Kategorien-Archiv 108-Geld

Die erste eigene Wohnung oder WG

Für eine eigene Penthouse-Wohnung dürfte es bei den allerwenigsten reichen, aber es bleibt trotzdem noch eine Menge Auswahl. Also, was soll´s denn sein: Studenten-Wohnheim? Eigene Bude? Oder doch lieber eine WG? Ein guter Tipp ist eigentlich immer der Anruf beim örtlichen Studentenwerk. Hier erfahren Sie u.a., ob und in welchen Wohnheimen noch Zimmer frei und wie hoch die Kosten sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der Nähe zum Uni-Campus kann man davon ausgehen, dass ein Zimmer im Studentenwohnheim mit hoher Wahrscheinlichkeit günstiger als jedes „­normale“ ­privat gemietete Zimmer oder gar eine Wohnung ist. Außerdem lebt man mit vielen anderen Studenten unter einem Dach – das erleichtert das Kennenlernen von Kommilitonen enorm. Selbst wer sich eine eigene Wohnung leisten kann, sollte darüber nachdenken, ob für die ersten Semester ein Studentenwohnheim nicht doch die bessere Wahl ist: Nach einiger Zeit kennt man genug Leute, um zu entscheiden, mit wem man ggf. eine WG aufmachen möchte, man kennt die guten Ecken einer Stadt und bekommt auch den einen oder anderen Tipp, wenn irgendwo eine gute Wohnung frei wird.

Gute Anlaufstellen für die Suche sind auch die sogenannten „Mitwohnzentralen“, die das übergangsweise Mieten von meist möblierten Zimmern oder Wohnungen ermöglichen, deren Eigentümer oder Mieter z.B. eine Zeitlang im Ausland sind und so ihre Kosten niedrig halten wollen; Angebote zur Untermiete finden sich hier aber ebenfalls in rauen Mengen. Online lohnen sich Seiten wie www.wg-gesucht.de oder www.studenten-wg.de – da gibt’s nicht nur Adressen und Angebote, sondern auch jede Menge hilfreicher Tipps (noch mehr Links finden Sie hier).

Alles eine Frage des Geldes

Wenn es eine eigene Wohnung sein soll, sollten Sie sich einen Überblick über die ortsüblichen Mieten verschaffen – eine Wohnung im Nobelviertel geht enorm ins Geld, ist aber viel langweiliger als eine kleine 2-Zimmer-Bude mitten in einem kiezigen Innenstadtviertel. Einen ersten Überblick erhalten Sie, wenn Sie das Stichwort „Mietspiegel + Stadt oder Region“ googeln. Das reicht meist aus, um Mietangebote aus lokalen Tageszeitungen oder von Maklern zumindest ungefähr einzuordnen. Allerdings weist so ein Mietspiegel nur Durchschnittswerte aus; das tatsächliche Gefälle zwischen „günstig“ und „teuer“ kann ziemlich groß sein.

Kostenaufstellung für den Überblick

Bevor man überhaupt auf Wohnungssuche geht, sollte erst einmal genau kalkuliert werden, welche Mietsumme man sich tatsächlich regelmäßig leisten kann. Um sich einen Überblick über die zukünftigen Ausgaben zu verschaffen, sollten die wichtigsten monatlich anfallenden Kosten in einer Art Budget-Plan aufgelistet werden: Miete, Nebenkosten, Strom, Internet- und Telefonanbieter, Rundfunkbeitrag und Versicherungen. „Die Warmmiete sollte inklusive Nebenkosten ein Drittel der Einkünfte nicht überschreiten“, empfehlen die Finanzexperten. Für einen besseren finanziellen Überblick kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die sonstigen Lebenshaltungskosten regelmäßig zu notieren. Vom Wochen-Einkauf über den Kneipenabend bis zum Kinobesuch werden alle Ausgaben erfasst. Dafür können zum Beispiel auch hilfreiche Smartphone-Apps wie „Meine Finanzen“ oder „Haushaltsbuch MoneyControl“ genutzt werden.

Achtung bei der ersten WG!

Die größten Stolpersteine lauern nicht bei der richtigen Auswahl der Mitbewohner oder dem Aufstellen des Putzplanes, sondern im Kleingedruckten! Vom Mietvertrag über die Verträge mit dem örtlichen Wasser- und Energieversorger sowie der Telekom bis zur Hausratversicherung – nehmen Sie Kontakt mit dem Vermieter, dem Versorger und dem Versicherungsvertreter auf und machen Sie sich schlau. Sonst zahlen Sie am Ende Prämien, obwohl Sie längst woanders wohnen. Denn im Zweifel gilt hier: Mitgefangen (also Vertrag unterschrieben), mitgehangen.

Wer als Hauptmieter im Mietvertrag steht, haftet für alle – die Mitbewohner sind dann nur Untermieter. Nachteil: Kündigt der Hauptmieter, steht die gesamte WG auf der Straße. Vorteil: Ein neuer Untermieter kann problemlos einziehen. Besser: Mit dem Vermieter klären, dass eine WG die Wohnung nutzt und alle Mieter den Mietvertrag unterzeichnen lassen. Gleiches gilt für Strom und Wasser, Internet, Telefon und Kabelfernsehen – der Internetprovider bucht die fälligen Beträge vom Konto des Vertragsinhabers (also bei demjenigen, der unterschrieben hat) ab. Da ist es nebensächlich, ob der Vertragsinhaber überhaupt noch in der Wohnung wohnt.

Stichwort Versicherungen:

Wohnungssuche, Renovieren, Umzug: Paare, die zusammenziehen, haben viel zu organisieren und zu klären. „Es ist zwar nicht besonders romantisch, die Versicherungsverträge zu überprüfen. Aber wer sich nicht um dieses Thema kümmert, verschenkt unter Umständen Geld und gefährdet sogar seinen Versicherungsschutz“, sagt Manuela Alt von der R+V Versicherung.

Mietvertrag

Um Doppelversicherungen zu vermeiden, macht die Zusammenlegung bei vielen Policen wie Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung Sinn. „Dabei müssen die Partner prüfen, wer in welchen Vertrag einsteigt und welcher aufgelöst werden kann – oft ist das der jüngere Vertrag“, so Alt. Wichtig: Die Haftpflichtversicherung übernimmt nach der Zusammenlegung in der Regel keine Schäden mehr, die der Lebenspartner verursacht hat. Und die Hausratversicherung muss über die neue Adresse und Wohnungsgröße informiert werden. „Die Wohnfläche muss korrekt angegeben sein. Sonst wird ein Schaden unter Umständen nur teilweise beglichen“, erklärt Alt. Anders sieht es bei Versicherungen aus, die direkt auf die beiden Personen zugeschnitten sind: Berufsunfähigkeits-, Kranken- oder Unfallversicherungen bleiben unverändert bestehen.

Den Mietvertrag sollten immer beide unterschreiben. Nur so haben sie dieselben Rechte gegenüber dem Vermieter – aber auch die gleichen Pflichten, etwa die Übernahme der Miete.

Stressfrei in die erste eigene Wohnung:

So ein Umzug ist mehr als ein paar Kisten und Möbel von A nach B bringen, es bedeutet in den meisten Fällen einen erheblichen zeitlichen, logistischen und finanziellen Aufwand. Wie ein Umzug locker von der Hand geht, zeigen die 8 Tipps der LBS. Dann klappt‘s danach auch noch mit der Einweihungsparty.

  • Erstellen Sie sich mit Vorlagen aus dem Internet eine persönliche Checkliste. Vergessen Sie vor allem den Zeitfaktor nicht bei Ihren Planungen. Bauen Sie bewusst Zeitpuffer ein. Und: Renovieren Sie die neue Wohnung möglichst bevor Sie einziehen.
  • Ziehen Sie in Eigenregie um, müssen Sie vieles selbst organisieren, z.B. das Mieten eines entsprechend großen Transporters. Auch sollten Sie Helfer mobilisieren, damit Sie am Umzugstag nicht allein dastehen. Für den ersten Umzug reichen oft drei bis vier Helfer. Ein Umzugsunternehmen bietet professionelle Unterstützung, agiert schnell und übernimmt je nach Vertrag im Schadensfall die Haftung – kostet aber Geld.
  • Reservieren Sie zwei Wochen vor dem Umzugstermin über die Straßenverkehrsbehörde Parkmöglichkeiten für den Umzugswagen. Die Höhe der Gebühr ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und hängt ab von der Art und der Dauer Parkverbots.
  • Spätestens seit dem Hit von Silbermon“ wissen wir: „Es reist sich besser mit leichtem Gepäck!“ Entrümpeln Sie daher frühzeitig. Verkaufen oder verschenken Sie nicht mehr benötigte Dinge. Entsorgen Sie umweltbewusst.

  • Zur leichteren Zuordnung in der neuen Wohnung beschriften Sie gepackte Umzugskartons oben und seitlich mit einem dicken Filzstift nach Räumen bzw. thematisch. Packen Sie die Kartons nicht zu voll und lassen Sie die Griffmulden frei. Für die erste Übernachtung in der neuen Wohnung stellen Sie sich einen „Survival-Koffer“ mit allen wichtigen Dingen, die Sie zum Schlafen, Hygiene, etc. benötigen, zusammen. Verstauen Sie Ihre Papiere, Schlüssel, Geld und Handy griffbereit.
  • Kümmern Sie sich eine Woche vor dem Einzug um die Schlüsselübergabe: Dokumentieren Sie Vorschäden in der Wohnung (auch im Treppenhaus) mit Fotos, notieren Sie Zählerstände von Strom, Wasser und Gas/Öl. Spätestens beim Einzug steht auch die Anmeldung beim Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an (ehemals GEZ). Nur Studierende, die Bafög oder Berufsausbildungsbeihilfe beziehen, sind davon ausgenommen.
  • Geben Sie Ihre Adresse rechtzeitig an Ihre Freunde und Verwandten, an alle Behörden und Vertragspartner. Denken Sie an die Meldung beim Einwohnermeldeamt sowie den Nachsendeantrag bei der Post.
  • Am Umzugstag: Fangen Sie nicht zu spät mit der Arbeit an. Ein Umzug in den späten Abendstunden sorgt schnell für Ärger mit den neuen Nachbarn. Informieren Sie diese frühzeitig über den geplanten Einzugstermin. Denken Sie an die Verpflegung der Helfer. Getränke und eine Pizza halten das Team bei Laune.
✉ Beitrag per Email versenden

Handyversicherungen – von kurios bis überflüssig

Wer ein neues Smartphone kauft, hat oft noch im Elektronikmarkt eine Handyversicherung heiß empfohlen bekommen. Für allerlei Schadensfälle soll die Versicherung eine finanzielle Absicherung bieten. Verbraucherfreundlich sind die Vertragsbedingungen jedoch nur selten. „Ob eine Handyversicherung überhaupt sinnvoll ist, ist schon fraglich“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg „Klar ist aber: Die Vertragsbedingungen müssen rechtlich einwandfrei gestaltet sein.“

Gerade bei Handyversicherungen geht vieles am Bedarf der Verbraucher vorbei. So wollen Versicherer in manchen Fällen den Schaden gar nicht übernehmen. Oder Verbraucher sollten laut Versicherungsbedingungen nicht nur das defekte Gerät, sondern auch das komplette ursprüngliche Zubehör aus dem originalen Lieferumfang in eine Filiale des Elektronikmarktes mitbringen. „Fehlt ein ursprüngliches Zubehörteil, muss der Verbraucher davon ausgehen, dass die Versicherung nicht mehr in Anspruch genommen werden kann. Das ist eine unzulässige Benachteiligung“, erklärt Grieble.

In einem Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg 14 Tarife zur Smartphoneversicherung untersucht. Ziel war es herauszufinden, wie Verbraucher auf die Bedeutung der Priorisierung von abzusichernden Risiken und einem begrenzten Versicherungsbudget aufmerksam gemacht werden. Das Ergebnis: In keinem der untersuchten Angebote wurden Verbraucher darauf ausreichend hingewiesen, die Risiken wurden noch nicht einmal thematisiert. „Das zeigt, wie problematisch bestimmte Vertriebswege sind. Versicherungen sollten nicht einfach im Vorbeigehen verkauft werden“, betont der Versicherungsexperte. „Falls doch, ist unabdingbar, dass Versicherer den Verbraucher unterstützen, die Wichtigkeit unterschiedlicher Versicherungssparten zu erkennen und den Blick für das eigene individuelle Versicherungsbudget zu schärfen,“ fordert Grieble. Dazu gehören eine bedarfsgerechte Information und Beratung sowie ausreichende schriftliche Unterlagen.

Generell rät Grieble, beim Kauf von Elektronikgeräten nicht voreilig eine Versicherung abzuschließen: „Versicherungsbedingungen können problematisch, die Beratung vor Ort unzureichend sein. Man wird in einem Elektrogeschäft selten Verkäufer finden, die sich sehr gut mit Versicherungen auskennen.“ Gute Information und Beratung ist aber wichtige Voraussetzung für einen passenden Versicherungsschutz.

Wichtige Informationen rund um Smartphoneversicherungen gibt es unter: www.vz-bw.de/smartphone-versichern

✉ Beitrag per Email versenden

So klappt es mit dem Umtausch

Nicht immer stoßen sorgsam ausgewählte Geschenke auf Begeisterung. Doch was tun, wenn den Beschenkten die Socken nicht gefallen oder sie für kitschige Porzellanfiguren keine Verwendung haben? Hannelore Brecht-Kaul von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart informiert über Umtausch und Co.

Einkauf beim lokalen Händler:

Wer seine Geschenke im Geschäft vor Ort gekauft hat, muss auf das Entgegenkommen des Händlers hoffen. Denn: Ein gesetzlich festgeschriebenes Recht auf Umtausch gibt es nicht. „Viele Händler nehmen die Waren aber aus Kulanz zurück“, sagt Brecht-Kaul. „Allerdings können sie dann auch die Bedingungen für den Umtausch festlegen, beispielsweise ob Sie dafür einen Gutschein oder das bezahlte Geld bekommen.“ Besser ist es deshalb, noch vor dem Kauf abzuklären, ob und zu welchen Konditionen der Händler unliebsame Geschenke wieder zurücknimmt. Und: den Kassenbon aufbewahren!

Online-Shopping:

Bei Geschenken, die im Internet bestellt wurden haben Verbraucher in der Regel ein Recht auf Widerruf. „Vierzehn Tage nachdem Sie die Ware erhalten haben, können Sie den Vertrag widerrufen und die Ware ohne Angabe von Gründen wieder zurückschicken“, erklärt Brecht-Kaul.

Achtung: Fristen!

Wichtig ist nur, dass die Frist über Feiertage wie Weihnachten nicht verstreicht. „Fällt der letzte Tag der Widerrufsfrist auf Feiertage wie beispielsweise den 25. Dezember, verschiebt sich das Fristende auf den 27. Dezember, den nächsten Werktag“, so Brecht-Kaul. Gleiches gilt z. B. für Heilige Drei Könige: Auch hier verlängert sich in Bundesländern, in denen dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag ist, die Frist für Verbraucher auf den nächsten Werktag. Liegen die Feiertage allerdings nur innerhalb der Widerrufsfrist, verlängert sich diese nicht. Bei Fristende an Samstagen und Sonntagen hingegen verlängert sich die Frist auch auf den nächsten Werktag.

Bei Fragen und Ärger rund um Widerruf und Umtausch hilft und berät die Verbraucherzentrale vor Ort:

www.verbraucherzentrale.de

www.verbraucherzentrale-hessen.de

www.verbraucherzentrale-bawue.de

✉ Beitrag per Email versenden

Tipps fürs Bestellen per Mausklick

Einkäufe im Internet vom heimischen Sofa aus – das kann bequem und günstig sein: ohne Ladenschluss und Parkplatzsuche. „Doch auch im Internet lauern Fallen. Online-Shopper sollten sich weder von schönen Internetseiten noch von tollen Versprechungen und vermeintlich günstigen Preisen blenden lassen“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Bei Bestellungen per Mausklick sollte etwa auf vollständige Anschriften der Firmen, auf Datenschutz, Art der Bezahlung und die Versandkosten geachtet werden. Folgende Tipps helfen, den Geschenke-Stress aus dem Onlineshop wegzuklicken:

Preisvergleich und Datenschutz:

Viele Produkte sind im Internet günstiger zu haben als im Laden – aber nicht immer. Wer preisgünstig einkaufen will, sollte die Preise im Internet auch mit denen im stationären Handel vergleichen. Bestellt werden sollte nur in solchen Shops, die eine verschlüsselte Datenübertragung ermöglichen. Das erschwert eine Einsicht durch Dritte. Verschlüsselte Datenverbindungen sind am „s“ hinter dem „http“ in der Adress-Zeile des Browsers zu erkennen. Außerdem sollten die Datenschutzbestimmungen aufmerksam durchgelesen werden. Dabei ist darauf zu achten, ob die eigenen Angaben nur verwendet werden, um die Bestellung zu erfüllen, oder ob sie auch für Werbung genutzt oder gar an Dritte weitergegeben werden sollen.

Check des Vertragspartners:

Vor der Bestellung sollte sich der Kunde vergewissern, dass der Firmenname, die sogenannte ladungsfähige Adresse (Postanschrift mit Land, Ort, Straße) und der Verantwortliche des Anbieters leicht aufrufbar sind. Nur so weiß man, mit wem man es zu tun hat und an wen man sich wenden muss, wenn beispielsweise etwas Falsches oder gar nichts geliefert wird. Wer auf der Homepage keine Adresse oder nur eine Postfachadresse findet, sollte misstrauisch werden und besser nichts bestellen. Hilfreich können oftmals auch Foren im Internet sein, in denen Kunden ihre Erfahrungen mit bestimmten Firmen über deren Vertragsabwicklung für User zugänglich darstellen. Wird dort bereits über Lieferengpässe, Probleme bei Reklamationen oder bei der Rückabwicklung von Verträgen nach einem Widerruf berichtet, sollte besser auf eine Bestellung verzichtet werden.

Zusatzkosten und Zahlungsweise:

Damit sich die Schnäppchen nicht als Mogelpackung erweisen, sind auch die Zusatzkosten wie Versand- und Überweisungskosten sowie Zustellgebühren (bei Nachnahmesendungen) in die Gesamtrechnung einzubeziehen. Sonst wird ein vermeintlicher Preisvorteil schnell zur Kostenfalle. Kunden haben zwar kein Recht auf Wahl einer bestimmten Zahlungsart, doch meist gibt es mehrere Alternativen. Online-Anbieter müssen aber zumindest einen gängigen Zahlungsweg kostenfrei ermöglichen. Am sichersten ist die Bezahlung nach Erhalt der Ware per Rechnung oder die Erteilung einer Einzugsermächtigung. Damit geht man nicht das Risiko ein, entweder keine, eine andere als die bestellte oder eine fehlerhafte Ware zu erhalten und anschließend dem Geld hinterherlaufen zu müssen. Vorsicht gilt bei Vorkasse.

Widerrufs- oder Rückgaberecht:

Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Das gilt auch für Verträge über Waren, die auf einer Auktionsplattform von einem gewerblichen Händler ersteigert werden. Der Widerruf muss gegenüber dem Vertragspartner am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklärt werden. Die bestellte Ware einfach nicht anzunehmen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf! Die vierzehntägige Frist beginnt beim Kauf von Waren im Internet dann, wenn der Käufer ordnungsgemäß, in klarer und verständlicher Weise über sein Widerrufsrecht informiert worden ist und die Ware erhalten hat. Bei bestellten Dienstleistungen beginnt die Widerrufsfrist allerdings bereits mit Vertragsschluss.

Rücksendung:

Geht die bestellte Ware innerhalb der gesetzten Frist zurück, muss der Händler neben dem Kaufpreis auch die Kosten für die Hinsendung erstatten. Das gilt jedoch nur für die Kosten des Standardversands und nicht für die Zusatzkosten einer Expresslieferung. Im Gegenzug muss der Kunde die Kosten für die Rücksendung der unwillkommenen Waren tragen – es sei denn, der Händler bietet an, die Rücksendekosten zu übernehmen. Dieser bleibt auch auf den Kosten sitzen, wenn er vor Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kunden die Kosten der Rücksendung selbst zahlen müssen. Bei mangelhafter Ware haben Käufer dieselben Gewährleistungsrechte wie bei einem Kauf im stationären Handel.

Rat und Hilfe rund um den Online-Kauf bieten die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale an – Kontakt und Termine unter www.verbraucherzentrale.de.

Verbraucherprobleme zu Warenlieferungen und Retouren unliebsamer Pakete können im Online-Beschwerdeportal www.paket-ärger.de der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Thüringen abgeladen werden. Dort gibt’s auch weitere Infos rund um den Post- und Paketversand.

✉ Beitrag per Email versenden

Keine Angst vor Inkasso-Briefen

Im E-Mail-Postfach oder Briefkasten findet sich zum eigenen Schrecken ein Inkasso-Schreiben: Zahlung am besten sofort, sonst drohen Zwangsmaßnahmen. Wenn Verbraucher nicht wissen, ob sie wirklich eine Rechnung vergessen haben, gilt: Ruhe bewahren und nicht einschüchtern lassen. Erich Nolte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart gibt Tipps, wie Verbraucher eine unberechtigte Inkasso-Forderung erkennen. „Ein Inkasso-Brief setzt einen zeitweilig ganz schön unter Druck. Unseriöse Unternehmen drohen häufig mit Zwangsvollstreckung, Kontokündigung, Lohn- oder Gehaltspfändung, sogar manchmal mit Vermögensauskunft oder Haft. Dabei sind die Forderungen häufig überhöht, unverständlich oder gar völlig frei erfunden“, so Erich Nolte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Wer fordert denn was?

Prüfen sollte man zunächst, ob das Inkassoschreiben genaue Angaben zur Forderung enthält wie den vollständigen Namen und korrekte Anschrift, den Namen des Auftraggebers, die Höhe und vor allem den Grund für die Forderung. Des Weiteren sollten Verbraucher den Namen des Unternehmens, die Adresse und die Bankverbindung genauer betrachten. Ist da etwa eine ausländische Bankverbindung angegeben? Weiterhin können Verbraucher für einen ersten Eindruck im Internet recherchieren, ob das Inkasso-Büro schon negativ aufgefallen ist oder ob es überhaupt zugelassen ist.

Ist die Forderung berechtigt?

„Auf unserer Internetseite www.inkasso-check.de können Sie Ihre Inkassoforderung kostenlos überprüfen“, rät Nolte. Dort erhalten Verbraucher eine rechtliche Ersteinschätzung, ob sie überhaupt bezahlen müssen und falls ja, ob die volle Höhe der Kosten fällig ist. Möchten Verbraucher dem Inkassounternehmen widersprechen, können sie mit dem Tool einen passenden Brief an das Unternehmen erstellen.

Was tun, wenn die Forderung erfunden ist?

Verbraucher sollten sich nicht beunruhigen lassen: Ab mit dem Brief in die Ablage! Des Weiteren sollten sie dem Inkasso-Unternehmen mitteilen, dass die Forderung unberechtigt ist. Dabei am besten nicht mehr Daten über sich selbst verraten, als dem Inkasso-Unternehmen bereits bekannt sind. Das Inkassounternehmen kann nichts machen, wenn man eine unberechtigte Forderung nicht zahlt. Es kann weder einen Gerichtsvollzieher bestellen, noch eine Pfändung veranlassen oder jemanden ins Gefängnis bringen. Zügig reagieren muss man jedoch, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus flattert.

Wenn die Forderung zu Recht besteht: Inkassogebühren checken.

Ist eine Forderung rechtens, sollte diese natürlich bezahlt werden. Fast im-mer lag die Höhe der geforderten Inkassogebühren jedoch über dem, was aus Sicht der Verbraucherzentrale gerechtfertigt ist. Zwar dürfen Inkassobüros Gebühren bis zu der Höhe verlangen, die für Rechtsanwälte gilt. In den meisten im Inkasso-Check eingegebenen Fällen rechnen sie für einfache Standardschreiben jedoch mehr ab, als ein Anwalt für eine durchschnittlich aufwändige juristische Prüfung verlangen darf.

Der Inkasso-Check wurde im bundesweiten Projekt „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ erstellt, gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Seit Februar 2018 haben rund 100.000 Besucher das Online-Tool auf www.inkasso-check.de genutzt.

Verbraucher, die Ärger mit Inkassofirmen haben, können sich an die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wenden. Ausführliche Informationen rund um das Thema und weitere Tipps finden Verbraucher auch unter www.vz-bw.de

✉ Beitrag per Email versenden