Trotz Corona: Kaum Ausfall bei Vorlesungen und Prüfungen

Trotz Corona: Kaum Ausfall bei Vorlesungen und Prüfungen

Large group of college students wearing face masks while attending lecture during coronavirus pandemic. Focus is on happy student raising her hand to answer teacher’s question.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie betreffen auch den Studienalltag. Dennoch konnten die deutschen Hochschulen ihren Vorlesungs- und Prüfungsbetrieb fast vollständig aufrechterhalten. Dies zeigt eine aktuelle Befragung von mehr als 27.000 Studierenden und 665 Professoren durch das CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Ein Großteil der geplanten Veranstaltungen an deutschen Hochschulen konnte trotz der Corona-Pandemie im Wintersemester 20/21 durchgeführt werden. Grund war die Umstellung auf teilweise oder vollständig digitale Studienangebote.

Nur knapp ein Prozent der im Rahmen der Analyse befragten Professoren gab an, dass im Wintersemester Vorlesungen ganz ausfallen mussten. Auch Seminare, Übungen und Tutorien konnten von fast allen Lehrenden, wie geplant, angeboten werden. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Blick ins Ausland: Dort berichteten etwa ein Drittel der Studierenden aus dem Bereich Pflege, dass während der Corona-Pandemie ein Großteil ihrer Veranstaltungen ausgefallen sei.

Schwierig war allerdings auch an deutschen Hochschulen, das Studienangebot bei Fächern mit besonderen Präsenzveranstaltungen komplett aufrechtzuerhalten. So mussten 43 % der befragten Professoren aus den Fächern Geografie und Geowissenschaften Präsenzveranstaltungen wie Exkursionen im Wintersemester ersatzlos absagen.

Fächerübergreifend zufrieden zeigten sich Studierende mit der allgemeinen Studienorganisation, um das Studium trotz Corona weiter fortsetzen zu können. Drei von vier Studierenden vergaben gute oder sehr gute Noten für die Möglichkeit, an ihren Hochschulen weiter Prüfungsleistungen zu erbringen bzw. angerechnet zu bekommen.

Für die langfristige Zukunft von Studium und Lehre nach der Pandemie wünschen sich sowohl viele Studierende als auch Lehrende, dass digitale Lehrelemente weiter gezielt eingebunden werden, ohne jedoch auf Präsenzformate zu verzichten. Insbesondere teildigitalisierte Modelle wie das sogenannte Blended Learning oder eine digital angereicherte Präsenzlehre werden von den Befragten als Lernsetting der Zukunft gesehen. Lediglich jeder fünfte Professor wünscht sich nach der Pandemie eine Rückkehr zur reinen Präsenzlehre.

Allerdings sehen sowohl Lehrende als auch Lernende aktuell noch Handlungs- bzw. Unterstützungsbedarf im technischen und didaktischen Bereich der digitalen Angebote. „Bei der fachspezifischen Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernformate dürfen Lehrende nicht wieder auf sich allein gestellt sein, wenn der Alltag nach Corona wieder Einzug hält“, fordert CHE Studienautor Hüsch einen kontinuierlichen Ausbau einer guten digitalen Infra- und Supportstruktur auf Grundlage der aktuellen Erfahrungen.

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