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Aus für die Roaming-Kosten – aber Achtung!

Reisende, die an Spaniens Stränden oder im Restaurant in Rimini nicht auf den Online-Einsatz ihres Smartphones verzichten möchten, können sich freuen: Seit 15. Juni sind die Extra-Entgelte für die Handynutzung im EU-Ausland weitgehend abgeschafft! Das bedeutet Kosten wie zu Hause für alle, die künftig aus einem Land der Europäischen Union (EU) telefonieren, eine SMS schicken oder im Internet surfen. Wie schon lange gefordert, wird die mobile Kommunikation im Ausland vereinfacht und preiswerter. „Netzbetreiber können jedoch auch künftig Zuschläge für zu langes Verweilen im Netz verlangen“, weist die Verbraucherzentrale NRW auf einen Wermutstropfen hin. Bevor der Gebührenticker rattert, müssen Surfer im Ausland allerdings rechtzeitig von ihrem Mobilfunkanbieter einen Warnhinweis erhalten, um zu verhindern, dass die Mobilfunkrechnung unkontrolliert in die Höhe schnellt. Was Reisende rund um den Wegfall der Roaming-Entgelte sonst noch wissen sollten, erläutert die Verbraucherzentrale NRW:

• Tarifoptionen fürs In- und Ausland prüfen: Mobilfunkunternehmen können reine Inlandstarife ohne Roaming-Funktion anbieten. Ist nur ein Tarif fürs mobile Telefonieren und Tummeln im Netz fürs Inland vereinbart, verweigert die SIM-Karte nach einem Grenzübertritt ihren Dienst. Vor Reisebeginn sollten Handynutzer daher genau prüfen, ob ihr Vertrag die Nutzung von Smartphones, Tablets und Co. fürs In- wie Ausland gleichermaßen zulässt, welche Tarif-Alternativen es bei eingeschränkter Vereinbarung gibt und welche Kosten bei einem Tarifwechsel anfallen.

• Funktions-Limits beim mobilen Internet beachten: Gleiche Entgelte wie zu Hause fallen im EU-Ausland nur bei angemessener Datennutzung – dem sogenannten „Fair Use“ – an. Damit das Surfen fern von zu Hause nicht allzu stark ausufert, können Mobilfunkunternehmen den Umfang der Datennutzung im EU-Ausland einschränken. Kunden, die die vorgegebenen Grenzen beim Online-Surfen überschreiten, werden unter Umständen von ihren Anbietern fürs Power-Surfen im Netz zur Kasse gebeten. Um nach der Rückkehr beim Blick auf die Mobilfunkrechnung böse Überraschungen zu vermeiden, sollten sich Urlauber und sonstige Reisende mit den „Fair Use“-Regeln ihres Anbieters vertraut machen.

634882 original R by Julien Christ pixelio.deJulien Christ/pixelio.de

• Mobilfunkkosten außerhalb der EU: Telefonieren in Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören, kann aber weiterhin sehr schnell ins Geld gehen. Das Aus für die bisherigen Roaming-Regeln gilt nämlich nicht in Ländern wie Thailand, der Schweiz oder der Türkei. Nur bei der mobilen Datennutzung werden Nutzer auch außerhalb der EU vor dem finanziellen Kollaps geschützt. Die Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, ihre Kunden zu warnen, wenn das Kosten-Limit von 50 Euro überschritten wird. Bei knapp 60 Euro müssen sie die Verbindung sogar automatisch trennen. Der Tritt auf die Kostenbremse greift jedoch nur, wenn der Datenverbrauch im Ausland auch in Echtzeit gemessen werden kann. Ist dies technisch unmöglich, muss der jeweilige Anbieter seine Kunden darüber informieren, dass bei deren Datennutzung die Kosten nach oben offen sind. Etwa bei einer Kreuzfahrt auf hoher See oder während des Flugzeug-Trips können die Kosten fürs Simsen und Surfen schnell explodieren, wenn sich das Handy über einen Satelliten in das Mobilfunknetz einwählt

.• WLAN nutzen: Vor bösen Überraschungen bei den Kosten ist deshalb sicher, wer sich nicht über seine SIM-Karte ins Internet einwählt, sondern dafür das schiff- oder hoteleigene Drahtlosnetzwerk (WLAN) beziehungsweise ein Internetcafé nutzt. Auf Online-Banking oder andere sensible Geschäfte sollte man allerdings über WLAN sicherheitshalber besser verzichten.

Kaspars Grinvalds/shutterstock.comKaspars Grinvalds/shutterstock.com• Geräte richtig einstellen: Auch im Ruhemodus können Smartphones und Tablets durchaus Datenvolumen verbrauchen: zum Beispiel durch die Aktualisierung von Software und Apps oder durch Herunterladen von E-Mails. Wer das verhindern möchte, sollte das Gerät vor Reiseantritt so einstellen, dass es nicht ohne Rückfrage Daten über Mobilfunknetze herunterlädt. Welche Handgriffe zur Deaktivierung erforderlich sind, verrät die Bedienungsanleitung sowie eine Videoanleitung der Verbraucherschützer im Netz unter www.verbraucherzentrale.nrw/roaming2017

So funktioniert BAföG

Die Zeiten, da ein Hochschulstudium nur den Kindern reicher Eltern offen stand, sind glücklicherweise passé. Studenten können heute eine monatliche Förderung vom Staat erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass Bedürftigkeit besteht, weil ihnen die für den Lebensunterhalt und für die Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen. Wie viel Ausbildungsförderung einem Studenten zusteht, hängt u.a. vom Einkommen der Eltern oder des Ehegatten und vom angesparten Vermögen und Einkommen des Studenten ab. Andererseits kann der Anspruch bei einem Fachwechsel, wenn für diesen kein wichtiger oder unabweisbarer Grund besteht oder beim Überschreiten der Förderungshöchstdauer, die sich nach der Regelstudienzeit der jeweiligen Fachrichtung richtet, erlöschen. Ob und wie viel finanzielle Unterstützung Vater Staat bezahlt, regelt das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG. Wer staatliche Unterstützung erhält, was angerechnet und wie gefördert wird, sagen ARAG Experten.

Wer wird gefördert?

Eine gute Ausbildung ist heute wichtiger als je zuvor. Das gilt für den Einzelnen wie für unsere Gesellschaft insgesamt. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist ein Garant dafür, dass Jugendliche und junge Erwachsene eine ihrer Eignung und Neigung entsprechende Ausbildung absolvieren können – auch unabhängig davon, ob die finanzielle Situation ihrer Familie diese Ausbildung zulässt oder nicht. Persönliche Voraussetzungen für den Anspruch auf Ausbildungsförderung sind grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder ein im BAföG aufgeführter aufenthaltsrechtlicher Status, die allgemeine Eignung für die gewählte Ausbildung und das Nichtüberschreiten der Altersgrenze.

Was wird angerechnet?

Da die Ausbildungsförderung eine Bedürftigkeit voraussetzt, muss der Antragsteller auch sein Vermögen offen legen. Als monatlicher Bedarf sind im BAföG Pauschalbeträge vorgesehen, deren Höhe abhängig ist von der Art der Ausbildungsstätte (z. B. Gymnasium, Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts wohnend). Ob Auszubildende BAföG erhalten, die eine förderungsfähige Ausbildung betreiben und die persönlichen Förderungsvoraussetzungen erfüllen, hängt davon ab, ob ihre finanziellen Mittel und die ihrer etwaigen Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und ihrer Eltern reichen, um ihren Finanzbedarf während der Ausbildung zu decken. Nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen bleibt das Einkommen der Eltern außer Betracht. Eigenes Einkommen und Vermögen der Auszubildenden selbst und das Einkommen ihrer nicht dauernd von ihnen getrennt lebenden Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner wird hingegen immer angerechnet. Das BAföG geht davon aus, dass zunächst die Auszubildenden selbst und diejenigen, die nach dem bürgerlichen Recht zu ihrem Unterhalt verpflichtet sind, also ihre Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und Eltern, für den Unterhalt und die Ausbildung aufkommen. Das BAföG tritt mit seinen Leistungen grundsätzlich nur nachrangig ein. Es sieht bei der Anrechnung des Einkommens und Vermögens der Auszubildenden und bei der Anrechnung des Einkommens ihrer Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und Eltern aber Freibeträge vor. Das bedeutet, dass nur das die jeweiligen Freibeträge übersteigende Einkommen anzurechnen ist.

Wie wird gefördert?

shutterstock 345672923Africa Studio/shutterstock.comSchüler/innen erhalten die Förderung als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen. Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen. Informationen zur Rückzahlung finden Sie unter dem Stichwort Rückzahlung des zinslosen Staatsdarlehens.

Abweichend hiervon werden in voller Höhe als Zuschuss erbracht:
Auslandsstudiengebühren, bis zur gesetzlichen Höhe für ein Jahr
bis zu zehn Jahren über die Förderungshöchstdauer hinaus geleistete Ausbildungsförderung, wegen einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes
der Kinderbetreuungszuschlag für Auszubildende, die mit mindestens einem Kind, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben
Nur ausnahmsweise wird Förderung als verzinsliches Bankdarlehen gewährt.

Wer schweigt, zahlt Strafe!

Die Experten warnen davor, Vermögenswerte zu verschweigen; zu Unrecht kassierte Ausbildungsförderung muss auf jeden Fall zurückgezahlt werden. Darüber hinaus drohen empfindliche Geldbußen. Überschüssiges Geld an Eltern oder Geschwister zu „verschenken“ um als bedürftig zu erscheinen, ist auch ein Trick, den die Ämter schon lange kennen. Sie werten dies als rechtsmissbräuchliche Vermögensübertragung und rechnen das Geld im Zweifelsfall weiterhin dem Studierenden zu.

Alle möglichen Fragen werden auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter www.bafoeg.bmbf.de oder unter der BAföG-Hotline 0800/2236341 beantwortet. Die Höhe der zu erwartenden Ausbildungsbeihilfe kann man unter www.bafoeg-rechner.de ermitteln.

Was bringt Bausparen für junge Leute?

Bausparen ist fast jedem ein Begriff. Doch wie funktioniert das überhaupt, für wen ist es geeignet und welche Vorteile bringt es? Hier ein Überblick über die wichtigsten Fakten:

Was ist das?

Ein Bausparvertrag ist das ideale Instrument auf dem Weg in die erste eigene „Bude“: Damit bilden junge Leute schon mit kleineren Sparbeiträgen frühzeitig Eigenkapital und sichern sich gleichzeitig ein günstiges Bauspardarlehen. Das Besondere daran: Die Zinsen stehen bereits bei Vertragsabschluss fest und ändern sich bis zur vollständigen Rückzahlung nicht – das ist der klassische Vorteil des Bausparens. Ob der Sparer das Darlehen für das erste eigene Zuhause in Anspruch nehmen will, kann er später entscheiden.

Wer kann bausparen?

Bausparen kann fast jeder. Ab dem 16. Lebensjahr fördert der Staat das Bausparen unter bestimmten Voraussetzungen sogar mit attraktiven Prämien. Auch viele Eltern und Großeltern schließen einen Bausparvertrag für ihre Kinder und Enkel ab. Zum Geburtstag oder zur Konfirmation ist er oft eine sinnvolle Alternative zum Geldgeschenk.

Wofür kann ich einen Bausparvertrag verwenden?

shutterstock 61232218irabel8/shutterstock.comEin Bausparvertrag lässt sich flexibel an die persönliche Lebenssituation anpassen. So kann der Bausparer das Guthaben grundsätzlich frei verwenden, während das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden muss. Dazu zählt der Bau oder Kauf einer Immobilie ebenso wie Modernisierungen und energetische Maßnahmen.

Welche staatlichen Förderungen kann ich nutzen?

Für alle Bausparer ab 16 Jahren bietet der Staat unter bestimmten Voraussetzungen gleich mehrere Fördermöglichkeiten:
Zum einen gibt es die Wohnungsbauprämie (WoP). Der maximal geförderte Sparbeitrag liegt bei 512 € pro Jahr. Darauf zahlt der Staat 8,8 Prozent Prämie. Wer also 43 € im Monat spart, wird quasi mit einer 13. Einzahlung im Jahr belohnt, nämlich 45 €. Sie wird dem Bausparguthaben nach einer sieben-jährigen Bindungsfrist auf einen Schlag gutgeschrieben. Die WoP gibt es aber nur, wenn das angesparte Geld später auch für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum verwendet wird.
Bei jungen Leuten unter 25 Jahren macht Vater Staat eine Ausnahme: Sie können nach sieben Jahren frei über das gesamte Guthaben verfügen. Diese Sonderregelung kann jeder Sparer aber nur einmal in Anspruch nehmen. Die meisten verwenden das Geld jedoch ohnehin wohnwirtschaftlich, etwa für den Erwerb der ersten eigenen Immobilie.
Wer von seinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen (VL) erhält, kann von der Arbeitnehmersparzulage profitieren. Die VL werden zusätzlich zum Gehalt vom Arbeitgeber direkt auf den Bausparvertrag überwiesen. Das können bis zu 40 € im Monat sein. Der Staat legt die Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 9 Prozent aus maximal 470 € obendrauf. Das macht bis zu 43 € um Jahr, die zusätzlich auf das Bausparkonto fließen.
Für beiden Förderungen, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage, gelten Einkommensgrenzen.
Gänzlich unabhängig vom Einkommen ist der Wohn-Riester. Damit unterstützt der Staat Wohneigentum als Altersvorsorge. Gefördert werden Riester-Bausparverträge und Riester-Immobiliendarlehen. Förderberechtigte erhalten jährlich maximal 154 € Grundzulage. Zudem gibt es für alle unter 25 Jahren einen einmaligen Starter-Bonus von bis zu 200 €. Somit können sich junge Sparer zum Start über insgesamt 354 € Zulagen freuen.

Warum jetzt Bausparer werden?

Das Thema Immobilie mag vielleicht noch in weiter Ferne liegen und momentan ganz andere Dinge im Fokus stehen. Jedoch ist es ratsam, schon heute die Weichen für später zu stellen. Warum nicht alle Vorteile nutzen? Gerade als junger Mensch ist das Bausparen sehr attraktiv, denn wer für die Zukunft vorsorgt wird belohnt – mit Förderungen vom Staat und einem günstigen Darlehen von der Bausparkasse.

Das Studienstipendium

Ein Studienstipendium ist eine Förderung (finanziell, ideell) für eine Person, die studiert. Stipendien werden zumeist von Stiftungen vergeben, aber auch der Staat, Bundesländer oder Kommunen sowie Firmen vergeben Stipendien. Stipendien sind meist mit finanziellen Leistungen verbunden, die dabei helfen, während eines Studiums den Lebensunterhalt zu bestreiten, Lehrbücher zu kaufen oder einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, aber in der Regel nicht zurückgezahlt/abgegolten werden müssen. Häufig bieten Stipendien noch vieles mehr: So nehmen Stipendiaten bspw. an regelmäßigen Veranstaltungen und Seminaren zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen teil, erhalten Zugang zu vielen interessanten Persönlichkeiten, mit denen sie sich austauschen können, und bauen sich frühzeitig ein wertvolles Netzwerk auf.

Wer kann ein Stipendium bekommen?

Um dies herauszufinden, lohnt sich die intensive Suche, denn wer eine Förderung erhalten kann, hängt prinzipiell immer von dem einzelnen Stipendium ab und die Vielfalt der deutschen Stipendienlandschaft ist enorm. Manche Programme fördern leistungsstarke Studierende oder würdigen mit dem Stipendium das ehrenamtliche Engagement von Bewerbern. Einige Stiftungen richten sich darüber hinaus auch an Abiturienten und Studierende, die einen Migrationshintergrund haben, oder aber an den engagierten Nachwuchs eines bestimmten Fachgebiets.

Wie bewirbt man sich auf Stipendien?

Auch die Art und Weise, wie man sich auf ein Stipendium bewirbt, ist von Stipendium zu Stipendium unterschiedlich. Genauere Informationen hierzu findet man in der Regel auf der Internetseite der jeweiligen Stiftung. Bei einer schriftlichen Bewerbung sind oft ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf, ein Gutachten von Lehrern oder Professoren und das Abiturzeugnis oder akademische Zeugnisse erforderlich. Hat man diese Hürde genommen, folgt zumeist ein persönliches Auswahlverfahren, bei dem eingeschätzt wird, ob Bewerber zur jeweiligen Stiftung „passen“. Auch hier sind die Verfahren unterschiedlich: Es können zum Beispiel Einzelgespräche oder auch Assessment-Center durchgeführt werden.

Eltern und Schüler können sich beim kostenfreien Angebot des ELTERNKOMPASS informieren, wie und wo man ein passendes Stipendium findet. Telefonisch unter 030-278906-777 oder per E-Mail an service@elternkompass.info zu erreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.elternkompass.info

Das erste eigene Konto

Der Start der Ausbildung bedeutet auch: Es gibt Kohle! Also muss spätestens jetzt ein eigenes Girokonto her. Was ist dabei zu beachten, was dürfen Jugendliche (und was nicht)? Jugendliche sind die Kunden von morgen. Vom Kreditgewerbe werden sie daher massiv umworben. Da man in der Regel mit einer Bank eine sehr langfristige Beziehung eingeht (der Wechsel der Bank ist, trotz vielfältiger Angebote vor allem der Direktbanken, diesen Kontowechsel als Service für Neukunden zu übernehmen, mit Aufwand verbunden), loht es sich, genauer hinzusehen.

Für das erste eigene Girokonto sollten folgende Regeln gelten:

• Für Jugendliche sollte das Konto auf jeden Fall kostenlos sein, also keine Gebühren für Kontoführung, Überweisungen oder Kontoauszüge anfallen. Wenn die Bank um die Ecke kein passendes Angebot hat: Die nächste Bank hat es bestimmt – Nachfragen lohnt sich!
• Da Abhebungen an bankfremden Geldautomaten saftige Gebühren (bis zu 8,– €) kosten, ist ein breites Netz an bankeigenen Automaten oder die Zusammenarbeit mit anderen Banken zur kostenlosen Nutzung der Automaten wichtig – fragen Sie nach!
• Wenn schon auf Pump, dann mit System: Der teuerste Kredit ist die nicht abgesprochene Überziehung des Girokontos. Der mit der Bank abgestimmte Dispositionskredit kostet zwar immer noch ordentlich Überziehungszinsen, ist aber schon günstiger. Wichtig: Ein Dispokredit in Höhe eines Monatsgehaltes (netto) sollte ausreichen – lassen Sie sich nicht durch angeblich günstige Konditionen zu Schulden überreden! Ein Vergleich der Konditionen lohnt sich.
• Zusatzfunktionen der EC-Karte sind überflüssig. Es mag zwar cool aussehen, mit der (integrierten) Kreditkarte zu zahlen. Aber: Erstens verliert man dabei sehr schnell den Überblick über ­seine Ausgaben und zweitens ist die tolle Kreditkartenfunktion spätestens im ­zweiten Jahr nicht mehr kostenlos.

Und was steht dazu im Gesetzbuch?

shutterstock 99647729VladFree/shutterstock.comAuch Minderjährige dürfen bereits Verträge abschließen.
Wer zwischen sieben und 17 Jahren alt ist, ist bereits beschränkt geschäftsfähig und kann sich u. a. vertraglich binden, wenn er in einem von den Eltern genehmigten Arbeitsverhältnis steht und das Rechtsgeschäft sich darauf bezieht.

Aber:

Die Eltern müssen fast immer zustimmen. Schon die Einrichtung eines Girokontos ist für Minderjährige wegen der rechtlichen Nachteile nicht im Alleingang möglich. Sie würden sich zum Bezahlen etwaiger Kontogebühren verpflichten oder könnten von der Bank mit Schadenersatz- oder Zinsansprüchen belangt werden. ­Minderjährige brauchen deshalb zur wirksamen Eröffnung eines Kontos die Einwilligung ihrer Eltern. Das gilt auch für andere Bankverträge wie Überweisungen, Barabhebungen oder den Antrag einer Zahlungskarte.

Und berufstätige Jugendliche?

Für sie sieht das Gesetz eine Besonderheit vor. Steht der Minderjährige bereits in einem Arbeitsverhältnis (nicht nur in einer Berufsausbildung) und haben die Eltern den Job genehmigt, kann er alle damit verbundenen Rechtsgeschäfte alleine abschließen. Er darf also ohne Zustimmung der ­Eltern nicht nur ein Gehaltskonto ­eröffnen, sondern auch den vollen Lohn oder das Gehalt bar abheben. Für Überweisungen oder andere Bankgeschäfte braucht er aber nach wie vor die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.