Wie zufrieden sind deutsche Azubis?

Wie zufrieden sind deutsche Azubis?

Die Mehrheit der Auszubildenden in Deutschland ist zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer betrieblichen Berufsausbildung. Weniger gut schneiden dagegen die Berufsschulen ab. Nicht einmal die Hälfte der Auszubildenden ist mit dem dortigen Unterricht zufrieden. Sie bemängeln vor allem die fehlende Abstimmung der Unterrichtsinhalte mit der Tätigkeit im Unternehmen und den Prüfungsanforderungen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Untersuchung*.

Gute Betreuung und hohes Niveau, unzufriedener mit der Bezahlung

Dreiviertel der Befragten (73 %) sind zufrieden bis sehr zufrieden mit der betrieblichen Ausbildung. Die Atmosphäre der Auszubildenden untereinander und der Praxisbezug werden dabei besonders positiv bewertet. 76 % sind der Meinung, dass das Unternehmen ein hohes praktisches Qualifikationsniveau sicherstellt. Auch die Erreichbarkeit der Ausbildungsleiter, die persönliche Betreuung und die Ausstattung des Arbeitsplatzes werden gut bewertet. Die Zufriedenheit sinkt jedoch markant mit der Länge der Ausbildung: Von den Azubis im ersten Ausbildungsjahr sind 79 % zufrieden, im dritten nur noch 65 %.

Verbesserungsbedarf sehen viele Auszubildende lediglich bei der Vergütung. Hier sind nur 55 % zufrieden, aber 20 % ausdrücklich unzufrieden. Dabei fällt die monetäre Zufriedenheit in Industrieunternehmen mit 80 % deutlich höher aus als in den anderen Branchen. Auch in Konzernen sind Auszubildende mit ihrer Vergütung zufriedener (70 %) als in kleinen Unternehmen (39 %). Das ist nicht überraschend aufgrund der höheren Verbreitung tarifvertraglich geregelter Ausbildungsvergütungen in diesen Unternehmen.

Berufsschulen: Schlechte Abstimmung der Lehrinhalte und mangelnde Motivation

Elena Elisseeva/shutterstock.comElena Elisseeva/shutterstock.comIm Vergleich zur guten Qualität der Berufsbildung im Betrieb schneiden die Berufsschulen in der Wahrnehmung der Auszubildenden deutlich schlechter ab. Wirklich zufrieden sind lediglich 44 %, 16 % dagegen unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Bemängelt werden vor allem die fehlende Abstimmung der Unterrichtsinhalte mit der Tätigkeit im Unternehmen und den Prüfungsanforderungen. Damit sind nur 42 % zufrieden. Besonders die Auszubildenden in den Dienstleistungsunternehmen sind darüber unzufrieden. Allgemein werden auch die fehlende Aktualität des Lernstoffes und die mangelnde Motivation der Lehrerinnen und Lehrer kritisiert. Das Fachwissen des Lehrpersonals schneidet hingegen weniger schlecht ab.

* Bundesweit wurden 1.348 Auszubildende befragt. 46 % der Befragten sind weiblich, 54 % männlich. 81,1 % waren zum Zeitpunkt der Analyse zwischen 18 und 23 Jahre alt. 35 % befanden sich im ersten, 37 % im zweiten und 27 % im dritten Ausbildungsjahr.

Mit 48 % arbeitet die Mehrheit der Befragten im Handel, 26 % in der Industrie bzw. dem produzierenden Gewerbe und 9 % in Dienstleistungsunternehmen. 26 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Kleinunternehmen mit bis zu 50 Angestellten ausgebildet, 9 % in Konzernen mit über 10.000 Angestellten.

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