. Kein Wunder, angesichts der immer schneller stattfindenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler nur ansatzweise einen Einblick in Arbeitswelt und Berufs- oder Tätigkeitsprofile haben. Wie kann man trotzdem zu einer guten Entscheidung kommen?

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgendermaßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater/innen merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Wem das nicht reicht, der sollte die angedachte Entscheidung einfach mal „leben“; dabei setzt man sich der Echtsituation aus, d.h. man tut so, als hätte man sich bereits entschieden und geht – für einige Tage – an die Hochschule und nimmt an den Vorlesungen teil oder begibt sich in einen Betrieb und lernt dort seine Wunschausbildung kennen. Das nennt man „Schnupperstudium“ oder „Schnupperpraktikum“. Schnell merkt man, ob dieser Weg der richtige ist. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, über die man ein Schnupperpraktikum oder -studium problemlos organisieren kann, z.B. www.oneweekexperience.de. Hier findet man zu seiner Wunschausbildung (One Week Azubi) oder seinem Wunschstudium (One Week Student) bundesweit passende Angebote.

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Auch sehr hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Orientierungstest www.was-studiere-ich.de und das neue Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET – www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool – gehören dazu. Diese Tests dauern zwischen ein und zwei Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen. Die meisten Tests – sowohl allgemeine als auch studienfeldbezogene – findet man über das unabhängige Vergleichsportal www.osa-portal.de Wer mag, kann die Ergebnisse mit seinem/r Studien- und Berufsberater/in besprechen.

Noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Mit Freund/innen, Eltern, Lehrer/innen zu sprechen, ist wichtig. Denn man erhält zusätzlich zu seiner Selbsteinschätzung auch Rückmeldungen, wie andere einen sehen. Aber Achtung: Trotzdem auf die innere Stimme hören und nicht jeden Ratschlag beherzigen, nur weil er vom besten Freund kommt. Denn letzten Endes weiß man selbst am besten, was zu einem passt.
  • Wer den Anspruch hat, sein (Berufs-) Leben bis zur Rente durchzuplanen, überfordert sich damit selbst. Entscheidungen müssen natürlich getroffen werden, aber sie sollten in erster Linie im Hier und Jetzt Bestand haben – denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, was morgen oder übermorgen kommt?
  • Auch der Zeitfaktor ist wichtig. Manch einer braucht erst mal einen Perspektivenwechsel, um zu merken, wohin die berufliche Reise gehen soll. Nicht jeder kann dies aus dem laufenden Unterrichtsgeschehen heraus entscheiden. Ein gap year oder eine kürzere Auszeit (Freiwilliges Soziales Jahr, Au Pair, einfach mal nur Jobben u.ä.) kann wahre Wunder vollbringen.

 

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Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2017

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2017 im bundesweiten Durchschnitt um 2,6 % gestiegen. Der Vergütungsanstieg fiel damit deutlich schwächer aus als in den Jahren zuvor, denn im Zeitraum von 2012 bis 2016 lagen die jährlichen Zuwächse in einer Spanne von 3,4 % bis 4,5 %. Bundesweit kamen die Auszubildenden im Jahr 2017 auf eine Vergütung von durchschnittlich 876 € brutto im Monat. In Westdeutschland erhielten die Auszubildenden im vergangenen Jahr durchschnittlich 881 € und in Ostdeutschland 827 € im Monat. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen stiegen damit prozentual fast gleich stark an: im Westen um 2,6 % und im Osten um 2,5 %. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau blieb somit 2017 in Ostdeutschland unverändert: Es wurden wie im Vorjahr 94 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2017. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland. Auf dieser Basis wurden auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet. Auf die einbezogenen Berufe entfielen 89 % aller Ausbildungsverhältnisse. Das BIBB führt die Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober durch.

Zwischen den Ausbildungsberufen bestanden 2017 erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/Maurerin mit monatlich 1.095 € im gesamtdeutschen Durchschnitt. In Ostdeutschland fielen die Beträge allerdings mit 915 € deutlich niedriger aus als in Westdeutschland mit 1.110 €. Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in den Berufen Mechatroniker/Mechatronikerin (gesamt: 1.043 €, West: 1.047 €, Ost: 1.023 €), Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1.028 €) und Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.004 €, West: 1.008 €, Ost: 942 €) gezahlt.

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Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2017 zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (einheitlich: 693 €), Bäcker/Bäckerin (einheitlich: 637 €), Florist/Floristin (gesamt: 617 €, West: 622 €, Ost: 587 €) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin (einheitlich: 518 €).

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es 2017 ebenfalls deutliche Unterschiede im tariflichen Vergütungsniveau. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 958 €) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 942 €, West: 950 €, Ost: 878 €) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 809 €, West: 810 €, Ost: 773 €), in der Landwirtschaft (gesamt: 733 €, West: 753 €, Ost: 641 €) sowie im Handwerk (gesamt: 738 €, West: 743 €, Ost: 678 €).

Top: Hier rollt der Rubel

Stuckateur/-in

1.104 €

Beton- und Stahlbetonbauer/-in

1.097 €

Zimmerer/-in

1.096 €

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in

1.095 €

Maurer/-in

1.095 €

Straßenbauer/-in

1.093 €

Trockenbaumonteur/-in

1.087 €

Binnenschiffer/-in

1.072 €

Technische/-r Systemplaner/-in

1.052 €

Elektroniker/-in für Geräte und Systeme

1.051 €

Technische/-r Modellbauer/-in

1.051 €

Fluggerätmechaniker/-in

1.050 €

Zerspanungsmechaniker/-in

1.050 €

Konstruktionsmechaniker/-in

1.048 €

Anlagenmechaniker/-in

1.045 €

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik

1.045 €

Mechatroniker/-in

1.043 €

Industriemechaniker/-in

1.038 €

Elektroniker/-in für Betriebstechnik

1.036 €

Bankkaufmann/-frau

1.032 €

Industriekaufmann/-frau

1.004 €

Flop: Hier gibt‘s wenig

Schornsteinfeger/-in

518 €

Florist/-in

617 €

Bauten- und Objektbeschichter/-in

630 €

Raumausstatter/-in

635 €

Bäcker/-in

637 €

Landwirt/-in

648 €

Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk

658 €

Tischler/-in

665 €

Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r

680 €

Maler/-in und Lackierer/-in

693 €

Fachkraft im Gastgewerbe

717 €

Systemelektroniker/-in

725 €

Metallbauer/-in (alle Fachrichtungen)

729 €

Fleischer/-in

736 €

Feinwerkmechaniker/-in

742 €

Automobilkaufmann/-frau

747 €

Fachkraft für Schutz und Sicherheit

747 €

Mediengestalter/-in Bild und Ton

750 €

Restaurantfachmann/-frau

758 €

Kaufmann/-frau für Büromanagement

763 €

Koch/Köchin

765 €

 

 

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Ich bin dann erstmal weg – Alternativen zu Ausbildung und Studium

Sie wissen noch nicht so genau, wo es beruflich hingehen soll? Sie möchten sich nach dem Schulabschluss-Stress eine Auszeit gönnen und den Kopf freibekommen, auch um sich über die eigenen Perspektiven klarzuwerden? Kein Problem: Es gibt Möglichkeiten zuhauf, die Zeit nach der Schule sinnvoll zu nutzen, statt sofort in eine Ausbildung oder ein Studium zu starten.

Freiwilligendienste

Worum geht´s?

Die Hauptmotivation für die Freiwilligendienste ist, sich für andere zu engagieren und Gutes zu tun. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren und die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht; die Altersgrenze beträgt 27 Jahre. Damit kommt ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sowohl für Realschul-Absolventen, als auch für Abiturienten in Betracht.

Das FSJ dauert in der Regel 12 Monate und beginnt zumeist am 1. August oder am 1. September eines Jahres. Die Mindestdauer beträgt 6 Monate, die Höchstdauer beträgt 18 Monate. Träger des FSJ sind anerkannte Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege auf Landesebene wie Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund oder auch die Arbeiterwohlfahrt. Das FSJ wird etwa in einer Kindereinrichtung, einer Pflegestation, beim Sportverein oder in einem Museum abgeleistet; ein FÖJ dagegen zum Beispiel bei einem Tierschutzverein, einer Umweltstiftung oder in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

FSJ und FÖJ können auch im Ausland geleistet werden. Freiwillige im FSJ/FÖJ sind grundsätzlich gesetzlich sozialversichert; um Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung muss man sich also nicht kümmern. Daneben besteht bis zum 25. Lebensjahr ein Anspruch auf Kindergeld und alle daran geknüpften Folgeleistungen. Während des Einsatzes erhalten die Freiwilligen normalerweise ein Taschengeld (bis 336 € pro Monat); Unterkunft und Verpflegung sind grundsätzlich frei.

Im Jahr 2011 wurde der BFD als Ersatz für den Zivildienst eingeführt; die Voraussetzungen sind praktisch gleich. Im Gegensatz zu FSJ oder FÖJ besteht aber keine Altersbeschränkung. Hier ist der Träger die Bundesrepublik Deutschland; die Einsatzmöglichkeiten sind ähnlich wie bei FSJ und FÖJ, aber ergänzt um die Bereiche Behindertenhilfe, Integration, Zivil- und Katastrophenschutz.

Was tun?

Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig. Eine gute Informationsquelle sind die Webseite www.pro-fsj.de und das Portal ww.bundesfreiwilligendienste.de Wer für seinen Freiwilligendienst ins Ausland möchte: Die Europäische Union fördert gemeinnützige Projekte in 37 Ländern; grundsätzlich ist ein weltweiter Einsatz möglich, in manchen Ländern liegt das Mindestalter aber bei 18 Jahren. Infos finden Sie unter http://europa.eu/youth/evs_database

Bitte beachten:

Wie immer gilt: Wer rechtzeitig aktiv wird, hat die Nase vorn. Kein Terminstress und mehr Auswahl sind die Hauptvorteile; man sollte deshalb rund ein Jahr vor dem geplanten Start beginnen, sich konkret zu informieren, denn für das Bewerbungsverfahren ist mindestens ein halbes Jahr einzuplanen, bei Stellen im Ausland kann der Vorlauf noch länger sein. Wer sich kurzfristig für ein FSJ oder FÖJ entscheidet, kann aber Glück haben, denn natürlich kommt es immer wieder vor, dass jemand abspringt.

Work and Travel

Worum geht´s?

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Hier geht es weniger darum, Gutes zu tun, sondern eher darum die Welt kennenzulernen und nebenbei zu arbeiten, um den Spaß zu finanzieren. Als Work and Traveller ist man selten länger als ein paar Wochen an einem Ort. Unterwegs nimmt man immer wieder neue Gelegenheitsjobs an – sei es für wenige Tage oder mehrere Wochen. Typische Tätigkeiten sind z.B. Kellnern, Obst pflücken, Ernten, Tiere hüten, auf dem Bau oder in einer Fabrik aushelfen, einfache Handwerkerarbeiten, Promotionjobs usw. Meist dienen Jugendherbergen oder Zelte als Unterkunft; je nach Job kann aber auch die Unterkunft gestellt werden (z.B. auf einer Farm in Gemeinschaftsunterkünften). Besonders verbreitet sind Work & Travel in Australien und Neuseeland, aber auch in vielen anderen Ländern ist Work & Travel möglich.

Was tun?

Erstmal ist zu entscheiden, ob man alles selbst organisieren oder auf eine spezialisierte Agentur zurückgreifen möchte. Das hängt sicher auch vom verfügbaren Budget ab, denn umsonst ist das natürlich nicht. So ist die Abwicklung über eine professionelle Agentur mit Kosten von etwa 1.500 bis 2.500 € verbunden. Im Programmpreis enthalten sind in der Regel Hin- und Rückflugticket, Vorbereitungstreffen, ein Einführungsseminar im Gastland (Tipps zur Jobsuche, Beantragung der Steuernummer, Eröffnung eines Bankkontos etc.), Zugang zu einer Job-Datenbank, die ersten paar Übernachtungen und teilweise auch eine SIM-Karte fürs Handy. Zudem hat man Ansprechpartner vor Ort, die einem bei Fragen und Problemen weiterhelfen können.

Viele nützliche Infos finden sich bei der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit (IJAB) unter www.ijab.de; auch unter Seiten wie www.weltweiser.de oder www.auslandsjob.de finden sich viele nützliche Tipps.

Bitte beachten:

Genug Vorlaufzeit ist wichtig! Mindestens drei Monate sollten es schon sein; besser man nimmt sich etwas mehr Zeit, um die Reise zu planen, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, Visa zu beantragen etc… In jedem Fall sollte man über ein Finanzpolster für Notfälle (z.B. für Krankheit oder falls man keinen passenden Job findet) verfügen – in Australien ist der Nachweis einer Rücklage sogar Pflicht.

Eine Liste von Links zum Thema finden Sie hier.

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