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Ist ein Studium was für mich? Oder nicht?

Das letzte Schuljahr ist angebrochen. Noch wenige Monate und das Thema „Schule“ ist Geschichte. Und dann? Auch wenn so mancher darauf (noch) keine Lust hat, weil das „Hotel Mama“ so bequem ist: Sie haben keine Zeit mehr zu vertrödeln. Wissen Sie, was Sie werden wollen? Wollen Sie eine klassische Ausbildung beginnen? Wollen Sie studieren? Oder interessiert Sie der Mittelweg aus Ausbildung und Studium, das „Duale Studium“?
Im Folgenden soll es vor allem um die Entscheidung gehen, ob ein Studium für Sie das Richtige ist. Ob Studium ja oder nein – in den nächsten Monaten müssen Sie eine Entscheidung treffen, die für Ihr zukünftiges Leben (nicht nur Ihr Berufsleben!) von zentraler Bedeutung ist. Sie sollten die nächste Zeit also nutzen, um sich Klarheit zu verschaffen, was Sie eigentlich wollen. Nicht nur, weil die Uhr tickt, sondern auch, weil so eine Entscheidung gut überlegt sein will.

Um es gleich zu Anfang loszuwerden: Nicht immer ist ein Studium die beste Wahl. Wer nach Realschulabschluss oder Abitur sein Berufsleben mit einer Ausbildung beginnen möchte, kann verschiedene Gründe haben: den einen schrecken die Kosten sowie ein langes und theorielastiges Studium, ein anderer hat einen Traumberuf, den man gar nicht studieren kann, der nächste möchte eine praktische Grundlage legen, bevor er/sie (vielleicht) studiert oder möchte möglichst schnell finanziell unabhängig werden.

Ein wesentlicher Grund, warum sich jemand, der für ein Studium qualifiziert wäre, dennoch für eine Ausbildung entscheidet, liegt oft im sozialen Umfeld, denn Eltern, Verwandte und Bekannte empfehlen häufig ihren eigenen Ausbildungs- und Berufsweg. Das ist verständlich, denn hier haben sie eigene Erfahrungen. Das führt dazu, dass Eltern, die studiert haben, auch ihren Kindern empfehlen, zu studieren; umgekehrt empfehlen Eltern, die eine Ausbildung gemacht haben, ihren Kindern häufig, ebenfalls eine Ausbildung zu absolvieren. Doch die Ausbildungs-Empfehlung der Eltern entspricht in vielen Fällen nicht den Talenten ihrer Kinder.

Studien zeigen, dass rund 50 % der Abiturienten aus nicht-akademischen Familien ihre Chance auf ein Studium nicht wahrnehmen. Dabei spielt die finanzielle Situation eine große Rolle, vor allem wegen der Kosten eines Studiums. Fördermittel wie BaföG oder Stipendien ermöglichen jedoch auch dann ein Studium, wenn die Eltern nicht in der Lage sein sollten, ein Studium zu finanzieren.

Was spricht für ein Studium?

Betrachtet man allein die Fakten, so springt ein wichtiges Argument für ein Studium sofort ins Auge: Akademiker weisen die mit Abstand geringste Arbeitslosenquote auf dem Arbeitsmarkt auf. In vielen Berufen werden hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht, der Bedarf wächst ständig. Zudem ist man durch viele Hochschulabschlüsse nicht auf einen einzigen Beruf festgelegt und hat somit verschiedene Möglichkeiten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen – Flexibilität ist immer mehr gefragt.

Langfristig entscheidend sind aber die eigenen Interessen: Wer schon in der Schule an bestimmten Fächern Spaß hatte und gute Noten vorweisen konnte, hat die besten Karten, wenn er hier mit einem Studium sein Wissen ausbauen und vertiefen möchte.

Daneben schult ein Studium auch sogenannte „soft skills“: Selbständigkeit, Sozialkompetenz und abstraktes Denken sind auch im späteren Berufsleben wichtig. Außerdem: Ein Studium kann eine Eintrittskarte sein. In vielen Berufen (z.B. Journalismus) ist ein Studium zwar nicht zwingend erforderlich, steigert die beruflichen Chancen aber deutlich. Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit, komplexe Themen selbständig zu recherchieren, zu analysieren und zu vermitteln fallen nicht vom Himmel. Derlei Kompetenzen lassen sich eben tatsächlich am ehesten durch ein Studium erwerben und werden auf dem Arbeitsmarkt sehr geschätzt.

Schlussendlich sind die Karrieremöglichkeiten deutlich besser: Akademiker finden nicht nur schneller einen Job, sondern steigen unternehmensintern in der Regel auch schneller auf. Die Investition in ein Studium (Zeit, Geld & Arbeit) rechnet sich also nicht nur finanziell – Akademiker haben auch die besseren Chancen auf die spannenden beruflichen Positionen.

Erste Orientierung:

Wenn Ihnen klar ist, wo Ihre Stärken liegen, was Sie interessiert und dass Sie sich in ein Studium stürzen wollen, ist der erste, wichtigste Schritt schon getan. Dann haben Sie sich vermutlich auch ­bereits von romantischen, aber nicht sehr realistischen Zukunftsträumen wie „Diplomat“ oder „Tierarzt in der Serengeti“ verabschiedet. Wenn Sie also bereits wissen, dass Sie studieren möchten: Glückwunsch! Dann sollten Sie sich die passende Beratung über die geeignete Uni, die Finanzierung und den ganzen Papierkram aber auch bei Profis holen. Denn selbst wenn Eltern, Lehrer, Bekannte, ältere Geschwister oder Freunde aus eigener Erfahrung sprechen sollten: Die meisten Tipps sind hoffnungslos veraltet. So gab es z.B. das Bachelor-/Master-System früher noch gar nicht. Auch die Zulassungsregularien verlangen Beratungs-Profis, die Sie z.B. bei den Zentralen Studienberatungsstellen der Universitäten oder den Beratungsteams der Arbeitsagenturen finden.

Wer über ein Studium in Bayern nachdenkt, dem sei die Seite www.studieren-in-bayern.de ans Herz gelegt: Hier finden Sie alle Infos über die hiesige Studienlandschaft, viele Hilfen zur Entscheidungsfindung, Finanzierung, Zugangsvoraussetzungen, Fristen sowie Informationen und Ansprechpartner. Wer im Schwabenländle studieren möchte, findet entsprechende Infos unter www.studieren-in-bw.de und www.studieninfo-bw.de

Wenn Sie noch nicht so richtig wissen, was Sie studieren möchten und wo Ihre Stärken liegen, blicken Sie einfach mal über den „Tellerrand“ des Landes Bayern: Machen Sie den Orientierungstest (OT) zur Studienorientierung und Bewerbung, der von den baden-württembergischen Hochschulen erstellt wurde. Den Orientierungstest finden Sie unter www.was-studiere-ich.de; er hilft Ihnen bei der Frage, welche Studienfächer und Berufe zu Ihren Interessen und Fähigkeiten passen. Neben dem ca. 15 Minuten dauernden „Pflichtteil“ gibt es dort auch einen neuen Fähigkeitstest, den wir nur empfehlen können. Praktisch: Sie können den Test aufteilen, unterbrechen und später wieder fortsetzen. Am Ende erhalten nur Sie eine Auswertung mit Informationen zu Ihren Studieninteressen und -fähigkeiten und Empfehlungen im Hinblick auf Studiengänge und Berufsmöglichkeiten.

Hilfreich ist auch www.studienwahl.de, auf der Sie unter dem Menüpunkt „Orientieren!“ ebenfalls viele Tipps und Hinweise für das richtige Studienfach finden. Wer sich zunächst grundlegend über die Studienabschlüsse Bachelor und Master informieren möchte oder sich dafür interessiert, was sich gegenüber den früheren Abschlüssen geändert hat, dem sei ebenfalls die Seite www.studieren-in-bayern.de empfohlen, die ausführlich die Unterschiede, verschiedenen Facetten der Bologna-Reform sowie ihre Vorgeschichte erläutert. Wenn es schon konkreter in Richtung Studium geht, dann sollte man sich vor Ort, also am besten direkt in einer Uni in der Nähe oder sogar der Wunsch-Hochschule informieren. Die Kontaktinfos aller Hochschulen in Deutschland finden Sie unter www.hochschulkompass.de.

Hilfe bei der Arbeitsagentur:

Experten für die Berufswahl sind die Studien- und Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit. Sie kennen alle wichtigen Bausteine für eine sinnvolle und zielführende Entscheidungsfindung. Carmen Gutierrez Gnam, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Stuttgart, beschreibt den Sinn eines Beratungsgesprächs folgender maßen: „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, um das Thema Berufswahl anzugehen. Nicht immer ist es sinnvoll, alle Instrumente auch einzusetzen. Welche im Einzelfall besonders gut passen, kann bei einem Beratungsgespräch schnell festgestellt werden.“ Denn die „Orientierungstools“ reichen von Self Assessment Verfahren über Entscheidungsworkshops oder Vorträge bis hin zu Praktika oder Schnupperstudium. „Dabei bleibt den meisten gerade mal Zeit, ein, höchstens zwei Praktika zu absolvieren oder auch mal eine Hochschule von innen zu sehen.“

Ob die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, kann problemlos in einem Beratungsgespräch festgestellt werden. Die Studien- und Berufsberater merken schnell, ob sich jemand schon im Vorfeld über Wunschberufe informiert hat und ob diese ehrlich mit den eigenen Interessen abgeglichen wurden. Wem nüchterne Beschreibungen im Internet nicht genügen, sollte so oft wie möglich das Gespräch mit Berufspraktikern oder Studierenden suchen, um von deren Erfahrungen und Erzählungen zu profitieren.

Hilfreich ist es, Self Assessment Verfahren im Netz zu durchlaufen. Diese sind extrem gut als Einstiegs“tool“ in die Studien- bzw. Berufsorientierung geeignet. Besonders viel erfährt man anhand von Tests, die nicht nur die reinen Interessen und Vorlieben abfragen, sondern auch Aufschluss geben über Fähigkeiten und Kompetenzen. Zum Beispiel mit dem Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, kurz SET, unter www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool

Diese Tests dauern zwischen 1 und 2 Stunden. Man kann zwischendurch Pausen einlegen, sich jederzeit wieder einloggen und an derselben Stelle weitermachen.

Weitere Informationen zum Thema Studium finden Sie hier – jede Menge Links haben wir hier zusammengestellt.

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Branchenreport Einzelhandel

Der Einzelhandel gehört mit über 3 Millionen Mitarbeitern und rund 340.000 Betrieben zu den beschäftigungsstärksten Branchen in Deutschland. Seine Mitarbeiter stellen tagtäglich die Versorgung der Menschen mit Waren des täglichen Bedarfs und anderen Gütern sicher. Sie leisten dabei gute Arbeit. Und es werden jedes Jahr mehr, denn der Einzelhandel baut ständig weiter Arbeitsplätze auf.

Der Einzelhandel präsentiert sich den Kunden und Verbrauchern mit einem breiten, laufend erneuerten Warenangebot. Diese Waren – die Spanne reicht von modischen Artikeln (z. B. Bekleidung, Schuhe) über Glas, Porzellan, Keramik sowie Schmuck und Kosmetika, technischen Gebrauchsgütern einschließlich Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Lebensmitteln und Möbeln/Küchen bis hin zu Heimwerker- und Hobbybedarf – werden von Fachgeschäften, Discountern, SB-Warenhäusern, Supermärkten, Warenhäusern, Kaufhäusern, Verbrauchermärkten, Boutiquen, Versandhäusern, Online-Händlern u. a. angeboten, präsentiert, und verkauft.

Sowohl multinationale Konzerne als auch familiengeführte Fachgeschäfte prägen den Einzelhandel in Deutschland. Die Spanne reicht

  • beim Umsatz von rund 250.000 € bis zu rund 60 Mrd. € pro Jahr,
  • bei der Beschäftigtenzahl vom reinen inhabergeführten Geschäft mit nur wenigen Beschäftigten bis zu mehr als 200.000 Mitarbeitern
  • bei den Azubis von einem Auszubildenden je Unternehmen bis zu etwa 15.000 Auszubildende pro Betrieb

Was der Handel bietet:

  • Interessante, abwechslungsreiche und krisensichere Arbeitsplätze,
  • moderne Ausbildungsberufe, gute Ausbildungsqualität,
  • spezielle Qualifizierungswege für Abiturienten,
  • Karriere mit Lehre, auch ohne Studium,
  • bedarfsgerechte, intensive Weiterbildungsaktivitäten,
  • leistungsgerechte Bezahlung,
  • flexible Arbeitszeiten,
  • gute Einkommenschancen, insbesondere für Führungskräfte,
  • Chance auf berufliche Selbstständigkeit

Vergütung

Im Bereich der Vergütung gewährleistet der hohe Anwendungsgrad der Tarifverträge ein angemessenes Mindestvergütungsniveau:

  • Das tarifliche Monatsentgelt in der wichtigsten Tarifgruppe (Verkaufstätigkeiten) beläuft sich in allen Tarifregionen (2018) in der Endstufe auf mehr als 2.500 €.
    Gezahlt werden 13,25 Tarifgehälter (inkl. tarifliches Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld).
  • Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 Wochenstunden (West) bzw. 38,5 Wochenstunden (Ost). Arbeit ab 18:30 Uhr wird zusätzlich mit 20 % Zuschlag belohnt, ab 20:00 Uhr mit 50 % Zuschlag, Arbeit an verkaufsoffenen Sonntagen mit 100 % Zuschlag.
  • Die Tarifverträge des Einzelhandels sehen eine durch die Arbeitgeberseite finanzierte tarifliche Altersvorsorge in Höhe von 300 € jährlich vor. Hierdurch wird von den Handelsunternehmen der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung gefördert, mit der die Beschäftigten ihre gesetzlichen Rentenansprüche aufstocken können.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 8:00 bis 20:00 Uhr…

Die Arbeitszeiten unterscheiden sich sehr deutlich von denen im industriellen Bereich oder in der Verwaltung. So sind die Geschäfte meist zwar an sechs Werktagen geöffnet. Die Arbeitszeitsysteme im Einzelhandel stellen jedoch im Regelfall sicher, dass eine Beschäftigung von Arbeitnehmern im Durchschnitt nur in Form einer 5-Tage-Woche erfolgt. Dies wird beispielsweise durch rollierende Arbeitszeitsysteme sichergestellt. Zwar sehen die Ladenöffnungsgesetze in den meisten Bundesländern auch die Möglichkeit einer Ladenöffnung während der Nachtzeit vor, doch werden diese Möglichkeiten nur ausnahmsweise genutzt. Für die Mitarbeiter in den Verkaufsstellen des Einzelhandels ist daher meistens zwischen 18 und 20 Uhr Arbeitsschluss. Anders als im industriellen Bereich gibt es somit im Regelfall weder (diskontinuierliche) Nachtschicht noch Sonntagsarbeit.

Ausbildung im Handel

Qualifizierung wird groß geschrieben im Einzelhandel. Insgesamt über 150.000 Auszubildende und intensive Weiterbildungsleistungen der Unternehmen unterstreichen dies. Und bei den vielfältigen Wandlungsprozessen im Einzelhandel muss es auch so sein, dass lebensbegleitendes Lernen hohe Bedeutung hat.

Grundlage für jede Karriere im Einzelhandel ist eine gute Ausbildung – entweder in einem der über 30 Ausbildungsberufe des dualen Ausbildungssystems oder in einem handelsorientierten Studiengang. Auch wenn aufgrund der zunehmenden Komplexität der Handelsprozesse und der wachsenden Internationalisierung vieler Handelsunternehmen der Akademikeranteil im Handel steigt, gilt nach wie vor, dass die praktische Berufserfahrung, die fundierte Kenntnis der Aufgaben am Point of Sale unerlässlich sind, um eine Karriere im Handel zu starten. Daher gehört der Handel nach wie vor zu den Wirtschaftsbereichen, in denen das Wort von der „Karriere mit Lehre“ absolut zutrifft: Viele Führungskräfte bis in die ganz hohen Positionen hinein und natürlich viele selbstständige Händler haben ihre Berufslaufbahn mit einer fundierten Berufsausbildung und anschließender Fortbildung im Handel begonnen.

Neue Ausbildungsverträge 2018 insgesamt in ausgewählten Berufen:

Männeranteil
Kaufmann im Einzelhandel 23.742 50 %
Verkäufer 22.947 48 %
Fachkraft für Lagerlogistik 11.028 88 %
Fachlagerist   6.228 92 %
Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk   5.703 21 %
Automobilkaufmann   5.454 63 %
Mediengestalterin Digital und Print   3.141 41 %
Fachmannfrau für Systemgastronomie   1.536 55 %
Drogistin   1.407 8 %
Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter   1.347 8 %
Kaufmann im E-Commerce   1.284 62 %
Florist   1.080 6 %
Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice      567 99 %
Gestalter für visuelles Marketing      510 11 %
Buchhändler      441 16 %
Kosmetiker      351 1 %
Bodenleger      255 98 %
Fahrradmonteur      246 92 %
Fotomedienfachmann        57 42 %
Tankwart        51 98 %
Musikfachhändler        12 62 %

Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer/Innen stehen insgesamt für rund 10 % aller in Deutschland abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Sie bereiten auf die vielfältigen Fach- und Führungsaufgaben in den Vertriebsbereichen des Einzelhandels vor. Verkauf und Kundenberatung, Anwendung und Auswertung von Warenwirtschaftssystemen, Warenpräsentation, Marketingaktivitäten, Bearbeitung des Wareneingangs, Weiterentwicklung der Warensortimente, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sind wesentliche Handlungsbereiche für Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel.

Was erwarten die Unternehmen?

Schulische Vorbildung

Für keinen der Berufe im dualen Ausbildungssystem ist ein bestimmter Mindest-Schulabschluss vorgegeben: Jeder Ausbildungsberuf steht bei entsprechender Eignung grundsätzlich sämtlichen Schulabgängern offen. Dennoch haben sich gewisse Schwerpunkte herausgebildet: Die Anforderungen der Berufe und die Wünsche von Betrieben wie Jugendlichen haben Einfluss. In den zentralen Einzelhandelsberufen Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/-in werden vorwiegend Realschulabsolventen und Hauptschulabgänger ausgebildet. Wer den Hauptschulabschluss nicht geschafft hat, hat also nur in Ausnahmefällen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel.

Im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel werden recht häufig und gern auch Abiturienten bzw. Hochschulzugangsberechtigte zur Ausbildung eingestellt. Zudem gibt es mit den sog. Abiturientenqualifizierungsgängen besondere Qualifizierungswege, in denen auf dem Weg zum Fortbildungsabschluss Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder Handelsfachwirt auch der Ausbildungsabschluss Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel erworben wird.

Qualifikation und Interessen

Wichtig sind für die Unternehmen des Einzelhandels insbesondere folgende Qualifikationen bzw. Eigenschaften:

  • Kontaktfreude, freundliches Auftreten, Offenheit für Neues,
  • gepflegtes und umgängliches Auftreten,
  • Spaß an Kundenberatung, Kommunikationsfähigkeit,
  • Serviceorientierung, Teamorientierung,
  • Beherrschung der Grundrechenarten (inkl. Dreisatz und Prozentrechnen) und der deutschen Sprache,
  • Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit,
  • Mobilitätsbereitschaft,
  • Flexibilität, Denken in Zusammenhängen,
  • Bereitschaft zum lebensbegleitenden Lernen,
  • Freude am Umgang mit Waren der verschiedensten Art,
  • Leistungsorientierung,
  • körperliche Fitness,
  • je nach Standort und Kundenstruktur auch Fremdsprachenkenntnisse und vor allem auch
  • Interesse am Beruf, am Wirtschaftszweig und am Handelsunternehmen

Vielfach ist der persönliche Eindruck des Unternehmens vom Bewerber bzw. von der Bewerberin deutlich wichtiger als einzelne Schulnoten.

Abiturientenausbildungsgänge, Studium

Der Einzelhandel bietet leistungsorientierten jungen Leuten mit Hochschulreife sehr interessante Ausbildungswege an, die eine besonders interessante Alternative zum Hochschulstudium darstellen:

Berufsintegrierte Bildungsgänge

  • zum/zur Handelsfachwirt/zur Handelsfachwirtin oder
  • zum/zur Fachwirt/in für Vertrieb im Einzelhandel

Innerhalb von zweieinhalb bis drei Jahren kann man so ergänzend zum Ausbildungsabschluss und zur AEVO-Prüfung in einem einzigen Bildungsgang bereits auch den Fortbildungsabschluss als wichtige Eintrittskarte für Führungspositionen im Einzelhandel erwerben.

Berufsakademien, duale Studiengänge, Hochschulstudium

Zahlreiche Handelsunternehmen kooperieren auch mit Berufsakademien und Fachhochschulen, um in Bachelorstudiengängen Führungsnachwuchskräfte auszubilden. Ein sechs- bis achtsemestriges Studium wird im dualen Studium mit einer betrieblich-praxisorientierten Ausbildung kombiniert. Und für eine größer werdende Zahl an Arbeitsplätzen im Handel ist auch ein betriebswirtschaftliches Hochschulstudium zum Bachelor (an einer Universität oder Fachhochschule) besonders hilfreich.

So verzahnen Handelsunternehmen Ausbildungs- und Fortbildungsberufe zu Laufbahnmodellen, um klare Entwicklungsperspektiven zu markieren. Denn die Branche setzt traditionell sehr stark auf beruflich qualifizierte Mitarbeiter. Auch unter den Führungskräften finden sich trotz steigender Akademikerbeschäftigung weit mehr beruflich als hochschulisch Qualifizierte.

Der erste Baustein für die zukünftige Karriere kann im Rahmen der im Handel so beliebten Abiturientenprogramme, die in einem kompakten dreijährigen Qualifizierungsweg einen Ausbildungsabschluss (zumeist Kaufmann im Einzelhandel) und einen Fortbildungsabschluss (Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel) sowie zumeist auch die Ausbildereignungsprüfung (AEVO) ermöglichen, gleich zu Beginn der beruflichen Entwicklung gelegt werden. Knapp 10.000 junge Menschen nutzen diesen Qualifizierungsweg, der von immer mehr Handelsunternehmen angeboten und zusammen mit Bildungszentren des Handels durchgeführt wird.

Es gibt aber noch einen zweiten Weg: Im Anschluss an die Ausbildung etwa im Beruf Kaufmann im Einzelhandel folgt zunächst eine Phase der beruflichen Praxis, begleitet von der sogenannten Anpassungsweiterbildung. Erst einige Zeit später folgt dann die Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfung.

Weiterbildung und Karriere im Handel

Eine gute Ausbildung bietet zwar einen guten Start in das Berufsleben. Sie reicht aber schon lange nicht mehr aus, um 40 oder 45 Jahre lang beruflichen Erfolg zu haben. Lebensbegleitende Weiterbildung ist für jeden unumgänglich, um die schneller werdenden Veränderungen im Arbeitsleben bewältigen und gestalten zu können. Nur mit Weiterbildung wird die eigene Beschäftigungsfähigkeit erhalten und der berufliche Aufstieg vorbereitet.

Der Handel hat daher seine Weiterbildungsleistungen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Gut die Hälfte der Handelsunternehmen führte 2014 Weiterbildungsmaßnahmen durch oder ermöglichte es Beschäftigten, sich weiterzubilden (IAB-Betriebspanel). So besagt eine aktuelle Studie über „Digitalisierung am Arbeitsplatz“:

  • 86 % der Beschäftigten im Handel setzen Informations- und Kommunikationstechnik am Arbeitsplatz ein.
  • Für 80 % der Beschäftigten im Handel hat sich in den letzten fünf Jahren die technologische Ausstattung am Arbeitsplatz geändert.
  • 52 % der Beschäftigten im Handel sagen, dass sich durch die technologischen Neuerungen die eigene Arbeitsleistung erhöht hat.
  • Nur 9 % der Handelsbeschäftigten glauben, dass ihr Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren durch Maschinen überflüssig wird.

Im Handel können engagierte und leistungsorientierte junge Menschen bereits nach wenigen Jahren beruflicher Bildung und Praxis attraktive Karrierepositionen, zum Beispiel Abteilungsleiter/in oder Filialleiter/in, erreichen. Grundlage ist ein guter Ausbildungsabschluss, der durch einen Fortbildungsabschluss und betriebsinterne Weiterbildung ergänzt und erweitert wird.

Für aufstiegsorientierte Beschäftigte stehen im Handel verschiedene Fortbildungsberufe zur Verfügung, die gleichwertig zum hochschulischen Bachelor sind. Dies belegt die Zuordnung sowohl des Bachelors als auch der Fortbildungsberufe auf dem Niveau sechs des Deutschen und des Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR bzw. EQR). In der Praxis, in der es weniger auf einen bestimmten Abschluss als vielmehr auf die berufliche Kompetenz ankommt, konkurrieren diese beiden Qualifizierungswege miteinander.

Wichtige Beispiele für Fortbildungsberufe im Handel sind:

  • Geprüfter Handelsfachwirt – die mit rund 6.000 Prüflingen im Jahr am stärksten nachgefragte Fortbildungsprüfung
  • Geprüfter Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel – die Fortbildungsprüfung für Führungskräfte in vertrieblichen Aufgabenfeldern des Einzelhandels
  • Geprüfter Fachwirt für E-Commerce – Fortbildungsprüfung für die Wahrnehmung gehobener kaufmännischer Fach- und Führungsaufgaben in E-Commerce-Bereichen
  • Stärker funktionsorientierte Fortbildungsprüfungen wie Personalfachwirt, Fachwirt für Marketing, Controller, Fachwirt für Einkauf, Meister für Lagerlogistik.

Karriereschritte nach der Ausbildung

Wichtige Karrierestationen im Einzelhandel sind (zwischen den unterschiedlichen Unternehmenstypen und -größen gibt es Abweichungen hinsichtlich der Bezeichnungen und Hierarchiestufen):

  • Erstverkäufer, Erstverkäuferin
  • Substitut, Substitutin (auch stellvertretende/r Abteilungsleiter/-in); Teamleiter/-in
  • Verkaufsstellenleiter, Verkaufsstellenleiterin
  • Filialleiter, Filialleiterin oder Marktmanager/-in
  • Abteilungsleiter, Abteilungsleiterin
  • Bezirksleiter, Bezirksleiterin
  • Gebietsverkaufsleiter/-in
  • Einkäufer, Einkäuferin; Werbeleiter, Werbeleiterin; Personalleiter, Personalleiterin
  • Geschäftsführer, Geschäftsführerin
  • selbstständige/r Unternehmer, Unternehmerin

Steckbriefe ausgewählte Studiengänge und Ausbildungen im Handel mit Videos:

Interessante Seiten zur Bildung im Handel:

 

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Welcher Auslandsaufenthalt passt zu wem?

Immer mehr Schüler nutzen die Zeit nach dem Abi für einen Auslandsaufenthalt. Doch wohin soll es gehen und zu welchem Zweck? Hilfe leisten oder doch lieber Uniluft schnuppern? Erste Berufserfahrung sammeln oder Sprachkenntnisse ausbauen? Gut ist es, sich zunächst klar zu machen, was den Antrieb gibt. Die Ansätze sind unterschiedlich, breit das Angebot. Julia Kirn, Expertin für Arbeitseinsätze und Praktika im Ausland bei den Carl Duisberg Centren, gibt eine Orientierung:

Gutes tun im Ausland

Steht der Wunsch nach sozialem Engagement im Vordergrund, bieten sich sogenannte Freiwilligendienste an. Projekte gibt es im sozialen oder ökologischen Bereich und im Tierschutz. Hier unterscheidet man finanziell geförderte und nicht geförderte Freiwilligeneinsätze. Die geförderten Programme – oft Freiwilliges Soziales Jahr genannt – dauern in der Regel sechs bis zwölf Monate und schonen den Geldbeutel. Flexibilität bei Einsatzort und Projekt sind gefragt sowie eine sehr frühzeitige Planung mindestens ein Jahr im Voraus. Wer einen Freiwilligeneinsatz plant, kann sich jetzt über einen privaten Anbieter für Einsätze in nicht-geförderte Projekte vermitteln lassen. Einsatzort, Projekt und Abreisedatum sind hier frei wählbar. Die Aufenthaltszeit liegt in der Regel bei zwei bis zwölf Wochen, je nach Laufzeit des Visums. Mit einer Vorlaufzeit von circa drei Monaten sind Aufenthalte hier auch kurzfristig möglich. Helfer zahlen eine Vermittlungsgebühr an die deutsche Organisation sowie Anreise, Kost und Logis. Denn die Projekte vor Ort erhalten keine Förderung und können somit die Kosten für die Volontäre nicht selbst tragen. Interessante Projekte warten weltweit auf engagierte Helfer: Die Spanne reicht vom Grundschulunterricht in Indien über Schildkrötenschutz auf Sri Lanka bis hin zu Umweltschutzaktivitäten in Nordamerika und in neuseeländischen Nationalparks. Beliebtes Reiseziel ist Südafrika. Exotik und die englische Landessprache sind für viele eine gute Kombi.

Auf Schnupperkurs im Berufsalltag

Schüler, die den Berufsalltag kennenlernen und auch ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten, planen am besten ein Arbeitspraktikum im Ausland. Für volljährige Schulabgänger ist dies auch ohne Vorkenntnisse möglich. Flexibilität ist aber gefragt: Bewerber geben in der Regel beim deutschen Vermittler mehrere Wahlbereiche an, von denen einer umgesetzt wird. Im Bereich Medizin, Forschung und Wissenschaft gibt es keine Praktika. Langzeitpraktika empfehlen sich im europäischen Ausland, Praktika in Übersee wie etwa Australien oder Neuseeland eignen sich für Aufenthalte von vier bis zwölf Wochen. Neben beliebten Ländern wie England oder Irland bieten sich auch Reiseziele wie etwa China an, die sich ebenfalls gut im Lebenslauf machen. In London und Dublin können bereits 17-Jährige ein Praktikum im Bereich Office Administration absolvieren.
Abiturienten, die bereits über fortgeschrittene Englischkenntnisse verfügen und ihre berufliche Zukunft in Wirtschaft und Business Management sehen, können ein fachliches Kurzstudium in Kanada belegen. Sie erhalten so einen wertvollen Einblick in die gewünschte Studienrichtung. Kurzstudiengänge dauern in der Regel zwischen vier und 36 Wochen und schließen mit einem entsprechenden Diplom oder Zertifikat ab. Ideal ist die Kombination aus Kurzstudium und unmittelbar folgendem Praktikum. Der Einstieg ist in der Regel monatlich möglich. Für die Kombi mit einem Praktikum oder ab einer Aufenthaltsdauer von 24 Wochen ist anstelle eines Touristenvisums ein Studentenvisum erforderlich.

Jobben und Reisen für Abenteurer

Für die Abenteuerlustigen und besonders Selbständigen unter den Abiturienten ist nach wie vor das Working Holiday Visum für Australien, Neuseeland oder Kanada die Empfehlung. Es ermöglicht jungen Menschen ab 18 Jahren, bis zu einem Jahr in diesen Ländern zu verbringen und vor Ort auch Geld zu verdienen. Die Teilnehmer sind flexibel und wechseln ganz nach Lust und Laune Aufenthaltsort und Job. Arbeitsmöglichkeiten finden sich vor allem in den Bereichen Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel und Landwirtschaft. So lässt sich auch eine längere Reise mit geringeren finanziellen Mitteln planen. Wenig erfreulich für alle, die nach Kanada möchten: Das Working Holiday Visum wird seit Anfang 2016 nur noch in begrenzter Anzahl verlost – schlechte Voraussetzung für eine sichere Planung. Für alle Down Under Fans empfiehlt sich mittlerweile Neuseeland, da Australien vielerorts überlaufen ist. Auch in Neuseeland hat man sich auf die Arbeitsuchenden eingestellt – landschaftlich steht es Australien in nichts nach. Weiterer Vorteil: Das Visum ist günstiger. Während man für Australien circa 300 € zahlt, ist es für Neuseeland nur die Hälfte.

Sprachkenntnisse ausbauen

Wer vor allem seine Sprachkenntnisse systematisch ausbauen oder auffrischen möchte, sollte über einen Langzeitsprachkurs nachdenken. Die direkte Anwendung der Fremdsprache im Alltag tut ihr übriges: sei es im Gespräch mit der möglichen Gastfamilie, beim Bummel durch die City oder am Strand mit Einheimischen – das Gelernte wird gleich erprobt und gefestigt. Und wer am Ende seines Aufenthalts eine Prüfung ablegt, kann ein international anerkanntes Sprachzertifikat wie etwa IELTS oder TOEFL mit nach Hause nehmen. Sprachzertifikate sind eine gute Referenz für den Lebenslauf und Voraussetzung für viele internationale Studiengänge. Generell bietet es sich an, auch vor Auslandspraktika oder Freiwilligeneinsätzen einen Sprachkurs vorwegzuschalten. Er erleichtert das Ankommen im Gastland, sichert erste Kontakt und aktiviert die Sprachkenntnisse.

Schwerpunkt Land und Leute

Wer noch nicht auf eigene Faust losziehen möchte oder für Arbeitsaufenthalte oder Praktika noch zu jung ist, kann mit dem deutschen Schulabschluss in der Tasche im Ausland auch noch in die Schuluniform schlüpfen. Ohne Notenstress oder den Blick auf die Rückkehr ins deutsche Schulsystem besteht auch nach dem Abi die Möglichkeit eines High School Aufenthalts. In keinem Programm können Schüler besser in Land, Sprache und Kultur einzutauchen. Sie leben in Gastfamilien, haben einen geregelten Schulalltag und Zeit, sich auf ihre weitere Zukunft vorzubereiten. Motivation für die „Schule nach der Schule“ kann auch die Vorbereitung auf Universität und Beruf sein. Denn sogar Fächer wie Business, Videoproduktion, Schreinern oder Design stehen zur Auswahl. Gastfamilien- oder Internatsprogramme für Abiturienten gibt es in Neuseeland, Australien, Nordamerika oder Großbritannien. Anspruchsvolle Kurse, die auch der Univorbereitung dienen, kennzeichnen das Post Graduate Year, das in Verbindung mit einem Internatsaufenthalt an Schulen in den USA und Kanada möglich ist.

Rechtzeitige Planung ist für alle Programme notwendig: die Anmeldung sollte mindestens drei Monate, beim High School Aufenthalt sechs Monate vor Reisebeginn erfolgen.

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(Duales) Studium Handelsbetriebswirtschaft

Das grundständige Studienfach Handelsbetriebswirtschaft vermittelt wissenschaftliches und praktisches Grundlagenwissen in Handelsbetriebslehre, ‑controlling, ‑management, ‑marketing, Personalführung oder Rechnungswesen. Handelsbetriebswirtschaft kann man auch im Rahmen von dualen Studiengängen studieren.

Mögliche grundständige Studiengänge:

  • Betriebswirtschaftslehre (Handel und Dienstleistungen)
  • Betriebswirtschaftslehre (Modemanagement)
  • Handelsmanagement und E-Commerce
  • International Business and Fashion Management
  • Internationales Handelsmanagement
  • Management und Vertrieb (Handel)

Zugangsvoraussetzungen

  • an Fachhochschulen und Berufsakademien: mindestens die Fachhochschulreife
  • ggf. Bestehen eines hochschulinternen Auswahlverfahrens
  • ggf. Nachweis über ein Vorpraktikum
  • •ggf. Nachweis von Kenntnissen in Englisch und in einer weiteren modernen Fremdsprache

Inhalte des Studiums

Die Studierenden besuchen Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen an der Hochschule, z.B. in folgenden Modulen:

  • Business Strategy / Entrepreneurship
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Handelscontrolling
  • Handelsmanagement
  • Handelsmarketing
  • Handelsrecht
  • Human Resource Management
  • Marktforschung und ‑psychologie
  • Qualitäts- und Umweltmanagement
  • Statistik
  • Supply Chain Management
  • Volkswirtschaft

Nach dem Studium

Wer ein Bachelorstudium in Handelsbetriebswirtschaft absolviert hat, kann z.B. in den Tätigkeitsfeldern Einkauf, Beschaffung, Vertrieb, Verkauf oder Management, Unternehmensführung ins Berufsleben einsteigen. Für Führungspositionen wird im Anschluss an das Bachelorstudium i.d.R. ein Masterabschluss erwartet. Eine Fortsetzung des Studiums bietet sich beispielsweise in weiterführenden Studienfächern wie Handelsbetriebswirtschaft, Internationale Wirtschaft, Marketing oder Vertrieb an. Stand: 01.10.2018

Zum Film:

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Die Qual der Wahl – Ausbildung oder Studium?

Das letzte Schuljahr vergeht wie im Fluge. Wer das bedenkt, ist gut beraten, sich frühzeitig mit der Frage zu beschäftigen, wie es denn nach dem Schulabschluss weitergehen soll. Vor allem Gymnasiasten mit der begründeten Erwartung, das Abitur (mit welchem Notenschnitt auch immer) zu schaffen, stehen vor drei Optionen: Beginne ich eine Ausbildung? Oder will ich (an einer Universität oder Fachhochschule) studieren? Oder entscheide ich mich für eine Mischform aus Ausbildung und Studium, für ein sogenanntes Duales Studium? Egal welche Entscheidung man trifft, jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Es gilt also die Entscheidung zu treffen, die mit den persönlichen Vorstellungen und Zukunftsplanungen am ehesten übereinstimmt.

Die Ausbildung

Die Ausbildung ist der häufigste Start ins Berufsleben in Deutschland. Die Ausbildung im dualen System erfolgt an zwei Lernorten, dem Betrieb und der Berufsschule. Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule. Darüber hinaus ist es vielerorts an Berufsschulen auch möglich, Zusatzqualifikationen zu erwerben. Bei Besuch einer berufsbildenden Schule (Schule mit Berufsabschluss) ist die duale Ausbildung durch den allgemeinbildend/theoretischen Unterricht und den praktischen Werkstattunterricht sichergestellt.

Die Ausbildung in den Betrieben findet an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen (Länderrechtliche Regelungen: je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr) werden Berufsschultage angeboten. Alternativ wird auch sogenannter Blockunterricht durchgeführt. Das bedeutet, dass der Auszubildende bzw. Lehrling für bis zu acht Wochen am Stück vollständig nur in der Schule ist. Sie wird oft ergänzt durch die überbetriebliche Ausbildung, die in eigenen Werkstätten der Handwerksinnungen und Kammern stattfindet. Diese überbetrieblichen Lehrgänge sollen die Ausbildungsdefizite, die durch die Spezialisierung vieler Betriebe entstanden sind, ausgleichen. Die Dauer solcher Lehrgänge kann drei bis vier Wochen pro Jahr betragen. Einige Lehrgänge sind, je nach Ausbildungsberuf, in der jeweiligen Ausbildungsordnung vorgeschrieben, andere sind freiwillig.

Während der Berufsausbildung ist eine Zwischenprüfung abzulegen, die den Erfolg der bisherigen Ausbildung aufzeigen soll. Diese findet in etwa in der Mitte der Ausbildung statt. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, in der die zu Prüfenden ihre berufliche Handlungskompetenz nachweisen müssen. Im Handwerk heißt die Abschlussprüfung traditionell Gesellenprüfung.

Vorteile einer Ausbildung:

  • Einkommen: Wer finanziell schnell auf eigenen Füßen stehen möchte, dem bietet sich eine Berufsausbildung an. Ein Azubi verdient ab dem ersten Tag.
  • Schulabschluss & Noten: Für die meisten Ausbildungsberufe ist ein ordentlicher Realschulabschluss völlig ausreichend; wer ein Abitur vorweisen kann, dem stehen praktisch alle Ausbildungsberufe offen – selbst mit schlechten Noten.
  • Praxis: Eine Berufsausbildung vermittelt genau das, was in dem jeweiligen Beruf gebraucht wird. Anders als in der Schule erklärt sich damit der Sinn theoretischer Ausbildungsbestand-teile sofort, denn der Azubi kann täglich in seinem Betrieb nachvollziehen, das dieses Wissen tatsächlich gebraucht wird.
  • Schneller Start: Der Start ins Berufsleben erfolgt praktisch mit dem ersten Tag, Azubis werden in die betrieblichen Abläufe einbezogen und können sofort loslegen.
  • Übernahme: Bei guten Leistungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, nach Ausbildungsende übernommen zu werden. Das ist für den Betrieb ja der Sinn: Junge Menschen auszubilden und zu übernehmen, die den Betrieb und seine Abläufe schon genau kennen und das Unternehmen aktiv mit voranbringen.
  • Vorbereitung auf ein Studium: Das sehen die Betriebe nicht immer gern, aber legitim ist es schon – wer nach seiner Ausbildung ein Studium beginnt, der weiß bereits, auf was es in der Praxis ankommt und wo es klemmt. Und wer sein Studium erfolgreich abschließt, der hat bei der Jobsuche die besten Karten, denn diese Mischung aus Praxiserfahrung und Theoriewissen macht aus dem Absolventen eine gesuchte Fachkraft.

Nachteile einer Ausbildung:

  • Gehalt: Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung verdient man zwar nicht schlecht, aber gerade langfristig weniger als mit abgeschlossenem Studium. Und: Die Gehaltsschere geht immer weiter auseinander, je länger man im Berufsleben ist.
  • Aufstiegschancen: Die sind bei Akademikern eindeutig besser. Die Wahrscheinlichkeit einer Beförderung in die Führungsebenen eines Unternehmens ist mit abgeschlossenem Studium ungleich höher.

Das Universitäts-Studium

Universitäten kennzeichnet ihre wissenschaftliche und forschungsorientierte Ausrichtung. Es gibt zwar keinen bis ins letzte geregelten Studienablauf, so dass Sie als Student ein wenig mehr Freiraum bei der Studienorganisation haben. Trotzdem sind die organisatorischen Vorgaben seit der Einführung der Bachelor-/Master-Studiengänge heute sehr viel straffer als früher. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Mit guten oder sehr guten Noten können Sie grundsätzlich alle Studiengänge belegen; mit einer fachgebundenen Hochschulreife nur die der entsprechenden Fachrichtung. Daneben gibt es für viele Studiengänge bundesweite und/oder hochschulspezifische Zulassungsvoraussetzungen und -Tests.

Vorteile eines Universitäts-Studiums:

  • Profundes Wissen: Wenn es ein Sachgebiet gibt, dass Sie so richtig interessiert, dann sind Sie an einer Universität richtig. Hintergründe, Geschichte, Theorien, Forschung, aktuelle Entwicklungen – an einer Universität wird mit wissenschaftlichem Anspruch gelehrt, und das merkt man.
  • Freiheit: Auch wenn es mit der „Akademischen Freiheit“ in Zeiten von Bachelor und Master nicht mehr wirklich weit her ist – das Studium ist ziemlich verschult geworden – haben Sie an einer Uni immer noch die größten Freiheiten, in welche Richtung Sie Ihr Wissen erweitern möchten. Und sein Leben in einer fremden Unistadt selbst in die Hand zu nehmen, ist ja auch ein faszinierendes Stück Freiheit, nicht?
  • Praktika: Sind das A und O eines Studiums, denn nur so erfahren Sie jenseits der vielen Theorie, welche Richtung Ihnen am besten gefällt.
  • Karriere: Ein Studium wird auch in Zukunft ein Karrieresprungbrett sein, nirgends sonst sind die Aufstiegsmöglichkeiten besser. Und Akademiker werden seltener arbeitslos.
  • Gehalt: Wer ein Studium vorweisen kann, steigt mit einem deutlich höheren Gehalt in den Berufsmarkt ein, als etwa mit einer Berufsausbildung. Da lohnt es sich schon, während des Studiums ein paar Jahre lang den Gürtel enger zu schnallen.
  • Status: Ein akademischer Grad ist nicht allein eine Sache der persönlichen Eitelkeit, sondern ist (siehe oben) neben beruflichen Aspekten auch gesellschaftlich vorteilhaft, denn der persönliche Status steigt. Das wird schon relevant, wenn man eine Wohnung sucht: Vermietern sind Akademiker oft als Mieter lieber.

Nachteile eines Universitätsstudiums:

  • Disziplin und Wille: Ein Studium dauert lange und ist anstrengend. Das hält nur durch, wer neben dem nötigen Grips auch den Willen und die Disziplin mitbringt, das Studium bis zum Abschluss durchzuziehen.
  • Kosten: Mehrere Jahre lang ist Schmalhans Küchenmeister, denn schließlich muss ein Student neben allerlei Gebühren auch seinen Lebensunterhalt bezahlen. Bei monatlichen Kosten zwischen 600 und 1.000 € läppern sich schnell gehörige Kosten zusammen und nebenher zu jobben ist nur eingeschränkt möglich. Auch BAföG und Studienkredite sind nur ein kleiner Trost, denn beides muss man später zurückzahlen.
  • Wenig Praxis: Universitäten vermitteln sehr viel Theorie. Wie diese dann in die Praxis umzusetzen ist, steht allerdings nicht auf dem Lehrplan. Hier sind Praktika sehr wichtig.

Das Fachhochschul-Studium

Fachhochschulen (oder auch Hochschulen der angewandten Wissenschaften, University of Applied Sciences) bilden mit einem stärkeren Praxisbezug aus und bieten hauptsächlich Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Design und Sozialwesen an. Der Ablauf des Studiums ist klar in der Studienordnung definiert. Oft muss vor Studienbeginn auch ein fachspezifisches Praktikum absolviert werden. Zugangsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife.

Vorteile eines Fachhochschul-Studiums:

  • Mehr Praxis: Allein schon durch vorgeschriebene Pflichtpraktika ist der Praxisbezug deutlich größer. Und auch der Stoff wird weniger theorielastig vermittelt.
    Unternehmenskontakte: Pflichtpraktika sorgen frühzeitig für Kontakte zu Firmen, die nach Studienende für den Berufseinstieg sehr nützlich sind; auch Diplomarbeiten entstehen häufig im Rahmen von Kooperationen.
  • Struktur: Wer Probleme hat, sich selbst effizient zu organisieren, ist an einer FH goldrichtig, denn das Studium ist stark verschult. Feste Stundenpläne und klar strukturierte Abläufe sorgen dafür, dass auch schlechter organisierte Studenten nicht den Anschluss verlieren.
  • Nur Fachabi: An einer FH ist keine allgemeine Hochschulreife erforderlich, das Fachabi tut´s auch.

Nachteile eines Fachhochschul-Studiums:

  • Image: Noch immer haben FH-Abschlüssen bei vielen Unternehmen nicht den gleichen guten Ruf wie Universitätsabschlüsse. Das spiegelt sich auch im Einstiegsgehalt wider, dass bei FH-Absolventen etwas unter denen von Uni-Absolventen liegt.
  • Kosten: Hier ist kein großer Unterschied zu einer Uni festzustellen, wenn überhaupt. Die Kosten liegen praktisch gleichauf.

Das Duale Studium

Das Duale Studium bezeichnet eine Sonderform, nämlich das berufsbegleitende Studium an der Dualen Hochschule (DH). Die Besonderheit: An einer Dualen Hochschule kann nur studieren, wer einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen vorweisen kann. Duale Studiengänge werden jedoch nicht in allen Fachrichtungen angeboten; am häufigsten sind Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Wirtschaftsinformatik.

Vorteile eines Dualen Studiums:

  • Gehalt: Ein Duales Studium beinhaltet immer auch ein Gehalt, das vom ausbildenden Betrieb bezahlt wird. Das bedeutet deutlich mehr finanzielle Spielräume als bei jeder anderen Art zu studieren.
  • Theorie und Praxis: Durch die konkrete Einbindung in ein bestimmtes Unternehmen und sich abwechselnde Theorie- und Praxisphasen besteht ständig ein konkreter Bezug zur realen Arbeitswelt, was vieles verständlicher, sinnvoller und nachvollziehbarer wirken lässt.
  • Zwei für eines: „Dual“ bedeutet, dass nicht nur eine Ausbildung, sondern gleichzeitig ein akademisches Studium absolviert wird. Das heißt: In relativ kurzer Zeit hat man nicht nur einen Berufsabschluss, sondern auch einen Studienabschluss in der Tasche.
  • Übernahme: Das Unternehmen, bei dem Sie ein Duales Studium absolvieren, übernimmt Sie mit höchster Wahrscheinlichkeit – nur aus diesem Grund trägt der Betrieb schließlich die hohen Kosten.
  • Kein Abitur: Aber die Fachhochschulreife sollte es zumindest sein. Damit kommt ein Duales Studium auch für begabte und engagierte Realschulabsolventen in Frage.
    Aufstiegschancen: Wer sein Duales Studium mit Erfolg abschließt, kann mit besten Karriereperspektiven rechnen; Gehalt und Aufstiegschancen sind überdurchschnittlich gut.

Nachteile eines Dualen Studiums:

  • Freizeit: Gibt es nur sehr wenig, Ausbildung und Studium zugleich bedeutet eine Doppelbelastung, die kaum Raum für anderes lässt. Fleiß und Durchhaltevermögen sind unverzichtbar.
  • Festlegung: Das Unternehmen, bei dem Sie ein Duales Studium absolvieren, prägt Sie auf die eigenen Anforderungen und bildet vorrangig für die eigenen Bedürfnisse aus. Das kann ggfls. einen späteren Wechsel erschweren.
  • Nur Bachelor: Der Erwerb eines Masters (oder gar eine Promotion) sind nicht vorgesehen. Für den Start ins Berufsleben muss also ein Bachelor reichen.

Fazit:

Berufsausbildung, Studium an Uni, FH oder ein Duales Studium – die Wahl fällt nicht leicht. Neben Interessensfragen sind auch berufliche Perspektiven, finanzielle Aspekte, Arbeitsplatz-Sicherheit und die eigene Persönlichkeit wichtige Entscheidungsgrößen: Brauche ich (stark) strukturierte Abläufe? Oder kann ich mich über mehrere Jahre selbst motivieren, um ständig am Ball zu bleiben? Der erste Schritt sollte also eine gründliche Selbstanalyse darstellen; erst wenn Sie sich ein ungeschminktes Bild ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten gemacht haben, können Sie eine fundierte Entscheidung über Ihre weiteren beruflichen Schritte treffen. Damit Ihre Zukunft nicht zum Glücksspiel wird.

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