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Kleines Einmaleins der Studienfinanzierung

Von B wie BAföG bis S wie Studienkredit: Es gibt viele Wege, ein Studium finanziell zu stemmen. Doch welche Option ist die beste? Die Experten der DVAG helfen Studienanfängern durch den Dschungel der verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.

Viel Pauken, wenig Geld – ein Studium macht sich oft erst im Nachhinein bezahlt. Das zeigt auch der aktuelle Nationale Bildungsbericht: Allein ein Bachelorabschluss bringt bereits über 1.000 € mehr im Monat. Aber erst einmal muss man sich das Studium überhaupt leisten können. 819 € geben Studierende laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes durchschnittlich im Monat für Lebenshaltungskosten aus. Knapp zwei Drittel der Studierenden in Deutschland erhalten dabei elterliche Unterstützung. Trotzdem sollte man andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, denn auch die Eltern haben oft nicht genug Geld, um das gesamte Studium ihrer Kinder finanziell zu stemmen. Es gibt nicht nur einen Weg, das Studium zu finanzieren: BAföG, Studienkredite, Bildungsfonds, Nebenjobs oder Stipendien – meist ist eine Mischung sinnvoll.

Finanzspritze Mama und Papa

Für viele sind die Eltern nach wie vor die größten Sponsoren. Sie sind in erster Linie für die Kosten des Lebensunterhaltes ihres Kindes während eines Studiums verantwortlich. Besteht auch ein rechtlicher Anspruch? Ja – solange sich das Kind in der Erstausbildung befindet, kein eigenes Einkommen bezieht und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind die Eltern zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Erst wenn die Eltern dazu nicht oder nur zum Teil in der Lage sind, gibt es BAföG.

Hilfe vom Staat: BAföG

Wenn das Einkommen der eigenen Eltern nicht ausreicht, schießt der Staat etwas dazu: Rund ein Drittel der jungen Akademiker beziehen Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Wie viel es genau gibt, hängt vom Einkommen der Eltern ab und unterliegt recht komplizierten Berechnungen. Tipp: An das Studierendenwerk der nächstgelegenen Hochschule wenden – dort wird der zu erwartende BAföG-Satz anhand der Einkommenssteuererklärung der Eltern berechnet. Der aktuelle Höchstsatz liegt derzeit bei 853 € pro Monat (Wintersemester 2019). Thema Rückzahlung: Maximal die Hälfte des erhaltenen Geldes muss zurückgezahlt werden, höchstens jedoch 10.010 €. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende des Studiums. Dabei kann sich der Absolvent aussuchen, ob er den Betrag einmalig oder in Raten abbezahlen möchte. Das Ganze ist zudem zinslos.

Kredite – verschuldet vor dem ersten Gehalt?

Bei einem Studienkredit sieht das schon etwas anders aus: Das von den Banken geliehene Geld muss vollständig zurückgezahlt werden, und das mit Zinsen. Achtung – die Zinssätze variieren stark, diese sollte man vor Abschluss prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen. Ein junger Student sollte einen Studienkredit nur dann aufnehmen, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind und das Geld wirklich nicht reicht – ansonsten kann das Berufsleben mit einem großen Schuldenberg beginnen.

Bildungsfond – Kredit ohne Überschuldung

Ein Bildungsfond funktioniert wie ein Kredit – abgesehen von den Rückzahlungsmodalitäten. Anders als bei einem Studienkredit erfolgt die Rückzahlung einkommensabhängig und erst nach erfolgreichem Berufseinstieg. Der Student erteilt dem Fond das Recht, von seinem späteren Einkommen für eine festgelegte Zeit einen bestimmten Prozentsatz einzuziehen. Das kann am Ende etwas mehr, aber auch etwas weniger sein als der Betrag, den sich der Student vorher geliehen hat. In jedem Fall aber nur so viel, wie man sich monatlich leisten kann. Somit besteht ein deutlich geringeres Risiko an Überschuldung.

Geheimtipp Stipendium – bewerben lohnt sich

Aktuell beziehen nur fünf Prozent der Studierenden Geld in Form eines Stipendiums. Dabei sind die Chancen, ein Stipendium zu ergattern, größer als gedacht. Was viele nicht wissen: Ein Stipendium ist nicht nur etwas für Überflieger, auch „Normalos“ haben eine Chance. Neben 13 großen Organisationen unterstützen mehr als 2.500 kleinere Stiftungen und Institutionen bei der Finanzierung. Also bloß keine falsche Scheu und bewerben!

Nebenjob – gut für Geldbeutel und Lebenslauf

Wenn das Studium die Möglichkeit lässt, nebenher zu jobben, ist das sinnvoll – idealerweise mit flexiblen Arbeitszeiten und in einem Bereich, in dem man später auch arbeiten möchte. Denn das macht sich gut im Lebenslauf. Wichtiger Tipp: Damit keine Probleme mit der Kranken- und Sozialversicherung entstehen, sollte die hierfür geltende Einkommensgrenze von 5.400 Euro im Jahr beachtet werden. Hierbei gilt „brutto gleich netto“, da Studenten – egal ob Minijob oder Nebenjob als studentische Hilfskraft – keine Sozialabgaben zahlen müssen. Beim Anspruch auf Kindergeld gibt es keine Einkommensgrenze. Wenn Studierende jedoch mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche arbeiten, verlieren sie das Recht darauf.
Von den vielen Möglichkeiten bloß nicht verwirren oder gar abschrecken lassen – eine lohnende Investition in die Zukunft ist die Finanzierung eines Studiums in jedem Fall.

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Statt Kellnern – was taugen Studienkredite?

Aktuell nutzen rund 100.000 Personen in Deutschland einen Studienkredit zur Studienfinanzierung. Kreditgeber wie Banken oder Studentenwerke zahlen dabei insgesamt rund 50 Millionen Euro pro Monat aus. Diese Werte ermittelte das CHE Centrum für Hochschulentwicklung exklusiv im Rahmen seines jährlichen Studienkredit-Tests.

Laut einer aktuellen Anbieter-Befragung durch das CHE im Juni 2018 gab es im vergangenen Jahr 280.000 aktive Studienkredit-Verträge. Hierbei befinden sich mit 180.000 rund zwei Drittel der Kreditnehmer bereits in der Rückzahlungsphase. Die übrigen 100.000 Personen sind noch in der Auszahlungsphase. Damit nehmen aktuell 3,5 Prozent aller Studierenden einen Studienkredit in Anspruch. Sie erhalten hierbei – meist monatlich – Geld zur Studienfinanzierung aus einem Studienkredit oder Bildungsfonds. Solche Angebote werden in Anspruch genommen, wenn ein Studium durch BAföG, Stipendien oder Nebenjob nicht oder nicht mehr ausreichend finanziert werden kann.

Das Gesamtvolumen der Auszahlungen entspricht nach Anbieter-Angaben derzeit einem Umfang von mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr. Bundesweit werden also durchschnittlich monatlich rund 50 Millionen Euro an Studierende ausgezahlt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkreditverträge ist von 2014 bis 2017 um ein Drittel gesunken, von 59.000 auf 41.000. Besonders betroffen sind die beiden Marktführer, der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Rund 92 Prozent aller Verträge im vergangenen Jahr wurden bei den beiden staatlichen Anbietern unterzeichnet.

Das im CHE-Studienkredit-Test berücksichtigte Portfolio von Studienkrediten lässt sich in fünf Grundtypen unterteilen:

  • Angebote zur allgemeinen Studienfinanzierung zielen auf Lebenshaltungskosten und eventuell anfallende Studiengebühren.
  • Bei den Bildungsfonds-Konzepten von CareerConcept, Deutsche Bildung und Brain Capital handelt es sich um eine Fondsförderung, nicht um einen klassischen Kredit: Anleger kaufen Anteile an einem Fonds. Aus den Mitteln werden ausgewählte Studierende gefördert. Nach Abschluss des Studiums zahlen diese für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkommens zurück.
  • Überbrückungs-, Zwischen- und Abschlussfinanzierungskredite des Bundesverwaltungsamtes, der Studentenwerke sowie der E. W. Kuhlmann-Stiftung dienen dazu, kurz vor dem Examen stehenden Studierenden für eine begrenzte Zeit finanzielle Unterstützung zu gewähren. Sie zeichnen sich durch besonders günstige Zinssätze (teilweise sogar zinsfrei!) aus.
  • Hochschulspezifische Angebote zielen meist auf eine Finanzierung der Studiengebühren an privaten Hochschulen (Ausnahme: der Studienfonds der Universität zu Lübeck). Viele dieser Angebote sind, ähnlich wie Bildungsfonds, mit einkommensabhängiger Rückzahlung gestaltet.
  • Mit Strival ist seit kurzem ein Anbieter auf dem Markt, der die Finanzierung von Bildungsvorhaben nach dem Crowdfunding-Prinzip ermöglicht. Interessenten erstellen ein „Bildungsprojekt“, in dem sie ihr Vorhaben erläutern, ihren Finanzierungsbedarf angeben und sich potentiellen Förderern präsentieren. Im nächsten Schritt können Förderer (Unternehmen, Stiftungen/NGOs und Privatpersonen) die Interessenten finanziell unterstützen.

Die gängigen Finanzierungsangebote in Deutschland stuft der CHE-Studienkredit-Test 2018 als durchweg seriös und gut gestaltet ein. Unter den 46 untersuchten Studienkrediten, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten viele Spitzenergebnisse in mehreren der fünf Bewertungskategorien (Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität).
Weiterhin erfasst der CHE-Studienkredit-Test keine Peer-to-peer-Angebote. Hierbei werden die Kredite nicht von der Bank, sondern über ein Webportal von einzelnen oder mehreren Privatpersonen bereitgestellt. CHE Experte Müller mahnt hier zur Vorsicht und warnt: „Nicht überall wo ‚Studienkredit‘ draufsteht, geht es auch um studentische Bedürfnisse, etwa eine monatliche Aus- und Rückzahlung.“ Das gelegentlich angeführte Argument der schnellen und unbürokratischen Bearbeitung der Kreditanfrage mache die Nachteile von teilweise horrend hohen Zinssätzen nicht wett.

Über den CHE-Studienkredit-Test:

Der CHE-Studienkredit-Test 2018 entstand in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und erscheint in diesem Jahr in seiner 13. Auflage. Er bewertet anhand von 21 Einzelkriterien Vor- und Nachteile von 46 aktuell verfügbaren Studienkreditangeboten. Datenbasis sind Selbstauskünfte der Anbieter. Mit seinen zahlreichen Detailinformationen bietet er eine transparente Marktübersicht für Studierende und Studieninteressierte. Zusätzlich kann man anhand von Tabellen eine eigene Bedarfskalkulation erstellen. Der CHE-Studienkredit-Test ist frei verfügbar unter www.che-studienkredit-test.de.

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Was verdienen Berufseinsteiger nach dem Studium?

Absolventen in Deutschland verdienen zum Berufsstart durchschnittlich 44.310 Euro brutto. Hinzu kommt ein variabler Gehaltsanteil von 7 Prozent. Doch der Verdienst für Einsteiger kann auch deutlich höher ausfallen: Ist der erste Arbeitgeber in der Chemie- oder Automobilbranche angesiedelt, übersteigt das Gehalt schnell auf Anhieb die 50.000-Euro-Grenze. Absolventen, die ihre Karriere bei einer Bank oder einem Unternehmen im Fahrzeugbau beginnen, haben ebenfalls überdurchschnittlich gute Chancen auf ein hohes Einstiegsgehalt. Welche sieben Berufe schon direkt nach dem Studium mehr als 50.000 Euro brutto pro Jahr bringen, zeigt der StepStone Gehaltsreport für Absolventen.

Gehälter nach Branchen insgesamt

Chemie- und erdölverarbeitende Industrie 51.729
Banken 51.382
Fahrzeugbau/-zulieferer 51.089
Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik 48.710
Pharmaindustrie 48.644
Metallindustrie 48.333
Luft- und Raumfahrt 48.182
Maschinen- und Anlagenbau 47.525
Versicherungswesen 47.279
Unternehmensberatung., Wirtschaftsprüfung., Recht 46.997
Medizintechnik 45.823
Energie- und Wasserversorgung und Entsorgung 45.452
Konsumgüter/Gebrauchsgüter 45.087
Finanzdienstleister 44.785
Telekommunikation 44.352
Wissenschaft und Forschung 44.318
Durchschnitt 44.310
IT und Internet 43.795
Transport und Logistik 42.601
Baugewerbe/-industrie 42.173
Personaldienstleistungen 41.446
Groß- und Einzelhandel 41.333
Sonstige Branchen 41.249
Nahrungs- und Genussmittel 40.502
Gesundheit und soziale Dienste 40.157
Öffentlicher Dienst und Verbände 40.129
Medien (Film, Funk, TV, Verlage) 39.480
Bildung und Training 38.010
Agentur, Werbung, Marketing und PR 35.296
Freizeit, Touristik, Kultur und Sport 34.810

Lohnt sich der Master?

Mit durchschnittlich 46.199 € verdienen Masterabsolventen rund 14 % mehr im Jahr als Absolventen mit einem Bachelor (40.553 €). Macht bei 30 Jahren Berufsleben fast 170.000 € – lohnt sich also.

 

Bachelor

Master

Ingenieure 45.484 48.930
IT 42.992 46.845
Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik 42.572 48.033
Finanzen 41.437 47.055
Vertrieb und Verkauf 41.053 47.821
Personal 39.095 43.566
Naturwissenschaftliche Forschung und Labor 37.477 43.921
Marketing und Kommunikation 36.203 42.010
Administration und Sekretariat 35.324 41.118
Design, Gestaltung und Architektur 33.406 39.818
Bildung und Soziales 32.794 39.188

Über den StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2018/2019:

Der Gehaltsreport liefert Arbeitnehmern und Arbeitgebern einen umfassenden Überblick über Durchschnittsgehälter in der Bundesrepublik mit detaillierten Daten je nach Branche, Berufsfeld und Unternehmensgröße. Für den Gehaltsreport für Absolventen hat StepStone nur die Daten von Berufseinsteigern mit akademischer Ausbildung und maximal zwei Jahren Berufserfahrung berücksichtigt. Die angegebenen Durchschnittsgehälter sind Bruttojahresgehälter mit allen variablen Bezügen (Boni, Prämien, Weihnachtsgehalt usw.). Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurden nur Angaben von Arbeitnehmern in Vollzeit berücksichtigt.

Der vollständige StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2018/2019 steht hier zum kostenlosen Download bereit.

 

 

 

 

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Verträge mit Fitness-Studios abschließen und kündigen

In Fitness-Studios werden schlaffe Muskeln gestärkt, die Kondition trainiert und die Figur in Form gebracht – zu teilweise stolzen Monatsbeiträgen. Viele Studiobetreiber versuchen außerdem, Fitness-Fans durch lange Mindestlaufzeiten, ungünstige Kündigungsfristen oder automatische Vertragsverlängerungen dauerhaft an sich zu binden.

Vertragliche Vereinbarungen über die sportliche Betätigung haben jedoch vielfach rechtlich keinen Bestand. So versuchen Betreiber etwa oft, ihre Schadenshaftung auszuschließen, wenn Wertgegenstände wegkommen oder ein Unfall an den Geräten passiert. Ein Studio muss zwar nicht für alle Schäden des Kunden aufkommen. „Es darf aber auch nicht die Verantwortung komplett von sich weisen. So muss das Fitness-Center für eigene Fahrlässigkeit geradestehen, falls zum Beispiel die Trainingsgeräte nicht richtig gewartet werden und sich deshalb jemand verletzt“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Damit sich Freizeitsportler im Dickicht undurchsichtiger Vertragsklauseln zurechtfinden, helfen folgende Tipps bei der Suche nach fairen Konditionen:

Sorgfältiger Check vor Unterschrift:

Wer Mitglied in einem Fitness-Studio werden will, sollte vorher Erreichbarkeit, Öffnungszeiten und Mitgliedsbeiträge checken. Viele Studios bieten zum Kennenlernen ein kostenloses Probetraining an. Bevor Hobbysportler einen Vertrag unterschreiben, sollten sie den Text und vor allem das Kleingedruckte gründlich prüfen – am besten in aller Ruhe zu Hause. Unklares sollte dann mit den Studiobetreibern noch abgeklärt werden. Oftmals sind diese offen für Wünsche – etwa bei der Frage nach besonderen Rabatten – zum Beispiel für Studenten, Senioren oder für Mitglieder bestimmter Krankenkassen.

Vertragslaufzeit:

Die meisten Fitness-Verträge werden für eine feste Dauer abgeschlossen. Eine Erstlaufzeit von 24 Monaten ist hierbei zulässig. Die längere Treue wird oft mit einem niedrigeren Monatsbeitrag belohnt. Wer jedoch flexibel bleiben möchte, sollte sich nicht zu lange binden. Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich meist automatisch um einen bestimmten Zeitraum. Weitere sechs Monate sind hierbei in Ordnung, zumindest bei einem moderaten Monatsbeitrag. Streitigkeiten wegen längerer Zeiträume werden von Gerichten bislang sehr unterschiedlich entschieden. Eine Vertragsverlängerung von mehr als einem Jahr dürfte jedoch unzulässig sein.

Kündigung:

Freizeitsportler müssen ihre Zahlungsverpflichtung meist bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit durchhalten – egal ob sie trainieren oder pausieren. Eine frühere Kündigung ist häufig nur bei unwirksamer Laufzeit oder unzumutbarer Kündigungsfrist möglich. Wer nach Vertragsschluss ernstlich und dauerhaft erkrankt, kann den Vertrag – mit ärztlichem Attest – außerordentlich beenden. Der Arzt braucht hierzu nur die Sport-unfähigkeit ohne Angabe der Erkrankung zu bescheinigen. Kunden sollten in einem solchen Fall innerhalb von zwei Wochen kündigen – entscheidend ist bei diesem Schritt das Eingangsdatum beim Studio. Sinnvoll ist eine Kündigung per Einschreiben mit Rückschein, oder man lässt sich den Empfang direkt vom Studio auf dem Schreiben bestätigen.

Getränkeklausel:

Freizeitsportlern darf auch nicht verboten werden, zum Training eigene Getränke mitzubringen. Anderes gilt nur, wenn das Fitness-Studio Getränke zu moderaten und handelsüblichen Preisen anbietet oder aus Sicherheitsgründen die Mitnahme von Glasflaschen verbietet.

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Die Pizza war zu teuer oder wurde kalt geliefert?

Wer keine Zeit oder keine Lust hat, selbst zu kochen, kann sich sein Essen bequem von einem Lieferdienst bringen lassen. Doch was tun, wenn die Pizza kalt ankommt oder die Bestellung plötzlich mehr kostet als auf dem Flyer angegeben? Elvira Schwörer von der Verbraucherzentrale in Stuttgart informiert, welche Rechte Verbraucher in solchen Fällen haben:

Auch wenn es nur um kleine Beträge ging, war die Verwunderung beim Bezahlen groß: Das bei einem Sushi-Laden bestellte Mittagsmenü samt extra Sushi-Rollen sollte 70 Cent mehr kosten, als im Flyer beworben. Der Betreiber hatte die Preise teils großzügig aufgerundet. „Verlangt ein Lieferservice für das Essen einfach mehr, als im Flyer ausgewiesen wird, ist das eindeutig eine Irreführung der Kunden“, sagt Elvira Schwörer. Weil es beim Bezahlen des Lieferdienstes oft schnell geht, fallen derartige Abweichungen möglicherweise gar nicht auf. „Gerade bei großen Bestellungen kann die Differenz aber mehrere Euro betragen“, sagt Schwörer. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vorab ausrechnen wie viel das Essen aufgrund der ihm bekannten Preisdarstellung, beispielsweise in einem Flyer, kostet, diese zur Hand haben und nur so viel zahlen, wie dort angegeben ist.

Was bei Sushi gewünscht ist, sorgt bei Pizza, Pasta oder Curry für Ärger: Das Essen wird kalt geliefert. „Verbraucher können dann die Lieferung einer neuen Pizza oder einen Preisnachlass verlangen“, sagt die Expertin der Beratungsstelle in Stuttgart. Im Rahmen der Gewährleistungsrechte besteht ein Anspruch auf eine solche Nacherfüllung. Überprüfen sollte man die Lieferung am besten, wenn der Bote noch da ist, später wird es mit dem Nachweis schwierig.

Wird das Essen verspätet geliefert, kommt es darauf an, was vertraglich vereinbart wurde. War zum Beispiel eine bestimmte Lieferzeit ausgemacht, kann bei einer deutlichen Verspätung ebenfalls eine Minderung des Preises verlangt werden.

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