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Kleines Einmaleins der Studienfinanzierung

Viel Pauken, wenig Geld – ein Studium macht sich oft erst im Nachhinein bezahlt. Das zeigt auch der aktuelle Nationale Bildungsbericht: Allein ein Bachelorabschluss bringt bereits über 1.000 € mehr im Monat. Aber erst einmal muss man sich das Studium überhaupt leisten können. 819 € geben Studierende laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes durchschnittlich im Monat für Lebenshaltungskosten aus.

Knapp zwei Drittel der Studierenden in Deutschland erhalten dabei elterliche Unterstützung. Trotzdem sollte man andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, denn auch die Eltern haben oft nicht genug Geld, um das gesamte Studium ihrer Kinder finanziell zu stemmen. „Es gibt nicht nur einen Weg, das Studium zu finanzieren: BAföG, Studienkredite, Bildungsfonds, Nebenjobs oder Stipendien – meist ist eine Mischung sinnvoll“, wissen die Finanzexperten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und geben einen Überblick rund um die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.

Finanzspritze Mama und Papa

Für viele sind die Eltern nach wie vor die größten Sponsoren. Sie sind in erster Linie für die Kosten des Lebensunterhaltes ihres Kindes während eines Studiums verantwortlich. Besteht auch ein rechtlicher Anspruch? Ja – solange sich das Kind in der Erstaus-bildung befindet, kein eigenes Einkommen bezieht und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind die Eltern zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Erst wenn die Eltern dazu nicht oder nur zum Teil in der Lage sind, gibt es BAföG.

Hilfe vom Staat: BAföG

Wenn das Einkommen der eigenen Eltern nicht ausreicht, schießt der Staat etwas dazu: Rund ein Drittel der jungen Akademiker beziehen Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Wie viel es genau gibt, hängt vom Einkommen der Eltern ab und unterliegt recht komplizierten Berechnungen. Tipp: An das Studierendenwerk der nächstgelegenen Hochschule wenden – dort wird der zu erwartende BAföG-Satz anhand der Einkommenssteuererklärung der Eltern berechnet. Der aktuelle Höchstsatz liegt derzeit bei 735 € pro Monat. Thema Rückzahlung: Maximal die Hälfte des erhaltenen Geldes muss zurückgezahlt werden, höchstens jedoch 10.000 €. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende des Studiums. Dabei kann sich der Absolvent aussuchen, ob er den Betrag einmalig oder in Raten abbezahlen möchte. Das Ganze ist zudem zinslos.

Kredite – verschuldet vor dem ersten Gehalt?

Bei einem Studienkredit sieht das schon etwas anders aus: Das von den Banken geliehene Geld muss vollständig zurückgezahlt werden, und das mit Zinsen. Achtung – die Zinssätze variieren stark, diese sollte man vor Abschluss prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen. „Ein junger Student sollte einen Studienkredit nur dann aufnehmen, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind und das Geld wirklich nicht reicht“, mahnen die Vermögensberater. Ansonsten kann das Berufsleben mit einem großen Schuldenberg beginnen.

Bildungsfond – Kredit ohne Überschuldung

Ein Bildungsfond funktioniert wie ein Kredit – abgesehen von den Rückzahlungsmodalitäten. Anders als bei einem Studienkredit erfolgt die Rückzahlung einkommensabhängig und erst nach erfolgreichem Berufseinstieg. Der Student erteilt dem Fond das Recht, von seinem späteren Einkommen für eine festgelegte Zeit einen bestimmten Prozentsatz einzuziehen. Das kann am Ende etwas mehr, aber auch etwas weniger sein als der Betrag, den sich der Student vorher geliehen hat. In jedem Fall aber nur so viel, wie man sich monatlich leisten kann. Somit besteht ein deutlich geringeres Risiko an Überschuldung.

Geheimtipp Stipendium – bewerben lohnt sich

Aktuell beziehen nur fünf Prozent der Studierenden Geld in Form eines Stipendiums. Dabei sind die Chancen, ein Stipendium zu ergattern, größer als gedacht. Was viele nicht wissen: Ein Stipendium ist nicht nur etwas für Überflieger, auch „Normalos“ haben eine Chance. Neben 13 großen Organisationen unterstützen mehr als 2.500 kleinere Stiftungen und Institutionen bei der Finanzierung. Also bloß keine falsche Scheu und bewerben!

Nebenjob – gut für Geldbeutel und Lebenslauf

Wenn das Studium die Möglichkeit lässt, nebenher zu jobben, ist das sinnvoll – idealerweise mit flexiblen Arbeitszeiten und in einem Bereich, in dem man später auch arbeiten möchte. Denn das macht sich gut im Lebenslauf. Wichtiger Tipp: Damit keine Probleme mit der Kranken- und Sozialversicherung entstehen, sollte die hierfür geltende Einkommensgrenze von 5.400 € im Jahr beachtet werden. Hierbei gilt „brutto gleich netto“, da Studenten – egal ob Minijob oder Nebenjob als studentische Hilfskraft – keine Sozialabgaben zahlen müssen. Beim Anspruch auf Kindergeld gibt es keine Einkommensgrenze. Wenn Studierende jedoch mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche arbeiten, verlieren sie das Recht darauf.
Von den vielen Möglichkeiten bloß nicht verwirren oder gar abschrecken lassen – eine lohnende Investition in die Zukunft ist die Finanzierung eines Studiums in jedem Fall.

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Nebenkosten & Co: – Die Fallstricke im Mietvertrag

Die Wohnungssuche wird in Deutschland immer schwieriger. Schon heute fehlen in über 1.000.000 Miet­wohnungen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Wohnungen, vor allem in den Städten. Die Folge: Warteschlangen bei den Wohnungsbesichtigungen, weiter steigende Mieten, Vermieter, die Vertragskonditionen diktieren, und Mieter, die ihre Rechte nicht wahrnehmen – aus Unkenntnis oder weil sie Nachteile bei der Wohnungsvergabe fürchten. Welche Rechte haben Mieter bei der Wohnungssuche und beim Abschluss des neuen Mietvertrages und worauf müssen sie achten?

Miethöhe:

Seit Juni 2015 gibt es die sogenannte Mietpreisbremse. Sie gilt nicht flächendeckend in ganz Deutschland, aber zwischenzeitlich immerhin in zehn Bundesländern und rund 300 Städten. Hier darf die neue Wohnung nach dem Gesetz höchstens zu einem Preis vermietet werden, der 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Aber es gibt Ausnahmen. Die Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten (Stichtag 1. Oktober 2014) und nicht für umfassend sanierte Wohnungen. Außerdem darf der Vermieter die „Vormiete“, die Miete also, die der frühere Mieter schon gezahlt hat, auch im neuen Mietverhältnis weiter fordern – egal, wie hoch diese Vormiete war. Das eigentliche Problem aber ist, dass sich die meisten Vermieter offensichtlich nicht an die Mietpreisbremsen-Regelungen halten, sondern die Wohnung unverändert teuer oder noch teurer als im Vorjahr anbieten.

Mieter müssen also selbst aktiv werden und die Mietpreisbremse ziehen, damit sie von den neuen Gesetzesbestimmungen auch profitieren.

Tipp: Wer bei den Vertragsverhandlungen auf die möglicherweise überhöhte Miete hinweist, riskiert, die Wohnung nicht zu bekommen. Aber Mieter können auch nach Abschluss des Mietvertrages, also während des laufenden Mietverhältnisses, beanstanden, die Miete sei unzulässig hoch. Dann muss ein Verstoß gegen die Mietpreisbremse gerügt werden. Dazu reicht es aus, wenn der Mieter schriftlich die seiner Ansicht nach zulässige Miete (ortsübliche Vergleichsmiete lt. Mietspiegel plus 10 %) ermittelt und sich darauf beruft.

Auf Verlangen des Mieters muss der Vermieter Auskunft über die Tatsachen geben, die für die Prüfung der zulässigen Miete notwendig sind, die der Mieter aber nicht kennt. Das sind zum Beispiel Auskünfte zur Baualtersklasse des Hauses, zur Vormiete usw. Die überhöhte Miete, das heißt den unzulässig hohen Teil der Miete, muss der Vermieter nach Erhalt der Mieterrüge reduzieren.

Mieter haben einen entsprechenden Rückforderungsanspruch, aber nur für die Mieten, die nach der Rüge fällig werden, nicht für die Vergangenheit, das heißt für Zeiträume vor Abgabe der Rüge. Deshalb so früh wie möglich nach Abschluss des Mietvertrages mit Hilfe des Mietervereins die Miethöhe prüfen!

In Städten ohne Mietpreisbremse gibt es keine „Deckelung“ der Wiedervermietungsmieten. Fordert der Vermieter aber eine Miete, die mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, kann ein Verstoß gegen die Wuchervorschrift des Wirtschaftsstrafgesetzes vor­liegen und sollte der Mieterverein eingeschaltet werden.

Betriebskosten:

Zusätzlich zur eigentlichen Kalt- oder Nettomiete müssen in aller Regel noch Betriebskosten ge­zahlt werden. Das sind Heizkosten und mehr als ein Dutzend sogenannter kalter Nebenkosten, wie Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Hausversicherung, Straßenreinigung, Hausmeister, Fahrstuhl, Gartenpflege usw. Im Mietvertrag wird geregelt, welche Kosten Mieter übernehmen müssen und welche Vorauszahlungsbeträge hierfür monatlich zu zahlen sind. Ob die Vorauszahlungen realistisch angesetzt und aus-reichend kalkuliert sind oder mit Hilfe niedriger Vorauszahlungsbeträge eine günstige Gesamtmietbelastung vorgegaukelt wird, erfahren viele Mieter erst, wenn sie die erste Betriebskostenabrechnung erhalten haben. Dann ist es aber oft zu spät, es drohen unter Umständen hohe Nachzahlungen.

Tipp: Energieausweis zeigen lassen, der energetische Zustand des Hauses ist ein wichtiger Fingerzeig für die Höhe der künftigen Heizkosten. Nach dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes müssen durchschnittlich 2,10 bis 2,30 € pro Quadratmeter und Monat insgesamt für Betriebskosten gezahlt werden. Davon sollten Mieter realistischerweise zunächst einmal ausgehen.

Maklerprovision:

Seit Juni 2015 gilt in ganz Deutschland das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung. Danach muss in aller Regel der Vermieter die Maklerprovision zahlen. Es gilt der Grundsatz: Wer bestellt, der bezahlt. Wendet sich der Vermieter an einen Makler und erteilt ihm den Auftrag, einen Mieter für seine Wohnung zu finden, muss er den Makler auch bezahlen. Mieter müs­sen nur noch in Ausnahmefällen die Maklerprovision übernehmen. Voraussetzung ist, sie beauftragen den Makler schriftlich mit der Wohnungssuche und der Makler wird danach, ausschließlich aufgrund dieses Auftrages, tätig und beschafft eine Wohnung, über die dann auch der Mietvertrag abgeschlossen wird. Im Zweifel muss der Makler diesen zeitlichen Ablauf nachweisen – insbesondere, dass er mit der konkreten Wohnungssuche erst nach der Auftragserteilung des Mieters begonnen hat, dass er die Wohnung nicht schon aufgrund eines früheren Auftrages im „Karteikasten“ hatte.

Schaltet der Makler eine Wohnungsanzeige und verlangt er für die Vermittlung der Wohnung dann erst einmal einen Auftrag des Mieters, hat er keinen Provisionsanspruch, zumindest keinen gegenüber dem Mieter. Das gilt erst recht, wenn der Makler noch während der Wohnungsbesichtigung die Unterschrift unter einen Maklerauftrag fordert. In beiden Fällen ist der Makler ganz offensichtlich nicht erst nach der Auftragserteilung durch den Mieter tätig geworden und auf Wohnungssuche gegangen. Im Gegenteil, hier hatte er zuerst die Wohnung im Angebot, im Zweifel aufgrund eines Vermieterauftrages, und erst danach hat er sich den Auftrag des Mieters besorgt.

Tipp: Fordert der Makler eine Provision vom Mieter, verstößt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz, gegen das Bestellerprinzip. Da die Maklerprovision frühestens nach Abschluss des Mietvertrages gezahlt werden müsste, kann der Mieter die Maklerforderung nach Prüfung durch den Mieterverein ablehnen, ohne dass er riskiert, die gewünschte Wohnung nicht mehr zu erhalten. Wer die Provision trotzdem gezahlt hat, kann sein Geld zurückfordern. Der Mieteranspruch verjährt erst nach drei Jahren. Außerdem riskieren Makler eine Geldbuße bis zur Höhe von 25.000 €, wenn sie gegen die Vorgaben des Bestellerprinzips verstoßen.

Umgehungsgeschäft:

Egal, ob der Makler „Besichtigung nur gegen Erteilung des Vermittlungsvertrages“ fordert oder 50 € für eine Wohnungsbesichtigung, Bearbeitungs- oder Servicegebühren oder gar eine 1.000-€­ Renovierungspauschale – der Mieter muss nicht zahlen. Wenn überhaupt, müsste der Auftraggeber zusätzliche Gebühren zahlen, nicht aber der Mieter. Die ,,Renovierungspauschale“ ist nichts anderes als eine verkappte Maklerprovision und muss nicht bezahlt werden. Und gleichgültig, ob der Vermittlungsauftrag quasi „erpresst“ wird – ,,sonst keine Wohnungsbesichtigung“ – oder ob der Vermittlungsauftrag freiwillig erteilt wird, ohne Maklerleistung, das heißt Wohnungssuche nach dem Vermittlungsauftrag, muss ein Mieter keine Provision zahlen.

Tipp: Provisionsrechnungen oder Gebührenforderungen eines Maklers nicht ohne vorherige Prüfung durch den Mieterverein zahlen. Wer gezahlt hat, muss prüfen lassen, ob er sein Geld zurückfordern kann. Auch hier beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.

Abstand und Ablöse:

Abstands­ oder Ablöseforderungen sind weder ein Ersatz für eine Maklerprovision noch ein Ausgleich dafür, dass der Vermieter die Provision zahlen muss und nicht mehr der Mieter. Nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz sind Abstandszahlungen, die der wohnungssuchende Mieter leisten muss, damit die Wohnung angemietet werden kann oder damit der Vormieter auszieht, grundsätzlich unzulässig. Ablösevereinbarungen sind letztlich Kaufverträge, mit denen sich der wohnungssuchende Mieter verpflichtet, Möbel oder Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Derartige Verträge sind auch nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz möglich, aber nur so lange wirksam, wie Kaufpreis und Wert der übernommenen Gegenstände nicht in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen.

Die Idee des einen oder anderen Vermieters, Schrottmobiliar zu überhöhten Preisen an den Mieter zu verkaufen, um so die gezahlte Maklerprovision wieder „reinzuholen“, ist nicht durchsetzbar. Von einem auffälligen Missverhältnis ist auszugehen, wenn der Kaufpreis mehr als 50 % über dem tatsächlichen Zeit­wert des Kaufgegenstandes liegt. Und so wird gerechnet: Mieter und Vermieter schließen eine Ablösevereinbarung über eine zehn Jahre alte Einbauküche zu einem Kaufpreis von 4.000 €. Der Zeitwert der Küche liegt bei 2.000 €. Die Vereinbarung ist wirksam bis zu einem Betrag von 3.000 € (Zeitwert plus 50 %). Die restlichen 1.000 € stehen dem Vermieter nicht zu. Soweit schon gezahlt wurde, kann der Mieter sein Geld zurückfordern. Auch hier gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren.

Tipp: Diese Grundsätze gelten auch, wenn der Vormieter die Ablöseforderung stellt, er sein Uralt-Mobiliar teuer verkaufen will.

Mietkaution:

Mieter und Vermieter können beim Abschluss des Miet­vertrages vereinbaren, dass eine Mietsicherheit geleistet wird, eine Mietkaution. Nach dem Gesetz darf die Kaution höchstens drei Monatsmieten betragen – ohne Nebenkostenvorauszahlungen-, und der Mieter ist berechtigt, die Kaution in drei Raten zu zahlen. Die erste Rate wird dann mit Beginn des Mietverhältnisses fällig, die übrigen zwei Raten mit den bei­den nächsten Mietzahlungen.

Bei der Barkaution muss der Kautionsbetrag an den Vermieter direkt gezahlt oder überwiesen werden. Der Vermieter muss die Kaution von seinem Vermögen getrennt auf einem Sonderkonto anlegen. Die Mietvertragsparteien können aber auch vereinbaren, dass die Mietkaution in Form einer Bankbürgschaft, einer Mietkautionsversicherung (Bürgschaft durch eine Versicherung) oder der Verpfändung eines Sparbuchs erbracht wird.

Tipp: Die Vereinbarung einer höheren Mietsicherheit als drei Monatsmieten ist unzulässig. Am Ende der Mietzeit muss die Mietkaution zurückgezahlt werden, soweit der Vermieter keine Ansprüche mehr aus dem Mietverhältnis geltend machen kann. Im Streitfall muss der Mieter nachweisen, dass er überhaupt eine Mietsicherheit geleistet hat und in welcher Höhe. Deshalb sollten Mieter verlangen, dass der Vermieter die Kautionszahlung quittiert, oder bei Überweisung der Kaution muss der Überweisungsträger aufbewahrt werden.

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Die erste eigene Wohnung oder WG

Für eine eigene Penthouse-Wohnung dürfte es bei den allerwenigsten reichen, aber es bleibt trotzdem noch eine Menge Auswahl. Also, was soll´s denn sein: Studenten-Wohnheim? Eigene Bude? Oder doch lieber eine WG? Ein guter Tipp ist eigentlich immer der Anruf beim örtlichen Studentenwerk. Hier erfahren Sie u.a., ob und in welchen Wohnheimen noch Zimmer frei und wie hoch die Kosten sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der Nähe zum Uni-Campus kann man davon ausgehen, dass ein Zimmer im Studentenwohnheim mit hoher Wahrscheinlichkeit günstiger als jedes „­normale“ ­privat gemietete Zimmer oder gar eine Wohnung ist. Außerdem lebt man mit vielen anderen Studenten unter einem Dach – das erleichtert das Kennenlernen von Kommilitonen enorm. Selbst wer sich eine eigene Wohnung leisten kann, sollte darüber nachdenken, ob für die ersten Semester ein Studentenwohnheim nicht doch die bessere Wahl ist: Nach einiger Zeit kennt man genug Leute, um zu entscheiden, mit wem man ggf. eine WG aufmachen möchte, man kennt die guten Ecken einer Stadt und bekommt auch den einen oder anderen Tipp, wenn irgendwo eine gute Wohnung frei wird.

Gute Anlaufstellen für die Suche sind auch die sogenannten „Mitwohnzentralen“, die das übergangsweise Mieten von meist möblierten Zimmern oder Wohnungen ermöglichen, deren Eigentümer oder Mieter z.B. eine Zeitlang im Ausland sind und so ihre Kosten niedrig halten wollen; Angebote zur Untermiete finden sich hier aber ebenfalls in rauen Mengen. Online lohnen sich Seiten wie www.wg-gesucht.de oder www.studenten-wg.de – da gibt’s nicht nur Adressen und Angebote, sondern auch jede Menge hilfreicher Tipps (noch mehr Links finden Sie hier).

Alles eine Frage des Geldes

Wenn es eine eigene Wohnung sein soll, sollten Sie sich einen Überblick über die ortsüblichen Mieten verschaffen – eine Wohnung im Nobelviertel geht enorm ins Geld, ist aber viel langweiliger als eine kleine 2-Zimmer-Bude mitten in einem kiezigen Innenstadtviertel. Einen ersten Überblick erhalten Sie, wenn Sie das Stichwort „Mietspiegel + Stadt oder Region“ googeln. Das reicht meist aus, um Mietangebote aus lokalen Tageszeitungen oder von Maklern zumindest ungefähr einzuordnen. Allerdings weist so ein Mietspiegel nur Durchschnittswerte aus; das tatsächliche Gefälle zwischen „günstig“ und „teuer“ kann ziemlich groß sein.

Kostenaufstellung für den Überblick

Bevor man überhaupt auf Wohnungssuche geht, sollte erst einmal genau kalkuliert werden, welche Mietsumme man sich tatsächlich regelmäßig leisten kann. Um sich einen Überblick über die zukünftigen Ausgaben zu verschaffen, sollten die wichtigsten monatlich anfallenden Kosten in einer Art Budget-Plan aufgelistet werden: Miete, Nebenkosten, Strom, Internet- und Telefonanbieter, Rundfunkbeitrag und Versicherungen. „Die Warmmiete sollte inklusive Nebenkosten ein Drittel der Einkünfte nicht überschreiten“, empfehlen die Finanzexperten. Für einen besseren finanziellen Überblick kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die sonstigen Lebenshaltungskosten regelmäßig zu notieren. Vom Wochen-Einkauf über den Kneipenabend bis zum Kinobesuch werden alle Ausgaben erfasst. Dafür können zum Beispiel auch hilfreiche Smartphone-Apps wie „Meine Finanzen“ oder „Haushaltsbuch MoneyControl“ genutzt werden.

Achtung bei der ersten WG!

Die größten Stolpersteine lauern nicht bei der richtigen Auswahl der Mitbewohner oder dem Aufstellen des Putzplanes, sondern im Kleingedruckten! Vom Mietvertrag über die Verträge mit dem örtlichen Wasser- und Energieversorger sowie der Telekom bis zur Hausratversicherung – nehmen Sie Kontakt mit dem Vermieter, dem Versorger und dem Versicherungsvertreter auf und machen Sie sich schlau. Sonst zahlen Sie am Ende Prämien, obwohl Sie längst woanders wohnen. Denn im Zweifel gilt hier: Mitgefangen (also Vertrag unterschrieben), mitgehangen.

Wer als Hauptmieter im Mietvertrag steht, haftet für alle – die Mitbewohner sind dann nur Untermieter. Nachteil: Kündigt der Hauptmieter, steht die gesamte WG auf der Straße. Vorteil: Ein neuer Untermieter kann problemlos einziehen. Besser: Mit dem Vermieter klären, dass eine WG die Wohnung nutzt und alle Mieter den Mietvertrag unterzeichnen lassen. Gleiches gilt für Strom und Wasser, Internet, Telefon und Kabelfernsehen – der Internetprovider bucht die fälligen Beträge vom Konto des Vertragsinhabers (also bei demjenigen, der unterschrieben hat) ab. Da ist es nebensächlich, ob der Vertragsinhaber überhaupt noch in der Wohnung wohnt.

Stichwort Versicherungen:

Wohnungssuche, Renovieren, Umzug: Paare, die zusammenziehen, haben viel zu organisieren und zu klären. „Es ist zwar nicht besonders romantisch, die Versicherungsverträge zu überprüfen. Aber wer sich nicht um dieses Thema kümmert, verschenkt unter Umständen Geld und gefährdet sogar seinen Versicherungsschutz“, sagt Manuela Alt von der R+V Versicherung.

Mietvertrag

Um Doppelversicherungen zu vermeiden, macht die Zusammenlegung bei vielen Policen wie Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung Sinn. „Dabei müssen die Partner prüfen, wer in welchen Vertrag einsteigt und welcher aufgelöst werden kann – oft ist das der jüngere Vertrag“, so Alt. Wichtig: Die Haftpflichtversicherung übernimmt nach der Zusammenlegung in der Regel keine Schäden mehr, die der Lebenspartner verursacht hat. Und die Hausratversicherung muss über die neue Adresse und Wohnungsgröße informiert werden. „Die Wohnfläche muss korrekt angegeben sein. Sonst wird ein Schaden unter Umständen nur teilweise beglichen“, erklärt Alt. Anders sieht es bei Versicherungen aus, die direkt auf die beiden Personen zugeschnitten sind: Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherungen bleiben unverändert bestehen.

Den Mietvertrag sollten immer beide unterschreiben. Nur so haben sie dieselben Rechte gegenüber dem Vermieter – aber auch die gleichen Pflichten, etwa die Übernahme der Miete.

Stressfrei in die erste eigene Wohnung:

So ein Umzug ist mehr als ein paar Kisten und Möbel von A nach B bringen, es bedeutet in den meisten Fällen einen erheblichen zeitlichen, logistischen und finanziellen Aufwand. Wie ein Umzug locker von der Hand geht, zeigen die 8 Tipps der LBS. Dann klappt‘s danach auch noch mit der Einweihungsparty.

  • Erstellen Sie sich mit Vorlagen aus dem Internet eine persönliche Checkliste. Vergessen Sie vor allem den Zeitfaktor nicht bei Ihren Planungen. Bauen Sie bewusst Zeitpuffer ein. Und: Renovieren Sie die neue Wohnung möglichst bevor Sie einziehen.
  • Ziehen Sie in Eigenregie um, müssen Sie vieles selbst organisieren, z.B. das Mieten eines entsprechend großen Transporters. Auch sollten Sie Helfer mobilisieren, damit Sie am Umzugstag nicht allein dastehen. Für den ersten Umzug reichen oft drei bis vier Helfer. Ein Umzugsunternehmen bietet professionelle Unterstützung, agiert schnell und übernimmt je nach Vertrag im Schadensfall die Haftung – kostet aber Geld.
  • Reservieren Sie zwei Wochen vor dem Umzugstermin über die Straßenverkehrsbehörde Parkmöglichkeiten für den Umzugswagen. Die Höhe der Gebühr ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und hängt ab von der Art und der Dauer Parkverbots.
  • Spätestens seit dem Hit von Silbermon“ wissen wir: „Es reist sich besser mit leichtem Gepäck!“ Entrümpeln Sie daher frühzeitig. Verkaufen oder verschenken Sie nicht mehr benötigte Dinge. Entsorgen Sie umweltbewusst.

  • Zur leichteren Zuordnung in der neuen Wohnung beschriften Sie gepackte Umzugskartons oben und seitlich mit einem dicken Filzstift nach Räumen bzw. thematisch. Packen Sie die Kartons nicht zu voll und lassen Sie die Griffmulden frei. Für die erste Übernachtung in der neuen Wohnung stellen Sie sich einen „Survival-Koffer“ mit allen wichtigen Dingen, die Sie zum Schlafen, Hygiene, etc. benötigen, zusammen. Verstauen Sie Ihre Papiere, Schlüssel, Geld und Handy griffbereit.
  • Kümmern Sie sich eine Woche vor dem Einzug um die Schlüsselübergabe: Dokumentieren Sie Vorschäden in der Wohnung (auch im Treppenhaus) mit Fotos, notieren Sie Zählerstände von Strom, Wasser und Gas/Öl. Spätestens beim Einzug steht auch die Anmeldung beim Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an (ehemals GEZ). Nur Studierende, die Bafög oder Berufsausbildungsbeihilfe beziehen, sind davon ausgenommen.
  • Geben Sie Ihre Adresse rechtzeitig an Ihre Freunde und Verwandten, an alle Behörden und Vertragspartner. Denken Sie an die Meldung beim Einwohnermeldeamt sowie den Nachsendeantrag bei der Post.
  • Am Umzugstag: Fangen Sie nicht zu spät mit der Arbeit an. Ein Umzug in den späten Abendstunden sorgt schnell für Ärger mit den neuen Nachbarn. Informieren Sie diese frühzeitig über den geplanten Einzugstermin. Denken Sie an die Verpflegung der Helfer. Getränke und eine Pizza halten das Team bei Laune.
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Handyversicherungen – von kurios bis überflüssig

Wer ein neues Smartphone kauft, hat oft noch im Elektronikmarkt eine Handyversicherung heiß empfohlen bekommen. Für allerlei Schadensfälle soll die Versicherung eine finanzielle Absicherung bieten. Verbraucherfreundlich sind die Vertragsbedingungen jedoch nur selten. „Ob eine Handyversicherung überhaupt sinnvoll ist, ist schon fraglich“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg „Klar ist aber: Die Vertragsbedingungen müssen rechtlich einwandfrei gestaltet sein.“

Gerade bei Handyversicherungen geht vieles am Bedarf der Verbraucher vorbei. So wollen Versicherer in manchen Fällen den Schaden gar nicht übernehmen. Oder Verbraucher sollten laut Versicherungsbedingungen nicht nur das defekte Gerät, sondern auch das komplette ursprüngliche Zubehör aus dem originalen Lieferumfang in eine Filiale des Elektronikmarktes mitbringen. „Fehlt ein ursprüngliches Zubehörteil, muss der Verbraucher davon ausgehen, dass die Versicherung nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Das ist eine unzulässige Benachteiligung“, erklärt Grieble.

In einem Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg 14 Tarife zur Smartphoneversicherung untersucht. Ziel war es herauszufinden, wie Verbraucher auf die Bedeutung der Priorisierung von abzusichernden Risiken und einem begrenzten Versicherungsbudget aufmerksam gemacht werden. Das Ergebnis: In keinem der untersuchten Angebote wurden Verbraucher darauf ausreichend hingewiesen, die Risiken wurden noch nicht einmal thematisiert. „Das zeigt, wie problematisch bestimmte Vertriebswege sind. Versicherungen sollten nicht einfach im Vorbeigehen verkauft werden“, betont der Versicherungsexperte. „Falls doch, ist unabdingbar, dass Versicherer den Verbraucher unterstützen, die Wichtigkeit unterschiedlicher Versicherungssparten zu erkennen und den Blick für das eigene individuelle Versicherungsbudget zu schärfen,“ fordert Grieble. Dazu gehören eine bedarfsgerechte Information und Beratung sowie ausreichende schriftliche Unterlagen.

Generell rät Grieble, beim Kauf von Elektronikgeräten nicht voreilig eine Versicherung abzuschließen: „Versicherungsbedingungen können problematisch, die Beratung vor Ort unzureichend sein. Man wird in einem Elektrogeschäft selten Verkäufer finden, die sich sehr gut mit Versicherungen auskennen.“ Gute Information und Beratung ist aber wichtige Voraussetzung für einen passenden Versicherungsschutz.

Wichtige Informationen rund um Smartphoneversicherungen gibt es unter: www.vz-bw.de/smartphone-versichern

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So klappt es mit dem Umtausch

Nicht immer stoßen sorgsam ausgewählte Geschenke auf Begeisterung. Doch was tun, wenn den Beschenkten die Socken nicht gefallen oder sie für kitschige Porzellanfiguren keine Verwendung haben? Hannelore Brecht-Kaul von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart informiert über Umtausch und Co.

Einkauf beim lokalen Händler:

Wer seine Geschenke im Geschäft vor Ort gekauft hat, muss auf das Entgegenkommen des Händlers hoffen. Denn: Ein gesetzlich festgeschriebenes Recht auf Umtausch gibt es nicht. „Viele Händler nehmen die Waren aber aus Kulanz zurück“, sagt Brecht-Kaul. „Allerdings können sie dann auch die Bedingungen für den Umtausch festlegen, beispielsweise ob Sie dafür einen Gutschein oder das bezahlte Geld bekommen.“ Besser ist es deshalb, noch vor dem Kauf abzuklären, ob und zu welchen Konditionen der Händler unliebsame Geschenke wieder zurücknimmt. Und: den Kassenbon aufbewahren!

Online-Shopping:

Bei Geschenken, die im Internet bestellt wurden haben Verbraucher in der Regel ein Recht auf Widerruf. „Vierzehn Tage nachdem Sie die Ware erhalten haben, können Sie den Vertrag widerrufen und die Ware ohne Angabe von Gründen wieder zurückschicken“, erklärt Brecht-Kaul.

Achtung: Fristen!

Wichtig ist nur, dass die Frist über Feiertage wie Weihnachten nicht verstreicht. „Fällt der letzte Tag der Widerrufsfrist auf Feiertage wie beispielsweise den 25. Dezember, verschiebt sich das Fristende auf den 27. Dezember, den nächsten Werktag“, so Brecht-Kaul. Gleiches gilt z. B. für Heilige Drei Könige: Auch hier verlängert sich in Bundesländern, in denen dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag ist, die Frist für Verbraucher auf den nächsten Werktag. Liegen die Feiertage allerdings nur innerhalb der Widerrufsfrist, verlängert sich diese nicht. Bei Fristende an Samstagen und Sonntagen hingegen verlängert sich die Frist auch auf den nächsten Werktag.

Bei Fragen und Ärger rund um Widerruf und Umtausch hilft und berät die Verbraucherzentrale vor Ort:

www.verbraucherzentrale.de

www.verbraucherzentrale-hessen.de

www.verbraucherzentrale-bawue.de

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