Kategorien-Archiv 100-Aktuelles

Immer weniger junge Frauen nehmen die Pille

Die Antibabypille wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Das Verhütungsmedikament hat Frauen unabhängiger gemacht, steht seit einiger Zeit wegen der vielen Nebenwirkungen aber auch in der Kritik.

In Deutschland ist der Anteil der jungen Frauen, die mit der Pille verhüten, seit einigen Jahren rückläufig. Das hat eine aktuelle Analyse der AOK ergeben. Im Jahr 2010 wurden noch 46 Prozent der gesetzlich versicherten Frauen bis 20 Jahren die Pille verschrieben. Bis 2019 ist der Anteil auf 31 % gesunken.

„Das kann mit einem stärkeren Bewusstsein dafür zu tun haben, dass die Pille kein Lifestyle-Präparat ist, sondern in den Hormonhaushalt eingreift und auch Nebenwirkungen haben kann. So hat eine dänische Studie kürzlich auch auf ein höheres Risiko für Depressionen gerade bei jungen Erstanwenderinnen hingewiesen“, sagte Dr. Eike Eymers, Ärztin im Stab Medizin des AOK-Bundesverbandes.

Seit Juli 2019 ist die Pille für Frauen bis 22 Jahren auf Rezept kostenlos erhältlich, vorher lag die Altersgrenze hierfür bei 20 Jahren.

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28 % weniger Azubis in Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Einzelhandel als 2010

Ausbilden ist im Jahr der Corona-Krise für viele Unternehmen ein Kraftakt. Wer trotzdem Fachkräfte ausbildet, kann seit Kurzem staatliche Unterstützung beantragen. In vielen Betrieben fehlte der Nachwuchs schon vor der Krise. In den vergangenen Jahren haben immer weniger Menschen eine Ausbildung in der Gastronomie, Hotellerie, im Tourismus sowie im Einzelhandel begonnen. Im Jahr 2019 wurden 77.000 neue Ausbildungsverträge in diesen Branchen abgeschlossen und damit 28 % weniger als im Jahr 2010. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt: In allen dualen Ausbildungsberufen wurden insgesamt 8 % weniger Neuverträge als noch vor zehn Jahren abgeschlossen.

Koch/Köchin – 45 %
Fachmann für Systemgastronomie – 42 %
Fachkraft im Gastgewerbe – 38 %
Hotelfachmann -28 %
Verkäufer – 23 %
Kaufmann im Einzelhandel – 22 %
Tourismuskaufmann – 15 %
Fachkraft für Veranstaltungstechnik – 5 %
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37 % mehr vegetarische und vegane Lebensmittel

Ob Tierwohl, Hygiene oder zuletzt die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Die Skandale rund um das Nahrungsmittel Fleisch reißen nicht ab. Fleischersatzprodukte wie vegetarische Brotaufstriche, Sojabratlinge oder Tofu werden vielleicht auch deshalb vermehrt nachgefragt und verstärkt produziert: Im 1. Quartal 2020 erhöhte sich die Menge der zum Absatz bestimmten Fleischersatzprodukte von knapp 14,7 Tausend Tonnen auf gut 20 Tausend Tonnen um 37 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

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Die Maskenfrage spaltet die Deutschen

Sollte am Arbeitsplatz wegen des Coronavirus eine bundesweit einheitliche Pflicht zum Tragen einer Atemschutzmaske gelten? Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage sind die Deutschen bei dieser Frage gespalten. 46 % der Befragten ab 18 Jahren würden eine Maskenpflicht (eher) befürworten und ebenfalls 46 % würden diese (eher) ablehnen. 8 % beantworten die Frage mit „weiß nicht“. Für die Umfrage wurden am 24. August 1.327 Internetnutzer befragt.

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„Ehrenpflegas“ – Cool oder voll daneben?

Mit einer an junge Menschen gerichteten Kampagne u.a. auf Youtube versucht sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) an der Nachwuchsgewinnung in den Pflegefachberufen. Die neue fiktive Mini-Serie „Ehrenpflegas“ erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen, die die neue generalistische Ausbildung in der Pflege beginnen. Die Hauptrollen spielen Lena Klenke und Danilo Kamperidis, die beide unter anderem aus der Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ bekannt sind, sowie „Dark“- Darstellerin Lisa Vicari.

Und schon geht es rund: „Warum zieht man eine anspruchsvolle Profession so durch die Gosse“, lautet ein Kommentar auf Instagram. Auf Facebook schreiben einige User, sie seien „schockiert“ oder „enttäuscht“. Andere wiederum meinen: „Das zeigt genau die Realität in den Schulen.“ Der 24-jährige Gesundheits- und Krankenpfleger Alexander Jorde im RTL-Interview: „Ich finde es wird kein realistisches Bild von der Pflegeausbildung und vom Pflegeberuf gezeigt. Es ist da tatsächlich doch mehr eine Story, die da erzählt wird zwischen drei Jugendlichen und es hat für mich so ein bisschen den Anschein von einem „Fuck ju Göthe“ für die Pflege, was der Pflegeausbildung und dem -Beruf nicht so richtig gerecht wird.“

Zitat Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK): „Wir distanzieren uns ausdrücklich von der Darstellung der bereits in den ersten Sekunden erzeugten Aussage, bei den Pflegefachberufen handele es sich um ein Auffangbecken für alle Personen, denen an anderer Stelle keine Perspektive eröffnet wird. Pflege ist ein anspruchsvolles Handlungsfeld, für das es Kompetenzen und Fähigkeiten braucht. Niemand stolpert zufällig in eine Pflegeausbildung.“

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey zur Kampagne: „Viele Jugendliche stehen nach bestandenen Abschlussprüfungen in der Schule vor der schwierigen Entscheidung, welche Ausbildung sie machen und welchen Beruf sie ergreifen möchten. Mit der Miniserie ‚Ehrenpflegas‘ wollen wir die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholen und genau dort erreichen, wo sie sich Informationen holen: in den sozialen Netzwerken. Ansprechen wollen wir aber genauso Menschen mit dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung. Als Familienministerin arbeite ich gemeinsam mit dem Bundesgesundheits- und dem Bundesarbeitsministerium kontinuierlich daran, den Pflegeberuf attraktiver zu machen – durch bessere Arbeitsbedingungen, eine umfassendere Ausbildung und durch eine höhere Bezahlung. Nur so können wir dem Fachkräftemangel in dieser Branche begegnen. Einen großen Schritt haben wir schon mit der neuen Pflegeausbildung geschafft. Mit der generalistischen Ausbildung können die Fachkräfte in allen Pflegebereichen von der Kinderkrankenpflege bis zur Altenpflege arbeiten. Wichtig ist auch, dass das Schulgeld abgeschafft und überall in Deutschland eine angemessene Ausbildungsvergütung sichergestellt wurde. Dafür wollen wir jetzt Menschen begeistern und gewinnen. Die ‚Ehrenpflegas‘-Serie ist ein weiterer Baustein in unserer Kampagne ‚Mach Karriere als Mensch‘, mit der wir junge Menschen erreichen und über die neue Pflegeausbildung informieren wollen.“

Und wer hat jetzt Recht? Entscheiden Sie selbst:

„Ehrenpflegas“ auf Youtube

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