Kategorien-Archiv 103-Ausbildung

Ausbildung Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent (MTLA)

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten führen Laboruntersuchungen von Gewebe sowie von Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin und Magensaft durch. Sie entnehmen entsprechende Proben bzw. assistieren Ärzten und Ärztinnen dabei und bereiten anschließend die Proben für die Untersuchung vor. Dazu legen sie Gewebe- oder Erregerkulturen an oder zentrifugieren Flüssigkeiten. Sie führen Tests und Messungen an den Proben durch, wobei sie diese auf ihre Beschaffenheit oder auf mögliche Krankheitserreger kontrollieren. Da ihre chemischen und medizinischen Analysen die Grundlage der ärztlichen Diagnose bilden, dokumentieren sie den Untersuchungsverlauf und die Ergebnisse mit größter Sorgfalt. Darüber hinaus sterilisieren sie Geräte und Instrumente und überwachen die Einhaltung von Hygienevorschriften.

Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten finden Beschäftigung

  • in Krankenhäusern
  • in Arztpraxen
  • in medizinischen Laboratorien
  • bei Blutspendediensten

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Labors
  • in Praxisräumen
  • in Büroräumen

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus.

Anforderungen:

  • Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Aufbringen von Proben auf den Nährboden mit Pipetten oder sterilen Spachteln)
  • Sorgfalt (z.B. beim Entnehmen von Proben und Dokumentieren von Untersuchungsergebnissen)
  • Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit (z.B. Beobachten von Versuchsabläufen und Erkennen von Normabweichungen an Proben)
  • Verantwortungsbewusstsein (z.B. fehlerfreies Durchführen chemischer Untersuchungen von Körperflüssigkeiten für die ärztliche Diagnose)
  • Verschwiegenheit (z.B. im Umgang mit Patientendaten)

Schulfächer:

  • Chemie (z.B. beim Bestimmen von Konzentration und elektrischer Leitfähigkeit von Lösungen)
  • Physik (z.B. beim Anwenden von physikalischen Verfahren wie Elektrolytmessungen)
  • Biologie (z.B. um biologische Sachverhalte wie Krankheit und Heilung zu verstehen)
  • Mathematik (z.B. für das Berechnen der prozentualen Zusammensetzung chemischer Verbindungen oder des Rauminhaltes von Gasen)
  • Deutsch (z.B. für den Schriftverkehr mit Kliniken und Behörden)

Was verdient man in der Ausbildung?

Die Ausbildung an schulischen Einrichtungen wird in der Regel nicht vergütet. An Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder an Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, erhalten Auszubildende beispielsweise folgende Entgelte (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 1.015
  • 2. Ausbildungsjahr: € 1.075
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.172

Stand: 02.12.2019

Zum Film

✉ Beitrag per Email versenden

Ausbildung Medizinisch-technischer Assistent – Funktionsdiagnostik (MTAF)

Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik führen Untersuchungen mit medizinischen Geräten durch. Mithilfe dieser Geräte messen sie den Zustand des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskulatur, des Herzens, der Blutgefäße sowie der Lungen. Dabei testen sie z.B. Hörfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Herz- oder Hirnströme und Lungenfunktion. Sie bereiten medizinische Geräte vor und kümmern sich um die Patienten. Beispielsweise unterweisen sie sie vor speziellen Hörtests. Den Ablauf der Untersuchung dokumentieren sie sorgfältig, anschließend werten sie die Ergebnisse aus. Auch erledigen sie die Anmeldeformalitäten oder dokumentieren Patientendaten. Regelmäßig kontrollieren sie die korrekte Funktion von medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern oder Hörgeräten. Bei Eingriffen wie Herzkatheteruntersuchungen assistieren sie dem Arzt bzw. der Ärztin.

Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik finden Beschäftigung

  • in Krankenhäusern
  • in Facharztpraxen
  • in medizinischen Laboratorien
  • in Zentren für Diagnostik

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Untersuchungs- und Behandlungsräumen
  • in Labors
  • in Büroräumen bzw. Stationszimmern

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus.

Anforderungen:

  • Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Anlegen von Elektroden für ein EEG oder Justieren von Geräten)
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Messen von Druck, Strömung und Volumen an Herz und Gefäßen, beim Analysieren der Messergebnisse)
  • Einfühlungsvermögen (z.B. Eingehen auf Ängste und Bedürfnisse der Patienten)
  • Psychische Stabilität (z.B. beim Kontakt zu schwer kranken Menschen)
  • Verschwiegenheit (z.B. beim Umgang mit Patientendaten)

Schulfächer:

  • Physik (z.B. um die Funktionsweisen und die Handhabung medizintechnischer Geräte zu verstehen)
  • Biologie (z.B. um biologische Sachverhalte wie Krankheit und Heilung zu verstehen)
  • Mathematik (z.B. beim Darstellen von Untersuchungsergebnissen sowohl in Tabellen- als auch in Diagrammform)
  • Deutsch (z.B. beim Führen von Untersuchungsprotokollen und Erklären der Handhabung von Hörgeräten)

Was verdient man in der Ausbildung?

Die Ausbildung an schulischen Einrichtungen wird in der Regel nicht vergütet. An Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder an Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, erhalten Auszubildende beispielsweise folgende Entgelte (monatlich brutto):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 1.015
  • 2. Ausbildungsjahr: € 1.075
  • 3. Ausbildungsjahr: € 1.172

Stand: 02.12.2019

Zum Film

✉ Beitrag per Email versenden

Ausbildung Medizinischer Fachangestellter

Medizinische Fachangestellte vergeben Termine an die Patienten, dokumentieren Behandlungsabläufe für die Patientenakten, sorgen für die Abrechnung der erbrachten Leistungen und organisieren den Praxisablauf. Sie legen Verbände an, bereiten Spritzen vor oder nehmen Blut für Laboruntersuchungen ab. Außerdem informieren sie Patienten über Möglichkeiten der Vor­ und Nachsorge, pflegen medizinische Instrumente und führen Laborarbeiten durch.

Medizinische Fachangestellte finden Beschäftigung in erster Linie

  • in Arztpraxen aller Fachgebiete
  • in Krankenhäusern und anderen Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens
  • in medizinischen Laboren
  • in betriebsärztlichen Abteilungen von Unternehmen

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Behandlungsräumen
  • im Labor
  • am Empfang
  • im Büro

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Anforderungen:

  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim Umgang mit Arzneimitteln und beim Einhalten der Hygienevorschriften)
  • Kontaktbereitschaft und Einfühlungsvermögen (z.B. beim Eingehen auf die persönliche Situation von Patienten)
  • Psychische Stabilität (z.B. bei der Konfrontation mit schweren Schicksalen)
  • Verschwiegenheit (z.B. Schweigepflicht beim Umgang mit Daten der Patienten)
  • Enger Körperkontakt mit Menschen, z.T. Infektionsgefahr

Schulfächer:

  • Biologie (z.B. bei der Assistenz während der Behandlung)
  • Chemie (z.B. für Arbeiten im Labor)
  • Mathematik (z.B. zum Durchführen der Quartalsabrechnungen)
  • Deutsch (z.B. für den Schriftverkehr mit Patienten und Versicherungsträgern)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

  • 1. Ausbildungsjahr: € 865
  • 2. Ausbildungsjahr: € 910
  • 3. Ausbildungsjahr: € 960

Stand: 02.01.2020

Zum Film

✉ Beitrag per Email versenden

Nebenkosten & Co: – Die Fallstricke im Mietvertrag

Die Wohnungssuche wird in Deutschland immer schwieriger. Schon heute fehlen in über 1.000.000 Miet­wohnungen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Wohnungen, vor allem in den Städten. Die Folge: Warteschlangen bei den Wohnungsbesichtigungen, weiter steigende Mieten, Vermieter, die Vertragskonditionen diktieren, und Mieter, die ihre Rechte nicht wahrnehmen – aus Unkenntnis oder weil sie Nachteile bei der Wohnungsvergabe fürchten. Welche Rechte haben Mieter bei der Wohnungssuche und beim Abschluss des neuen Mietvertrages und worauf müssen sie achten?

Miethöhe:

Seit Juni 2015 gibt es die sogenannte Mietpreisbremse. Sie gilt nicht flächendeckend in ganz Deutschland, aber zwischenzeitlich immerhin in zehn Bundesländern und rund 300 Städten. Hier darf die neue Wohnung nach dem Gesetz höchstens zu einem Preis vermietet werden, der 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Aber es gibt Ausnahmen. Die Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten (Stichtag 1. Oktober 2014) und nicht für umfassend sanierte Wohnungen. Außerdem darf der Vermieter die „Vormiete“, die Miete also, die der frühere Mieter schon gezahlt hat, auch im neuen Mietverhältnis weiter fordern – egal, wie hoch diese Vormiete war. Das eigentliche Problem aber ist, dass sich die meisten Vermieter offensichtlich nicht an die Mietpreisbremsen-Regelungen halten, sondern die Wohnung unverändert teuer oder noch teurer als im Vorjahr anbieten.

Mieter müssen also selbst aktiv werden und die Mietpreisbremse ziehen, damit sie von den neuen Gesetzesbestimmungen auch profitieren.

Tipp: Wer bei den Vertragsverhandlungen auf die möglicherweise überhöhte Miete hinweist, riskiert, die Wohnung nicht zu bekommen. Aber Mieter können auch nach Abschluss des Mietvertrages, also während des laufenden Mietverhältnisses, beanstanden, die Miete sei unzulässig hoch. Dann muss ein Verstoß gegen die Mietpreisbremse gerügt werden. Dazu reicht es aus, wenn der Mieter schriftlich die seiner Ansicht nach zulässige Miete (ortsübliche Vergleichsmiete lt. Mietspiegel plus 10 %) ermittelt und sich darauf beruft.

Auf Verlangen des Mieters muss der Vermieter Auskunft über die Tatsachen geben, die für die Prüfung der zulässigen Miete notwendig sind, die der Mieter aber nicht kennt. Das sind zum Beispiel Auskünfte zur Baualtersklasse des Hauses, zur Vormiete usw. Die überhöhte Miete, das heißt den unzulässig hohen Teil der Miete, muss der Vermieter nach Erhalt der Mieterrüge reduzieren.

Mieter haben einen entsprechenden Rückforderungsanspruch, aber nur für die Mieten, die nach der Rüge fällig werden, nicht für die Vergangenheit, das heißt für Zeiträume vor Abgabe der Rüge. Deshalb so früh wie möglich nach Abschluss des Mietvertrages mit Hilfe des Mietervereins die Miethöhe prüfen!

In Städten ohne Mietpreisbremse gibt es keine „Deckelung“ der Wiedervermietungsmieten. Fordert der Vermieter aber eine Miete, die mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, kann ein Verstoß gegen die Wuchervorschrift des Wirtschaftsstrafgesetzes vor­liegen und sollte der Mieterverein eingeschaltet werden.

Betriebskosten:

Zusätzlich zur eigentlichen Kalt- oder Nettomiete müssen in aller Regel noch Betriebskosten ge­zahlt werden. Das sind Heizkosten und mehr als ein Dutzend sogenannter kalter Nebenkosten, wie Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Hausversicherung, Straßenreinigung, Hausmeister, Fahrstuhl, Gartenpflege usw. Im Mietvertrag wird geregelt, welche Kosten Mieter übernehmen müssen und welche Vorauszahlungsbeträge hierfür monatlich zu zahlen sind. Ob die Vorauszahlungen realistisch angesetzt und aus-reichend kalkuliert sind oder mit Hilfe niedriger Vorauszahlungsbeträge eine günstige Gesamtmietbelastung vorgegaukelt wird, erfahren viele Mieter erst, wenn sie die erste Betriebskostenabrechnung erhalten haben. Dann ist es aber oft zu spät, es drohen unter Umständen hohe Nachzahlungen.

Tipp: Energieausweis zeigen lassen, der energetische Zustand des Hauses ist ein wichtiger Fingerzeig für die Höhe der künftigen Heizkosten. Nach dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes müssen durchschnittlich 2,10 bis 2,30 € pro Quadratmeter und Monat insgesamt für Betriebskosten gezahlt werden. Davon sollten Mieter realistischerweise zunächst einmal ausgehen.

Maklerprovision:

Seit Juni 2015 gilt in ganz Deutschland das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung. Danach muss in aller Regel der Vermieter die Maklerprovision zahlen. Es gilt der Grundsatz: Wer bestellt, der bezahlt. Wendet sich der Vermieter an einen Makler und erteilt ihm den Auftrag, einen Mieter für seine Wohnung zu finden, muss er den Makler auch bezahlen. Mieter müs­sen nur noch in Ausnahmefällen die Maklerprovision übernehmen. Voraussetzung ist, sie beauftragen den Makler schriftlich mit der Wohnungssuche und der Makler wird danach, ausschließlich aufgrund dieses Auftrages, tätig und beschafft eine Wohnung, über die dann auch der Mietvertrag abgeschlossen wird. Im Zweifel muss der Makler diesen zeitlichen Ablauf nachweisen – insbesondere, dass er mit der konkreten Wohnungssuche erst nach der Auftragserteilung des Mieters begonnen hat, dass er die Wohnung nicht schon aufgrund eines früheren Auftrages im „Karteikasten“ hatte.

Schaltet der Makler eine Wohnungsanzeige und verlangt er für die Vermittlung der Wohnung dann erst einmal einen Auftrag des Mieters, hat er keinen Provisionsanspruch, zumindest keinen gegenüber dem Mieter. Das gilt erst recht, wenn der Makler noch während der Wohnungsbesichtigung die Unterschrift unter einen Maklerauftrag fordert. In beiden Fällen ist der Makler ganz offensichtlich nicht erst nach der Auftragserteilung durch den Mieter tätig geworden und auf Wohnungssuche gegangen. Im Gegenteil, hier hatte er zuerst die Wohnung im Angebot, im Zweifel aufgrund eines Vermieterauftrages, und erst danach hat er sich den Auftrag des Mieters besorgt.

Tipp: Fordert der Makler eine Provision vom Mieter, verstößt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz, gegen das Bestellerprinzip. Da die Maklerprovision frühestens nach Abschluss des Mietvertrages gezahlt werden müsste, kann der Mieter die Maklerforderung nach Prüfung durch den Mieterverein ablehnen, ohne dass er riskiert, die gewünschte Wohnung nicht mehr zu erhalten. Wer die Provision trotzdem gezahlt hat, kann sein Geld zurückfordern. Der Mieteranspruch verjährt erst nach drei Jahren. Außerdem riskieren Makler eine Geldbuße bis zur Höhe von 25.000 €, wenn sie gegen die Vorgaben des Bestellerprinzips verstoßen.

Umgehungsgeschäft:

Egal, ob der Makler „Besichtigung nur gegen Erteilung des Vermittlungsvertrages“ fordert oder 50 € für eine Wohnungsbesichtigung, Bearbeitungs- oder Servicegebühren oder gar eine 1.000-€­ Renovierungspauschale – der Mieter muss nicht zahlen. Wenn überhaupt, müsste der Auftraggeber zusätzliche Gebühren zahlen, nicht aber der Mieter. Die ,,Renovierungspauschale“ ist nichts anderes als eine verkappte Maklerprovision und muss nicht bezahlt werden. Und gleichgültig, ob der Vermittlungsauftrag quasi „erpresst“ wird – ,,sonst keine Wohnungsbesichtigung“ – oder ob der Vermittlungsauftrag freiwillig erteilt wird, ohne Maklerleistung, das heißt Wohnungssuche nach dem Vermittlungsauftrag, muss ein Mieter keine Provision zahlen.

Tipp: Provisionsrechnungen oder Gebührenforderungen eines Maklers nicht ohne vorherige Prüfung durch den Mieterverein zahlen. Wer gezahlt hat, muss prüfen lassen, ob er sein Geld zurückfordern kann. Auch hier beträgt die Verjährungsfrist drei Jahre.

Abstand und Ablöse:

Abstands­ oder Ablöseforderungen sind weder ein Ersatz für eine Maklerprovision noch ein Ausgleich dafür, dass der Vermieter die Provision zahlen muss und nicht mehr der Mieter. Nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz sind Abstandszahlungen, die der wohnungssuchende Mieter leisten muss, damit die Wohnung angemietet werden kann oder damit der Vormieter auszieht, grundsätzlich unzulässig. Ablösevereinbarungen sind letztlich Kaufverträge, mit denen sich der wohnungssuchende Mieter verpflichtet, Möbel oder Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Derartige Verträge sind auch nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz möglich, aber nur so lange wirksam, wie Kaufpreis und Wert der übernommenen Gegenstände nicht in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen.

Die Idee des einen oder anderen Vermieters, Schrottmobiliar zu überhöhten Preisen an den Mieter zu verkaufen, um so die gezahlte Maklerprovision wieder „reinzuholen“, ist nicht durchsetzbar. Von einem auffälligen Missverhältnis ist auszugehen, wenn der Kaufpreis mehr als 50 % über dem tatsächlichen Zeit­wert des Kaufgegenstandes liegt. Und so wird gerechnet: Mieter und Vermieter schließen eine Ablösevereinbarung über eine zehn Jahre alte Einbauküche zu einem Kaufpreis von 4.000 €. Der Zeitwert der Küche liegt bei 2.000 €. Die Vereinbarung ist wirksam bis zu einem Betrag von 3.000 € (Zeitwert plus 50 %). Die restlichen 1.000 € stehen dem Vermieter nicht zu. Soweit schon gezahlt wurde, kann der Mieter sein Geld zurückfordern. Auch hier gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren.

Tipp: Diese Grundsätze gelten auch, wenn der Vormieter die Ablöseforderung stellt, er sein Uralt-Mobiliar teuer verkaufen will.

Mietkaution:

Mieter und Vermieter können beim Abschluss des Miet­vertrages vereinbaren, dass eine Mietsicherheit geleistet wird, eine Mietkaution. Nach dem Gesetz darf die Kaution höchstens drei Monatsmieten betragen – ohne Nebenkostenvorauszahlungen-, und der Mieter ist berechtigt, die Kaution in drei Raten zu zahlen. Die erste Rate wird dann mit Beginn des Mietverhältnisses fällig, die übrigen zwei Raten mit den bei­den nächsten Mietzahlungen.

Bei der Barkaution muss der Kautionsbetrag an den Vermieter direkt gezahlt oder überwiesen werden. Der Vermieter muss die Kaution von seinem Vermögen getrennt auf einem Sonderkonto anlegen. Die Mietvertragsparteien können aber auch vereinbaren, dass die Mietkaution in Form einer Bankbürgschaft, einer Mietkautionsversicherung (Bürgschaft durch eine Versicherung) oder der Verpfändung eines Sparbuchs erbracht wird.

Tipp: Die Vereinbarung einer höheren Mietsicherheit als drei Monatsmieten ist unzulässig. Am Ende der Mietzeit muss die Mietkaution zurückgezahlt werden, soweit der Vermieter keine Ansprüche mehr aus dem Mietverhältnis geltend machen kann. Im Streitfall muss der Mieter nachweisen, dass er überhaupt eine Mietsicherheit geleistet hat und in welcher Höhe. Deshalb sollten Mieter verlangen, dass der Vermieter die Kautionszahlung quittiert, oder bei Überweisung der Kaution muss der Überweisungsträger aufbewahrt werden.

✉ Beitrag per Email versenden

Ausbildung Zahntechniker

Zahntechniker stellen in Handarbeit festsitzenden Zahnersatz wie Zahnkronen, Brücken und Im­plantate oder herausnehmbaren Zahnersatz (Teil­ und Vollprothesen) her. Für eine Brücke beispielsweise fertigen sie anhand von Abformungen ein Modell aus Gips oder Kunststoff an. Dieses dient anschließend zur Modellierung der Brücke, um z.B. im Gussverfahren ein Brückengerüst herzustellen. Sie verarbeiten dann für den Zahnersatz z.B. Prothesenkunststoffe oder verblenden Teile des Zahnersatzes mit zahnfarbenen Keramikmassen. Sie verwenden auch Metalle wie Titan und Feingold. Darüber hinaus erstellen sie kieferorthopädische Geräte zur Zahnregulierung (Spangen) und reinigen bzw. reparieren Zahnersatz sowie zahn­ und kieferregulierende Geräte.

Zahntechniker finden Beschäftigung

  • in zahntechnischen Labors
  • in Labors von Zahnarztpraxen
  • in Zahnkliniken

Sie arbeiten in erster Linie

  • in Werkstätten
  • in zahntechnischen Laborräumen

Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Büroräumen.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwie­gend Auszubildende mit Hochschulreife oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Anforderungen:

  • Geschicklichkeit und Auge­-Hand­-Koordination (z.B. beim Modellieren, Ausarbeiten und Einfräsen von Voll­ und Teilprothesen)
  • Sorgfalt (z.B. beim Herstellen von kieferorthopädischen Geräten, Implantaten oder Scharnieren)
  • Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Erkennen kleiner Abweichungen zwischen Abguss und Prothese)
  • Räumliches Vorstellungsvermögen (z.B. Herstellen von zahntechnischen Produkten nach zahnärztlichen Abformungen)

Schulfächer:

  • Physik (z.B. um die Verarbeitungsprozesse zu verstehen)
  • Biologie (z.B. um die Funktion und das Zusammenspiel von Kiefer und Zähnen zu verstehen)
  • Mathematik (z.B. beim Berechnen des Materialbedarfs und des Mischungsverhältnisses von Stoffen)
  • Werken/Technik (z.B. beim manuellen und maschinellen Bearbeiten von Werkstücken)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat (je nach Bundesland unterschiedlich):

  • 1. Ausbildungsjahr: € 500 bis € 635
  • 2. Ausbildungsjahr: € 600 bis € 700
  • 3. Ausbildungsjahr: € 650 bis € 770
  • 4. Ausbildungsjahr: € 700 bis € 895

Stand: 02.03.2020

Zum Film

✉ Beitrag per Email versenden