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So funktioniert BAföG

Das BAföG ermöglicht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen, eine ihrer Eignung und Neigung entsprechende Ausbildung zu absolvieren – auch wenn die Eltern diese Ausbildung nicht finanzieren können. Eine gute Ausbildung ist die Basis für beruflichen Erfolg. Doch nicht immer kann die Familie Studierende oder Schülerinnen und Schüler ausreichend finanziell unterstützen. Dann hilft das BAföG weiter.

Ziel ist es, allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht. Damit über einen BAföG-Antrag entschieden werden kann, sind folgende Fragen zu klären:

  • Ist die gewählte Ausbildung förderungsfähig?
  • Erfüllt die Antragstellerin oder der Antragsteller die persönlichen Förderungsvoraussetzungen?
  • Ist der Ausbildungsbedarf nicht durch eigenes Einkommen und Vermögen sowie durch das Einkommen von Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern oder Eltern gedeckt?

Aus der Beantwortung dieser Fragen ergibt sich, ob jemand BAföG erhalten kann und wie hoch die monatliche Förderung ist. Mit der BAföG-Reform 2019 haben noch mehr Menschen Anspruch auf die Förderung, da unter anderem die Freibeträge vom Einkommen angehoben wurden. Das sind zum Beispiel die Einkommensbeträge, die die Eltern nach dem BAföG nicht für die Ausbildung ihrer Kinder einsetzen müssen. Es lohnt sich also, zu prüfen, ob eine Förderung möglich ist. Für eine verbindliche Klärung individueller Fragen lassen Sie sich am besten frühzeitig beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beraten.

Was wird gefördert?

Mit dem BAföG fördert der Staat die erste Ausbildung an berufsbildenden Schulen, Kollegs, Akademien und Hochschulen. Seit der BAföG-Novelle 2019 kann auch ein Studium an einer privaten Berufsakademie gefördert werden.

Ausbildungsförderung wird gemäß § 2 BAföG geleistet für den Besuch von:

  • weiterführenden allgemeinbildenden Schulen (z. B. Haupt-, Real- und Gesamtschulen, Gymnasien) ab Klasse 10,
  • Berufsfachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, einschließlich der Klassen aller Formen der beruflichen Grundbildung (z. B.
    Berufsvorbereitungsjahr), ab Klasse 10,
  • Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt
  • Berufsfachschulklassen und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln,
  • Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt,
  • Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien und Kollegs,
  • Höheren Fachschulen und Akademien,
  • Hochschulen
  • Privaten Berufsakademien.

Wer wird gefördert?

Ob BAföG gewährt werden kann, hängt auch von den persönlichen Voraussetzungen ab: Relevant sind die Staatsangehörigkeit bzw. der aufenthaltsrechtliche Status, das Alter und die Eignung für die gewünschte Ausbildung sowie privates Einkommen und Vermögen.

BAföG nicht nur für Deutsche

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, kann grundsätzlich BAföG erhalten. Aber auch Bürger der Europäischen Union, Migrantinnen, Migranten und Geflüchtete, die in Deutschland leben, können BAföG als finanzielle Unterstützung während des Studiums oder der Schulzeit erhalten. Als Grundregel gilt: Haben Ausländerinnen und Ausländer eine Bleibeperspektive in Deutschland und sind sie gesellschaftlich integriert, gelten sie als förderberechtigt.

Achtung, Altersgrenze:

Studierende, Schülerinnen und Schüler können nur gefördert werden, wenn sie ihr Studium oder ihre schulische Ausbildung vor Vollendung des 30. Lebensjahres beginnen, bei Masterstudiengängen vor Vollendung des 35. Lebensjahres. In einigen Fällen gibt es Ausnahmen von dieser Regel.

Der Abschluss muss das Ziel sein

Wer BAföG bekommen möchte, sollte natürlich grundsätzlich in der Lage sein, das angestrebte Ausbildungsziel auch tatsächlich zu erreichen. Ein gesonderter Nachweis ist dafür nicht erforderlich, in der Regel genügt die Aufnahme an der Hochschule oder Schule.

Auszubildende an Höheren Fachschulen, Akademien oder Hochschulen müssen allerdings einen Leistungsnachweis vorlegen, wenn sie ab dem fünften Fachsemester weiter gefördert
werden wollen. In einigen Fällen schreiben die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen eine Zwischenprüfung oder einen anderen Leistungsnachweis schon vor dem dritten Fachsemester vor. Dann müssen diese Zeugnisse auch beim Amt für Ausbildungsförderung vorgelegt werden, damit BAföG bewilligt werden kann.

Finanzieller Bedarf

BAföG erhalten junge Menschen, deren Familien nicht allein für die Ausbildung aufkommen können. In § 21 BAföG ist geregelt, welches Einkommen angerechnet wird. Mit der BAföG-Reform 2019 werden die Freibeträge in drei Stufen bis 2021 angehoben, sodass mehr Menschen BAföG-berechtigt sind.

So funktioniert die Antragstellung:

BAföG-Leistungen müssen schriftlich beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beantragt werden. Der Antrag kann mit dem Antragsformblatt per Post oder elektronisch gestellt und übermittelt werden.

Übrigens: Studierende, Schülerinnen und Schüler, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, können den BAföG-Antrag selbst stellen.

Wo muss der Antrag gestellt werden?

Je nach Ausbildungsart sind unterschiedliche Stellen für die Beantragung von BAföG zuständig:

  • für Studierende das Studierendenwerk am Ort der Hochschule, an der sie immatrikuliert sind
  • für Schülerinnen und Schüler an Abendgymnasien, Kollegs, Höheren Fachschulen und Akademien das Amt für Ausbildungsförderung der Stadt- oder Kreisverwaltung, in dessen Bezirk sich die Ausbildungsstätte befindet
  • für alle anderen Schülerinnen und Schüler das Amt für Ausbildungsförderung der Stadt- oder Kreisverwaltung am Wohnort der Eltern, in Einzelfällen am Wohnort des Auszubildenden

Mehr Infos, Adressen und Formblätter auf www.bafög.de/

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Drei Viertel aller Studierenden starten ohne studienbezogene Schulden ins Berufsleben

Aktuell finanzieren rund 93.000 Studierende in Deutschland ihr Studium über einen Studienkredit. Etwas weniger als die Hälfte (43 %) der laufenden Verträge wurden dabei im vergangenen Jahr neu abgeschlossen. Die Zahl der Studierenden, die einen Kredit in Anspruch nehmen, ist seit Jahren stark rückläufig. 2013 lag die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkredite noch bei rund 60.000, fünf Jahre später nur noch rund 40.000.

„Der Trend ist eindeutig“, erklärt Ulrich Müller: „Die Nachfrage bei allen externen Finanzierungshilfen wie BAföG, Stipendien oder Studienkrediten sinkt – trotz steigender Studierendenzahlen“. Der Studienkredit-Experte des CHE sieht aufgrund von Konjunktur und flexibler Studienorganisation zurzeit gute Voraussetzungen, das Studium mit Unterstützung der Eltern oder Nebenjobs zu finanzieren.

Der Anteil der Studierenden, die einen Studienkredit in Anspruch nehmen, liegt bei 3,2 %. Auch der Anteil der Personen, die durch BAföG ein zinsloses Teildarlehen zur Studienfinanzierung nutzen, ist seit Jahren rückläufig.

Finanzierungsexperte Müller sieht darin eine positive Entwicklung. „Etwa drei Viertel der jetzigen Studierenden in Deutschland starten später ohne studienbezogene Schulden in ihr Berufsleben. Das ist im Vergleich zu den USA, wo Hochschulabsolventen durchschnittlich mit einem Minus von mehr als 30.000 Dollar die Uni verlassen, eine komfortable Situation. In Deutschland gibt es eine Vielzahl staatlicher Studienförderprogramme, ein Studienkredit dient daher nur zum Stopfen letzter Finanzierungslücken.“

Hinzu käme noch, dass beim BAföG mindestens die Hälfte des Förderbetrags nicht zurückgezahlt werden müsse, die BAföG-Rückzahlungssumme betrage maximal 10.000 Euro, so Müller. BAföG sei daher einem Studienkredit immer vorzuziehen.

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Jeder dritte Student findet Miete zu teuer

Spitzenreiter bei den studentischen Mieten sind Frankfurt, Hamburg und München. In günstigen Studentenwohnheimen leben nur 12 % der befragten Studenten.

Durchschnittlich 385 € im Monat geben nicht mehr zuhause lebende Studenten für die Miete aus. Mit 495 € zahlen diejenigen am meisten, die sich eine Wohnung mit der Partnerin oder dem Partner teilen. 405 € zahlen alleinlebende Studenten, gefolgt von durchschnittlich 338 € in einer Wohngemeinschaft und 291 € im Studentenwohnheim, wo mit 12 % der Befragten der kleinste Anteil lebt. 31 % sind der Meinung, dass ihre Miete zu hoch ist, weitere 58 % empfinden die Mietpreise in ihrem jeweiligen Wohnort generell als Problem. Ermittelt hat das der Studienfonds-Anbieter Deutsche Bildung im CampusBarometer, eine Online-Umfrage unter mehr als 6.900 Studentinnen und Studenten.

Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, müssen knapp die Hälfte ihres Budgets (46 %) allein für die Miete aufwenden.
Vor allem der Standort beeinflusst die Miethöhe: Für eine Wohnung – unabhängig davon, ob die Studenten alleine, mit einem Partner oder mit Mitbewohnern leben – zahlen die Studienteilnehmer in Thüringen (322 €), Sachsen (328 €) und Sachsen-Anhalt (329 €) die geringste Monats-Warmmiete.

In Hamburg (502 €), Hessen (455 €) und Berlin (454 €) ist die durchschnittliche Monatsmiete am höchsten. Teilnehmer, die in den Städten Frankfurt (565 €), Hamburg (502 €) oder München (473 €) studieren, müssen besonders tief in die Tasche greifen. Es folgen die Mieten für die Hochschulstandorte Darmstadt (464 €), Mannheim (459 €), Stuttgart (456 €), Bonn (451 €) und Berlin (454 €). Weit günstiger kommen Befragte weg, die in Chemnitz (292 €), Albstadt (313 €), Greifswald (316 €) oder Halle (322 €) eingeschrieben sind.

„Über 500 € für ein WG-Zimmer machen ein Studium in immer mehr Städten zu einer Frage des Budgets und damit der Bildungschancengerechtigkeit. Die Mieten sind das derzeit größte Problem in der Finanzierung des Studiums und schränken damit die Wahlfreiheit ein, was Studiengang und Hochschule betrifft“, sagt Anja Hofmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Bildung.

Weitere Informationen zum Thema Studium finden Sie hier – jede Menge Links haben wir hier zusammengestellt.

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Was verdienen akademische Einsteiger?

Wie viel verdienen akademische Berufseinsteiger und junge Führungskräfte? Welche Berufe wählen Akademiker nach dem Studium am häufigsten und in welchem Bundesland gibt es das meiste Geld? Das Hamburger Vergleichsportal Gehalt.de hat 49.646 Gehaltsangaben von akademischen Beschäftigten analysiert.

Baden-Württemberg ist für akademische Berufseinsteiger mit einem Einstiegsgehalt von rund 48.000 € jährlich das lukrativste Bundesland. Auch Bayern (46.500 €) und Hessen (45.400 €) weisen ein verhältnismäßig hohes Gehaltsniveau auf. In den neuen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen erhalten Akademiker dagegen deutlich geringere Gehälter. Dort liegen sie bei jeweils unter 40.000 €.

Top-Branche für Berufsanfänger: die Automobilindustrie

Das höchste Einstiegsgehalt beziehen Akademiker im Bereich der Automobilindustrie. Hier verdienen sie zum Berufsstart rund 51.900 €. Auch der Maschinen- und Schiffsbau (49.500 €) sowie die Softwarebranche (49.400 €) sind lukrative Sektoren zum Einstieg in die Arbeitswelt.

In diesen Berufen arbeiten Akademiker am häufigsten

Gesellschafts- und Sozialwissenschaftler verdienen zu Berufsbeginn 35.700 €. Sie kommen am häufigsten in der Sozialarbeit und -pädagogik zum Einsatz und erhalten jährlich 34.300 €. Mathematiker und Informatiker verdienen in ihren ersten drei Berufsjahren 47.300 €. Beschäftigte aus diesem Studienfach starten ihre Karriere vermehrt als Entwickler oder IT-Berater. Sie beziehen ein Jahreseinkommen von 46.200 beziehungsweise 50.000 €. „Wer sein Studium in technisch-mathematischen Fachgebieten absolviert, hat beste Voraussetzungen auf dem Markt, um attraktive Gehälter zu verhandeln“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer.

Wirtschaftswissenschaft lohnt sich

Ingenieure beziehen nach der Uni ein Gehalt von rund 47.800 € und arbeiten vorwiegend in der Projektabwicklung oder Konstruktion. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften erhalten Akademiker zu Berufsbeginn 41.800 €. Am häufigsten arbeiten sie als Controller oder Unternehmensberater. „Viele Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler arbeiten im Controlling oder in der Unternehmensberatung. Ihr Wirtschaftswissen können sie branchenübergreifend in vielen Unternehmen einbringen“, so Bierbach weiter.

Einstiegsgehälter (höchstens drei Jahre Berufserfahrung) für Akademiker/-innen

nach Abschluss:
Bachelorabschluss 45.778 €
Masterabschluss 48.416 €
nach Bundesländern:
Baden-Württemberg 49.812 €
Bayern 49.578 €
Hessen 48.375 €
Nordrhein-Westfalen 46.222 €
Niedersachsen 45.430 €
Hamburg 46.016 €
Rheinland-Pfalz 45.495 €
Bremen 44.356 €
Schleswig-Holstein 43.991 €
Saarland 44.111 €
Berlin 41.915 €
Thüringen 39.276 €
Brandenburg 39.557 €
Sachsen 39.123 €
Sachsen-Anhalt 39.820 €
Mecklenburg-Vorpommern 38.006 €
Top-Branchen:
Automobilindustrie 55.070 €
Maschinen- und Schiffbau 52.010 €
Software 53.526 €
E-Technik 52.454 €
Banken/Finanzdienstleistungen 51.895 €
Nach Studienfächern:
Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
Allgemein 37.647 €
Berufs-Favoriten
Sozialarbeiter/-pädagoge 35.739 €
Redakteur 35.194 €
Online-Marketing-Management 35.727 €
Branchen-Favoriten
Soziale Einrichtungen 36.292 €
Werbung und PR 34.277 €
Medien und Presse 35.957 €
Mathematik und Informatik
Allgemein 49.195 €
Berufs-Favoriten
Softwareentwicklung Backend 47.880 €
Softwareentwicklung 43.821 €
IT-Beratung und Konzeption 52.854 €
Branchen-Favoriten
Software 46.711 €
IT-Systemhäuser 47.894 €
Automobilindustrie 54.146 €
Wirtschaftswissenschaften
Allgemein € 44.120
Berufs-Favoriten
Controller 47.546 €
Unternehmensberater 53.352 €
Online-Marketing-Manager 42.045 €
Branchen-Favoriten
Werbung und PR 35.953 €
Steuerberatung und 41.435 €
Automobilindustrie 49.989 €
Ingenieurwissenschaften
Allgemein 50.031 €
Berufs-Favoriten
Ingenieur Projektabwicklung 49.371 €
Ingenieur Konstruktion 49.325 €
Technische Forschung & Entwicklung 54.693 €
Branchen-Favoriten
Automobilindustrie 54.922 €
Ingenieurbüro 43.849 €
Maschinenbau 50.848 €

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Kleines Einmaleins der Studienfinanzierung

Viel Pauken, wenig Geld – ein Studium macht sich oft erst im Nachhinein bezahlt. Das zeigt auch der aktuelle Nationale Bildungsbericht: Allein ein Bachelorabschluss bringt bereits über 1.000 € mehr im Monat. Aber erst einmal muss man sich das Studium überhaupt leisten können. 819 € geben Studierende laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes durchschnittlich im Monat für Lebenshaltungskosten aus.

Knapp zwei Drittel der Studierenden in Deutschland erhalten dabei elterliche Unterstützung. Trotzdem sollte man andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, denn auch die Eltern haben oft nicht genug Geld, um das gesamte Studium ihrer Kinder finanziell zu stemmen. „Es gibt nicht nur einen Weg, das Studium zu finanzieren: BAföG, Studienkredite, Bildungsfonds, Nebenjobs oder Stipendien – meist ist eine Mischung sinnvoll“, wissen die Finanzexperten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und geben einen Überblick rund um die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.

Finanzspritze Mama und Papa

Für viele sind die Eltern nach wie vor die größten Sponsoren. Sie sind in erster Linie für die Kosten des Lebensunterhaltes ihres Kindes während eines Studiums verantwortlich. Besteht auch ein rechtlicher Anspruch? Ja – solange sich das Kind in der Erstaus-bildung befindet, kein eigenes Einkommen bezieht und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, sind die Eltern zur finanziellen Unterstützung verpflichtet. Erst wenn die Eltern dazu nicht oder nur zum Teil in der Lage sind, gibt es BAföG.

Hilfe vom Staat: BAföG

Wenn das Einkommen der eigenen Eltern nicht ausreicht, schießt der Staat etwas dazu: Rund ein Drittel der jungen Akademiker beziehen Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Wie viel es genau gibt, hängt vom Einkommen der Eltern ab und unterliegt recht komplizierten Berechnungen. Tipp: An das Studierendenwerk der nächstgelegenen Hochschule wenden – dort wird der zu erwartende BAföG-Satz anhand der Einkommenssteuererklärung der Eltern berechnet. Der aktuelle Höchstsatz liegt derzeit bei 735 Euro pro Monat. Thema Rückzahlung: Maximal die Hälfte des erhaltenen Geldes muss zurückgezahlt werden, höchstens jedoch 10.000 Euro. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende des Studiums. Dabei kann sich der Absolvent aussuchen, ob er den Betrag einmalig oder in Raten abbezahlen möchte. Das Ganze ist zudem zinslos.

Kredite – verschuldet vor dem ersten Gehalt?

Bei einem Studienkredit sieht das schon etwas anders aus: Das von den Banken geliehene Geld muss vollständig zurückgezahlt werden, und das mit Zinsen. Achtung – die Zinssätze variieren stark, diese sollte man vor Abschluss prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen. „Ein junger Student sollte einen Studienkredit nur dann aufnehmen, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind und das Geld wirklich nicht reicht“, mahnen die Vermögensberater. Ansonsten kann das Berufsleben mit einem großen Schuldenberg beginnen.

Bildungsfond – Kredit ohne Überschuldung

Ein Bildungsfond funktioniert wie ein Kredit – abgesehen von den Rückzahlungsmodalitäten. Anders als bei einem Studienkredit erfolgt die Rückzahlung einkommensabhängig und erst nach erfolgreichem Berufseinstieg. Der Student erteilt dem Fond das Recht, von seinem späteren Einkommen für eine festgelegte Zeit einen bestimmten Prozentsatz einzuziehen. Das kann am Ende etwas mehr, aber auch etwas weniger sein als der Betrag, den sich der Student vorher geliehen hat. In jedem Fall aber nur so viel, wie man sich monatlich leisten kann. Somit besteht ein deutlich geringeres Risiko an Überschuldung.

Geheimtipp Stipendium – bewerben lohnt sich

Aktuell beziehen nur fünf Prozent der Studierenden Geld in Form eines Stipendiums. Dabei sind die Chancen, ein Stipendium zu ergattern, größer als gedacht. Was viele nicht wissen: Ein Stipendium ist nicht nur etwas für Überflieger, auch „Normalos“ haben eine Chance. Neben 13 großen Organisationen unterstützen mehr als 2.500 kleinere Stiftungen und Institutionen bei der Finanzierung. Also bloß keine falsche Scheu und bewerben!

Nebenjob – gut für Geldbeutel und Lebenslauf

Wenn das Studium die Möglichkeit lässt, nebenher zu jobben, ist das sinnvoll – idealerweise mit flexiblen Arbeitszeiten und in einem Bereich, in dem man später auch arbeiten möchte. Denn das macht sich gut im Lebenslauf. Wichtiger Tipp: Damit keine Probleme mit der Kranken- und Sozialversicherung entstehen, sollte die hierfür geltende Einkommensgrenze von 5.400 € im Jahr beachtet werden. Hierbei gilt „brutto gleich netto“, da Studenten – egal ob Minijob oder Nebenjob als studentische Hilfskraft – keine Sozialabgaben zahlen müssen. Beim Anspruch auf Kindergeld gibt es keine Einkommensgrenze. Wenn Studierende jedoch mehr als durchschnittlich 20 Stunden pro Woche arbeiten, verlieren sie das Recht darauf.

Hier gibt es eine Übersicht, welche Nebenjobs am besten bezahlt werden.

Von den vielen Möglichkeiten bloß nicht verwirren oder gar abschrecken lassen – eine lohnende Investition in die Zukunft ist die Finanzierung eines Studiums in jedem Fall.

Weitere Informationen zum Thema Studium finden Sie hier – jede Menge Links haben wir hier zusammengestellt.

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