HomeAktuellMein Handwerk, meine Leidenschaft – Bestatteri*n

Mein Handwerk, meine Leidenschaft – Bestatteri*n

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Dass Nadja Rehm-Kraft Bestatterin wird, war ihr schon mit 14 Jahren klar. Damals hat sie ein Praktikum in einem Bestattungshaus gemacht und war begeistert. „Am besten gefällt mir die Vielseitigkeit meines Berufes. Kein Trauerfall ist wie der andere, kein Verstorbener ist wie der andere und jede Familie hat andere Wünsche und Bedürfnisse“, erzählt die 34-Jährige aus Geislingen an der Steige.

Da gibt es seit Jahren einen großen Wandel. Frauen bringen frischen Wind, neue Ideen und auch Herangehensweisen mit in die Branche.

Fotocredit: Herzblutfotografie – Janina Pulvermüller

Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Gestaltung der Trauerfeier, die Umsorgung der Verstorbenen, Trauergespräche mit den Angehörigen und die Begleitung auf den Friedhöfen. Anfangs ist sie von vielen beäugt worden: Eine Frau als Bestatterin? „Ich kann mich noch gut erinnern, ich war 21 und war bei einer Beerdigung Sargträgerin. Danach ist ein alter Herr auf meinen Chef zu und fragte: ‚Sind Ihnen die Männer ausgegangen? Das gehört sich doch nicht für eine Frau.‘ Mein Chef hat mich zum Glück immer supportet.“ Um die Vorurteile mit hoher Kompetenz zu schlagen, lernt die junge Bestatterin viel mehr als ihre männlichen Kollegen. Mit der Zeit spricht sich ihr Einsatz rum und die Kunden fragen gezielt nach ihr. „Da wusste ich, dass ich es geschafft habe.“ 

Heute erlernen mehr Frauen als Männer den Beruf der Bestattungsfachkraft. Seit 2019 hat sie ihr eigenes Unternehmen, ihren Beruf würde sie immer wieder wählen. Ihr Rat an Mädchen ist daher einfach: Ausprobieren und machen! „Es ist wichtig, sich nicht abschrecken zu lassen. Die Handwerksberufe sind heute viel moderner als viele glauben, und Frauen sind auch keine Seltenheit mehr“, weiß die Unternehmerin.