Studieren in Zeiten von Corona

Studieren in Zeiten von Corona

Die Hochschule Hof hat die Zeit der Pandemie genutzt, um ihre Studierenden nach deren Erfahrungen mit der Onlinelehre während der Coronakrise zu befragen. Die Ergebnisse dabei sind eindeutig: Während die Befragten die Flexibilität der digitalen Lehre als bereichernd für ihr Leben empfinden, wird die Präsenzlehre vielfach als unverzichtbar für die Qualität der Wissensvermittlung betrachtet.

Rund 2.700 Studierende wurden durch die Hochschule Hof in drei je zweiwöchigen Erhebungszeiträumen zwischen den Sommersemestern 2020 und 2021 befragt. Abgefragt wurde dabei einerseits der Lernerfolg, aber auch die sozialen und technischen Aspekte der Situation.

Größte Vor- und Nachteile der Onlinelehre

Befragt zu den größten Vor- und Nachteilen der Onlinelehre ergab sich ein klares Bild: Eine deutliche Mehrheit schätzt an den Onlineangeboten, dass man zeitlich und räumlich frei entscheiden kann, wo man lernt und an Veranstaltungen teilnimmt. Auch dass man durch die technischen Möglichkeiten der Wiederholung sein eigenes Lerntempo bestimmen kann, gilt als großes Plus der online jederzeit abrufbaren Vorlesungen. Als deutlich negativ wird dagegen der mangelnde Kontakt und Austausch mit anderen Studierenden gesehen. Zudem gaben viele Studierende an, online schneller zu ermüden. Zudem benötige man zuhause vor dem Rechner mehr Selbstdisziplin, um die notwendigen Ergebnisse zu erreichen.

Mangel an Austausch

Die Frage nach den sozialen Kontakten liefert demnach auch eines der hervorstechendsten Ergebnisse der Umfrage: Über die Hälfte aller Befragten gab an, sich während der Pandemie nicht ausreichend mit Kommilitonen vernetzen zu können – trotz aller technischen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

Dauerhafte Onlinelehre schadet der Motivation

Befragt nach den Erfolgen der Online-lehre ergibt sich ein ähnliches Bild: Zwar gibt eine sehr deutliche Mehrheit an, während der Zeit der Pandemie mindestens genauso viele Aufträge erledigt und Lernstoff konsumiert zu haben wie in Zeiten der Präsenzvorlesungen. Allerdings nehmen etwa 60 % der Befragten an, dass sie in Präsenzvorlesungen mehr oder besser gelernt hätten als online. Hiermit könnte auch ein weiteres Ergebnis in Zusammenhang stehen: Rund 40 % räumten ein, sich nicht immer ausreichend für die aktive Teilnahme an digitalen In-halten motivieren zu können. Über zwei Drittel gab zudem an, sich durch die Onlinelehre nicht besser informiert zu fühlen, nur ein Drittel meinte, eine bessere Betreuung durch die Dozentinnen und Dozenten erlebt zu haben. Immerhin jeder Fünfte gab an, dass sein Selbststudium während der Onlinezeit zugenommen habe.

Hohe Zufriedenheit mit digitalen Tools

Die durchaus gespaltene Sicht der Studierenden auf die digitalen Angebote scheint allerdings unabhängig von den angebotenen technischen Möglichkeiten zu sein: In der Abfrage nach der Zufriedenheit mit Programmen wie Zoom, Moodle oder Panopto zeigt sich eine Wertschätzung für die Funktionsfähigkeit dieser Tools. Sie sind zweifellos für die Onlinelehre geeignet und bieten mittlerweile viele Möglichkeiten und nur eine Minderheit fühlte sich für deren Einsatz nicht ausreichend vorbereitet.

Onlinelehre ist Ergänzung, nicht Ersatz

Nur jeder Vierte kann sich vorstellen, gänzlich auf Präsenzveranstaltungen an der Hochschule zu verzichten. 60 % der Studierenden allerdings sprechen sich für eine sinnvolle Ergänzung der Präsenzlehre durch digitale Formate aus.

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