Branchenreport Gesundheit, Medizin & Pflege

Branchenreport Gesundheit, Medizin & Pflege

Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist einer der größten deutschen Wirtschaftssektoren. Sie beschäftigt in etwa so viele Erwerbstätige wie das gesamte Verarbeitende Gewerbe und wächst stärker und stabiler als die Gesamtwirtschaft. Die Gesundheitsbranche als Ganzes ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. In Deutschland beschäftigt sie derzeit rund sieben Millionen Erwerbstätige. Das sind 16 % aller Beschäftigten. Sie erwirtschaftete 2016 eine Bruttowertschöpfung von 336 Milliarden €. Das entspricht 12 % Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Branche stabilisiert die Gesamtwirtschaft, da sie sich relativ unabhängig von der Konjunktur entwickelt. Sie wuchs selbst 2009 während der Finanzkrise, als die Gesamtwirtschaft deutlich schrumpfte. In den vergangenen zehn Jahren ist sie stabiler und im Durchschnitt stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Dadurch hat sich ihr Anteil am BIP in diesem Zeitraum deutlich erhöht. Sie bietet krisensichere Arbeitsplätze. Seit 2005 wurden in der Branche über eine Million zusätzliche Stellen geschaffen.

Die Wirtschaftskraft der Gesundheitswirtschaft basiert nicht ausschließlich auf Kassenleistungen. Mehr als ein Viertel des Gesamtkonsums wird privat finanziert. Gesundheits-Apps, Wellnessangebote und Gesundheitstourismus stellen einen wachsenden und zukunftsträchtigen Markt dar.

Der Dienstleistungsbereich der Gesundheitswirtschaft ist personalintensiv und bietet über sechs Millionen Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz. Die zwei größten Branchen innerhalb des Dienstleistungsbereichs sind die stationäre und die nicht-stationäre Versorgung, also Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen etc. Über 60 % der Beschäftigung und mehr als 50 % der Wertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft sind diesen beiden Branchen zuzuschreiben. Seit 2005 haben sie 700.000 zusätzliche Stellen geschaffen.

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen arbeiten derzeit mehr als dreimal so viele Menschen wie in der Automobilindustrie. Allein die Krankenhäuser beschäftigen rund 1,2 Millionen Erwerbstätige. Obwohl die Anzahl der Krankenhäuser seit 2005 um knapp zehn Prozent gesunken ist, hat sich ihre Wertschöpfung im gleichen Zeitraum um über 50 % erhöht. Der Pflegebereich beschäftigt derzeit sogar 1,5 Millionen Erwerbstätige.

Vor allem in der stationären Pflege wurden in den letzten zehn Jahren Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten ist hier seit 2005 um rund ein Drittel gestiegen. Das Wertschöpfungswachstum hingegen ist vor allem in der ambulanten Pflege rasant – seit 2006 hat die Wertschöpfung sich hier mehr als verdoppelt, auf 15,4 Milliarden €.
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben im Jahr 2017 erstmals die Marke von 1 Milliarde € pro Tag überschritten. Für 2017 prognostiziert das Statistische Bundesamt (Destatis) einen Anstieg der Gesundheitsausgaben gegenüber 2016 um 4,9 % auf 374,2 Milliarden €. Von 2015 zu 2016 hatten sie sich um 3,8 % auf 356,5 Milliarden € oder 4.330 € je Einwohner erhöht. Dies entsprach einem Anteil von 11,3 % am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Blick in die Branche:

Die Geschäftslage der Gesundheitswirtschaft ist besser als je zuvor. Getragen wird dies vom demografischen Wandel, einem höheren Gesundheitsbewusstsein und einer durch die Zuwanderung gestiegenen Nachfrage.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen beurteilt ihre Geschäftslage als gut (53 %), nur fünf Prozent als „schlecht“. Die pharmazeutische Industrie ist derzeit besonders zufrieden mit den Geschäften. Aber auch die Gesundheits- und sozialen Diensten bewerten ihre Lage noch besser als zuletzt. Sie profitieren besonders stark von der gestiegenen Nachfrage im Inland. Den größten Sprung macht der Handel mit Gesundheitsgütern) Lediglich bei der Medizintechnik ist die Stimmung nicht mehr ganz so positiv wie im Herbst 2017, jedoch nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Neue Ausbildungsverträge* 2017

Ausbildungsberuf Verträge Frauenanteil
Medizinischer Fachangestellte/-r 16.281 97,6 %
Zahnmedizinischer Fachangestellte/-r 12.891 98,1 %
Augenoptiker/-in 2.880 68,7 %
Tiermedizinischer Fachangestellter/-e 2.721 94,3 %
Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen 2.076 73,2 %
Zahntechniker/-in 1.992 54,9 %
Sport- und Fitnesskaufmann/-frau 1.818 44,7 %
Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellter/Angestellte 1.341 91,2 %
Hörakustiker/-in 1.251 56,2 %
Orthopädietechnik-Mechaniker/-in 603 46,1 %
Orthopädieschuhmacher/-in 354 37,7 %
Pharmakant/-in 297 46,0 %
Physiklaborant/-in 108 28,7 %
Feinoptiker/-in 99 42,4 %

* ohne Pflegeausbildungen, da diese Ländersache sind und vom BIBB (zuständige für Duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz) nicht erfasst werden

Optimismus nach wie vor größer als in der Gesamtwirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft blickt zuversichtlich in die Zukunft. 30 % der Betriebe rechnen mit besseren Geschäften, zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung. Zu Jahresbeginn blicken die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft sogar noch etwas positiver in die Zukunft als im letzten Herbst. Auch den langjährigen Schnitt seit Herbst 2003 übertrifft die Gesundheitswirtschaft deutlich. Zudem sind die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft nach wie vor zuversichtlicher als die Unternehmen in der Gesamtwirtschaft. Die Nachfrage dürfte perspektivisch weiter steigen – dafür sorgt der fortschreitende Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland und anderen Ländern sowie der steigende Wohlstand in Schwellen- und Entwicklungsländern. Den stärksten Anstieg der Geschäftserwartungen verzeichnen die Gesundheits- und sozialen Dienste. Die Pharmaindustrie liegt konstant. Der Optimismus in der Medizintechnik trübt sich hingegen leicht ein, ist jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Deutsche Medizintechnik ist auf Grund der hohen Qualität weltweit gefragt. Der Handel mit Gesundheitsgütern, der noch in der letzten Umfrage einen starken Anstieg der Geschäftserwartungen verzeichnete, verliert hingegen deutlich und erreicht den niedrigsten Wert seit Jahresbeginn 2013.

Fachkräftemangel bleibt Top-Risiko

Der Fachkräftemangel bleibt mit Abstand das Top-Risiko aus Sicht der Betriebe in der Gesundheitswirtschaft. Wie in der Vorumfrage sehen 61 % ihn als Gefahr für ihre Geschäftstätigkeit an. Die Gesundheits- und sozialen Dienste liegen mit 79 % mit ihren Sorgen um Personalmangel erneut ganz vorne. Denn hier sind die Betriebe gleich zweifach vom demografischen Wandel betroffen – zum einen durch den ausbleibenden Nachwuchs und zum anderen durch höheren Personalbedarf aufgrund einer zunehmenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen. Da die anderen Branchen der Gesundheitswirtschaft nicht so stark personalintensiv sind, spüren sie den Fachkräftemangel etwas weniger. Die Sorgen nehmen aber auch hier zu. In der Pharmaindustrie ist der Anteil der Unternehmen mit Sorgen um den Fachkräftemangel von 36 auf 43 % gestiegen. Auch die Medizinproduktebetriebe sehen die Fachkräftesituation nochmals skeptischer.

Personalaufbau geht weiter

Die Gesundheitswirtschaft ist nach wie vor einer der Jobmotoren in Deutschland. Die Beschäftigungspläne sind sogar noch expansiver als zuletzt. 32 % der Betriebe planen Stellenaufbau, neun Prozent sehen eine Reduzierung der Beschäftigung vor.

Die Beschäftigten in Zahlen:

Gesundheitspersonal 2017 5.600 Tsd.
Männer 24,2 %
Frauen 75,8 %
nach ausgewählten Einrichtungen  
Ambulante Einrichtungen 2.287 Tsd.
Stationäre / teilstationäre Einrichtungen 1.988 Tsd.
Krankenhäuser 1.155 Tsd.
Stationäre / teilstationäre Pflege 712 Tsd.
Arztpraxen 693 Tsd.
Vorleistungsindustrien des Gesundheitswesens 545 Tsd.
Praxen sonstiger medizinischer Berufe 514 Tsd.
Sonstige Einrichtungen 453 Tsd.
Ambulante Pflege 378 Tsd.
Zahnarztpraxen 354 Tsd.
Apotheken 226 Tsd.
Verwaltung 219 Tsd.
Medizintechnische / augenoptische Industrie 162 Tsd.
Pharmazeutische Industrie 148 Tsd.
Großhandel / Handelsvermittlung 139 Tsd.
Einzelhandel 123 Tsd.
Vorsorge- / Rehabilitationseinrichtungen 121 Tsd.
Medizinische / zahnmedizinische Laboratorien 96 Tsd.
Rettungsdienste 67 Tsd.
Gesundheitsschutz 37 Tsd.

Die Dynamik ist damit auch weiterhin deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft. Die Gesundheits- und sozialen Dienste lösen die Medizintechnik an der Spitze ab. Bei den Gesundheits- und sozialen Dienste werden vor allem personalintensive Tätigkeiten – etwa in der Altenpflege – ausgebaut. Die Suche nach geeigneten Fachkräften gestaltet sich jedoch schwer. Offene Stelle bleiben daher häufig lange unbesetzt. Auch die Pharmaindustrie plant noch stärkeren Beschäftigungsaufbau. Lediglich der Handel mit Gesundheitsgütern reduziert seine Beschäftigungspläne. Unter dem Strich deuten die Zeichen trotz verstärkter Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von geeigneten Fachkräften weiterhin auf kräftigen Beschäftigungszuwachs.

Kennzahlen zur Beschäftigung

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten 2017 um insgesamt 93.000 (+1,7 %). Der Anstieg fiel in den Berufen der Altenpflege (+29.000 oder +5,0 %) besonders stark aus. Aber auch in anderen Berufsgruppen, beispielsweise Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburts-hilfe (+21.000 oder 1,9 %), Arzt- und Praxishilfe (+7.000 oder +1,1 %) sowie nichtärztliche Therapie und Heilkunde (+4.000 oder 1,0 %) gab es Beschäftigungszuwächse.

Am Jahresende 2017 arbeiteten gut drei Viertel der Beschäftigten in ambulanten und (teil-)stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. Hier stieg die Zahl der Beschäftigten am stärksten in der ambulanten Pflege (+14 000 oder+3,7 %) und in der stationären- und teilstationären Pflege (+18 000 oder +2,6 %). In Krankenhäusern erhöhte sich das Personal um +20 000 oder +1,8 % und in Arztpraxen um +8 000 oder + 1,1 %.
Von den 5,6 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren im Jahr 2017 knapp die Hälfte (48 %) vollzeit-, 38 % teilzeit- und 14 % geringfügig beschäftigt. Die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, lag im Jahr 2017 bei 4 Millionen. Sie erhöhte sich gegenüber 2016 um 63.000, das entspricht einem Anstieg von 1,6 %.

Endlich Bewegung in der Pflegebranche

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Das was? Der Deutsche Bundestag hat im November 2018 das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen. Es soll sicherstellen, dass Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen neues Personal einstellen können und insgesamt 13.000 neue Stellen in der Altenpflege auch von den Krankenkassen finanziert werden. Das Gesetz trat zum 1. Januar 2019 in Kraft. Wesentliche Regelungen im Überblick:

Pflegestellen: In der vollstationären Altenpflege werden die Voraussetzungen für 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen, die von den gesetzlichen Krankenkassen ohne finanzielle Beteiligung der Pflegebedürftigen finanziert werden. Dabei können auch Teilzeitstellen, die aufgestockt werden, berücksichtigt werden.

Um die Personalausstattung in der Krankenhaus-Pflege zu verbessern, wird jede zusätzliche oder aufgestockte Pflegestelle am Krankenhausbett ab 2019 vollständig refinanziert.

Vergütung für Pflegekräfte: Ab 2018 werden die Tarifsteigerungen für die Pflegekräfte im Krankenhaus vollständig von den Kostenträgern refinanziert. Die zusätzlichen Finanzmittel sind zur Finanzierung von Tariferhöhungen einzusetzen. Das ist zu belegen. Die Vergütungen von Auszubildenden in der Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Krankenpflegehilfe im ersten Ausbildungsjahr werden ab 2019 vollständig von den Kostenträgern refinanziert. Die Verbesserung schafft einen deutlichen Anreiz, mehr auszubilden.

Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte: Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden finanziell dabei unterstützt, die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf für ihre in der Pflege tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern.

Krankenkassen werden verpflichtet, zusätzlich mehr als 70 Millionen € jährlich für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufzuwenden.
Um Pflegekräfte zu entlasten, wird die Digitalisierung gefördert. Die Pflegeversicherung stellt dafür einmalig pro Einrichtung (ambulant oder stationär) 12.000 € zur Verfügung. Mit der Kofinanzierung der Einrichtung können somit Maßnahmen im Umfang von bis zu 30.000 € je Einrichtung finanziert werden.

3,4 Millionen Pflegebedürftige

Im Dezember 2017 waren in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Die Zahl der Pflegebedürftigen im Dezember 2015 lag bei 2,86 Millionen gelegen. Die starke Zunahme um 0,55 Millionen Pflegebedürftige (+19 %) ist allerdings zum großen Teil auf die Einführung des neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab dem 01.01.2017 zurückzuführen. Seitdem werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, als vor der Umstellung.

Gut drei Viertel (76 % oder 2,59 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 0,83 Millionen Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Knapp ein Viertel (24 % oder 0,82 Millionen Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut.

Ende 2017 waren 81 % der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (35 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (63 %).

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu sein. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 6 % pflegebedürftig waren, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 71 %.

Die Pflegesituation in Zahlen:

Pflegebedürftige 2017 73,4 Millionen
Pflegequote 2017
Insgesamt 4,1 %
bei 75- bis 84-Jährigen 61,3 %
bei über 89-Jährigen 70,7 %
Pflegeeinrichtungen 2017
Pflegeheime 14.480
Ambulante Pflegedienste 14.050

Das neue Pflegeberufegesetz

Anfang 2016 verabschiedete das Bundeskabinett den Entwurf für eine einheitliche Pflegeausbildung. Bereits im Juni 2017 wird es wird im Bundestag verabschiedet und passiert wenig später auch den Bundesrat. Und schon zum 1. Januar 2020 tritt es in Kraft – Gut Ding will eben Weile haben…
Das Pflegeberufegesetz (PflBG) sichert, dass alle Absolvent/innen mit dem generalistischen Berufsabschluss einen Rechtsanspruch innerhalb der EU auf automatische Anerkennung haben.

Die neuen Berufsbezeichnungen lauten Pflegefach-frau/Pflegefachmann. Diese Berufsbezeichnung dürfen nur die Absolvent/innen der generalistischen Ausbildung (mit Vertiefung) führen. Es gibt allerdings für die beiden Sonderfälle im neuen Gesetz auch die Berufsbezeichnungen Altenpfleger/in und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in (§ 60/61).

Das Gesetz sieht als Normalfall eine generalistische Ausbildung vor. In der beruflichen Ausbildung können die Auszubildenden vor Ausbildungsbeginn entscheiden, ob sie eine Vertiefung wählen. Die Möglichkeiten der Vertiefung sind Langzeitpflege und pädiatrische Pflege.

Träger der Ausbildung sind Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und Pflegeheime. Die Auszubildenden haben Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Es muss kein Schulgeld mehr bezahlt werden.

Die Praktische Ausbildung gliedert sich in Pflichteinsätze (stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege, ambulante Akut-/Langzeitpflege sowie pädiatrische und psychiatrische Versorgung) sowie einen Vertiefungseinsatz (in einem der genannten Bereiche). Darüber hinaus gibt es weitere Einsätze, z. B. Rehabilitation, Palliative Versorgung, Pflegeberatung.
In der hochschulischen Ausbildung gibt es ausschließlich den generalistischen Abschluss, auch keine Vertiefung. Für die hochschulische Ausbildung sind zusätzlich zu den Zielen in § 5 erweiterte Ausbildungsziele formuliert worden (§ 37). Die Studierenden erhalten keine Ausbildungsvergütung. Das Studium führt sowohl zur Berufszulassung als auch zum Bachelor. Die erfolgreichen Absolvent/innen führen die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/Pflegefachmann und zusätzlich den akademischen Grad Bachelor.

Halbgott in weiß? Das war einmal…

Wie aus den Daten der Bundesärztekammer hervorgeht, waren im Jahr 2017 im Bundesgebiet 385.149 Ärztinnen und Ärzte ärztlich tätig. Dies waren zwar etwas mehr als im Vorjahr (+ 6.542), gleichzeitig steigt aber Behandlungsbedarf. Für 2016 meldet das Amt 19,5 Millionen Behandlungsfälle in den Krankenhäusern. Hinzu kommen rund eine Milliarde Arztkontakte jährlich in den Praxen. Nach der Statistik der Bundesärztekammer stieg die Zahl der Krankenhausärzte nur leicht um 2,1 % auf 198.500. Bei der Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist sogar ein Rückgang um 1.285 auf 118.356 zu verzeichnen; dies entspricht einem Minus von 1,1 %.

Niedergelassene Vertragsärzte arbeiten schon jetzt durchschnittlich mehr als 50 Stunden. In den Krankenhäusern ist es ähnlich: Nach Erhebungen des Marburger Bundes sind viele Ärzte im Krankenhaus (40 %) 49 bis 59 Stunden pro Woche im Einsatz, jeder fünfte hat sogar eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 60 bis 80 Stunden, inklusive aller Dienste und Überstunden.

Nach der Ärztestatistik ist der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzteschaft im vergangenen Jahr weiter angestiegen und hat jetzt 46,8 % erreicht. Aus der aktuellen Statistik wird auch deutlich, dass der demografische Wandel längst die Ärzteschaft selbst betrifft. So hat sich die Verteilung der berufstätigen Ärzte auf die Altersgruppen weiter zu den höheren Altersjahren verschoben – die Ärzteschaft in Deutschland wird immer älter. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass in Zukunft trotz steigender Arztzahlen in Deutschland Ärzte fehlen werden.

Ausgewählte Studiengänge und Ausbildungsberufe mit Filmen:

Studium Humanmedizin
Duales Studium Gesundheitsmanagement
Duales Studium Pflege
Kaufleute im Gesundheitswesen
Gesundheits- und Krankenpfleger/in
Logopäde / Logopädin
Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA)
Operationstechnische/r Assistent/in
Physiotherapeut/in
Zahntechniker/in

Ausgewählte Links zum Thema:

www.altenpflegeausbildung.net
www.biha.de
www.caritas-soziale-berufe.de
www.deutsches-pflegeportal.de
www.diakonie-wuerttemberg.de
www.drk.de
www.gesundheit-studieren.com
www.internationaler-bund.de
www.junge-pflege.de
www.pflegeberufe-gesetz.de
www.pflegestudium.de
www.youngpropflege.de
www.zahntechnik-ausbildung.de/
www.zukunftsberuf-pfleger.de

Mehr Links zum Thema gibt es hier.

Gefällt Ihnen diese Seite?

Bitte bewerten Sie uns!

Durchschnitt / 5

✉ Beitrag per Email versenden