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Die Qual der Wahl – Ausbildung oder Studium?

Das letzte Schuljahr vergeht wie im Fluge. Wer das bedenkt, ist gut beraten, sich frühzeitig mit der Frage zu beschäftigen, wie es denn nach dem Schulabschluss weitergehen soll. Vor allem Gymnasiasten mit der begründeten Erwartung, das Abitur (mit welchem Notenschnitt auch immer) zu schaffen, stehen vor drei Optionen: Beginne ich eine Ausbildung? Oder will ich (an einer Universität oder Fachhochschule) studieren? Oder entscheide ich mich für eine Mischform aus Ausbildung und Studium, für ein sogenanntes Duales Studium? Egal welche Entscheidung man trifft, jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Es gilt also die Entscheidung zu treffen, die mit den persönlichen Vorstellungen und Zukunftsplanungen am ehesten übereinstimmt.

Die Ausbildung

Die Ausbildung ist der häufigste Start ins Berufsleben in Deutschland. Die Ausbildung im dualen System erfolgt an zwei Lernorten, dem Betrieb und der Berufsschule. Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule. Darüber hinaus ist es vielerorts an Berufsschulen auch möglich, Zusatzqualifikationen zu erwerben. Bei Besuch einer berufsbildenden Schule (Schule mit Berufsabschluss) ist die duale Ausbildung durch den allgemeinbildend/theoretischen Unterricht und den praktischen Werkstattunterricht sichergestellt.

Die Ausbildung in den Betrieben findet an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen (Länderrechtliche Regelungen: je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr) werden Berufsschultage angeboten. Alternativ wird auch sogenannter Blockunterricht durchgeführt. Das bedeutet, dass der Auszubildende bzw. Lehrling für bis zu acht Wochen am Stück vollständig nur in der Schule ist. Sie wird oft ergänzt durch die überbetriebliche Ausbildung, die in eigenen Werkstätten der Handwerksinnungen und Kammern stattfindet. Diese überbetrieblichen Lehrgänge sollen die Ausbildungsdefizite, die durch die Spezialisierung vieler Betriebe entstanden sind, ausgleichen. Die Dauer solcher Lehrgänge kann drei bis vier Wochen pro Jahr betragen. Einige Lehrgänge sind, je nach Ausbildungsberuf, in der jeweiligen Ausbildungsordnung vorgeschrieben, andere sind freiwillig.

Während der Berufsausbildung ist eine Zwischenprüfung abzulegen, die den Erfolg der bisherigen Ausbildung aufzeigen soll. Diese findet in etwa in der Mitte der Ausbildung statt. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, in der die zu Prüfenden ihre berufliche Handlungskompetenz nachweisen müssen. Im Handwerk heißt die Abschlussprüfung traditionell Gesellenprüfung.

Vorteile einer Ausbildung:

  • Einkommen: Wer finanziell schnell auf eigenen Füßen stehen möchte, dem bietet sich eine Berufsausbildung an. Ein Azubi verdient ab dem ersten Tag.
  • Schulabschluss & Noten: Für die meisten Ausbildungsberufe ist ein ordentlicher Realschulabschluss völlig ausreichend; wer ein Abitur vorweisen kann, dem stehen praktisch alle Ausbildungsberufe offen – selbst mit schlechten Noten.
  • Praxis: Eine Berufsausbildung vermittelt genau das, was in dem jeweiligen Beruf gebraucht wird. Anders als in der Schule erklärt sich damit der Sinn theoretischer Ausbildungsbestand-teile sofort, denn der Azubi kann täglich in seinem Betrieb nachvollziehen, das dieses Wissen tatsächlich gebraucht wird.
  • Schneller Start: Der Start ins Berufsleben erfolgt praktisch mit dem ersten Tag, Azubis werden in die betrieblichen Abläufe einbezogen und können sofort loslegen.
  • Übernahme: Bei guten Leistungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, nach Ausbildungsende übernommen zu werden. Das ist für den Betrieb ja der Sinn: Junge Menschen auszubilden und zu übernehmen, die den Betrieb und seine Abläufe schon genau kennen und das Unternehmen aktiv mit voranbringen.
  • Vorbereitung auf ein Studium: Das sehen die Betriebe nicht immer gern, aber legitim ist es schon – wer nach seiner Ausbildung ein Studium beginnt, der weiß bereits, auf was es in der Praxis ankommt und wo es klemmt. Und wer sein Studium erfolgreich abschließt, der hat bei der Jobsuche die besten Karten, denn diese Mischung aus Praxiserfahrung und Theoriewissen macht aus dem Absolventen eine gesuchte Fachkraft.

Nachteile einer Ausbildung:

  • Gehalt: Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung verdient man zwar nicht schlecht, aber gerade langfristig weniger als mit abgeschlossenem Studium. Und: Die Gehaltsschere geht immer weiter auseinander, je länger man im Berufsleben ist.
  • Aufstiegschancen: Die sind bei Akademikern eindeutig besser. Die Wahrscheinlichkeit einer Beförderung in die Führungsebenen eines Unternehmens ist mit abgeschlossenem Studium ungleich höher.

Das Universitäts-Studium

Universitäten kennzeichnet ihre wissenschaftliche und forschungsorientierte Ausrichtung. Es gibt zwar keinen bis ins letzte geregelten Studienablauf, so dass Sie als Student ein wenig mehr Freiraum bei der Studienorganisation haben. Trotzdem sind die organisatorischen Vorgaben seit der Einführung der Bachelor-/Master-Studiengänge heute sehr viel straffer als früher. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Mit guten oder sehr guten Noten können Sie grundsätzlich alle Studiengänge belegen; mit einer fachgebundenen Hochschulreife nur die der entsprechenden Fachrichtung. Daneben gibt es für viele Studiengänge bundesweite und/oder hochschulspezifische Zulassungsvoraussetzungen und -Tests.

Vorteile eines Universitäts-Studiums:

  • Profundes Wissen: Wenn es ein Sachgebiet gibt, dass Sie so richtig interessiert, dann sind Sie an einer Universität richtig. Hintergründe, Geschichte, Theorien, Forschung, aktuelle Entwicklungen – an einer Universität wird mit wissenschaftlichem Anspruch gelehrt, und das merkt man.
  • Freiheit: Auch wenn es mit der „Akademischen Freiheit“ in Zeiten von Bachelor und Master nicht mehr wirklich weit her ist – das Studium ist ziemlich verschult geworden – haben Sie an einer Uni immer noch die größten Freiheiten, in welche Richtung Sie Ihr Wissen erweitern möchten. Und sein Leben in einer fremden Unistadt selbst in die Hand zu nehmen, ist ja auch ein faszinierendes Stück Freiheit, nicht?
  • Praktika: Sind das A und O eines Studiums, denn nur so erfahren Sie jenseits der vielen Theorie, welche Richtung Ihnen am besten gefällt.
  • Karriere: Ein Studium wird auch in Zukunft ein Karrieresprungbrett sein, nirgends sonst sind die Aufstiegsmöglichkeiten besser. Und Akademiker werden seltener arbeitslos.
  • Gehalt: Wer ein Studium vorweisen kann, steigt mit einem deutlich höheren Gehalt in den Berufsmarkt ein, als etwa mit einer Berufsausbildung. Da lohnt es sich schon, während des Studiums ein paar Jahre lang den Gürtel enger zu schnallen.
  • Status: Ein akademischer Grad ist nicht allein eine Sache der persönlichen Eitelkeit, sondern ist (siehe oben) neben beruflichen Aspekten auch gesellschaftlich vorteilhaft, denn der persönliche Status steigt. Das wird schon relevant, wenn man eine Wohnung sucht: Vermietern sind Akademiker oft als Mieter lieber.

Nachteile eines Universitätsstudiums:

  • Disziplin und Wille: Ein Studium dauert lange und ist anstrengend. Das hält nur durch, wer neben dem nötigen Grips auch den Willen und die Disziplin mitbringt, das Studium bis zum Abschluss durchzuziehen.
  • Kosten: Mehrere Jahre lang ist Schmalhans Küchenmeister, denn schließlich muss ein Student neben allerlei Gebühren auch seinen Lebensunterhalt bezahlen. Bei monatlichen Kosten zwischen 600 und 1.000 € läppern sich schnell gehörige Kosten zusammen und nebenher zu jobben ist nur eingeschränkt möglich. Auch BAföG und Studienkredite sind nur ein kleiner Trost, denn beides muss man später zurückzahlen.
  • Wenig Praxis: Universitäten vermitteln sehr viel Theorie. Wie diese dann in die Praxis umzusetzen ist, steht allerdings nicht auf dem Lehrplan. Hier sind Praktika sehr wichtig.

Das Fachhochschul-Studium

Fachhochschulen (oder auch Hochschulen der angewandten Wissenschaften, University of Applied Sciences) bilden mit einem stärkeren Praxisbezug aus und bieten hauptsächlich Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Design und Sozialwesen an. Der Ablauf des Studiums ist klar in der Studienordnung definiert. Oft muss vor Studienbeginn auch ein fachspezifisches Praktikum absolviert werden. Zugangsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife.

Vorteile eines Fachhochschul-Studiums:

  • Mehr Praxis: Allein schon durch vorgeschriebene Pflichtpraktika ist der Praxisbezug deutlich größer. Und auch der Stoff wird weniger theorielastig vermittelt.
    Unternehmenskontakte: Pflichtpraktika sorgen frühzeitig für Kontakte zu Firmen, die nach Studienende für den Berufseinstieg sehr nützlich sind; auch Diplomarbeiten entstehen häufig im Rahmen von Kooperationen.
  • Struktur: Wer Probleme hat, sich selbst effizient zu organisieren, ist an einer FH goldrichtig, denn das Studium ist stark verschult. Feste Stundenpläne und klar strukturierte Abläufe sorgen dafür, dass auch schlechter organisierte Studenten nicht den Anschluss verlieren.
  • Nur Fachabi: An einer FH ist keine allgemeine Hochschulreife erforderlich, das Fachabi tut´s auch.

Nachteile eines Fachhochschul-Studiums:

  • Image: Noch immer haben FH-Abschlüssen bei vielen Unternehmen nicht den gleichen guten Ruf wie Universitätsabschlüsse. Das spiegelt sich auch im Einstiegsgehalt wider, dass bei FH-Absolventen etwas unter denen von Uni-Absolventen liegt.
  • Kosten: Hier ist kein großer Unterschied zu einer Uni festzustellen, wenn überhaupt. Die Kosten liegen praktisch gleichauf.

Das Duale Studium

Das Duale Studium bezeichnet eine Sonderform, nämlich das berufsbegleitende Studium an der Dualen Hochschule (DH). Die Besonderheit: An einer Dualen Hochschule kann nur studieren, wer einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen vorweisen kann. Duale Studiengänge werden jedoch nicht in allen Fachrichtungen angeboten; am häufigsten sind Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Wirtschaftsinformatik.

Vorteile eines Dualen Studiums:

  • Gehalt: Ein Duales Studium beinhaltet immer auch ein Gehalt, das vom ausbildenden Betrieb bezahlt wird. Das bedeutet deutlich mehr finanzielle Spielräume als bei jeder anderen Art zu studieren.
  • Theorie und Praxis: Durch die konkrete Einbindung in ein bestimmtes Unternehmen und sich abwechselnde Theorie- und Praxisphasen besteht ständig ein konkreter Bezug zur realen Arbeitswelt, was vieles verständlicher, sinnvoller und nachvollziehbarer wirken lässt.
  • Zwei für eines: „Dual“ bedeutet, dass nicht nur eine Ausbildung, sondern gleichzeitig ein akademisches Studium absolviert wird. Das heißt: In relativ kurzer Zeit hat man nicht nur einen Berufsabschluss, sondern auch einen Studienabschluss in der Tasche.
  • Übernahme: Das Unternehmen, bei dem Sie ein Duales Studium absolvieren, übernimmt Sie mit höchster Wahrscheinlichkeit – nur aus diesem Grund trägt der Betrieb schließlich die hohen Kosten.
  • Kein Abitur: Aber die Fachhochschulreife sollte es zumindest sein. Damit kommt ein Duales Studium auch für begabte und engagierte Realschulabsolventen in Frage.
    Aufstiegschancen: Wer sein Duales Studium mit Erfolg abschließt, kann mit besten Karriereperspektiven rechnen; Gehalt und Aufstiegschancen sind überdurchschnittlich gut.

Nachteile eines Dualen Studiums:

  • Freizeit: Gibt es nur sehr wenig, Ausbildung und Studium zugleich bedeutet eine Doppelbelastung, die kaum Raum für anderes lässt. Fleiß und Durchhaltevermögen sind unverzichtbar.
  • Festlegung: Das Unternehmen, bei dem Sie ein Duales Studium absolvieren, prägt Sie auf die eigenen Anforderungen und bildet vorrangig für die eigenen Bedürfnisse aus. Das kann ggfls. einen späteren Wechsel erschweren.
  • Nur Bachelor: Der Erwerb eines Masters (oder gar eine Promotion) sind nicht vorgesehen. Für den Start ins Berufsleben muss also ein Bachelor reichen.

Fazit:

Berufsausbildung, Studium an Uni, FH oder ein Duales Studium – die Wahl fällt nicht leicht. Neben Interessensfragen sind auch berufliche Perspektiven, finanzielle Aspekte, Arbeitsplatz-Sicherheit und die eigene Persönlichkeit wichtige Entscheidungsgrößen: Brauche ich (stark) strukturierte Abläufe? Oder kann ich mich über mehrere Jahre selbst motivieren, um ständig am Ball zu bleiben? Der erste Schritt sollte also eine gründliche Selbstanalyse darstellen; erst wenn Sie sich ein ungeschminktes Bild ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten gemacht haben, können Sie eine fundierte Entscheidung über Ihre weiteren beruflichen Schritte treffen. Damit Ihre Zukunft nicht zum Glücksspiel wird.

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Was will und was kann ich werden?

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann. Oder Lokomotivführer. Oder noch besser Influencer oder Fashionblogger? Oder doch nicht? Wie finde ich eigentlich den richtigen Beruf für mich? Was liegt mir und interessiert mich? Und was nicht? Und wer hilft mir bei der Orientierung? Eines gleich vorweg: Die Zeiten einer beruflichen Karriere vom Azubi zum Vorstandsvorsitzenden in ein und demselben Unternehmen sind definitiv vorbei. Wer jetzt eine Ausbildung beginnt, kann davon ausgehen, dass er oder sie den Betrieb auf jeden Fall, den Standort mit hoher und die Branche bzw. den ausgeübten Beruf mit einiger Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens wechseln wird, in der Regel sogar mehrfach. Die richtige Wahl des Ausbildungsberufes bleibt natürlich weiterhin eine wichtige Entscheidung; allerdings lautet das Urteil nicht (mehr) „lebenslänglich“.

1. Selbsteinschätzung:

Am Beginn der Überlegungen über den zukünftigen Beruf steht häufig die Frage „Was interessiert mich?“. Das ist grundsätzlich nicht falsch, allerdings sollten Sie dieses Thema doch etwas umfassender angehen. Hilfreich ist es, einmal eine Art „Datenblatt“ von sich selbst anzulegen. Also eine ehrliche (!) Übersicht der eigenen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen. Hierbei geht es nicht um die der schulischen Leistungen, als vielmehr um eine Art persönlicher Beschreibung.

Also: Mache ich lieber etwas mit den Händen, mit Materialien und Werkzeug? Oder sitze ich lieber vor dem PC? Faszinieren mich Technik oder Maschinen ganz allgemein? Gehe ich gern mit Menschen um? Kann ich andere gut überzeugen oder sogar begeistern? Mache ich gerne etwas in der Gruppe/im Team? Oder beschäftige ich mich lieber allein? Bin ich eher analytisch veranlagt und löse Probleme nach gründlicher Überlegung möglichst aller Konsequenzen? Oder entscheide ich eher schnell und aus dem Bauch heraus? Habe ich gern Abwechslung und ständig etwas Neues? Oder fühle ich mich wohler, wenn ich mich auf bestimmte Regeln und Abläufe verlassen kann? Prüfen Sie sich selbst kritisch: In welchen Situationen fühlen Sie sich wohl? In welchen eher nicht? Welche Aufgaben übernehmen Sie freiwillig und wovor drücken Sie sich eher?

Wichtige Informationen kann Ihre Freizeit liefern: Was machen Sie gern? Sind Sie ständig mit Freunden unterwegs oder kennen Sie eigentlich nur die Playstation so richtig gut? Sind Sie in einem Verein? Schachspieler oder American Football? Welche Hobbies haben Sie? Warum eigentlich? Was gefällt Ihnen an Ihren Hobbies besonders? Achtung: Es geht bei dieser Analyse nicht um Wünsche, Träume oder Idealvorstellungen, sondern um eine möglichst realistische Einschätzung Ihrer Person. Und es geht auch nicht darum, wie „gut“ oder „schlecht“ Sie sind – am Ende dieser Betrachtung sollte also keine positive oder negative Bilanz stehen nach dem Motto „Es gibt viel mehr, was ich nicht kann oder was mich nicht interessiert“. Zu diesem frühen Zeitpunkt sollten Sie möglichst nicht schon an bestimmte Berufe denken, die Sie interessieren oder die im Freundeskreis gerade angesagt sind. Und auch die schulischen Leistungen oder der (angestrebte) Abschluss sollte (noch) kein Ausschlusskriterium oder eine gedankliche Bremse sein.

Und denken Sie (einmal) nicht ans Geld, also die Verdienstmöglichkeiten! Schon gar kein Kriterium sollte eine möglichst hohe Ausbildungsvergütung sein – die maximal 3 Jahre als Azubi gehen relativ schnell vorüber. Wer nicht erbt (oder im Lotto gewinnt bzw. bei Günther Jauch) wird mindestens 40 Jahre arbeiten (müssen) – wie sich die Gehälter einzelner Berufsbilder in dieser Zeit entwickeln, lässt sich wirklich nicht verlässlich prognostizieren. Selbst ein extrem gutes Gehalt verliert schnell seinen Reiz, wenn es in einem Job oder mit einer Tätigkeit verdient wird, die Ihnen nicht liegt oder die Sie nicht mögen – Lohn ist kein Schmerzensgeld. Natürlich verdient ein Bankkaufmann, zumal mit Studium (die finanziell knappe Studienzeit wird nach dem Abschluss durch höhere Einstiegsgehälter in der Regel wieder ausgeglichen), mehr als ein Landschaftsgärtner. Nach 5 oder 10 Jahren Berufserfahrung werden aber mehr Landschaftsgärtner eine eigene Gärtnerei besitzen als Bankkaufleute eine eigene Bank – raten Sie einmal, wer dann die besseren Einkommensmöglichkeiten hat.

2. Überprüfung von außen:

Als nächsten Schritt lassen Sie diese Selbsteinschätzung von jemand überprüfen. Das kann ein guter Freund/eine gute Freundin sein, die Eltern, ein Lehrer des Vertrauens oder der Trainer im Sportverein – eben jemand, der Sie gut kennt und halbwegs ehrlich zu Ihnen ist. Stellen Sie aber nicht die Frage „Ich möchte Schlachter werden – glaubst Du, ich kann das?“, sondern sprechen Sie darüber, ob Ihr Bild von sich selbst stimmt oder ob andere Sie vielleicht anders wahrnehmen. Bitten Sie um eine Einschätzung Ihrer Person nach ähnlichen Kriterien, aber nicht um die gleichen Antworten. Und streiten Sie nicht – es gibt bei diesem Thema kein richtig oder falsch! Nehmen Sie einen anderen Eindruck oder ergänzende Hinweis als nützliche Hilfe, nicht als Kritik an Ihrer Person an! Und sprechen Sie nicht nur mit einer Person über dieses Thema – je mehr Urteile Sie bekommen, umso besser (nein, wir empfehlen keine Umfrage unter allen Schülern Ihrer Klasse). Stimmen danach Ihre eigene Einschätzung und das Feedback der anderen einigermaßen überein – Glückwunsch! Offenbar kennen Sie sich recht gut.

Und wenn nicht? Fragen Sie sich kritisch, ob Ihre SELBSTeinschätzung ehrlich war. Oder ob Sie nicht vielleicht doch auf einen bestimmten Eindruck, ein „Ziel“ oder ein Ideal hinauswollten. Und fragen Sie Ihre Gesprächspartner, WARUM abweichende Eindrücke bei ihnen entstanden sind – Ihr für Sie logisches Verhalten in einer bestimmten Situation ist für alle anderen vielleicht völlig unlogisch bzw. wird ganz anders verstanden, als es Ihre Absicht war.

3. Abgleich:

Haben Sie ein einigermaßen zutreffendes Profil von sich erstellt, ist die nächste Frage die nach den dazu „passenden“ Berufen. Spätestens an dieser Stelle kommen naturgemäß Eltern, Freunde usw. ins Spiel. Wichtiger als Fragen nach Gehalt, Arbeitszeit oder Karrieremöglichkeiten sind in jedem Fall Themen wie „Was ist der Schwerpunkt der Tätigkeit?“, „Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?“ und „Was wird als Ergebnis eines Tages/einer Woche/eines Monats erwartet?“. Nutzen Sie möglichst viele Möglichkeiten, mit anderen über deren Beruf zu sprechen – die (ehrliche) persönliche Auskunft ist durch nichts zu ersetzen! Allerdings werden Sie es kaum schaffen, auf diese Weise auch nur ansatzweise einen vollständigen Überblick der für Sie in Frage kommenden Berufe zu bekommen. Und es wäre doch ärgerlich, wenn Sie Ihren Traumberuf nur deswegen verpassen, weil Sie ihn schlichtweg nicht kennen, oder? Also ab zur Beratung durch die Fachleute bei der Arbeitsagentur zum:

4. Check beim Profi:

Ein wichtiges Informationsangebot (nicht nur) für die erste Orientierungsphase sollten Sie nicht einfach links liegen lassen. Nämlich das Internetangebot (und natürlich die Filialen vor Ort) der Agentur für Arbeit.

Das Onlineportal www.arbeitsagentur.de bietet zahlreiche Services und Informationen rund um die Themen Berufs- und Studienorientierung, Ausbildung und Studium:

 

Navigator „Schule, Ausbildung und Studium“:

  • Welche Berufe passen zu mir?
  • Mit Bildern spannende Ausbildungsberufe entdecken
  • Mit dem Selbsterkundungstool zum passenden Beruf
  • Mit dem Berufswahltest die Eignung überprüfen

Ich will eine Ausbildung machen

  • Ihre Stärken und Interessen
  • Berufsfelder von Baubranche bis Verwaltung
  • Informationen über den Wunschberuf
  • Praktikum im Wunschberuf
  • Ausbildungsplatzbörse

Ich will studieren

  • Ihre Stärken und Interessen
  • Welches Studium und welche Studiengänge?
  • Selbsterkundungstests
  • Studienfelder von Agrarwissenschaften bis Lehramtsausbildung
  • Studiengänge im Detail
  • Den passenden Studiengang bzw. Studienschwerpunkt und die passende Hochschule finden
  • Alternativen zum Wunschstudiengang
  • Zugangsvoraussetzungen und Regeln zum Studium
  • Bewerbungsverfahren um einen Studienplatz
  • Berufsmöglichkeiten nach dem Studium

Ausbildung oder Studium? Oder beides?

  • Voraussetzungen, Vor- und Nachteile

Tipps zur Ausbildungsplatzsuche

  • Adressen, Tipps und Links

Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Studienplatz

  • Für Azubis: Bewerbungsmappe, Auswahlverfahren, Bewerbungstraining und Vorstellungsgespräch
  • Für Studenten: Bewerbungsverfahren und -adressen, Zulassung zum Studium und der Numerus Clausus (NC)

Alternativen für die Zwischenzeit

  • FSJ, FÖJ, BFD, Auslandsaufenthalt, Praktika und Nebenjobs

Berufsberatung

  • Von der Orientierung bis zur Bewerbung – kostenlose und professionelle Hilfe von A bis Z vor Ort

Egal, ob Sie noch gar keine Vorstellung von Ihrer Zukunft haben oder Informationen zu einer bestimmten Ausbildung oder zu einer bestimmten Universität suchen: Mit wenigen Klicks sind Sie am Ziel. Außerdem sind die bisherigen unterschiedlichen Seiten wie BERUFE TV, kursnet.de, abi.de, hochschulstart.de, studienwahl.de sowie z.B. die Ausbildungsplatzbörse der Arbeitsagentur in den jeweiligen Bereichen direkt verlinkt – mit einem Klick gibt es mehr Informationen.

Also: Termin machen, vorher alles notieren, was Sie wissen wollen und dann löchern Sie die Experten mit Ihren Fragen, bis auch der letzte offene Punkt zu Ihrer Zufriedenheit geklärt ist!

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Karriere verliert für Studenten an Bedeutung

Beruflicher Aufstieg ist nur noch 41 % der Studierenden wichtig – 2016 lag die Zahl noch bei 57 %. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Nach Ansicht der Berater hängt der Rückgang mit der guten wirtschaftlichen Lage des Landes zusammen: 92 % der Befragten gehen davon aus, nach ihrem Abschluss schnell einen Job zu finden.

Ebenfalls gefallen sind die Werte für die Bedeutung von Freizeit und Sport, die Bedeutung von Freunden und dem sozialen Umfeld stieg hingegen, vor allem bei den männlichen Befragten. Die Wichtigkeit von Familie bleibt unverändert am höchsten.

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Das kosten WG-Zimmer 2019 in Deutschland

Das Berliner Forschungsinstitut Empirica hat ausgewertet, wie hoch die durchschnittlichen Mieten für WG-Zimmer in deutschen Städten sind. Am meisten bezahlen Studenten für ein WG-Zimmer in München. Mit durchschnittlich 610 Euro Warmmiete im Monat ist die bayerische Hauptstadt mit Abstand am teuersten, was das Wohnen betrifft. Doch auch in Frankfurt am Main, Hamburg und Köln müssen Studierende tief in die Tasche greifen. Deutlich günstiger ist es im Osten: In Magdeburg kostet das WG-Zimmer im Schnitt 258 Euro Miete im Monat, in Halle/Saale sogar nur 253 Euro.

In den letzten Jahren sind die Mieten an deutschen Hochschulstandorten kontinuierlich gestiegen und mit jedem Semester teurer geworden. Für das Sommersemester 2019 liegen sie im Schnitt bei 386 Euro.

München 610 Euro
Frankfurt/Main 500 Euro
Stuttgart 470 Euro
Hamburg 450 Euro
Köln 450 Euro
Konstanz 450 Euro
Leipzig 281 Euro
Greifswald 280 Euro
Jena 271 Euro
Erfurt 266 Euro
Magdeburg 258 Euro
Halle/Saale 253 Euro
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Zahl der Studierenden im WS 2018/19 auf Rekordhoch

Im Wintersemester 2018/19 sind an deutschen Hochschulen so viele Studierende eingeschrieben wie noch nie. Demnach erhöhte sich die Zahl im Vergleich zum Vorsemester um 0,8 % auf 2.867.500 Studentinnen und Studenten. Die meisten von ihnen studieren in Nordrhein-Westfalen (781.000), gefolgt von Bayern (394.000) und Baden-Württemberg (362.000). Die Zahl der Studierenden steigt seit dem Wintersemester 2008/09 kontinuierlich an. In den Vorjahren lag sie konstant bei knapp zwei Millionen.

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