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Branchenreport Gesundheit, Medizin & Pflege

Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist einer der größten deutschen Wirtschaftssektoren. Sie beschäftigt in etwa so viele Erwerbstätige wie das gesamte Verarbeitende Gewerbe und wächst stärker und stabiler als die Gesamtwirtschaft. Die Gesundheitsbranche als Ganzes ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. In Deutschland beschäftigt sie derzeit rund sieben Millionen Erwerbstätige. Das sind 16 % aller Beschäftigten. Sie erwirtschaftete 2016 eine Bruttowertschöpfung von 336 Milliarden €. Das entspricht 12 % Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Branche stabilisiert die Gesamtwirtschaft, da sie sich relativ unabhängig von der Konjunktur entwickelt. Sie wuchs selbst 2009 während der Finanzkrise, als die Gesamtwirtschaft deutlich schrumpfte. In den vergangenen zehn Jahren ist sie stabiler und im Durchschnitt stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Dadurch hat sich ihr Anteil am BIP in diesem Zeitraum deutlich erhöht. Sie bietet krisensichere Arbeitsplätze. Seit 2005 wurden in der Branche über eine Million zusätzliche Stellen geschaffen.

Die Wirtschaftskraft der Gesundheitswirtschaft basiert nicht ausschließlich auf Kassenleistungen. Mehr als ein Viertel des Gesamtkonsums wird privat finanziert. Gesundheits-Apps, Wellnessangebote und Gesundheitstourismus stellen einen wachsenden und zukunftsträchtigen Markt dar.

Der Dienstleistungsbereich der Gesundheitswirtschaft ist personalintensiv und bietet über sechs Millionen Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz. Die zwei größten Branchen innerhalb des Dienstleistungsbereichs sind die stationäre und die nicht-stationäre Versorgung, also Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen etc. Über 60 % der Beschäftigung und mehr als 50 % der Wertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft sind diesen beiden Branchen zuzuschreiben. Seit 2005 haben sie 700.000 zusätzliche Stellen geschaffen.

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten derzeit mehr als dreimal so viele Menschen wie in der Automobilindustrie. Allein die Krankenhäuser beschäftigen rund 1,2 Millionen Erwerbstätige. Obwohl die Anzahl der Krankenhäuser seit 2005 um knapp zehn Prozent gesunken ist, hat sich ihre Wertschöpfung im gleichen Zeitraum um über 50 % erhöht. Der Pflegebereich beschäftigt derzeit sogar 1,5 Millionen Erwerbstätige.

Vor allem in der stationären Pflege wurden in den letzten zehn Jahren Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten ist hier seit 2005 um rund ein Drittel gestiegen. Das Wertschöpfungswachstum hingegen ist vor allem in der ambulanten Pflege rasant – seit 2006 hat die Wertschöpfung sich hier mehr als verdoppelt, auf 15,4 Milliarden €.
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben im Jahr 2017 erstmals die Marke von 1 Milliarde € pro Tag überschritten. Für 2017 prognostiziert das Statistische Bundesamt (Destatis) einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2016 um 4,9 % auf 374,2 Milliarden €. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich um 3,8 % auf 356,5 Milliarden € oder 4.330 € je Einwohner erhöht. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 % am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Blick in die Branche:

Die Geschäftslage der Gesundheitswirtschaft ist besser als je zuvor. Getragen wird dies vom demografischen Wandel, einem höheren Gesundheitsbewusstsein und einer durch die Zuwanderung gestiegenen Nachfrage.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen beurteilt ihre Geschäftslage als gut (53 %), nur fünf Prozent als „schlecht“. Die pharmazeutische Industrie ist derzeit besonders zufrieden mit den Geschäften. Aber auch die Gesundheits- und sozialen Diensten bewerten ihre Lage noch besser als zuletzt. Sie profitieren besonders stark von der gestiegenen Nachfrage im Inland. Den größten Sprung macht der Handel mit Gesundheitsgütern) Lediglich bei der Medizintechnik ist die Stimmung nicht mehr ganz so positiv wie im Herbst 2017, jedoch nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Neue Ausbildungsverträge* 2017

Ausbildungsberuf Verträge Frauenanteil
Medizinischer Fachangestellte/-r 16.281 97,6 %
Zahnmedizinischer Fachangestellte/-r 12.891 98,1 %
Augenoptiker/-in 2.880 68,7 %
Tiermedizinischer Fachangestellter/-e 2.721 94,3 %
Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen 2.076 73,2 %
Zahntechniker/-in 1.992 54,9 %
Sport- und Fitnesskaufmann/-frau 1.818 44,7 %
Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellter/Angestellte 1.341 91,2 %
Hörakustiker/-in 1.251 56,2 %
Orthopädietechnik-Mechaniker/-in 603 46,1 %
Orthopädieschuhmacher/-in 354 37,7 %
Pharmakant/-in 297 46,0 %
Physiklaborant/-in 108 28,7 %
Feinoptiker/-in 99 42,4 %

* ohne Pflegeausbildungen, da diese Ländersache sind und vom BIBB (zuständige für Duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz) nicht erfasst werden

Optimismus nach wie vor größer als in der Gesamtwirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft blickt zuversichtlich in die Zukunft. 30 % der Betriebe rechnen mit besseren Geschäften, zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung. Zu Jahresbeginn blicken die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft sogar noch etwas positiver in die Zukunft als im letzten Herbst. Auch den langjährigen Schnitt seit Herbst 2003 übertrifft die Gesundheitswirtschaft deutlich. Zudem sind die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft nach wie vor zuversichtlicher als die Unternehmen in der Gesamtwirtschaft. Die Nachfrage dürfte perspektivisch weiter steigen – dafür sorgt der fortschreitende Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland und anderen Ländern sowie der steigende Wohlstand in Schwellen- und Entwicklungsländern. Den stärksten Anstieg der Geschäftserwartungen verzeichnen die Gesundheits- und sozialen Dienste. Die Pharmaindustrie liegt konstant. Der Optimismus in der Medizintechnik trübt sich hingegen leicht ein, ist jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Deutsche Medizintechnik ist auf Grund der hohen Qualität weltweit gefragt. Der Handel mit Gesundheitsgütern, der noch in der letzten Umfrage einen starken Anstieg der Geschäftserwartungen verzeichnete, verliert hingegen deutlich und erreicht den niedrigsten Wert seit Jahresbeginn 2013.

Fachkräftemangel bleibt Top-Risiko

Der Fachkräftemangel bleibt mit Abstand das Top-Risiko aus Sicht der Betriebe in der Gesundheitswirtschaft. Wie in der Vorumfrage sehen 61 % ihn als Gefahr für ihre Geschäftstätigkeit an. Die Gesundheits- und sozialen Dienste liegen mit 79 % mit ihren Sorgen um Personalmangel erneut ganz vorne. Denn hier sind die Betriebe gleich zweifach vom demografischen Wandel betroffen – zum einen durch den ausbleibenden Nachwuchs und zum anderen durch höheren Personalbedarf aufgrund einer zunehmenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen. Da die anderen Branchen der Gesundheitswirtschaft nicht so stark personalintensiv sind, spüren sie den Fachkräftemangel etwas weniger. Die Sorgen nehmen aber auch hier zu. In der Pharmaindustrie ist der Anteil der Unternehmen mit Sorgen um den Fachkräftemangel von 36 auf 43 % gestiegen. Auch die Medizinproduktebetriebe sehen die Fachkräftesituation nochmals skeptischer.

Personalaufbau geht weiter

Die Gesundheitswirtschaft ist nach wie vor einer der Jobmotoren in Deutschland. Die Beschäftigungspläne sind sogar noch expansiver als zuletzt. 32 % der Betriebe planen Stellenaufbau, neun Prozent sehen eine Reduzierung der Beschäftigung vor.

Die Beschäftigten in Zahlen:

Gesundheitspersonal 2017 5.600 Tsd.
Männer 24,2 %
Frauen 75,8 %
nach ausgewählten Einrichtungen  
Ambulante Einrichtungen 2.287 Tsd.
Stationäre / teilstationäre Einrichtungen 1.988 Tsd.
Krankenhäuser 1.155 Tsd.
Stationäre / teilstationäre Pflege 712 Tsd.
Arztpraxen 693 Tsd.
Vorleistungsindustrien des Gesundheitswesens 545 Tsd.
Praxen sonstiger medizinischer Berufe 514 Tsd.
Sonstige Einrichtungen 453 Tsd.
Ambulante Pflege 378 Tsd.
Zahnarztpraxen 354 Tsd.
Apotheken 226 Tsd.
Verwaltung 219 Tsd.
Medizintechnische / augenoptische Industrie 162 Tsd.
Pharmazeutische Industrie 148 Tsd.
Großhandel / Handelsvermittlung 139 Tsd.
Einzelhandel 123 Tsd.
Vorsorge- / Rehabilitationseinrichtungen 121 Tsd.
Medizinische / zahnmedizinische Laboratorien 96 Tsd.
Rettungsdienste 67 Tsd.
Gesundheitsschutz 37 Tsd.

Die Dynamik ist damit auch weiterhin deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft. Die Gesundheits- und sozialen Dienste lösen die Medizintechnik an der Spitze ab. Bei den Gesundheits- und sozialen Dienste werden vor allem personalintensive Tätigkeiten – etwa in der Altenpflege – ausgebaut. Die Suche nach geeigneten Fachkräften gestaltet sich jedoch schwer. Offene Stelle bleiben daher häufig lange unbesetzt. Auch die Pharmaindustrie plant noch stärkeren Beschäftigungsaufbau. Lediglich der Handel mit Gesundheitsgütern reduziert seine Beschäftigungspläne. Unter dem Strich deuten die Zeichen trotz verstärkter Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von geeigneten Fachkräften weiterhin auf kräftigen Beschäftigungszuwachs.

Kennzahlen zur Beschäftigung

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten 2017 um insgesamt 93.000 (+1,7 %). Der Anstieg fiel in den Berufen der Altenpflege (+29.000 oder +5,0 %) besonders stark aus. Aber auch in anderen Berufsgruppen, beispielsweise Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburts-hilfe (+21.000 oder 1,9 %), Arzt- und Praxishilfe (+7.000 oder +1,1 %) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (+4.000 oder 1,0 %) gab es Beschäftigungszuwächse.

Am Jahresende 2017 arbeiteten gut drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. Hier stieg die Zahl der Beschäftigten am stärksten in der ambulanten Pflege (+14 000 oder+3,7 %) und in der stationären- und teilstationären Pflege (+18 000 oder +2,6 %). In Krankenhäusern erhöhte sich das Personal um +20 000 oder +1,8 % und in Arztpraxen um +8 000 oder + 1,1 %.
Von den 5,6 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren im Jahr 2017 knapp die Hälfte (48 %) vollzeit-, 38 % teilzeit- und 14 % geringfügig beschäftigt. Die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, lag im Jahr 2017 bei 4 Millionen. Sie erhöhte sich gegenüber 2016 um 63.000, das entspricht einem Anstieg von 1,6 %.

Endlich Bewegung in der Pflegebranche

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Das was? Der Deutsche Bundestag hat im November 2018 das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen. Es soll sicherstellen, dass Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen neues Personal einstellen können und insgesamt 13.000 neue Stellen in der Altenpflege auch von den Krankenkassen finanziert werden. Das Gesetz trat zum 1. Januar 2019 in Kraft. Wesentliche Regelungen im Überblick:

Pflegestellen: In der vollstationären Altenpflege werden die Voraussetzungen für 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen, die von den gesetzlichen Krankenkassen ohne finanzielle Beteiligung der Pflegebedürftigen finanziert werden. Dabei können auch Teilzeitstellen, die aufgestockt werden, berücksichtigt werden.

Um die Personalausstattung in der Krankenhaus-Pflege zu verbessern, wird jede zusätzliche oder aufgestockte Pflegestelle am Krankenhausbett ab 2019 vollständig refinanziert.

Vergütung für Pflegekräfte: Ab 2018 werden die Tarifsteigerungen für die Pflegekräfte im Krankenhaus vollständig von den Kostenträgern refinanziert. Die zusätzlichen Finanzmittel sind zur Finanzierung von Tariferhöhungen einzusetzen. Das ist zu belegen. Die Vergütungen von Auszubildenden in der Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Krankenpflegehilfe im ersten Ausbildungsjahr werden ab 2019 vollständig von den Kostenträgern refinanziert. Die Verbesserung schafft einen deutlichen Anreiz, mehr auszubilden.

Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte: Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden finanziell dabei unterstützt, die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf für ihre in der Pflege tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern.

Krankenkassen werden verpflichtet, zusätzlich mehr als 70 Millionen € jährlich für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufzuwenden.
Um Pflegekräfte zu entlasten, wird die Digitalisierung gefördert. Die Pflegeversicherung stellt dafür einmalig pro Einrichtung (ambulant oder stationär) 12.000 € zur Verfügung. Mit der Kofinanzierung der Einrichtung können somit Maßnahmen im Umfang von bis zu 30.000 € je Einrichtung finanziert werden.

3,4 Millionen Pflegebedürftige

Im Dezember 2017 waren in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Die Zahl der Pflegebedürftigen im Dezember 2015 lag bei 2,86 Millionen gelegen. Die starke Zunahme um 0,55 Millionen Pflegebedürftige (+19 %) ist allerdings zum großen Teil auf die Einführung des neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab dem 01.01.2017 zurückzuführen. Seitdem werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, als vor der Umstellung.

Gut drei Viertel (76 % oder 2,59 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 0,83 Millionen Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Knapp ein Viertel (24 % oder 0,82 Millionen Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut.

Ende 2017 waren 81 % der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (35 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (63 %).

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu sein. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 6 % pflegebedürftig waren, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 71 %.

Die Pflegesituation in Zahlen:

Pflegebedürftige 2017 73,4 Millionen
Pflegequote 2017
Insgesamt 4,1 %
bei 75- bis 84-Jährigen 61,3 %
bei über 89-Jährigen 70,7 %
Pflegeeinrichtungen 2017
Pflegeheime 14.480
Ambulante Pflegedienste 14.050

Das neue Pflegeberufegesetz

Anfang 2016 verabschiedete das Bundeskabinett den Entwurf für eine einheitliche Pflegeausbildung. Bereits im Juni 2017 wird es wird im Bundestag verabschiedet und passiert wenig später auch den Bundesrat. Und schon zum 1. Januar 2020 tritt es in Kraft – Gut Ding will eben Weile haben…
Das Pflegeberufegesetz (PflBG) sichert, dass alle Absolvent/innen mit dem generalistischen Berufsabschluss einen Rechtsanspruch innerhalb der EU auf automatische Anerkennung haben.

Die neuen Berufsbezeichnungen lauten Pflegefach-frau/Pflegefachmann. Diese Berufsbezeichnung dürfen nur die Absolvent/innen der generalistischen Ausbildung (mit Vertiefung) führen. Es gibt allerdings für die beiden Sonderfälle im neuen Gesetz auch die Berufsbezeichnungen Altenpfleger/in und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in (§ 60/61).

Das Gesetz sieht als Normalfall eine generalistische Ausbildung vor. In der beruflichen Ausbildung können die Auszubildenden vor Ausbildungsbeginn entscheiden, ob sie eine Vertiefung wählen. Die Möglichkeiten der Vertiefung sind Langzeitpflege und pädiatrische Pflege.

Träger der Ausbildung sind Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und Pflegeheime. Die Auszubildenden haben Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Es muss kein Schulgeld mehr bezahlt werden.

Die Praktische Ausbildung gliedert sich in Pflichteinsätze (stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege, ambulante Akut-/Langzeitpflege sowie pädiatrische und psychiatrische Versorgung) sowie einen Vertiefungseinsatz (in einem der genannten Bereiche). Darüber hinaus gibt es weitere Einsätze, z. B. Rehabilitation, Palliative Versorgung, Pflegeberatung.
In der hochschulischen Ausbildung gibt es ausschließlich den generalistischen Abschluss, auch keine Vertiefung. Für die hochschulische Ausbildung sind zusätzlich zu den Zielen in § 5 erweiterte Ausbildungsziele formuliert worden (§ 37). Die Studierenden erhalten keine Ausbildungsvergütung. Das Studium führt sowohl zur Berufszulassung als auch zum Bachelor. Die erfolgreichen Absolvent/innen führen die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/Pflegefachmann und zusätzlich den akademischen Grad Bachelor.

Halbgott in weiß? Das war einmal…

Wie aus den Daten der Bundesärztekammer hervorgeht, waren im Jahr 2017 im Bundesgebiet 385.149 Ärztinnen und Ärzte ärztlich tätig. Dies waren zwar etwas mehr als im Vorjahr (+ 6.542), gleichzeitig steigt aber Behandlungsbedarf. Für 2016 meldet das Amt 19,5 Millionen Behandlungsfälle in den Krankenhäusern. Hinzu kommen rund eine Milliarde Arztkontakte jährlich in den Praxen. Nach der Statistik der Bundesärztekammer stieg die Zahl der Krankenhausärzte nur leicht um 2,1 % auf 198.500. Bei der Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist sogar ein Rückgang um 1.285 auf 118.356 zu verzeichnen; dies entspricht einem Minus von 1,1 %.

Niedergelassene Vertragsärzte arbeiten schon jetzt durchschnittlich mehr als 50 Stunden. In den Krankenhäusern ist es ähnlich: Nach Erhebungen des Marburger Bundes sind viele Ärzte im Krankenhaus (40 %) 49 bis 59 Stunden pro Woche im Einsatz, jeder fünfte hat sogar eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 60 bis 80 Stunden, inklusive aller Dienste und Überstunden.

Nach der Ärztestatistik ist der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzteschaft im vergangenen Jahr weiter angestiegen und hat jetzt 46,8 % erreicht. Aus der aktuellen Statistik wird auch deutlich, dass der demografische Wandel längst die Ärzteschaft selbst betrifft. So hat sich die Verteilung der berufstätigen Ärzte auf die Altersgruppen weiter zu den höheren Altersjahren verschoben – die Ärzteschaft in Deutschland wird immer älter. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass in Zukunft trotz steigender Arztzahlen in Deutschland Ärzte fehlen werden.

Ausgewählte Studiengänge und Ausbildungsberufe mit Filmen:

Studium Humanmedizin
Duales Studium Gesundheitsmanagement
Duales Studium Pflege
Kaufleute im Gesundheitswesen
Gesundheits- und Krankenpfleger/in
Logopäde / Logopädin
Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA)
Operationstechnische/r Assistent/in
Physiotherapeut/in
Zahntechniker/in

Ausgewählte Links zum Thema:

www.altenpflegeausbildung.net
www.biha.de
www.caritas-soziale-berufe.de
www.deutsches-pflegeportal.de
www.diakonie-wuerttemberg.de
www.drk.de
www.gesundheit-studieren.com
www.internationaler-bund.de
www.junge-pflege.de
www.pflegeberufe-gesetz.de
www.pflegestudium.de
www.youngpropflege.de
www.zahntechnik-ausbildung.de/
www.zukunftsberuf-pfleger.de

Mehr Links zum Thema gibt es hier.

Branchenreport Einzelhandel

Der Einzelhandel gehört mit drei Millionen Arbeitnehmern zu den beschäftigungsstärksten Branchen in Deutschland. Seine Mitarbeiter stellen tagtäglich die Versorgung der Menschen mit Waren des täglichen Bedarfs und anderen Gütern sicher. Sie leisten dabei gute Arbeit. Das gilt auch für die Personalverantwortlichen der Branche, die in dem Spagat zwischen Kundenerwartungen und Mitarbeiterwünschen sowie betrieblichen Erfordernissen jeden Tag dafür Sorge tragen, dass die Mitarbeiter die notwendigen Rahmenbedingungen für die Erfüllung ihrer Arbeitsaufgaben vorfinden. Und es werden jedes Jahr mehr, denn der Einzelhandel baut ständig weiter Arbeitsplätze auf und bietet damit weitere Beschäftigungschancen.

Der Einzelhandel präsentiert sich den Kunden und Verbrauchern mit einem breiten, laufend erneuerten Warenangebot. Diese Waren – die Spanne reicht von modischen Artikeln (z. B. Bekleidung, Schuhe) über Glas, Porzellan, Keramik sowie Schmuck und Kosmetika, technischen Gebrauchsgütern einschließlich Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Lebensmitteln und Möbeln/Küchen bis hin zu Heimwerker- und Hobbybedarf – werden von Fachgeschäften, Discountern, SB-Warenhäusern, Supermärkten, Warenhäusern, Kaufhäusern, Verbrauchermärkten, Boutiquen, Versandhäusern, Online-Händlern u. a. angeboten, präsentiert, verkauft.

Sowohl multinationale Konzerne als auch familiengeführte Fachgeschäfte prägen den Einzelhandel in Deutschland. Die Spanne reicht

  • beim Umsatz von rund 60 Mrd. Euro bis zu rund 250.000 Euro pro Jahr,
  • bei der Beschäftigtenzahl von mehr als 200.000 bis zum reinen inhabergeführten Geschäft mit nur wenigen Beschäftigten,
  • bei den Ausbildungsunternehmen von etwa 15.000 Auszubildenden bis zu einem Auszubildenden je Unternehmen.

Vergütung

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Im Bereich der Vergütung gewährleistet der hohe Anwendungsgrad der Tarifverträge ein angemessenes Mindestvergütungsniveau:

  • Das tarifliche Monatsentgelt in der wichtigsten Tarifgruppe (Verkaufstätigkeiten) beläuft sich in allen Tarifregionen (2016) auf mehr als 2.400 Euro.
  • Gezahlt werden 13,25 Tarifgehälter (inkl. tarifliches Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld).
  • Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 Wochenstunden (West) bzw. 38,5 Wochenstunden (Ost). Arbeit ab 18.30 Uhr wird zusätzlich mit 20 Prozent Zuschlag belohnt, ab 20 Uhr mit 50 % Zuschlag, Arbeit an verkaufsoffenen Sonntagen mit 100 % Zuschlag.
  • Die Tarifverträge des Einzelhandels sehen eine durch die Arbeitgeberseite finanzierte tarifliche Altersvorsorge in Höhe von 300 Euro jährlich vor. Der Arbeitnehmer kann darüber hinaus tarifliches Entgelt umwandeln und wird dann zusätzlich noch mit einem Betrag in Höhe von zehn Prozent des umgewandelten Entgelts durch den Arbeitgeber gefördert.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten unterscheiden sich sehr deutlich von denen im industriellen Bereich oder in der Verwaltung. So sind die Geschäfte meist zwar an sechs Werktagen geöffnet. Die Arbeitszeitsysteme im Einzelhandel stellen jedoch im Regelfall sicher, dass eine Beschäftigung von Arbeitnehmern im Durchschnitt nur in Form einer 5-Tage-Woche erfolgt. Dies wird beispielsweise durch rollierende Arbeitszeitsysteme sichergestellt. Zwar sehen die Ladenöffnungsgesetze in den meisten Bundesländern auch die Möglichkeit einer Ladenöffnung während der Nachtzeit vor, doch werden diese Möglichkeiten nur ausnahmsweise genutzt. Für die Mitarbeiter in den Verkaufsstellen des Einzelhandels ist daher meistens zwischen 18 und 20 Uhr Arbeitsschluss. Anders als im industriellen Bereich gibt es somit im Regelfall weder (diskontinuierliche) Nachtschicht noch Sonntagsarbeit.

Ausbildung: Der Start zur Karriere im Handel

Qualifizierung wird groß geschrieben im Einzelhandel. Über 150.000 Auszubildende und intensive Weiterbildungsleistungen der Unternehmen und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstreichen dies. Und bei den vielfältigen Wandlungsprozessen im Einzelhandel muss es auch so sein, dass lebensbegleitendes Lernen hohe Bedeutung hat.

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Grundlage für jede Karriere im Einzelhandel ist eine gute Ausbildung – entweder in einem der über 30 Ausbildungsberufe des dualen Ausbildungssystems oder in einem handelsorientierten Studiengang. Auch wenn aufgrund der zunehmenden Komplexität der Handelsprozesse und der wachsenden Internationalisierung vieler Handelsunternehmen der Akademikeranteil im Handel steigt, gilt nach wie vor, dass die praktische Berufserfahrung, die fundierte Kenntnis der Aufgaben am Point of Sale unerlässlich sind, um eine Karriere im Handel zu starten. Daher gehört der Handel nach wie vor zu den Wirtschaftsbereichen, in denen das Wort von der „Karriere mit Lehre“ absolut zutrifft: Viele Führungskräfte bis in die ganz hohen Positionen hinein und natürlich viele selbstständige Händler haben ihre Berufslaufbahn mit einer fundierten Berufsausbildung und anschließender Fortbildung im Handel begonnen.
Der Einzelhandel bildet entsprechend dem differenzierten Qualifikationsbedarf in einer großen Zahl von Berufen aus. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Gestalter/Gestalterin für visuelles Marketing – für die Warenpräsentation und die Verkaufsraumgestaltung
  • Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, seit dem 1.8.2014 der Nachfolgeberuf für Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation undBürokaufmann/Bürokauffrau – insbesondere für die Bereiche Personal und Controlling
  • Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlagerist/Fachlageristin für die Lager- und Logistikbereiche
  • Fachinformatiker/Fachinformatikerin, Informatikkaufmann/Informatikkauffrau – Fachbereich Handel und IT-System-Elektroniker/in – für die wichtigen IT-Aufgabenfelder des Handels
  • Drogist/Drogistin – für Drogeriefachmärkte
  • Florist/Floristin – für den Verkauf von Blumen und die Gestaltung von Blumenpräsenten
  • Tankwart/Tankwartin – für technisch geprägte Aufgaben an Tankstellen
  • Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel – für Großhandelsfunktionen im Handel
  • Automobilkaufmann/Automobilkauffrau – für kaufmännische Aufgaben im Verkauf von Automobilen und Autoteilen
  • Buchhändler/Buchhändlerin – für den Verkauf von Büchern, Medien und Zubehör
  • Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk – für den Bedienbereich in Lebensmittelsupermärkten
  • Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie – für Gastronomiebereiche in Handelsunternehmen
  • Koch/Köchin – auch für die Mitarbeiterkantinen in den Unternehmenszentralen
  • Kosmetiker/Kosmetikerin – bei kosmetisch orientiertem Ergänzungsangebot in Parfümerien
  • Bodenleger/Bodenlegerin – für Service- und Dienstleistungen in Einrichtungsmärkten
  • Fahrradmonteur/Fahrradmonteurin – für die Pflege und Reparatur von Fahrädern und E-Bikes in Fahrradgeschäften
  • Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice – für Auslieferung und Montage in Möbel- und Einrichtungshäusern sowie Küchenstudios
  • Fotomedienfachmann/Fotomedienfachfrau -für Kundenberatung und Verkauf im Fotofachhandel
  • Musikfachhändler/Musikfachhändlerin – für Kundenberatung und Verkauf im Musikfachhandel

Die wichtigsten Ausbildungsberufe des Einzelhandels sind aber seit vielen Jahren

  • Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit derzeit rund 58.700 Auszubildenden und
  • Verkäufer/Verkäuferin mit derzeit fast 41.600 Auszubildenden.

Fast drei Viertel aller Auszubildenden des Einzelhandels erlernen diese beiden Berufe. Sie bereiten auf die vielfältigen Fach- und Führungsaufgaben in den Vertriebsbereichen des Einzelhandels vor. Verkauf und Kundenberatung, Anwendung und Auswertung von Warenwirtschaftssystemen, Warenpräsentation, Marketingaktivitäten, Bearbeitung des Wareneingangs, Weiterentwicklung der Warensortimente, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sind wesentliche Handlungsbereiche für Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel. Beide Ausbildungsberufe sowie Berufspraxis im Einzelhandel bilden die wichtigste Voraussetzung für die Zulassung zu einer Aufstiegsfortbildungsprüfung in den beiden zentralen Fortbildungsberufen des Einzelhandels – Geprüfte/r Handelsfachwirt/-in und Geprüfte/r Handelsassistent/-in-Einzelhandel (Ende 2014 abgelöst durch den Fortbildungsberuf Geprüfte/r Fachwirt/-in für Vertrieb im Einzelhandel).

Der Karrierestart

Der Einzelhandel zählt zu den ausbildungsstärksten Wirtschaftssektoren. Er ist besonders auf das Leistungspotenzial der beruflich Qualifizierten angewiesen. Karriere mit Lehre ist im Handel nach wie vor an der Tagesordnung. Die Ausbildungsquote der Branche liegt seit Jahren über dem Durchschnitt. Auch die Beteiligung der Handelsunternehmen an der Ausbildung liegt oberhalb der gesamtwirtschaftlichen Quote, wie die Ausbildungsbetriebsquote ausweist.

Die Jahre des Zuwachses an Ausbildungsplätzen im Einzelhandel sind aber vorerst vorbei: Zwischen 2007 und 2014 sank die Auszubildendenzahl um 7,5 % auf 146.139, obwohl die Beschäftigtenzahl in dieser Zeit um 11,4 % gestiegen ist. Das Ergebnis: Auch die Ausbildungsquote ging von 7,7 % (2007) auf 6,4 % (2014) zurück. Der Rückgang an neuen Ausbildungsverträgen im Einzelhandel betrifft nahezu alle Ausbildungsberufe, die schwerpunktmäßig im Handel ausgebildet werden.

Neue Ausbildungsverträge in ausgewählten Berufen 2015

Kaufmann/-frau im Einzelhandel 26.223
Verkäufer/-in 24.618
Fachkraft für Lagerlogistik 10.182
Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk 7.443
Fachlagerist/-in 5.625
Automobilkaufmann/-kauffrau 4.608
Drogist/-in 1.407
Florist/-in 1.200
Gestalter/-in für visuelles Marketing 690
Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice 501
Buchhändler/-in 450
Kosmetiker/-in 318
Bodenleger/-in 234
Fahrradmonteur/-in 228
Tankwart/-in 63
Fotomedienfachmann/-frau 48
Musikfachhändler/-in 24

Eine gute Ausbildung bietet zwar einen guten Start in das Berufsleben. Sie reicht aber schon lange nicht mehr aus, um 40 oder 45 Jahre lang beruflichen Erfolg zu haben. Lebensbegleitende Weiterbildung ist für jeden unumgänglich, um die schneller werdenden Veränderungen im Arbeitsleben bewältigen und gestalten zu können. Nur mit Weiterbildung wird die eigene Beschäftigungsfähigkeit erhalten und der berufliche Aufstieg vorbereitet.

Was erwarten die Unternehmen von Bewerbern?

1. Schulische Vorbildung

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Für keinen der Berufe im dualen Ausbildungssystem ist ein bestimmter Mindest-Schulabschluss vorgegeben: Jeder Ausbildungsberuf steht bei entsprechender Eignung grundsätzlich sämtlichen Schulabgängern offen. Dennoch haben sich gewisse Schwerpunkte herausgebildet: Die Anforderungen der Berufe und die Wünsche von Betrieben wie Jugendlichen haben Einfluss. In den zentralen Einzelhandelsberufen Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/-in werden vorwiegend Realschulabsolventen und Hauptschulabgänger ausgebildet. Wer den Hauptschulabschluss nicht geschafft hat, hat nur in Ausnahmefällen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel.

Im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel werden recht häufig und gern auch Abiturienten bzw. Hochschulzugangsberechtigte zur Ausbildung eingestellt. Zudem gibt es mit den sog. Abiturientenqualifizierungsgängen besondere Qualifizierungswege, in denen auf dem Weg zum Fortbildungsabschluss Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder Handelsfachwirt auch der Ausbildungsabschluss Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel erworben wird.

Neue Auszubildende 2016 nach Schulabschluss

Hauptschulabschluss Realschulabschluss Abitur
Kaufmann im EH 28,3 % 48,1 % 20,5 %
Verkäufer 50,2 % 37,5 % 7,1 %

2. Qualifikation und Interessen

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Wichtig sind für die Unternehmen des Einzelhandels insbesondere folgende Qualifikationen bzw. Eigenschaften:

  • Kontaktfreude, freundliches Auftreten, Offenheit für Neues,
  • gepflegtes und umgängliches Auftreten,
  • Spaß an Kundenberatung, Kommunikationsfähigkeit,
  • Serviceorientierung, Teamorientierung,
  • Grundkompetenzen wie Beherrschung der Grundrechenarten (inkl. Dreisatz und Prozentrechnen) und der deutschen Sprache,
  • Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit,
  • Mobilitätsbereitschaft,
  • Flexibilität, Denken in Zusammenhängen,
  • Bereitschaft zum lebensbegleitenden Lernen,
  • Freude am Umgang mit Waren (der verschiedensten Art, also z. B. Mode, Lebensmittel, Sportartikel, Pflanzen, Technik, Parfümerie, Spielwaren usw.),
  • Leistungsorientierung,
  • körperliche Fitness,
  • je nach Standort und Kundenstruktur auch Fremdsprachenkenntnisse und vor allem auch
  • Interesse am Beruf, am Wirtschaftszweig und am Handelsunternehmen.

Vielfach ist der persönliche Eindruck des Unternehmens vom Bewerber bzw. von der Bewerberin deutlich wichtiger als einzelne Schulnoten.

Abiturientenausbildungsgänge, Studium

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Der Einzelhandel bietet leistungsorientierten jungen Leuten mit Hochschulreife sehr interessante Ausbildungswege an, die eine besonders interessante Alternative zum Hochschulstudium darstellen:

1. Berufsintegrierte Bildungsgänge

  • zum Handelsfachwirt/zur Handelsfachwirtin oder
  • zum Fachwirt/in für Vertrieb im Einzelhandel

Innerhalb von zweieinhalb bis drei Jahren kann man so ergänzend zum Ausbildungsabschluss und zur AEVO-Prüfung in einem einzigen Bildungsgang bereits auch den Fortbildungsabschluss als wichtige Eintrittskarte für Führungspositionen im Einzelhandel erwerben.

2. Berufsakademien, duale Studiengänge, Hochschulstudium

Zahlreiche Handelsunternehmen kooperieren auch mit Berufsakademien und Fachhochschulen, um in Bachelorstudiengängen Führungsnachwuchskräfte auszubilden. Ein sechs- bis achtsemestriges Studium wird im dualen Studium mit einer betrieblich-praxisorientierten Ausbildung kombiniert. Und für eine größer werdende Zahl an Arbeitsplätzen im Handel ist auch ein betriebswirtschaftliches Hochschulstudium zum Bachelor (an einer Universität oder Fachhochschule) besonders hilfreich.

Ausgewählte Ausbildungsberufe und Studiengänge mit Link zu Filmen:

Weiterbildung im Einzelhandel

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Der Handel hat daher seine Weiterbildungsleistungen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Gut die Hälfte der Handelsunternehmen führte 2014 Weiterbildungsmaßnahmen durch oder ermöglichte es Beschäftigten, sich weiterzubilden (IAB-Betriebspanel). So besagt eine aktuelle Studie über „Digitalisierung am Arbeitsplatz“ (im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt von IAB, ZEW und Universität Köln):

  • 86 % der Beschäftigten im Handel setzen Informations- und Kommunikationstechnik am Arbeitsplatz ein.
  • Für 80 % der Beschäftigten im Handel hat sich in den letzten fünf Jahren die technologische Ausstattung am Arbeitsplatz geändert.
  • 52 % der Beschäftigten im Handel sagen, dass sich durch die technologischen Neuerungen die eigene Arbeitsleistung erhöht hat.
  • Nur 9 % der Handelsbeschäftigten glauben, dass ihr Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren durch Maschinen überflüssig wird.

Karriere mit Lehre

Im Handel können engagierte und leistungsorientierte junge Menschen bereits nach wenigen Jahren beruflicher Bildung und Praxis attraktive Karrierepositionen, zum Beispiel Abteilungsleiter/in oder Filialleiter/in, erreichen. Grundlage ist ein guter Ausbildungsabschluss, der durch einen Fortbildungsabschluss und betriebsinterne Weiterbildung ergänzt und erweitert wird.

So verzahnen Handelsunternehmen Ausbildungs- und Fortbildungsberufe zu Laufbahnmodellen, um klare Entwicklungsperspektiven zu markieren. Denn die Branche setzt traditionell sehr stark auf beruflich qualifizierte Mitarbeiter. Auch unter den Führungskräften finden sich trotz steigender Akademikerbeschäftigung weit mehr beruflich als hochschulisch Qualifizierte.

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Dies kann im Rahmen der im Handel so beliebten Abiturientenprogramme, die in einem kompakten dreijährigen Qualifizierungsweg einen Ausbildungsabschluss (zumeist Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel) und einen Fortbildungsabschluss (Handelsfachwirt/in oder Fachwirt/in für Vertrieb im Einzelhandel – zuvor Handelsassistent/in-Einzelhandel) sowie zumeist auch die Ausbildereignungsprüfung (AEVO) ermöglichen, gleich zu Beginn der beruflichen Entwicklung geschehen. Deutlich mehr als 5.000 junge Menschen nutzen diesen Qualifizierungsweg, der von immer mehr Handelsunternehmen angeboten und zusammen mit Bildungszentren des Handels durchgeführt wird. Es gibt aber noch einen zweiten Weg: Im Anschluss an die Ausbildung etwa im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel folgt zunächst eine Phase der beruflichen Praxis, begleitet von der sogenannten Anpassungsweiterbildung. Erst einige Zeit später folgt dann die Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfung.

Für aufstiegsorientierte Beschäftigte stehen im Handel verschiedene Fortbildungsberufe zur Verfügung, die gleichwertig zum hochschulischen Bachelor sind. Dies belegt die Zuordnung sowohl des Bachelors als auch der Fortbildungsberufe auf dem Niveau sechs des Deutschen und des Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR bzw. EQR). In der Praxis, in der es weniger auf einen bestimmten Abschluss als vielmehr auf die berufliche Kompetenz ankommt, konkurrieren diese beiden Qualifizierungswege miteinander.

Nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelte Prüfungen:

  • Geprüfte/r Handelsfachwirt/in – die mit rund 6.000 Prüflingen im Jahr am stärksten nachgefragte Fortbildungsprüfung
  • Geprüfte/r Fachwirt/in für Vertrieb im Einzelhandel – Nachfolger des Handelsassistenten Einzelhandel – die Fortbildungsprüfung für Führungskräfte in vertrieblichen Aufgabenfeldern des Einzelhandels
  • Geprüfte/r Fachwirt/in für E-Commerce – die voraussichtlich ab 2018 angebotene Fortbildungsprüfung für die Wahrnehmung gehobener kaufmännischer Fach- und Führungsaufgaben in E-Commerce-Bereichen
  • Stärker funktionsorientierte Fortbildungsprüfungen wie Personalfachwirt/in, Fachwirt/in für Marketing, Controller/in, Fachwirt/in für Einkauf, Meister für Lagerlogistik.

Karriereschritte nach der Ausbildung

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Wichtige Karrierestationen im Einzelhandel sind (zwischen den unterschiedlichen Unternehmenstypen und -größen gibt es Abweichungen hinsichtlich der Bezeichnungen und Hierarchiestufen):

  • Erstverkäufer, Erstverkäuferin
  • Substitut, Substitutin (auch stellvertretende/r Abteilungsleiter/-in); Teamleiter/-in
  • Verkaufsstellenleiter, Verkaufsstellenleiterin
  • Filialleiter, Filialleiterin oder Marktmanager/-in
  • Abteilungsleiter, Abteilungsleiterin
  • Bezirksleiter, Bezirksleiterin
  • Gebietsverkaufsleiter/-in
  • Einkäufer, Einkäuferin; Werbeleiter, Werbeleiterin; Personalleiter, Personalleiterin
  • Geschäftsführer, Geschäftsführerin
  • selbstständige/r Unternehmer, Unternehmerin

Der Handel 2030: Ein Blick in die Zukunft

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Handel ist Wandel – der Spruch ist zwar alt, trifft es aber immer noch. Mit zunehmender Digitalisierung hat der Wandel in der Arbeitswelt des Handels eine neue Dimension erreicht: Der Online-Handel mit Endverbrauchern – der sog. B2C-E-Commerce – wächst stabil weiter und hat im Non-Food-Bereich zum Teil bereits einen Marktanteil von etwa einem Viertel und mehr erreicht. Beispiele sind die Sortimentskategorien Elektronik und Technik (32 %), Spiel und Sport (29 %) sowie Büro und Co. (24 %).

Von zunehmender Bedeutung sind Kunden, die sowohl Online wie Offline einkaufen. Sie sind kaufkräftiger und erwarten auf allen Einkaufskanälen ein vergleichbares Niveau an Übersichtlichkeit und Service. Die mit digitalen Medien aufgewachsenen Generationen werden bald die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Sie nutzen Smartphones und Tablets besonders intensiv und sind ohne digitale Anwendungen nur schwer vom Handel erreichbar. Sie haben andere Bedürfnisse (z. B. Nachhaltigkeit, Convenience), stehen häufig unter Zeitstress und möchten rasch, nahtlos und kanalübergreifend bedient werden

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Auch wenn der Online-Handel weiterwachsen wird: Er wird den stationären Handel nicht als Haupteinkaufsstätte ablösen. Selbst unter den sogenannten „Digital Natives“, den Internetnutzern zwischen 18 und 24 Jahren, sagen 61 % der Befragten, sie würden am liebsten im stationären Handel einkaufen. Dieser Trend wird durch aktuelle Studien zur Arbeitslandschaft der Zukunft – bis etwa 2030 – bestätigt:

Der Handel sieht sich laut einer Studie von PWC/WiFOR über den demografischen Wandel im Jahr 2030 konfrontiert mit einem zu großen Angebot an Hilfskräften. Auf den drei darüber liegenden Qualifikationsebenen der Fachkräfte, der gehobenen Fachkräfte und der akademischen Berufe dagegen kommt es zu relativen Engpässen, die bei 7 Prozent (Fachkräfte, 11 Prozent (akademische Berufe) und 13 Prozent (gehobene Fachkräfte) liegen könnten. Als die quantitativ am stärksten besetzten Engpassberufe des Handels werden von PWC/WifOR Verkaufskräfte (88.000) und Bürokräfte im Rechnungswesen (34.000) benannt. Die Autoren der Studie erwarten, dass sich die Zahl der Akademiker im Handel zwischen 2008 und 2030 verdoppeln wird. Allerdings wachse die Nachfrage des Handels nach Akademikern stärker als das Angebot, so dass es in diesem Qualifikationsbereich zum größten relativen Engpass kommen werde. Die Technisierung und Digitalisierung des Handels – stationär wie online – stelle höhere Anforderungen an die Qualifikationen der Mitarbeiter.

Links zu interessanten Seiten über Bildung im Handel

www.zbb.de – Zentralstelle für Berufsbildung im Handel (zbb)

www.helden-des-handels.de – Infos für junge Leute zu Ausbildung und Karriere im Handel aus Baden-Württemberg (Handelsverband Baden-Württemberg)

www.hbe-live.de – Infos für junge Leute zu Ausbildung und Karriere im Handel aus Bayern (Handelsverband Bayern)

www.handelswissen.de – Wissensportal für den deutschen Handel

 

 

 

 

Branchenreport IT, TK & EDV

Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird im laufenden Jahr auf 160,5 Milliarden € steigen. Der Digitalverband Bitkom bekräftigt damit seine Wachstumsprognose von 1,7 % für den deutschen Markt.

Bereits 2015 wurde bei der Anzahl der Erwerbstätigen (Angestellte und Selbständige) die Millionenmarke geknackt. Und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen – die Branche bleibt auch in Zukunft ein extrem attraktives Berufsumfeld mit kontinuierlich steigendem Personalbedarf – Stichwort Industrie 4.0, Stichwort Digitalisierung, Stichwort Internet der Dinge.

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Ausbildung im digitalen Markt der Zukunft

shutterstock 218820508IT-Spezialisten sind in allen Branchen gefragt, etwa im Maschinenbau oder in der Automobilindustrie, nicht nur in den klassischen ITK-Unternehmen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein zentraler Standortfaktor. Die Ausbildung in IT-Berufen ist damit eine wichtige Investition in die Zukunft. Der bundesweite Durchschnitt der IT-Azubis an der Gesamtzahl aller Auszubildenden beträgt 2,8 %. Damit sind die acht IT-Berufe unter den rund 350 Ausbildungsberufen leicht überdurchschnittlich vertreten. Die Ausbildung zum Fachinformatiker gehört zu den Top-20-Ausbildungsberufen überhaupt.

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ausgewählte Studiengänge

ausgewählte Ausbildungsberufe

Branchenreport Banken und Versicherungen

Matej Kastelic/shutterstock.com

Über 640.000 Mitarbeiter in fast 2.000 Kreditinstituten mit mehr als 37.000 Filialen – die Kreditwirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Aber ist die Branche immer noch erste Wahl für eine Ausbildung oder ein Duales Studium?

Bis zur Jahrtausendwende gehörte es geradezu zum Standard-Repertoire, zu einer Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau zu raten. Das galt auch, wenn Schulabsolventen einem Studium nicht abgeneigt war – sollte es in die kaufmännische Richtung gehen, galt die Ausbildung als ideales Einstiegsszenario. So oder so: Eine abgeschlossene Ausbildung zum Bankkaufmann eröffnete Perspektiven für den Beruf oder für ein Anschlussstudium. Und heute?

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Die Versicherungsbranche in Deutschland

shutterstock 172369610JIMENEZ MECA/shutterstock.comDie Versicherungswirtschaft ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Noch wichtiger ist aber ihre Funktion in Wirtschaft und Gesellschaft – ohne privaten Versicherungsschutz ist eine moderne Gesellschaft oder eine entwickelte Volkswirtschaft kaum denkbar.

2015 wurden 13.845 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum/zur Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen ausgebildet. 4.819 waren Absolventen der Abschlussprüfung zum/zur Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, 1.014 absolvierten die Prüfung zum Versicherungsfachwirt für Versicherungen und Finanzen, 59 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlossen das Studium zum Bachelor of Insurance Management (B.A.) ab.

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ausgewählte Studiengänge

(Duales) Studium Betriebswirtschaftslehre Bank

Studium Versicherungsbetriebswirtschaft

ausgewählte Ausbildungsberufe

Bankkaufmann

Fachinformatiker/in – Anwendungsentwicklung

Fachinformatiker/in – Systemintegration

Kaufmann für Versicherungen und Finanzen