
Zukünftig gebraucht werden auf jeden Fall Berufe, die zur Grundversorgung der Bevölkerung erforderlich sind oder deren Fehlen die öffentliche Sicherheit gefährden würde. Ansonsten kommt es darauf an, wie die gesellschaftlichen Herausforderungen priorisiert und bewältigt werden.
Momentan gibt es viele Veränderungen, zuletzt sind die Deglobalisierung infolge industriepolitischer Entscheidungen und Destabilisierung durch Krieg oder andere Krisen, die zum Beispiel durch Pandemien, Wasserknappheit oder Unwetter ausgelöst werden, dazu gekommen. Die Verunsicherung darüber, welche Berufe Zukunft haben, wird dadurch nicht kleiner – und die Entscheidung für den persönlichen Zukunftsberuf nicht einfacher.
Festzuhalten ist zunächst, dass insbesondere Berufe, die zur Grundversorgung der Bevölkerung erforderlich sind oder deren Fehlen zu Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit führen würde, also systemrelevante Berufe, auch in Zukunft gebraucht werden. Dazu gehören Berufe, die
Manchmal ist es weiterhin wichtig, dass nicht eine Maschine, sondern ein Mensch die Entscheidungen trifft. Und manchmal wird einem handwerklich hergestellten Produkt so große Wertschätzung entgegengebracht, dass selbst ein zu 100 Prozent automatisierbarer Beruf wie der des Bäckers und der Bäckerin nicht verschwindet.
Die wichtigste Erkenntnis der Forschung der letzten Jahre ist jedenfalls, dass fast alle derzeit existierenden Berufe Zukunft haben, weil sie sich verändern, weil ihre Tätigkeitsprofile an die neuen technologischen (und anderen) Gegebenheiten angepasst werden. So lag das Substituierbarkeitspotenzial im Beruf Steuerfachangestellte/-r vor gut zwei Jahren noch bei 100 Prozent. Durch Änderung der Ausbildungsordnung Ende 2023 haben sich die Anforderungen in diesem Beruf jedoch so verändert, dass er aktuell nur noch zu 50 Prozent automatisierbar ist.
In der Mittelfristprognose für Deutschland bis zum Jahr 2029 wurden 41 der 140 Berufsgruppen als Fokusberufe mit Fachkräfteengpässen identifiziert. Dabei bestehen weiterhin anhaltende Fachkräfteengpässe bei den IT-Berufen und bei den Gesundheits- und Pflegeberufen. Zunehmende Engpässe sind in den technischen Produktionsberufen zu verzeichnen. Neu hinzugekommen sind Berufe im Baugewerbe und den primären Dienstleistungen.
Quelle/Bildnachweis IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung), Autoren: Britta Matthes, Gerd Zika