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Studium Humanmedizin

Das grundständige Studienfach Humanmedizin vermittelt wissenschaftliches und praktisches Wissen in Anatomie, Physiologie, Biochemie, Genetik, Pharmakologie, Medizinischer Psychologie, Medizinischer Soziologie sowie in Teilbereichen der Medizin wie Allgemeinmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Kinderheilkunde und Neurologie. Das Studium ist bundeseinheitlich durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) geregelt.

Zugangsvoraussetzungen an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen:

die allgemeine oder ggf. die fachgebundene Hochschulreife

Das Studienfach Humanmedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Die Studienplatzvergabe erfolgt über hochschulstart.de.

Inhalte des Studiums

Die Studierenden besuchen Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen an der Hochschule, z.B. in folgenden Lehrgebieten:

  • Anästhesiologie •Anatomie
  • Augenheilkunde
  • Biochemie/Molekularbiologie
  • Chirurgie
  • Einführung in die klinische Medizin
  • Epidemiologie •Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
  • Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
  • Innere Medizin
  • Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
  • Medizinische Informatik
  • Medizinische Psychologie/Soziologie
  • Medizinische Terminologie
  • Neurologie
  • Pharmakologie, Toxikologie
  • Physiologie

Nach dem Studium

Wer ein Studium der Humanmedizin absolviert hat, kann z.B. in den Tätigkeitsfeldern Ärztliche Diag­nostik und Therapie, Laboranalyse, Pharmazeutische Beratung, Pharmavertrieb oder Wissenschaftli­che Forschung ins Berufsleben einsteigen. Nach Abschluss eines Studiums der Humanmedizin und erteilter Approbation kann eine Weiterbildung zum Facharzt bzw. zur Fachärztin infrage kommen.

Stand: 01.10.2019

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Zufriedene Studierende trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Im europäischen Vergleich gibt es in Deutschland an vielen Hochschulen zu wenig Lehrkräfte und immer noch zu lange Studienzeiten. Aber die deutschen Professor(inn)en scheinen daraus das Beste zu machen: Der Kontakt zu den Lehrenden und die Organisation des Studiums werden von den Studierenden häufiger positiv gesehen als in anderen europäischen Ländern. Das zeigen Auswertungen aus dem globalen Hochschulranking U-Multirank.

In Deutschland ist bei den Rahmenbedingungen der Lehre noch Luft oben

Die Daten von U-Multirank für mehrere Fächer lassen erkennen, dass die Betreuungsrelation, d.h. das Zahlenverhältnis von Lehrenden und Studierenden, in Deutschland nur an wenigen Fachbereichen (28 %) überdurchschnittlich gut ist. Ebenfalls 28 % der teilnehmenden Fachbereiche liegen sogar unter dem Durchschnitt. In Europa liegt jedoch fast jeder zweite Fachbereich bei der Betreuungsrelation über dem Durchschnitt. Das heißt: Die Rahmenbedingungen an vielen Hochschulen in Deutschland sind schlechter als im gesamten europäischen Vergleich. Auch überschreiten deutsche Studierende deutlich häufiger die Regelstudienzeit als Studierende im europäischen Ausland. Diese Fakten weisen auf Qualitätsprobleme hin.

Urteile der Studierenden zeigen: Große Zufriedenheit mit der Lehre

U-Multirank lässt auch die Studierenden ihr Studium bewerten. Dabei zeigt sich, dass diese die Qualität der Lehre in Deutschland deutlich besser bewerten als in Europa gesamt. Die „Allgemeine Studierendenzufriedenheit“ ist in Deutschland sehr hoch: Mehr als jeder zweite Fachbereich landet bei diesem Kriterium in den Spitzengruppen. In Europa gesamt schaffen dies nur 29 % der teilnehmenden Fachbereiche.

An 39 % der deutschen Fachbereiche bewerten die Studierenden den Kontakt zu den Lehrenden gut bis sehr gut, nur drei Prozent der Fachbereiche werden unterdurchschnittlich gut bewertet. Auch die Organisation der betrachteten Studiengänge wird in Deutschland an 54 % der Fachbereiche überdurchschnittlich gut bewertet, in Europa gesamt trifft dies nur auf 32 % zu. Besser als in Europa gesamt wird von den Studierenden zudem über die Qualität der Lehrveranstaltungen geurteilt.

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Studienkredite im Test

Aktuell nutzen rund 100.000 Personen in Deutschland einen Studienkredit zur Studienfinanzierung. Kreditgeber wie Banken oder Studentenwerke zahlen dabei insgesamt rund 50 Millionen Euro pro Monat aus. Diese Werte ermittelte das CHE Centrum für Hochschulentwicklung exklusiv im Rahmen seines jährlichen Studienkredit-Tests.

Laut einer Anbieter-Befragung durch das CHE gab es im vergangenen Jahr 280.000 aktive Studienkredit-Verträge. Hierbei befinden sich mit 180.000 rund zwei Drittel der Kreditnehmer bereits in der Rückzahlungsphase. Die übrigen 100.000 Personen sind noch in der Auszahlungsphase. Damit nehmen aktuell 3,5 % aller Studierenden einen Studienkredit in Anspruch. Sie erhalten hierbei – meist monatlich – Geld zur Studienfinanzierung aus einem Studienkredit oder Bildungsfonds. Solche Angebote werden in Anspruch genommen, wenn ein Studium durch BAföG, Stipendien oder Nebenjob nicht oder nicht mehr ausreichend finanziert werden kann.

Das Gesamtvolumen der Auszahlungen entspricht nach Anbieter-Angaben derzeit einem Umfang von mehr als 600 Millionen € pro Jahr. Bundesweit werden also durchschnittlich monatlich rund 50 Millionen € an Studierende ausgezahlt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkreditverträge ist von 2014 bis 2017 um ein Drittel gesunken, von 59.000 auf 41.000. Besonders betroffen sind die beiden Marktführer, der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Rund 92 % aller Verträge im vergangenen Jahr wurden bei den beiden staatlichen Anbietern unterzeichnet.

Das im CHE-Studienkredit-Test berücksichtigte Portfolio von Studienkrediten lässt sich in fünf Grundtypen unterteilen:

  • Angebote zur allgemeinen Studienfinanzierung zielen auf Lebenshaltungskosten und eventuell anfallende Studiengebühren.
  • Bei den Bildungsfonds-Konzepten von CareerConcept, Deutsche Bildung und Brain Capital handelt es sich um eine Fondsförderung, nicht um einen klassischen Kredit: Anleger kaufen Anteile an einem Fonds. Aus den Mitteln werden ausgewählte Studierende gefördert. Nach Abschluss des Studiums zahlen diese für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz ihres Einkommens zurück.
  • Überbrückungs-, Zwischen- und Abschlussfinanzierungskredite des Bundesverwaltungsamtes, der Studentenwerke sowie der E. W. Kuhlmann-Stiftung dienen dazu, kurz vor dem Examen stehenden Studierenden für eine begrenzte Zeit finanzielle Unterstützung zu gewähren. Sie zeichnen sich durch besonders günstige Zinssätze (teilweise sogar zinsfrei!) aus.
  • Hochschulspezifische Angebote zielen meist auf eine Finanzierung der Studiengebühren an privaten Hochschulen (Ausnahme: der Studienfonds der Universität zu Lübeck). Viele dieser Angebote sind, ähnlich wie Bildungsfonds, mit einkommensabhängiger Rückzahlung gestaltet.
  • Mit Strival ist seit kurzem ein Anbieter auf dem Markt, der die Finanzierung von Bildungsvorhaben nach dem Crowdfunding-Prinzip ermöglicht. Interessenten erstellen ein „Bildungsprojekt“, in dem sie ihr Vorhaben erläutern, ihren Finanzierungsbedarf angeben und sich potentiellen Förderern präsentieren. Im nächsten Schritt können Förderer (Unternehmen, Stiftungen/NGOs und Privatpersonen) die Interessenten finanziell unterstützen.

Erstmals erfragte das CHE auch das Geschlechterverhältnis bei den Kreditnehmern. Bezogen auf die Vertragsabschlüsse liegt der Frauenanteil aktuell bei 47 %. Dies entspricht nahezu dem Frauenanteil bei den Studierenden insgesamt. Obwohl damit fast jeder zweite Studienkredit von einer Frau in Anspruch genommen wird, sind Aus- und Rückzahlungsbedingungen im Falle von Schwangerschaft und Elternzeit nicht bei allen Anbietern vertraglich klar geregelt.

Ein Versäumnis, wie Studienkredit-Experte Ulrich Müller angesichts von Rückzahlungs-Zeiträumen von bis zu 25 Jahren anmerkt: „Während der Elternzeit sollte einem allein der Nachwuchs den Schlaf rauben und nicht die Sorge um die Rückzahlung eines Studienkredites“. Der Leiter politische Analysen beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung fordert deshalb, dass Anbieter hier nicht auf vertragsrechtlich wenig belastbare „individuelle Lösungen“ verweisen sollten. Stundungen oder reduzierte Raten während Schwangerschaft und Elternzeit sollten bei Vertragsabschluss besser schriftlich fixiert werden.

Die gängigen Finanzierungsangebote in Deutschland stuft der CHE-Studienkredit-Test 2018 als durchweg seriös und gut gestaltet ein. Unter den 46 untersuchten Studienkrediten, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten viele Spitzenergebnisse in mehreren der fünf Bewertungskategorien (Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität).

Der der CHE-Studienkredit-Test erfasst keine Peer-to-peer-Angebote. Hierbei werden die Kredite nicht von der Bank, sondern über ein Webportal von Privatpersonen bereitgestellt. CHE Experte Müller mahnt hier zur Vorsicht und warnt: „Nicht überall wo „Studienkredit“ draufsteht, geht es auch um studentische Bedürfnisse, etwa eine monatliche Aus- und Rückzahlung.“ Das gelegentlich angeführte Argument der schnellen und unbürokratischen Bearbeitung der Kreditanfrage mache die Nachteile von teilweise horrend hohen Zinssätzen nicht wett.

Über den CHE-Studienkredit-Test:

Der CHE-Studienkredit-Test bewertet anhand von 21 Einzelkriterien Vor- und Nachteile von 46 aktuell verfügbaren Studienkreditangeboten. Datenbasis sind Selbstauskünfte der Anbieter. Mit seinen zahlreichen Detailinformationen bietet er eine transparente Marktübersicht für Studierende und Studieninteressierte. Zusätzlich kann man anhand von Tabellen eine eigene Bedarfskalkulation erstellen.

Der komplette CHE-Studienkredit-Test ist online kostenlos verfügbar unter www.che-studienkredit-test.de

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Mieten für Studenten: Zwischen Boom und Rückgang

Der Vorjahresvergleich der Angebotsmieten von Singlewohnungen in 68 deutschen Hochschulstädten von immowelt.de zeigt: In 30 Städten bleiben die Mieten stabil oder sinken sogar leicht, darunter München, Nürnberg und Bremen (je – 3 %) / Besonders in Baden-Württemberg steigen die Mieten: Tübingen (22 %), Stuttgart (19 %) und Heidelberg (14 %) / Die höchsten Mieten für Singlewohnungen zahlen Studenten in München (690 €), die niedrigsten in Chemnitz (180 €) .

In den vergangenen Jahren sind die Mieten für kleine Studentenbuden immer weiter angestiegen. Doch nun deutet sich in einigen Städten eine Trendwende an. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von immowelt.de. Dafür wurden die aktuellen Angebotsmieten von Wohnungen bis 40 Quadratmetern in 68 Hochschulstädten mit dem Vorjahr verglichen. In 30 der untersuchten Städte stagnieren demnach die Mieten oder sind sogar leicht rückläufig. Die Gründe dafür sind verschieden.

In Städten wie Ingolstadt (0 %), Konstanz (- 2 %) oder Gießen (- 6 %) scheinen die Preise ausgereizt. Es tritt ein Sättigungseffekt auf, da die Schmerzgrenze des Bezahlbaren für viele Studierende erreicht ist. Gleiches trifft auch auf Großstädte zu: In München, Nürnberg und Bremen (jeweils – 3 %) pendelt sich die Mieten auf einem konstanten Preisniveau ein. Besonders in München, wo die Mieten in den vergangenen Jahren explodiert sind, ist eine Singlewohnung für Studenten finanziell kaum noch zu stemmen. Für im Durchschnitt 690 € werden Wohnung bis 40 Quadratmeter aktuell angeboten, vor einem Jahr waren es noch 710 €.

Es gibt jedoch auch Hochschulstädte mit niedrigem Preisniveau, deren Mieten sich kaum verändern. Das trifft vor allem auf die strukturschwachen Regionen im Osten zu. In Chemnitz sind die Mieten beispielsweise um 5 % auf 180 € gesunken. Den gleichen Rückgang verzeichnen auch Halle bei einer Miete von aktuell 200 € und Rostock bei 210 €. In den Großstädten Dresden und Magdeburg ist der Preis unverändert.

Hohe Steigerungen in Baden-Württemberg

Die Trendwende hat allerdings noch nicht alle Hochschulstandorte erreicht: Nach wie vor gibt es Städte, in denen die Mieten weiter nach oben klettern. Die größte Steigerung verzeichnet Tübingen – um 22 % haben sich die Mieten innerhalb eines Jahres verteuert. Mit 440 € Miete müssen Studenten inzwischen kalkulieren, wenn sie alleine wohnen möchten. Aufgrund der Vielfalt des Studienangebotes und des hohen Forschungsniveaus ist die Universität Tübingen eine der renommiertesten Hochschulen Deutschlands. Aktuell studieren dort knapp 28.000 angehende Akademiker – somit ist rund jeder 3. Einwohner Tübingens an der Universität eingeschrieben. Die Nachfrage nach Wohnraum ist folglich groß. Die zweitgrößte Steigerung gibt es in Stuttgart, wo sich Singlewohnungen um 19 % verteuert haben. Die Preise sind mit 500 € sogar noch etwas höher als in Tübingen. In der Landeshauptstadt konkurrieren Studenten mit Pendlern, die einen Zweitwohnsitz haben, um die wenigen freien kleinen Wohnungen. Generell ist das Preisniveau in Baden-Württemberg hoch und die Kurve zeigt nach wie vor nach oben. Auch Heidelberg (+ 14 %) und Ulm (+ 12 %) zählen zu den Städten mit dem stärksten Anstieg. Ähnliche Anstiege lassen sich auch deutschlandweit in mehreren kleinen Studentenstädten beobachten. Auch in Siegen (+ 16 %), Mainz (+ 13 %) und Würzburg (+ 12 %) scheint das Potenzial bei den Mietpreisen noch nicht ausgeschöpft.

Große Preisunterschiede in Studentenstädten

Da Studenten häufig nur ein geringes Budget für die Wohnung aufbringen können, lohnt es sich, die Studienorte zu vergleichen. Denn die Unterschiede bei den Mieten sind enorm, das Studienangebot vor Ort ist hingegen oft ähnlich. So ist beispielweise die Miete in München, der teuersten Stadt, mehr als drei Mal so hoch wie in Chemnitz, der günstigsten Stadt. Viele Studiengänge sind aber gleich: Informatik oder Wirtschaftsingenieurwesen werden zum Beispiel an der TU Chemnitz genauso wie an Münchner Hochschulen angeboten. Neben Chemnitz zahlen Studenten vor allem im Osten und im Ruhrgebiet am wenigsten fürs Wohnen. In Cottbus und Halle kostet eine Singlewohnung 200 €, in Gelsenkirchen oder Duisburg 240 €. Am oberen Ende der Preisskala stehen hingegen die beliebten Großstädte mit enormem Zuzug in den vergangenen Jahren. Neben München sind das Frankfurt (540 €), Stuttgart (500 €) und Berlin (470 €). Aber auch in kleineren Städten wie Ingolstadt oder Mainz (jeweils 450 €) ist Wohnen teuer. Auch hier kann sich der Blick in das Studienangebot günstigerer Städte lohnen.

Stadt Miete Veränderung
Aachen 310 € + / – 0
Augsburg 360 € -5%
Bamberg 330 € + / – 0
Bayreuth 300 € 3%
Berlin 470 € 7%
Bielefeld 300 € 3%
Bochum 250 € + / – 0
Bonn 370 € 3%
Braunschweig 270 € 4%
Bremen 310 € -3%
Chemnitz 180 € -5%
Cottbus 200 € 5%
Darmstadt 390 € 5%
Dortmund 280 € 8%
Dresden 270 € + / – 0
Düsseldorf 400 € 3%
Duisburg 240 € + / – 0
Erfurt 270 € -4%
Erlangen 400 € 8%
Essen 280 € 4%
Frankfurt am Main 540 € 10%
Freiburg im Breisgau 420 € 2%
Fulda 350 € -3%
Gelsenkirchen 240 € 4%
Giessen 330 € -6%
Goettingen 320 € + / – 0
Greifswald 270 € + / – 0
Halle (Saale) 200 € -5%
Hamburg 420 € 2%
Hannover 340 € 6%
Heidelberg 420 € 14%
Hildesheim 260 € 4%
Ingolstadt 450 € + / – 0
Iserlohn 240 € + / – 0
Jena 310 € 3%
Kaiserslautern 250 € + / – 0
Karlsruhe 410 € 2%
Kassel 270 € -4%
Kiel 290 € 4%
Koblenz 350 € + / – 0
Köln 430 € 5%
Konstanz 420 € -2%
Leipzig 250 € 4%
Lübeck 280 € 4%
Magdeburg 220 € + / – 0
Mainz 450 € 13%
Mannheim 350 € 6%
Marburg 320 € + / – 0
München 690 € -3%
Münster 360 € 3%
Nürnberg 380 € -3%
Oldenburg 320 € + / – 0
Osnabrück 300 € 3%
Paderborn 280 € + / – 0
Passau 320 € 7%
Potsdam 320 € -6%
Regensburg 390 € 5%
Rosenheim 400 € 3%
Rostock 210 € -5%
Saarbrücken 280 € + / – 0
Siegen 290 € 16%
Stuttgart 500 € 19%
Trier 330 € 6%
Tübingen 440 € 22%
Ulm 370 € 12%
Wiesbaden 400 € 5%
Würzburg 380 € 12%

Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Mieten in 68 ausgewählten deutschen Universitätsstädten waren 80.500 auf immowelt.de inserierte Angebote mit einer Wohnfläche von bis zu 40 Quadratmetern und 1 bis 2 Zimmern. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median von Mietwohnungen und -häuser wieder, die zwischen Juli 2018 und Juli 2019 sowie im Vorjahreszeitraum angeboten wurden. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Aufgrund von Marktschwankungen sowie der Varianz der ausgewerteten Angebote wird bei prozentualen Veränderungen von – 2 bis + 2 % innerhalb eines Jahres von stabilen Preisen gesprochen.

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Jobaussichten nach dem Studium – was wird gesucht?

Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für ein Studium. Knapp 2,9 Millionen Studierende sind derzeit an deutschen Universitäten und Hochschulen immatrikuliert; das sind rund 37 % mehr als noch vor zehn Jahren. Doch welche Studienabschlüsse versprechen das beste Jobangebot? Und mit welchen Abschlüssen haben Absolventen es schwieriger, einen Job zu finden? Dafür hat der BAP-Jobnavigator die 870.460 im Dezember 2019 veröffentlichten Stellenanzeigen analysiert, die bestimmte Studienrichtungen als Jobanforderung voraussetzten.

Im Dezember 2019 wurden 177.782 Positionen ausschließlich für Akademiker ausgeschrieben. Damit richtete sich jede fünfte Stelle an Hochschulabsolventen. Dabei wurde bei 22.290 Jobangeboten explizit ein Bachelorabschluss und bei 16.294 Jobangeboten ein Masterabschluss verlangt. Die Berufschancen hängen dabei stark mit dem studierten Fach zusammen: Während Absolventen bestimmter Studienfächer fast schon die freie Wahl hatten, gab es für Studienabgänger anderer Richtungen in ganz Deutschland kein einziges Jobangebot.

Wissenschaft, IT und Consulting: Rund jede zweite Stelle ist für Akademiker ausgeschrieben

Es überrascht wenig, dass in der Wissenschaft am häufigsten eine akademische Ausbildung gefordert wird. In über 50 % aller Jobangebote wird hier in den Anforderungen ein Studienabschluss genannt. Aber auch in den IT-Berufen wünschen sich Unternehmen verstärkt Studienabsolventen (47 %), genauso wie im Bereich Consulting und Beratung (47 %).

Seltener wird ein Studienabschluss im Einkauf (29 %), im Finanz- und Rechnungswesen (24 %) und in der Verwaltung (15 %) benötigt. So gut wie keine studentischen Voraussetzungen werden im Hotel- und Gastgewerbe (3 %) sowie im Bau und Handwerk (2 %) verlangt.

Hohe Nachfrage nach Absolventen von Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften

Wie schon im Vorjahr sind Fachkräfte mit Ingenieurabschlüssen sehr begehrt – sie konnten im Dezember aus 56.948 Jobangeboten wählen. Spezialisierungen auf Maschinen- und Anlagenbau sind besonders beliebt (15.106 Jobs), gefolgt von Fahrzeugbau und Antriebstechnik (7.124 Jobs) sowie Mechatronik (6.242 Jobs). Ingenieure werden vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, IT, Technik und Produktion sowie Projektmanagement gebraucht.

Ebenfalls gute Chancen haben mit 44.563 offenen Stellen Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern, da der Abschluss auf ein breites Spektrum an Tätigkeiten vorbereitet. Betriebswirtschaftslehre und die Fachrichtung Marketing liegen mit 43.761 Jobs bzw. 13.549 Jobs deutlich vor einem volkswirtschaftlichen Abschluss (2.071 Jobs). Im Vordergrund stehen die Bereiche Consulting und Beratung, Finanz- und Rechnungswesen, Personalwesen, Einkauf oder Unternehmensführung. Aber auch der Bereich Gesundheit, Medizin und Soziales bietet Herausforderungen für Wirtschaftswissenschaftler, wobei hier insbesondere Leitungsstellen zur Auswahl standen. Explizit für Berufseinsteiger wurden 11.271 Jobs ausgeschrieben. Rund 25 % aller Jobs für Wirtschaftswissenschaftler richteten sich also an die Young Professionals. Im Fachbereich Marketing lag der Anteil dieser Stellen mit 35 % besonders hoch.

Gute Aussichten für angehende IT-Spezialisten

Im Jahr 2019 haben zwei Prozent mehr Schulabgänger ein Informatikstudium begonnen als noch vor einem Jahr. Bei der steigenden Nachfrage nach IT-Fachkräften und Spezialisten auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden diesen Studierenden sehr gute Möglichkeiten geboten: Im letzten Monat des Jahres 2019 gab es 33.824 offene Positionen für Informatik-Absolventen. Hier betrug der Anteil der Young Professional-Stellen 19 %. Auch sehr gefragt sind Wirtschaftsinformatikabsolventen mit 10.492 Jobs. Sie stellen ein Bindeglied zwischen Wirtschaft und IT dar und sind vielfältig einsetzbar, unter anderem im Bereich Consulting und Beratung.

Für Naturwissenschaftler wurden im Dezember 15.384 Positionen inseriert, von denen sich ebenfalls 19 % an Young Professionals richteten. Am beliebtesten war die Studienrichtung Chemie mit 5.746 Jobs, gefolgt von Physik mit 4.104 Jobs. Wer sich gerne mit Problemlösungen beschäftigt, für den lohnt sich ein Mathematikstudium – 6.609 Jobs waren an Mathematiker zu vergeben. Ein Geographiestudium wurde hingegen nur bei 694 Positionen gefordert. Auch Biologie wird mit 1.660 Jobangeboten weniger benötigt.

Ausgefallene Studiengänge bieten unterschiedliches Jobpotential

Bisher erst an wenigen deutschen Universitäten angeboten wird ein Studium in Public Health oder Kriminologie. Dennoch wurde im Dezember 2019 bereits in 143 bzw. 26 Positionen gezielt nach Fachkräften dieser Studienrichtungen gesucht. Eine Reise in die Vergangenheit wird Archäologie-Absolventen bei 39 Jobs geboten. Wiederum schlechte Aussichten haben Altphilologen und Asienwissenschaftler. Hier gab es im Dezember 2019 kein einziges Jobangebot. Mit einem abgeschlossenen Theologiestudium standen immerhin noch 143 Jobs zur Verfügung und Theaterwissenschaftler konnten aus 17 Jobangeboten wählen.

Über den BAP Job-Navigator

Der BAP Job-Navigator wertet monatlich die Stellenangebote aus 194 Printmedien, 164 Online-Jobbörsen, mehr als 30.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit aus. Im Zeitraum Dezember 2019 wurden insgesamt 870.460 Stellenanzeigen von 140.168 Unternehmen analysiert. Wenn mehrere Anzeigen für eine Stelle geschaltet wurden, wurden diese zusammengefasst und nicht mehrfach gezählt.

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