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Deutschland hat vergleichsweise kleinen öffentlichen Dienst

Sign Approved Stamp On Document to permit and certify for work document and visa At Desk

Viele junge Leute in Deutschland träumen heutzutage von der Sicherheit des öffentlichen Dienstes. Hierzulande sind die Stellen also heiß begehrt – aber im Vergleich zu anderen Ländern eher rar. Laut aktuellsten OECD-Daten sind von allen Beschäftigten in Deutschland lediglich knapp 11 % im öffentlichen Dienst tätig. Die Bundesrepublik liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt aller OECD-Länder von 17,7 %. Die Anzahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst steigt jedoch von Jahr zu Jahr an, sodass auch Deutschland im Ranking bald einige Plätze nach oben wandern könnte. Spitzenreiter ist Norwegen, wo drei Mal so viele im Staatsdienst tätig sind wie hier. Auch im Rest von Skandinavien liegt der Anteil bei mindestens 27 %. Die wenigsten Staatsbediensteten im Jahr 2018 hat Südkorea: Nur 7,8 % der Beschäftigten arbeiten hier im öffentlichen Sektor.

Norwegen 30,7 %
Schweden 28,7 %
Dänemark 27,8 %
Frankreich 21,5 %
Kanada 19,5 %
OECD 17,7 %
Österreich 16,8 %
Spanien 15,7 %
Deutschland 10,6 %
Südkorea 7,8 %
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Ein FSJ in Ghana Folge 4: Abfahrt und Ankunft

Signy und ich samt Gepäck in Frankfurt…

Hallo zusammen!

Bisher war mein Motto ja vor allem: ich komme erst einmal an. Und jetzt sitze ich auf meinem neuen Bett, frisch geduscht und gerade gegessen, und schreibe euch. Aber lieber von Anfang an…

Abschied

Die letzte Woche war sehr voll, zwischen Packen und Abschied nehmen hatte ich leider nicht wirklich viel Raum für mich selbst. In diesen wenigen Momenten habe ich glaube ich aber zum ersten Mal realisiert, dass ich weggehen werde, wodurch ich zwiespältige Gefühle hatte: einerseits natürlich ein Stück weit Traurigkeit und Melancholie – für eine lange Zeit das letzte Mal Porridge essen, das letzte Mal in meinem Zimmer schlafen, das letzte Mal meine Freund*innen und Familie sehen – und gleichzeitig eine Riesen Vorfreude auf alles was kommt. Darüber hinaus bin ich euch allen sehr dankbar für eure Besuche, netten Worte und Gedanken.

Das geordnete Chaos, bevor ich meinen Koffer eingerichtet habe

Am 11. Oktober, also am Tag meiner Abreise, hatte ich aber gar nicht wirklich Zeit für Emotionen. Den Vormittag über habe ich nämlich noch fertig gepackt und eingeräumt.

Über die vergangenen Wochen hat sich nach und nach ganz schön viel angesammelt – Gastgeschenke, neue Schuhe, passende Kleidung und so weiter. Das lag bisher vor allem in meinem Zimmer verstreut, deshalb tat es richtig gut, über das Wochenende endlich etwas Ordnung reinzubekommen.

Gegen Ende musste ich mich dann vor allem noch um verschiedene Dokumente kümmern. Erstens brauchte ich für den Flug einen negativen PCR-Test sowie einen Zahlungsbescheid für einen Schnelltest bei der Einreise. Zweitens habe ich noch ganz viele Dokumente ausgedruckt, die ich für meine Permits in Ghana brauche. Und letztendlich habe ich darüber ganz mein Flugticket vergessen, das ich dann am Sonntag Abend noch schnell drucken musste…

Letztendlich hatte ich dann doch alles zusammen (hoffentlich), sodass ich am Montag mit meinen zwei Gepäckstücken Tetris spielen konnte. Sowohl in meinem Reiserucksack, als auch im Koffer hatte ich wider Erwarten noch Gewicht und sogar Platz übrig. Ich sah zwei Optionen: entweder einen kleineren Koffer, oder die restlichen Kapazitäten mit Schokolade ausfüllen. Leider habe ich mich für keine von beiden Möglichkeiten entschieden.

Nachdem mein Gepäck fertig war, sind meine Eltern und ich dann gegen 13.00 Uhr nach Frankfurt am Main losgefahren, auf dem Weg haben wir noch meine Schwester abgeholt. Am Flughafen selbst haben wir dann meine Mitfreiwillige Signy getroffen, sodass wir die Gepäckaufgabe und den CheckIn zusammen machen konnten. Darüber bin ich auch ganz froh, weil allein wäre ich an diesem riesengroßen Flughafen wirklich überfordert gewesen.

Flug

… und dann im Flugzeug vor dem Start.

Ab jetzt verzichte ich mal auf irgendwelche sicheren Zeitangaben, weil wir zwischendurch mit den unterschiedlichen Ortszeiten ziemlich durcheinanderkamen. Ich weiß allerdings, dass wir insgesamt zehn Stunden Flug hatten, davon drei nach Istanbul und sieben weitere nach Accra. Im Transit in Istanbul haben Signy und ich planmäßig außerdem drei weitere Freiwillige (Shirley, Hannah und Thirza) von bezev getroffen, sodass wir zusammen einreisen konnten.

Da ich davor erst einmal geflogen bin, war der Flug natürlich das erste Abenteuer (insbesondere das umgekehrte Achterbahn-Gefühl beim Starten). Nach dem Abflug gegen 19.00 Uhr habe ich allerdings gar nicht mehr so viel mitbekommen, weil ich sofort eingeschlafen bin und nicht einmal zum Essen aufgewacht bin.

Später durften wir Istanbul bei Nacht erleben, die beleuchteten Hochhäuser haben sich aus dem Bodennebel erhoben – das war wirklich wunderschön!

Im Transit haben wir uns zunächst um die wichtigsten Dinge beim Reisen gekümmert: Toilette, Trinken und WiFi. Über Shirley sind wir quasi per Zufall gestolpert, mit den anderen waren wir dann über WLAN im Kontakt. Wir sind dann allerdings schnell weiter, denn allein in den zehn Minuten mussten wir drei Menschen mit dem Internet helfen.

Im Flugzeug ist dann auch endlich mein Druck auf den Ohren weggegangen, der mich seit der Landung begleitet hat. Außerdem hatten wir schon gegen zwei Uhr (?) Frühstück. Viel mehr kann ich gar nicht erzählen, weil auch hier habe ich wieder viel geschlafen.

Ankunft in Accra

Unser erste Blick auf Accra.

Am Flughafen in Accra hat alles auf Anhieb geklappt: zuerst haben wir unseren Schnelltest gemacht, danach wurde unser Visum überprüft, wir haben unser Gepäck abgeholt und zum Glück auch unser negatives Testergebnis.

Da wir so früh in Accra ankamen, hat bezev uns freigestellt, gemeinsam einen ersten Tag in der Hauptstadt zu verbringen bevor wir alle in unsere Einsatzstellen weiterreisen. Deshalb sind wir zunächst zum Salvation Army Hostel gefahren, um uns noch ein wenig auszuruhen. Ansonsten haben wir uns hauptsächlich um Papierkram gekümmert, denn seit kurzem ist die sogenannte Ghana Card verpflichtend für alle, um sich auszuweisen. Außerdem sind wir zum Busbahnhof gefahren, um mir schon einmal ein Ticket nach Tamale zu besorgen und haben unsere neuen Sim-Karten freigeschaltet, um ein paar Nachrichten zu beantworten.

Ein weiterer Grund dafür, dass wir den ersten Tag zusammen in Accra verbrachten, war Thirzas Geburtstag am Mittwoch: nachdem wir zu Abend gegessen haben, sind wir daher noch bis Mitternacht aufgeblieben, um auf ihr neues Lebensjahr anzustoßen und ihr ein paar zuvor gekaufte (ghanaische) Süßigkeiten zu schenken.

Busfahrt nach Tamale

Dementsprechend kurz war auch meine Nacht, denn um 5.45 Uhr musste ich bereits wieder aufstehen. Mit einem Uber bin ich samt Gepäck zum Busbahnhof gefahren, wo auch schon mein Überlandbus stand.

In den insgesamt zwölf Stunden Fahrt konnte ich viel aus dem Fenster schauen. Dabei habe ich ein bisschen Musik gehört, auch wenn es etwas seltsam war, meine deutsche Musik in einer mir so neuen Umgebung zu hören. Ansonsten habe ich auch hier hauptsächlich geschlafen, die ganzen Eindrücke machen wirklich müde…

In Tamale wurde ich dann von meiner Einsatzorganisation Norsaac abgeholt und zu meiner Gastfamilie gefahren.

Abendessen in Accra mit Hannah, Signy, Shirley, mir und Thirza (v.l.n.r.).

Das bedeutet: ich bin jetzt angekommen, zumindest physisch. Mental waren die letzten zwei Tage, die sich allerdings wie mindestens eine Woche anfühlen, voller Eindrücke. Deshalb konnte ich das meiste noch nicht wirklich verarbeiten und realisieren, viel fühlt sich tatsächlich so an, als würde ich es gerade gar nicht wirklich erleben. Das ist zwar komisch, aber ändert sich sicherlich in den kommenden Wochen. Und ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich bisher äußerst wohlfühle.

Nächstes Mal erzähle ich euch dann mehr von meinem Leben in Tamale, bis dahin liebe Grüße an euch alle!

Meine Partner:

weltwärts      bezev e.V.     Norsaac

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Der Numerus Clausus – Was darf ich eigentlich wo studieren?

Immer größere Anteile der Abiturjahrgänge streben ein Studium an, aber auch immer mehr Personen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung und Berufstätige drängen an die Hoch-schulen – Hochschulbildung wird in Deutschland zunehmend zum Normalfall. In dieser Situation stellt sich für Studieninteressierte eine zentrale Frage: Welche Chance habe ich auf das Studium meiner Wahl? Und hier kommt der Numerus Clausus (NC) ins Spiel.

Was man über den NC wissen sollte:

Wer studieren möchte muss sich früher oder später mit dem NC auseinandersetzen – und sei es um festzustellen, dass der gewünschte Studiengang NC-frei ist. Leider kursiert zu diesem Thema viel Halbwissen – z.B. von Eltern, die vor vielen Jahren einmal studiert haben und nur die damals geltenden Vergaberegeln für Studienplätze kennen.

Medienberichte über überlaufene Studiengänge in Köln, Hamburg oder Berlin schüren vielleicht sogar Angst, „am NC zu scheitern“ und keinen Studienplatz bekommen zu können. Daher die gute Nachricht gleich vorab: Für über die Hälfte der in Deutschland angebotenen Bachelor-Studiengänge gibt es im Wintersemester 2010/21 keinen NC! Im Regelfall reicht die Hochschulzugangsberechtigung aus, um sich in den Studiengang einzuschreiben. Für die anderen Studiengänge gibt es einen NC, womit wir beim Thema wären…

Was ist der Numerus Clausus?

Funny child and senior man pretend to be businessmen. Grandfather and kid playing at home. Education, start up and business idea concept

Entgegen der landläufigen Verwendung des Begriffs Numerus Clausus (NC) als „für einen Studienplatz notwendige Abiturdurchschnittsnote“, beschreibt er den Umstand, dass es für einen bestimmten Studiengang nur eine vorab festgelegte, begrenzte Anzahl von Studienplätzen, also eine (lokale/örtliche oder bundesweite) Zulassungsbeschränkung gibt.

Nach welchen Kriterien die zur Verfügung stehenden Plätze dann im konkreten Fall vergeben werden, kann sehr unterschiedlich sein. Bis zum Jahr 2004 waren dies im Wesentlichen die Abiturnote (daher auch die Gleichsetzung des Begriffs NC mit Abiturnote) sowie die seit dem Schulabschluss vergangene Wartezeit auf einen Studienplatz. Mittlerweile können und müssen die Hochschulen zum Teil sogar eine größere Vielfalt von Vergabekriterien wie Testergebnisse, Auswahlgespräche, vorherige Berufserfahrung oder gewichtete Einzelfachnoten des Abiturs heranziehen.

Das Vergabeverfahren für Studiengänge in den bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern befindet sich derzeit im Umbruch. Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Urteil Ende 2017 Teile des bisherigen Verfahrens für verfassungswidrig erklärt. Ab dem Sommersemester 2020 gelten neue Regeln. Die Stiftung für Hochschulzulassung informiert dazu aktuell auf einer Sonderseite auf www.hochschulstart.de

Lokaler oder bundesweiter NC

Innerhalb der zulassungsbeschränkten Studiengänge unterscheidet man zwischen lokalen und bundesweiten NCs. Ein lokaler NC bedeutet, dass ein bestimmter Studiengang an einer bestimmten Hochschule zulassungsbeschränkt ist. Sind in einem Fach (z.B. Humanmedizin) sämtliche Studiengänge bundesweit mit einem NC belegt spricht man von einem bundesweiten NC. Die Studiengänge ohne NC stehen dagegen sämtlichen Deutschen (und EU-Bürgern) grundsätzlich offen, das heißt, es werden – theoretisch – unbegrenzt Studierende aufgenommen. Jede(r), die/der sich (fristgerecht) einschreiben möchte und die festgesetzten Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, muss von der Hochschule genommen werden.

Wie und wo bewerbe ich mich?

Wie oben beschrieben gibt es drei verschiedene Fälle: kein NC, lokaler NC und bundesweiter NC. Welche Variante jeweils zutrifft, kann man entweder auf den Webseiten der Hochschulen und Studiengänge herausfinden oder zentral über die Studiengangsuche auf www.hochschulkompass.de

Kein NC:

Hier kann man sich, wenn die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind – man also in der Regel die Hochschulreife nachweisen kann – einfach bei der Hochschule einschreiben. Allerdings sind hier trotzdem die Bewerbungsfristen zu beachten. Wer sich rechtzeitig beworben hat und die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, hat den Platz aber sicher. Die Hochschule kann nicht nachträglich einen „Einschreibestopp“ verhängen, wenn sich zu viele bewerben, sondern muss jede(n) nehmen.

Lokaler NC:

Hier muss man sich direkt bei der Hochschule für einen Platz bewerben. Die Hochschule wählt dann die „besten/passendsten“ Bewerberinnen und Bewerber aus und bietet diesen dann einen Studienplatz an. Wer den Platz annehmen möchte, muss sich – fristgerecht – einschreiben, sonst verfällt der angebotene Platz. Für einige Studiengänge mit lokalem NC ist auch die Stiftung für Hochschulzulassung zuständig.

Bundesweiter NC:

Dieser gilt für die Fächer Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie (an staatlichen Hochschulen). Hier ist die Bewerbung an die Stiftung für Hochschulzulassung zu richten.

Der NC 2021/2022

Rund 900.000 Menschen beginnen in Deutschland jährlich ein Studium. Die Mehrzahl der Studiengänge stehen allen Erstsemestern unabhängig von der Abiturnote offen. Nur noch rund 40 % aller Studiengänge hat im kommenden Wintersemester einen Numerus Clausus, also eine Zulassungsbeschränkung. Den höchsten Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge gibt es in Hamburg, Berlin und dem Saarland. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche CHECK Numerus Clausus des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

In Hamburg, Berlin und dem Saarland sind im kommenden Wintersemester 2021/22 zwei von drei Studiengängen zulassungsbeschränkt. Hamburg hat mit einer Quote von 65,2 % dabei den höchsten Anteil im Ländervergleich. Es folgen Berlin und das Saarland mit 65,1 bzw. 63,3 %.

Beste Chancen auf einen Studienplatz gibt es in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, wo nur jeder fünfte Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Deutschlandweit ist die NC-Quote bereits im fünften Jahr in Folge gesunken und liegt aktuell bei 40,1 %.

NC-Quote nach Ländern

Bundesland Anteil zulassungsbeschränkte Studiengänge
Hamburg 65,2 %
Berlin 65,1 %
Saarland 63,3 %
Bremen 56,8 %
Baden-Württemberg 56,7 %
Niedersachsen 48,7 %
Sachsen 38,1 %
Bayern 33,9 %
Schleswig-Holstein 33,3 %
Hessen 32,8 %
Nordrhein-Westfalen 31,3 %
Sachsen-Anhalt 28,9 %
Brandenburg 27,7 %
Rheinland-Pfalz 23,9 %
Thüringen 21,9 %
Mecklenburg-Vorpommern 19,8 %

NC-Quoten nach Hochschultyp und Abschlussgrad

Die Studiengänge an Fachhochschulen / HAW sind mit einer NC-Quote von 41,9 % häufiger zulassungsbeschränkt als die Studiengänge an Universitäten (37,5 %). Das hat auch mit dem jeweils angebotenen Fächerspektrum zu tun. Der Anteil der Zulassungsbeschränkungen ist bei Bachelor- und Masterstudiengängen auf etwa vergleichbarem Niveau. Im Bachelor sind Zulassungsbeschränkungen noch etwas häufiger. Für das Masterstudium ist aber öfter eine bestimmte Bachelor-Abschlussnote eine Zulassungsvoraussetzung, was formell keine (zahlenmäßige) Zulassungsbeschränkung ist, aber vergleichbar wirkt.

Fachhochschulen/ HAW 41,9 %
Universitäten 37,5 %
Bachelor 41,6 %
Master 38,7 %

NC-Quoten nach Fächergruppen

Die Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften haben den höchsten Anteil an zulassungsbeschränkten Studiengängen. Im Bereich Mathematik / Naturwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften ist dagegen nur etwas mehr als jedes dritte Studienangebot zulassungsbeschränkt. Die niedrigste Quote weisen die Sprach- und Kulturwissenschaften auf.

Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften 48,8 %
Mathematik, Naturwissenschaften 37,3 %
Ingenieurwissenschaften 33,7 %
Sprach- und Kulturwissenschaften 27,0 %

NC-Quoten nach Hochschulort

Hohe NC-Quoten finden sich tendenziell in großen Städten bzw. den Stadtstaaten. Aber auch in typischen „Studentenstädten“ wie Leipzig oder Göttingen ist häufiger mit Zulassungsbeschränkungen zu rechnen.

Saarbrücken 64 %
Leipzig 63 %
Berlin 59 %
Hamburg 58 %
Karlsruhe 58 %
Göttingen 56 %
Bremen 56 %
Osnabrück 54 %
München 52 %
Köln 52 %

Der NC in Baden-Württemberg

Vegetable broth with Swabian-style stuffed ravioli (so called ‚Maultaschen‘) served with butter toast

Der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge in Baden-Württemberg liegt aktuell bei 56,7 % und somit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 40 %. Das Land hat –hinter Hamburg, Berlin, dem Saarland und Bremen –die fünfthöchste NC-Quote aller Bundesländer. Im Vergleich zum Vorjahr (57,1 %) ist die NC-Quote leicht gesunken. An den Universitäten stieg die Quote insgesamt etwas, an den Fachhochschulen / HAW gab es dagegen einen deutlichen Rückgang. Im Bachelorstudium und im Masterstudium sanken die Quoten jeweils leicht. Besonders hoch ist die NC-Quote in den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften (62,4 %), besonders niedrig (27,2 %) in den Sprach- und Kulturwissenschaften.

NC-Quoten nach Hochschultyp und Abschlussgrad

Fachhochschulen/ HAW 71,6 %
Universitäten 55,3 %
Bachelor 57,6 %
Master 55,7 %

NC-Quoten nach Fächergruppen

Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften 0,624
Ingenieurwissenschaften 0,583
Mathematik, Naturwissenschaften 0,539
Sprach- und Kulturwissenschaften 0,272

NC-Quoten nach Hochschulort

Den höchsten Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge unter den Städten des Landes mit mehr als 16.000 Studierenden findet man in Karlsruhe. Hier sind sowohl an Universitäten als auch Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften und sowohl im Bachelor als auch im Master mehr als die Hälfte der Studiengänge zulassungsbeschränkt.

Karlsruhe 58 %
Konstanz 49 %
Freiburg 40 %
Heidelberg 40 %
Tübingen 37 %
Mannheim 36 %
Stuttgart 31 %

Der Numerus Clausus in Hessen

Frankfurter grune Sauce, Green sauce uncooked sauces based on herbs,nettle

Der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge in Hessen liegt aktuell bei 32,8 % und somit etwas unter dem Bundesdurchschnitt von rund 40 %. Im Ländervergleich liegt Hessen damit im Mittelfeld der Bundesländer, auf Platz 10. Im Vergleich zum Vorjahr (33,5 %) ist die NC-Quote in diesem Jahr leicht gesunken. Insbesondere an Fachhochschulen / HAW sind die NC-Quoten gesunken, um 4,6 Prozentpunkte auf 35,8 %. In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sind in Hessen knapp die Hälfte (48,8 %) der Studiengänge zulassungsbeschränkt, in den Sprach- und Kulturwissenschaften dagegen nur jeder zehnte (10,2 %).

NC-Quoten nach Hochschultyp und Abschlussgrad

Fachhochschulen/ HAW 35,8 %
Universitäten 31,8 %
Bachelor 31,1 %
Master 27,2 %

NC-Quoten nach Fächergruppen

Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften 48,8 %
Mathematik, Naturwissenschaften 23,0 %
Ingenieurwissenschaften 15,6 %
Sprach- und Kulturwissenschaften 10,2 %

NC-Quoten nach Hochschulort

In Frankfurt am Main finden sich unter den hessischen Hochschulstandorten mit mehr als 17.000 Studierenden die mit 45 % höchste NC Quote im Land. In den übrigen Hochschulorten des Landes ist die Quote dagegen nur etwa halb so hoch. In Marburg ist weniger als jedes fünfte Studienangebot zulassungsbeschränkt.

Frankfurt am Main 45 %
Darmstadt 24 %
Gießen 20 %
Kassel 19 %
Marburg 18 %

Sämtliche Inhalte für ganz Deutschland stehen als Grafik in der CHE Flickr-Cloud zur freien Verfügung.

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So viel kostet Eis in deutschen Städten

Variety of ice cream scoops in cones with chocolate, vanilla and strawberry

Deutschland ist der größte Produzent von Speiseeis in Europa. Rund 28 % der Deutschen konsumieren mindestens mehrmals pro Monat eine Kugel Eis aus der Eisdiele oder dem Eiscafé. Ein großes Ärgernis für Liebhaber der süßen Abkühlung sind die stetig steigenden Preise. Während eine Kugel Speiseeis in den 90ern nur wenige Pfennig gekostet hat, ist in den meisten Großstädten Deutschlands pro Portion mittlerweile mindestens ein Euro fällig. In Bielefeld ist der Eis-Genuss besonders günstig – im Schnitt etwa 1,03 Euro kostet eine Kugel Eis in der Leineweberstadt. Essen ist mit einem Euro und zehn Cent auch noch vergleichsweise günstig, Hannover bietet die Eiskugel durchschnittlich für etwa 1,28 Euro an. Die teuersten Eisdielen der Bundesrepublik stehen in München – hier werden rund 2,10 Euro pro Kugel Vanille, Schoko oder einer anderen Sorte verlangt. Dass Bielefelder Eiscreme so günstig ist, könnte unter anderem an der hohen Konkurrenz innerhalb der Stadt liegen. Etwa 13 Eisdielen kommen hier auf 1.000 Einwohner – nur Köln kann eine ähnlich hohe Eisdielen-Dichte vorweisen.

Bielefeld 1,03 €
Essen 1,10 €
Hannover 1,28 €
Hamburg 1,43 €
Köln 1,53 €
Berlin 1,87 €
Stuttgart 1,87 €
München 2,10 €
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Das Smartphone übernimmt den Games-Markt

Man at Home Lying on a Couch using Smartphone, Holds it Horizontally in Landscape Mode. He is Playing First Person Shooter Video Game. Point of View Camera Shot.

Der globale Games-Markt wird 2021 etwa 175,8 Milliarden US-Dollar generieren und damit um schätzungsweise rund 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen. So lauten die Prognosen der Experten newzoo. Während die Ausgaben für Videospiele im vergangenen Pandemie-Jahr ein Allzeit-Hoch erreicht haben, flachen sie 2021 wieder leicht ab. Davon besonders betroffen sind der Konsolen- und PC-Markt – mit einer negativen Wachstumsrate von 1,4 % (PC) beziehungsweise 8,9 % (Konsole).

Die zwei einstigen Zugpferde der Gaming-Industrie wurden in Sachen Umsatzstärke längst vom Smartphone verdrängt. Das Smartphone-Segment soll in diesem Jahr rund 79 Milliarden US-Dollar erwirtschaften und somit rund 45 % des Branchenumsatz ausmachen – Tendenz steigend. Ebenfalls schnell wachsend ist der Tablet-Markt, der mit 11,6 Milliarden US-Dollar etwa 7 % abdeckt. Konsolen-Games sind mit 28 % Marktanteil auch weiterhin zweitstärkster Treiber der Games-Branche, gefolgt von PC-Downloads und physischen Kopien mit 19 %. Schlusslicht sind die Browsergames. Sie machen nur etwa 1 % des globalen Marktes aus und werden gegenüber 2020 ganze 18 % einbüßen.

Dass Smartphone-Games so viel erfolgreicher sind als der Rest der Branche hat mehrere Gründe. Allein in Deutschland besitzen schon rund drei Viertel der Einwohner ein Smartphone – eine solche Reichweite erreicht kein anderes Medium. Zudem sind die meisten Spiele für Smartphones, wie auch Tablets, durch die Touchscreen-Bedienung deutlich intuitiver und haben eine geringere Hemmschwelle als beispielsweise Konsolenspiele. Auch der Kostenfaktor spielt eine große Rolle: Während die meisten Konsolen- und PC-Titel von größeren Entwicklerstudios erschaffen werden, braucht es für eine Smartphone-App oft nur eine einzelne Person.

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