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Die wichtigsten Versicherungen für Azubis und Studenten

Die Schulzeit ist vorbei, die Frage „Ausbildung oder Studium?“ entschieden. Wenn das Ausbildungsjahr oder das erste Semester beginnt, ist für viele junge Leute der Zeitpunkt gekommen, sich auf eigene Füße zu stellen und auszuziehen. Muss man sich jetzt auch selbst versichern?

Volljährige, unverheiratete Kinder sind in der Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Hausratversicherung während der Erstausbildung bei ihren Eltern kostenlos mitversichert. An der Mitversicherung ändert auch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder ein Bundesfreiwilligenjahr nichts. Unerheblich ist zudem, ob die Dienste direkt nach dem Schulabschluss, während oder direkt nach der Ausbildung absolviert werden. In der Haftpflichtversicherung sind zusätzlich der Freiwillige Wehrdienst, ein einjähriges Work & Travel-Programm oder eine einjährige Au-pair-Tätigkeit miteingeschlossen. Natürlich dürfen die Mitversicherten in dieser Zeit kein eigenes Einkommen haben: Bafög, Lehrlingsgehalt oder der typische Studentenjob, um ein bisschen Taschengeld dazu zu verdienen, spielen keine Rolle.

Auch die typische Studentenbude ist durch die Hausratversicherung der Eltern mitversichert. Und selbst wenn man sich nach Abschluss der Erstausbildung auf eigene Füße stellt und eine eigene Wohnung einrichtet, besteht die kostenlose Mitversicherung noch ein halbes Jahr weiter. Ereignet sich während der Mitversicherungszeit allerdings ein Schaden, ist die Entschädigung auf einen gewissen Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt.

Aber irgendwann wird es Ernst – Und dann gilt: Wissen ist Macht. Wer sich zum Beispiel vor dem Gespräch mit dem Vertreter über Leistungen und Prämien im Internet informiert oder sich mehrere Angebote per Post kommen lässt, ist schon einmal nicht schlecht gewappnet. Vorsicht vor „Rundum-Sorglos-Paketen“: Sie enthalten oft lukrative, aber nicht wirklich notwendige Versicherungen und sind schlechter auf ihr Preis-/Leistungsverhältnis zu überprüfen. Und es macht keinen Sinn, alle Versicherungen über einen Makler oder eine Gesellschaft abzu­schließen – Mengenrabatte gibt es bei diesen Geschäften nicht; wer vergleicht und getrennt unterschreibt, kann viel Geld sparen.

Das muss einfach sein:

Krankenversicherung

Ist für Auszubildende Pflicht – trotzdem besteht inzwischen die Möglichkeit, sich seine gesetzliche Kasse auszusuchen. Die Leistungen sind weitgehend gesetzlich festgeschrieben, aber die Beitragssätze variieren – ein Vergleich lohnt sich! Azubis müssen sich spätestens 14 Tage nach Beginn einer Ausbildung für eine Kasse entschieden haben. Nach dieser Frist meldet der Betrieb den Auszubildenden bei der Kasse an, bei der er zuletzt war.

Studenten haben es da einfacher: Sie können problemlos über ihre Eltern mitversichert bleiben. Sind die Eltern in einer gesetzlichen Krankenversicherung, ist dies bis zum Alter von 25 Jahren (zzgl. der Zeit für Wehr- oder Ersatzdienst) möglich. Wer älter ist, kann bei den gesetzlichen Kassen einen einheitlichen Studententarif zum Preis von monatlich 64,77 € zzgl. Pflegeversicherung abschließen. Wichtig: Mit dem 30. Geburtstag oder dem 14. Fachsemester endet in der Regel die studentische Krankenversicherung.

Sind die Eltern privat versichert, muss entschieden werden, ob diese Versicherung für das gesamte Studium fortgesetzt wird; ein Wechsel zu einer gesetzlichen Kasse ist vor Ende des Studiums dann nicht möglich. Wichtig: Die Kasse unbedingt schriftlich über die Aufnahme eines Studiums informieren (generell sollten alle Mitteilungen schriftlich erfolgen – eine telefonische Absprache mit dem freundlichen Sachbearbeiter ist Jahre später in den wenigsten Fällen zu beweisen).

Globetrotter, die den Ausbildungsstart noch hinauszögern, oder Studenten, die ein paar Semester im Ausland studieren, sollten zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Denn die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur für erforderliche Behandlungen in europäischen und einigen fernen Ländern. Die private Zusatzversicherung hingegen übernimmt die Kosten weltweit – und dann auch für den Rücktransport.

Privathaftpflichtversicherung

Egal, ob Sie die Mingvase Ihrer Freundin zerdeppern, Ihnen bei der gut gemeinten Umzugshilfe der Plasmafernseher Ihres Nachbarn aus den Händen rutscht oder Sie als Radfahrer einen Verkehrsunfall verursachen – alles Fälle für die Privathaftpflicht, die immer dann einspringt, wenn Sie aus Versehen einen Schaden bei einer anderen Person verursachen.

Da vor allem Personenschäden schnell in die Hunderttausende gehen können, ist diese Versicherung ein absolutes Muss für jeden! In der Regel sind sowohl Azubis während ihrer ersten Ausbildung als auch Studenten bei den Eltern mitversichert – fragen Sie zur Sicherheit (schriftlich!) bei Ihrer Versicherung nach, ob eine Familienversicherung besteht. Achtung: Wer nach dem Abitur eine mehrmonatige Auszeit nimmt und dann erst sein Studium beginnt, riskiert im Zweifel seinen Versicherungsschutz – das Studium schriftlich anzumelden, schützt davor.

Die private Haftpflichtversicherung gilt übrigens auch für die Zeit des Bundesfreiwilligendienstes (BFD).

Berufsunfähigkeitsversicherung  (BU)

Rund 40 % der heute 20-Jährigen werden nach aktuellen Prognosen im Laufe ihrer Karriere berufsunfähig. Die Berufsunfähigkeit zählt zu den am meisten unterschätzten Risiken. Viele denken hier immer noch an die klassischen Arbeitsunfälle, dabei sind beispielsweise Depressionen, ein Burn-out-Syndrom oder Rücken- und Gelenkschmerzen viel häufigere Ursachen. Jeder vierte Berufstätige stellt im Laufe seines Lebens einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente – junge Leute in der Ausbildung oder zu Beginn des Berufslebens ohne oder mit nur sehr geringen Ansprüchen an die Rentenkasse sollten dieses Risiko also auf keinen Fall unterschätzen.

Wegen Krankheit oder Gebrechen nicht arbeiten zu können, ist also ein existenzielles Risiko für nahezu jeden. Wie hoch das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist, hängt unter anderem vom ausgeübten Beruf ab. Je jünger man in diese Versicherung einsteigt, umso günstiger sind die Beiträge – ausschlaggebend sind unter anderem Vorerkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand. Vorsicht: Wer bei diesen Angaben „schummelt“, riskiert seinen Versicherungsschutz – auch da kann es um Hunderttausende gehen! Wer auf Nummer Sicher gehen will, füllt die entsprechenden Formulare gemeinsam mit seinem Arzt aus.

Mit Beiträgen zwischen 300 und über 1.000 € pro Jahr ist diese Versicherung nicht billig. Und der Vertrag ist extrem komplex, da er sehr stark auf die individuellen Bedürfnisse und abzusichernden Risiken eingeht. Es lohnt sich, sich Angebote mehrerer Versicherungen machen zu lassen.

Die Experten von Finanztest raten dazu, sich schon in jungen Jahren um eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kümmern, etwa zum Ausbildungs- oder Studien­beginn. Wer früh abschließt, hat zwei Vorteile: Er ist jung und oft noch gesund – das macht den Schutz relativ günstig, denn Lebens­alter und Gesund­heits­zustand wirken sich stark auf den Preis aus. Hier geht es zum Test der Angebote speziell für junge Menschen (Stand September 2018).

Aktuelle Muster-Tarife finden Sie zum Beispiel auf www.stiftung-warentest.de, die solche Versicherungen regelmäßig testet, Checklisten hält z. B. www.finanztest.de bereit.

Wichtig beim Abschluss einer BU:

1. Frühzeitig absichern: Je jünger Versicherte beim Einstieg in die Versicherung sind, desto günstiger fällt in der Regel der Versicherungsbeitrag aus. Denn mit zunehmendem Alter steigt oft die Anzahl der diagnostizierten Krankheiten. Sind Erkrankungen bereits vorhanden, gestaltet sich eine Absicherung generell deutlich schwieriger. Dennoch ist hier Ehrlichkeit ratsam: Denn wer bisherige Erkrankungen nicht korrekt angibt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

2. Nachversicherungsgarantie: Wer diese mit abschließt, kann seinen Berufsunfähigkeitsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung nachträglich aufstocken. Die Höhe des Versicherungsschutzes sollte jeweils an sich ändernde Lebens- und Finanzsituationen angeglichen werden.‘

3. Verzicht auf abstrakte Verweisungen: In diesem Fall kann der Versicherer die versicherte Person nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen, wenn der aktuelle Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

4. „Sechs-Monate-Prognose“: Üblicherweise gilt jemand als berufsunfähig, der mindestens sechs Monate lang seinem Beruf zu mindestens 50 % nicht nachgehen kann. Bei einer vertraglich fixierten „Sechs-Monate-Prognose“ erfolgen die Rentenzahlungen bereits ab dem ersten Monat.

5. Angebote für junge Menschen: Für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es häufig spezielle Angebote – fragen Sie nach! Mit diesen Tarifen können sich Berufsanfänger ihre Risikoabsicherung bedarfsgerecht, zeitlich flexibel und vergünstigt zusammenstellen und gleichzeitig Vermögen für später aufbauen.

Nicht verwechseln sollten Sie die Berufsunfähigkeits- mit der Unfallversicherung. Die Unfallversicherung ist eine mögliche Ergänzung, aber kein Ersatz. Auch sie sollte nur nach eingehender persönlicher Beratung abgeschlossen werden – empfiehlt sich vor allem für Menschen, die z. B. Extremsportarten betreiben. Generell zahlt die Unfallversicherung nur bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall – über 90% aller Anträge auf Berufsunfähigkeit sind jedoch krankheitsbedingt.

Hier kommt es drauf an:

Hausratversicherung

Mit der ersten eigenen Wohnung kommt schnell das Thema „Hausratversicherung“ auf. Und eigentlich jeder hat sie. Nur: Welcher Auszubildende hat in der ersten Wohnung schon Designer-Möbel, Perserteppiche und Hutschenreuther Porzellan? Andererseits kommt mit Laptop, Stereoanlage und der CD-Sammlung schnell ein nettes Sümmchen zusammen. Kurz gesagt: Das ist individuell unterschiedlich und muss jeder selbst entscheiden.

Achtung: Wer in eine WG zieht, sollte sich informieren, ob bereits eine gemeinsame Hausratversicherung besteht. Wenn nämlich jeder Mitbewohner der Wohngemeinschaft über das heutzutage übliche Paket an Unterhaltungselektronik verfügt, lohnt sich die geteilte Prämie allemal. Wer die WG jedoch nur als Zweitwohnsitz anmeldet, ist weiterhin über seine Eltern versichert. Eine gute Entscheidungshilfe: Kann ich es mir finanziell leisten, meine gesamte Einrichtung (also nicht nur die Möbel, sondern auch den Schrankinhalt wie z.B. Klamotten und Geschirr) zu ersetzen? Wenn nicht, ist eine Hausratversicherung sinnvoll.

Rechtsschutzversicherung

Rechtsstreitigkeiten kosten schnell viel Geld. Eine Rechtsschutzversicherung unterstützt Sie daher finanziell dabei, Ihre Ansprüche auch vor Gericht durchzusetzen. Aber: Die Rechtsschutzversicherung bezahlt nicht jeden Rechtsstreit. Deshalb sollten Sie genau prüfen, ob eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist.

Eine Rechtsschutzversicherung erleichtert Ihnen den Zugang zum Recht, macht manch einen Prozess finanziell erst möglich. Sie übernimmt Kosten für Rechtsstreitigkeiten bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Aber: Einige wichtige Risiken versichern die Anbieter nicht oder nur unzureichend. Ob eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist, sollten Sie deshalb genau prüfen.

Wenn Sie sich für eine Rechtsschutzpolice entscheiden, ist wichtig, dass zum Vertragsbeginn noch kein Rechtsstreit vorliegt oder absehbar ist. Die Ursache für einen Rechtsstreit darf grundsätzlich erst nach Ablauf einer Wartefrist von meistens drei Monaten ab Vertragsbeginn eintreten.

Und: Greifen Sie nicht unbedingt zum Rundumschutz. Mit einzelnen Rechtsschutzpakten wie „Privat“, „Beruf“, „Verkehr“ sowie „Eigentum und Miete“ lässt sich der Versicherungsschutz bedarfsgerecht zusammenstellen.

Kfz-Versicherung

Wer als Fahranfänger die Tarife der Kfz-Versicherung abfragt, bekommt oft einen Schock: Nicht selten übersteigt die Jahresprämie den Wert des ersten Autos. Günstiger wird es, wenn man das Auto (oder Motorrad) die ersten Jahre über Vater oder Mutter (ggfls. als Zweitfahrzeug) versichert – einfach einmal bei der Versicherung nachfragen. Nach einigen (hoffentlich schadensfreien) Jahren meldet man dann den Vertrag einfach um. Tipp: Einige Versicherungen bieten Rabatte für Absolventen eines Fahrsicherheitstrainings (bietet u.a. der ADAC an) – auch hier lohnt eine Nachfrage.

Alles andere kann warten!

Wenig BAföG oder geringes Gehalt als Auszubildender – trotzdem eigenes Geld! Studium und Ausbildung, zumal in Verbindung mit der ersten eigenen Wohnung, bedeuten auch Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Und natürlich möchten Sie das erste eigene Geld auch ausgeben – in der Regel nicht für weitere Versicherungsprämien oder Sparverträge.

Also: Die (private) Altersvorsorge kann warten! Eine Kapitallebensversicherung kann auch nach durchschnittlich drei Jahren Ausbildung noch abgeschlossen werden, ohne immense Einbußen zu riskieren. Generell ist diese Form der Altersvorsorge mit einigen Nachteilen behaftet: Man bindet sich vertraglich über 30 oder 40 Jahre – meist bis zum Eintritt ins Rentenalter. Bekommt man Probleme, die monatlichen Beiträge zu zahlen, bleibt nur die Möglichkeit, die Versicherung beitragsfrei zu stellen – was sich natürlich negativ auf die Auszahlung auswirkt. Oder man muss sogar kündigen – und bekommt oft weniger heraus, als man eingezahlt hat. Insgesamt also ein unflexibles und inzwischen auch in Bezug auf die Verzinsung nicht sehr attraktives Produkt.

Und eine Risiko-Lebensversicherung ist nur sinnvoll, wenn bereits eine Familie zu versorgen ist. Besser also, dieses Geld für den Konsum zu nutzen, als sich bereits in jungen Jahren überzuversichern und dringend notwendige Ausgaben über Kredite zu finanzieren! Aber: Spätestens mit 30 ist es Zeit, an die private Vorsorge zu denken – danach wird es nämlich immer teurer, seinen Lebensstandard im Ruhestand sicherzustellen; Stichwort „Zinseszinseffekt“. Mit Riester-Rente und Sparplänen gibt es aber jede Menge auch staatlich geförderter Alternativen zur Lebensversicherung. Besonders empfehlenswert sind für viele Finanzexperten ETFs.

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Zitat Finanztip: „Ein ETF ist ein Nachbau eines Börsenindex: Im einfachsten Fall nimmt eine Fondsgesellschaft das Geld der Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Meist handelt es sich um Aktien oder Anleihen. Nehmen wir als Beispiel den deutschen Aktienindex Dax: Dieser Index zeigt an, wie viel die 30 größten Unternehmen in Deutschland wert sind. Ein ETF, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 30 Aktien nachkaufen – und sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax.

Anleger investieren „in den Markt“

Ein Aktienindex fasst oft diejenigen Unternehmen zusammen, die an der Börse am meisten wert sind – also deren Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl an Aktien den größten Betrag ergibt (Börsenwert). Das sind gleichzeitig die bei der breiten Masse an Investoren beliebtesten Unternehmen. Man spricht daher auch davon, dass ein Aktienindex „den Markt abbildet“.  Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Mit einem ETF können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen der Mehrheit.

Welche Aktien im Index landen, wird mehrmals jährlich überprüft. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, bessert auch der ETF nach.

ETFs sind unschlagbar günstig

Diese Strategie bringt ETFs einen großen Vorteil ein: Sie kosten deutlich weniger als Fonds, bei denen ein Fondsmanager Aktien einzeln aussucht (sogenannte aktive Fonds). Nicht nur zahlen Sie deutlich weniger bis gar keine Provision für die Vermittlung (den Kauf) von ETFs. Auch die laufenden Kosten machen im besten Fall nur ein Siebtel der Kosten aktiver Fonds aus. Im ETF bleibt also von Vornherein mehr von der eigentlichen Wertentwicklung erhalten.“

Es gibt jede Menge Angebote im Markt für kostenlose Depots, bei denen ein Sparplan auf ETFs schon ab 25 € monatlich abgeschlossen werden kann – keine Kosten, keine Arbeit wie aktiver Kauf oder regelmäßiger Check der Börsenkurse.

Mehr zum Thema ETFs gibt es hier.

Eine sehr gute (allerdings nicht kostenlose) telefonische oder persönliche Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Versicherungen bieten die Verbraucherzentralen – im Internet finden Sie unter www.verbraucherzentrale.de die Adressen und Kontakt daten für jedes Bundesland.

Ihre Rechte (und Pflichten) als Azubi

„Im ersten Jahr hab‘ ich die Halle gefegt, im Zweiten aufgeräumt und vor der Prüfung durfte ich dann auch mal das Werkzeug sortieren“ – so oder ähnlich haben es die meisten schon mal gehört.

Tatsache ist: Rechte und Pflichten eines Auszubildenden sind klar geregelt; schikanieren oder missbrauchen lassen muss sich niemand. Festgelegt ist dies alles im Berufsbildungsgesetzt (BBiG). Es geht im Wesentlichen um die § 13 (Mitwirkungspflicht des Auszubildenden) und § 14 (Ausbildung gemäß Ausbildungsziel – Pflichten des Ausbildenden). Wir wollen hier jetzt kein Fern-studium Jura anbieten, aber eine kleine Übersicht kann sicher nicht schaden. Fangen wir mit dem angenehmeren Teil an!

Ihre Rechte als Azubi…

Tätigkeiten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, sind nicht zulässig. Tagelange Botengänge gehören ebenso wenig zur Ausbildung wie ständige Räum-, Sortier- oder Putztätigkeiten. Darunter fällt auch das Kaffeekochen im Büro. Aber Achtung: Natürlich kann Ihr Ausbilder von Ihnen verlangen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz in Ordnung halten, benötigtes Material nach Gebrauch wieder wegräumen und benutzte Werkzeuge reinigen oder kleinere Reparaturen selbst ausführen. Die Reinigung des gesamten Betriebes gehört aber definitiv nicht dazu. Und dass private Besorgungen für Vorgesetzte oder Kollegen Ihre rein private Entscheidung sind, versteht sich eigentlich von selbst.

Material, dass Sie für Ihre Ausbildung benötigen, muss Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dies können z.B. Werkzeuge, Geräte und Werkstoffe sein, aber auch Fachbücher, die Berichtshefte sowie Schreib- und Zeichenmaterial. Im Gegenzug sind Sie verpflichtet, damit sorgsam umzugehen und es schonend zu behandeln – lassen Sie sich im Zweifel also zweimal erklären, wie der Farbkopierer wirklich bedient wird.

Generell sind Sie nicht verpflichtet, Tätigkeiten auszuführen, die Ihre körperlichen Fähigkeiten übersteigen oder für die Sie nicht qualifiziert sind. Dazu gehören auch Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen. Vorsicht, wenn Sie „mal eben“ den Lieferwagen nur ein Stück vorrollen lassen sollen – ohne Fahrerlaubnis lassen Sie die Finger vom Lenkrad. Das ständige und unnötige Wiederholen immer gleicher Tätigkeiten ist ebenfalls nicht zulässig. Verboten sind außerdem Akkord- und Fließbandarbeit.

Sie haben Anspruch auf geeignetes Ausbildungspersonal, d.h. Ausbilder müssen durch eine Abschlussprüfung der entsprechenden Fachrichtung und ausreichend Berufserfahrung qualifiziert sein. Bis zum August 2003 waren zusätzlich pädagogische Kenntnisse nachzuweisen.

Während einer dualen Ausbildung sind Sie berufsschulpflichtig. Für die Unterrichtszeiten muss Ihr Betrieb Sie freistellen. Zum Unterricht gehören auch die Pausen sowie die benötigte Zeit für den Weg zwischen Betrieb (nicht Wohnort!) und Berufsschule. Ein „Nacharbeiten“ der Berufsschulzeiten im Betrieb ist also generell unzulässig. Falls Sie keinen Blockunterricht haben (also z.B. ganze Berufsschulwochen), haben Sie im Idealfall in Ihrem Ausbildungsvertrag eine Klausel, die regelt, ob und bis wann Sie nach dem Unterricht noch im Betrieb erscheinen müssen.

Der jeweilige Ausbilder sollte auf Sie einen kompetenten Eindruck machen. Wenn Sie auf Fragen keine zufriedenstellenden Antworten bekommen, wenn Ihnen weder Sinn noch Zweck einer bestimmten Tätigkeit erklärt werden oder Sie das Gefühl haben, dass Sie mit Problemen bei einer Aufgabe allein gelassen werden, sprechen Sie einfach einmal mit der Personalabteilung oder der Ausbildungsleitung Ihres Ausbildungsbetriebes. Aber Vorsicht: Nicht gleich auf den Putz hauen oder lautstark beschweren – hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt!

…und Ihre Pflichten

Generell gilt: Sie sind zur aktiven Mitwirkung verpflichtet! Wer sich also nur passiv „beschallen“ lässt, bekommt schnell ein Problem.

„Wir sind doch hier nicht beim Bund!“

Falsch: Anweisungen, die mit Ihrer Ausbildung zu tun haben, müssen Sie natürlich Folge leisten. Und die können vom Abteilungsleiter, der Kollegin aus dem Arbeitsschutz oder vom Gesellen sein, der Ihnen gerade zeigt, wie man richtig einen Nagel einschlägt – solange es Ihre Ausbildung betrifft (und nicht gegen die guten Sitten oder gar Gesetze verstößt): Machen Sie es einfach.

Jeder Betrieb hat Regeln:

Arbeitsschutz, Sicherheitsbestimmungen, Rauchverbote und Kleiderordnungen, Hausordnungen und Hygienevorschriften. Gleichgültig, ob Sie das im Einzelfall nun für sinnvoll halten oder nicht: Halten Sie sich daran!

Stichwort Berichtsheft:

Wird gern am Ende der Ausbildung auf den letzten Drücker zusammengestoppelt – sollte aber nicht sein. Sie sind verpflichtet, die „schriftlichen Ausbildungsnachweise“ ordnungsgemäß zu führen und regelmäßig (also nicht einmal jährlich) vorzulegen. Im Gegenzug bekommen Sie in der Regel während Ihrer Ausbildungszeit dazu Gelegenheit – das müssen Sie also nicht in Ihrer Freizeit erledigen.

Stolperfalle Persönlichkeitsrechte:

Wie Sie z.B. Ihre Haare tragen, ist natürlich grundsätzlich Ihre Angelegenheit. Wenn die Frisur aber Sicherheitsvorschriften beeinträchtigt oder Ihre Ausbildung unnötig erschwert, sieht das schon ganz anders aus. Und natürlich kann Ihr Ausbildungsbetrieb auch bestimmen, mit welchem Erscheinungsbild insgesamt (also Kleidung, Haarschnitt, Tattoos, Piercings etc.) Sie Kundenkontakt haben – Stichwort Erscheinungsbild des Betriebes. Also: Keine Diskussion anfangen; hier sitzen Sie in der Regel am kürzeren Hebel.

Top Secret:

Sie sind auch als Auszubildender zur Verschwiegenheit verpflichtet. Interna wie Preise, Konditionen, Kalkulationen oder Lieferantenlisten sind ebenso vertraulich zu behandeln wie Betriebs-abläufe, nicht öffentliche Geschäftskennzahlen oder technisches Fachwissen. Der Tratsch aus der Betriebskantine gehört im Zweifel auch dazu. Und wer Negatives über den Betrieb auf Facebook postet, darf sich natürlich nicht wundern, wenn der Arbeitgeber dies zum Anlass einer Abmahnung macht oder sogar den Ausbildungsvertrag kündigt.

Darf ich nebenbei Jobben?

Während Ihrer Ausbildung kann Ihnen der Ausbildungsbetrieb jede Nebentätigkeit untersagen. Ihren lukrativen Schülerjob als Zeitungsausträger müssen Sie also aufgeben – auch wenn das aus Ihrer Sicht Ihre Ausbildung überhaupt nicht beeinträchtigt. Achtung: „Das merkt doch keiner“ ist hier nicht angesagt. Fliegen Sie auf, droht die fristlose Kündigung. Bekommt das Finanzamt Wind davon, gibt es ebenfalls Ärger – Sie sind schließlich kein Schüler mehr, sondern arbeiten im Zweifel „schwarz“. Und dann bekommen Sie massive Probleme. Und bei einem Unfall streiten sich Ihre Unfallversicherung, die Berufsgenossenschaft und Ihr Nebenjobbetrieb auf Ihre Kosten darum, wer NICHT zahlt.

Was gehört in den Ausbildungsvertrag (und was nicht)?

Verträge sind in schlechten Zeiten notwendig – in Guten sind sie überflüssig (hat einmal ein schlauer Mensch gesagt; wahrscheinlich war es kein Anwalt). Wie so ziemlich alles im Leben, ist auch das Thema Ausbildungsvertrag gesetzlich geregelt – konkret im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Im BGB stehen aber nur die Mindestanforderungen – tarifliche Vereinbarungen oder freiwillige Leistungen des Ausbildungsbetriebes können weit darüber hinausgehen. Außerdem regelt das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ausführlich und umfassend alles, was mit dem Thema Ausbildung zu tun hat.

Das sollte drinstehen:

  • Die Vertragspartner, also Sie als Auszubildende(r) und das ausbildende Unternehmen, mit Namen und vollständigen Adressen
    Berufsbezeichnung oder Tätigkeit, für die ausgebildet wird
  • Der Ort der Ausbildung sowie Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Ausbildungsbetriebes (über- oder außerbetriebliche Ausbildung)
  • Inhaltliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung
  • Beginn und Dauer sowie ggfls. Verkürzung oder Befristung der Ausbildung
  • Länge der Probezeit; mindestens 1 und maximal 4 Monate
  • Höhe der Ausbildungsvergütung während der gesamten Ausbildung
  • die regelmäßige tägliche Arbeitszeit
  • Anzahl der Urlaubstage
  • Klausel(n) über relevante Tarifverträge sowie ggfls. zusätzliche Betriebsvereinbarungen wie freiwillige soziale Leistungen
  • Kündigungsklauseln (Voraussetzungen für eine Kündigung) sowie Fristen
  • Unterschriften beider Vertragspartner mit Datum

Das kann drinstehen:

  • Je nach Betrieb kann der Vertrag noch weitere Klauseln enthalten wie z. B. :
  • Eine Verpflichtung Ihrerseits zur Schweigepflicht bezüglich betriebsinterner Informationen
  • Modalitäten und Zeitpunkt für ein Zwischenzeugnis
  • besondere Regelungen im Krankheitsfall
  • Sonstige Vereinbarungen wie unbezahlter Urlaub, Freistellung usw.
Formvorschriften:

Die elektronische Form gilt nicht; der § 11 des Berufsbildungsgesetzes schreibt zwingend die Schriftform vor. Sie haben also ein Anrecht auf einen Vertrag auf Papier, im Original und unterschrieben (kein PDF und auch keine Kopie). Für nicht volljährige Auszubildende unterschreiben die gesetzlichen Vertreter, in der Regel die Eltern.

Das gehört nicht rein:

Was darf nicht im Ausbildungsvertrag stehen oder ist nichtig (also unwirksam)?
  • Der Vertrag darf keinen Passus enthalten, wonach Sie nach der Ausbildung den erlernten Beruf nicht oder nur eingeschränkt ausüben dürfen.
  • Es ist nicht zulässig, dass Sie etwas für die Ausbildung bezahlen müssen. Vertragsstrafen sind ebenfalls nicht zulässig.
  • Und auch einen beschränkten oder sogar ausgeschlossenen Schadenersatz lässt der Gesetzgeber genauso wenig zu wie pauschale Schadenersatzbeträge bei z.B. der vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses.

Weitere Informationen finden Sie online z. B. auf www.dgb-jugend.de oder unter www.jugend.igmetall.de  Musterausbildungsverträge zum Download befinden sich bei den Industrie- und Handelskammern unter www.ihk.de

Neues Orientierungstool der Agentur für Arbeit

Im letzten Schuljahr soll alles gleichzeitig passieren: Pauken für die Abschlussprüfungen, entscheiden wie’s nach der Schule weitergeht, neben dem Schul- und Prüfungsstress Bewerbungen schreiben, mit dem Führerschein anfangen, der für manche Arbeits- oder Ausbildungsstelle auch wichtig sein kann. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem bei der Entscheidung für den künftigen Beruf ist die Unsicherheit bei jungen Menschen groß. Kein Wunder, angesichts der immer schneller stattfindenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Hinzu kommt, dass Schülerinnen und Schüler nur ansatzweise einen Einblick in Arbeitswelt und Berufs- oder Tätigkeitsprofile haben. Wie kann man trotzdem zu einer guten Entscheidung kommen?

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgendermaßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater/innen merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Wem das nicht reicht, der sollte die angedachte Entscheidung einfach mal „leben“; dabei setzt man sich der Echtsituation aus, d.h. man tut so, als hätte man sich bereits entschieden und geht – für einige Tage – an die Hochschule und nimmt an den Vorlesungen teil oder begibt sich in einen Betrieb und lernt dort seine Wunschausbildung kennen. Das nennt man „Schnupperstudium“ oder „Schnupperpraktikum“. Schnell merkt man, ob dieser Weg der richtige ist. Mittlerweile gibt es auch Plattformen, über die man ein Schnupperpraktikum oder -studium problemlos organisieren kann, z.B. www.oneweekexperience.de. Hier findet man zu seiner Wunschausbildung (One Week Azubi) oder seinem Wunschstudium (One Week Student) bundesweit passende Angebote.

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Auch sehr hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Orientierungstest www.was-studiere-ich.de und das neue Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET – www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool – gehören dazu. Diese Tests dauern zwischen ein und zwei Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen. Die meisten Tests – sowohl allgemeine als auch studienfeldbezogene – findet man über das unabhängige Vergleichsportal www.osa-portal.de Wer mag, kann die Ergebnisse mit seinem/r Studien- und Berufsberater/in besprechen.

Noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Mit Freund/innen, Eltern, Lehrer/innen zu sprechen, ist wichtig. Denn man erhält zusätzlich zu seiner Selbsteinschätzung auch Rückmeldungen, wie andere einen sehen. Aber Achtung: Trotzdem auf die innere Stimme hören und nicht jeden Ratschlag beherzigen, nur weil er vom besten Freund kommt. Denn letzten Endes weiß man selbst am besten, was zu einem passt.
  • Wer den Anspruch hat, sein (Berufs-) Leben bis zur Rente durchzuplanen, überfordert sich damit selbst. Entscheidungen müssen natürlich getroffen werden, aber sie sollten in erster Linie im Hier und Jetzt Bestand haben – denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, was morgen oder übermorgen kommt?
  • Auch der Zeitfaktor ist wichtig. Manch einer braucht erst mal einen Perspektivenwechsel, um zu merken, wohin die berufliche Reise gehen soll. Nicht jeder kann dies aus dem laufenden Unterrichtsgeschehen heraus entscheiden. Ein gap year oder eine kürzere Auszeit (Freiwilliges Soziales Jahr, Au Pair, einfach mal nur Jobben u.ä.) kann wahre Wunder vollbringen.

 

Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2017

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2017 im bundesweiten Durchschnitt um 2,6 % gestiegen. Der Vergütungsanstieg fiel damit deutlich schwächer aus als in den Jahren zuvor, denn im Zeitraum von 2012 bis 2016 lagen die jährlichen Zuwächse in einer Spanne von 3,4 % bis 4,5 %. Bundesweit kamen die Auszubildenden im Jahr 2017 auf eine Vergütung von durchschnittlich 876 € brutto im Monat. In Westdeutschland erhielten die Auszubildenden im vergangenen Jahr durchschnittlich 881 € und in Ostdeutschland 827 € im Monat. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen stiegen damit prozentual fast gleich stark an: im Westen um 2,6 % und im Osten um 2,5 %. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau blieb somit 2017 in Ostdeutschland unverändert: Es wurden wie im Vorjahr 94 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2017. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland. Auf dieser Basis wurden auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet. Auf die einbezogenen Berufe entfielen 89 % aller Ausbildungsverhältnisse. Das BIBB führt die Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober durch.

Zwischen den Ausbildungsberufen bestanden 2017 erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/Maurerin mit monatlich 1.095 € im gesamtdeutschen Durchschnitt. In Ostdeutschland fielen die Beträge allerdings mit 915 € deutlich niedriger aus als in Westdeutschland mit 1.110 €. Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in den Berufen Mechatroniker/Mechatronikerin (gesamt: 1.043 €, West: 1.047 €, Ost: 1.023 €), Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1.028 €) und Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.004 €, West: 1.008 €, Ost: 942 €) gezahlt.

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Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen Vergütungsdurchschnitte 2017 zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (einheitlich: 693 €), Bäcker/Bäckerin (einheitlich: 637 €), Florist/Floristin (gesamt: 617 €, West: 622 €, Ost: 587 €) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin (einheitlich: 518 €).

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es 2017 ebenfalls deutliche Unterschiede im tariflichen Vergütungsniveau. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 958 €) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 942 €, West: 950 €, Ost: 878 €) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 809 €, West: 810 €, Ost: 773 €), in der Landwirtschaft (gesamt: 733 €, West: 753 €, Ost: 641 €) sowie im Handwerk (gesamt: 738 €, West: 743 €, Ost: 678 €).

Top: Hier rollt der Rubel

Stuckateur/-in

1.104 €

Beton- und Stahlbetonbauer/-in

1.097 €

Zimmerer/-in

1.096 €

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in

1.095 €

Maurer/-in

1.095 €

Straßenbauer/-in

1.093 €

Trockenbaumonteur/-in

1.087 €

Binnenschiffer/-in

1.072 €

Technische/-r Systemplaner/-in

1.052 €

Elektroniker/-in für Geräte und Systeme

1.051 €

Technische/-r Modellbauer/-in

1.051 €

Fluggerätmechaniker/-in

1.050 €

Zerspanungsmechaniker/-in

1.050 €

Konstruktionsmechaniker/-in

1.048 €

Anlagenmechaniker/-in

1.045 €

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik

1.045 €

Mechatroniker/-in

1.043 €

Industriemechaniker/-in

1.038 €

Elektroniker/-in für Betriebstechnik

1.036 €

Bankkaufmann/-frau

1.032 €

Industriekaufmann/-frau

1.004 €

Flop: Hier gibt‘s wenig

Schornsteinfeger/-in

518 €

Florist/-in

617 €

Bauten- und Objektbeschichter/-in

630 €

Raumausstatter/-in

635 €

Bäcker/-in

637 €

Landwirt/-in

648 €

Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk

658 €

Tischler/-in

665 €

Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r

680 €

Maler/-in und Lackierer/-in

693 €

Fachkraft im Gastgewerbe

717 €

Systemelektroniker/-in

725 €

Metallbauer/-in (alle Fachrichtungen)

729 €

Fleischer/-in

736 €

Feinwerkmechaniker/-in

742 €

Automobilkaufmann/-frau

747 €

Fachkraft für Schutz und Sicherheit

747 €

Mediengestalter/-in Bild und Ton

750 €

Restaurantfachmann/-frau

758 €

Kaufmann/-frau für Büromanagement

763 €

Koch/Köchin

765 €